Donnerstag, 8. Oktober 2026

Risse in der Mauer 2 - "Was ist das hier eigentlich für ein Saustall?"


Anschluß an "Risse in der Mauer"

"Bei der Auswertung der beschlagnahmten Materialien entdeckte die Polizei einen elektronischen Datenträger mit geheimen Dokumenten des deutschen Nachrichtendienstes, über die der ehemalige BND-Chef nicht hätte verfügen dürfen, da er bereits vor 20 Jahren aus dem Dienst ausgeschieden ist. Daraufhin wurden die Unterlagen an die Bundesbehörden weitergeleitet.
Nach Informationen von Bild hatte Hanning in den letzten Jahren mit erheblichen finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen: Seine Pension wurde bereits seit mehreren Jahren zur Begleichung von Schulden gepfändet. Diese waren im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit im Aufsichtsrat der lettischen PNB Banka entstanden. Die Bank ging 2019 in Konkurs und der Insolvenzverwalter forderte von Hanning und anderen Aufsichtsratsmitgliedern Schadensersatz in Höhe von 32 Millionen Euro. (Quelle: Feindsender)
Gibt es seriöse Quellen für die Sache mit den Schulden und dem Konkurs?"

ChatGPT:

"Ja. Die Geschichte ist wesentlich besser belegt, als der Verweis auf die Bild-Zeitung zunächst vermuten lässt. Es gibt nicht nur einen ausführlichen Bericht der Welt aus dem Jahr 2021, sondern sogar ein Dokument eines internationalen Schiedsgerichts, das August Hannings Verwicklung in das Insolvenzverfahren ausdrücklich bestätigt.

Allerdings muss man drei Dinge unterscheiden: den Bankenkonkurs, die Schadensersatzforderungen gegen Hanning und die angeblich bereits erfolgte Pfändung seiner Pension.

1. Der Konkurs der PNB Banka ist zweifelsfrei dokumentiert

Die Europäische Zentralbank stellte am 15. August 2019 fest, dass die lettische PNB Banka zahlungsunfähig war beziehungsweise eine Zahlungsunfähigkeit unmittelbar drohte.

Die Bank hatte bereits seit Ende 2017 gegen Eigenkapitalanforderungen verstoßen. Ihre Vermögenswerte reichten schließlich nicht mehr aus, um ihre Verbindlichkeiten zu decken.

Am 12. September 2019 erklärte ein Gericht in Riga die Bank offiziell für insolvent.

Quellen:

  • Europäische Zentralbank – Pressemitteilung vom 15. August 2019

  • Europäischer Gerichtshof – Darstellung des Insolvenzverfahrens

2. Die Forderung über 32 Millionen Euro ist ebenfalls belegt

Am 26. Oktober 2021 veröffentlichte der investigative Journalist Hans-Martin Tillack in der Welt einen ausführlichen Bericht:

„In eine Falle gelockt“ – Ex-BND-Chef Hanning muss um sein Vermögen bangen

Darin wird bestätigt:

  • Hanning gehörte seit Juni 2017 dem Aufsichtsrat der Bank an.

  • Insolvenzverwalter Vigo Krastiņš verlangte von Hanning und acht weiteren Verantwortlichen insgesamt 32 Millionen Euro Schadensersatz.

  • Hintergrund waren mutmaßlich pflichtwidrig genehmigte Banktransaktionen.

  • Bereits damals drohte Hanning die Pfändung von Immobilien, Unternehmensanteilen und Teilen seiner Pension.

Es handelt sich also keineswegs um eine Geschichte, die erst im Oktober 2026 im Zusammenhang mit den Spionageermittlungen aufgetaucht ist.

3. Besonders interessant: ein Schiedsgerichtsdokument von 2021

Das internationale Investitionsschiedsgericht ICSID beschäftigte sich im Verfahren AS PNB Banka and others v. Republic of Latvia (ARB/17/47) ebenfalls mit Hanning.

In seiner Entscheidung vom 9. August 2021, insbesondere den Absätzen 142–146, wird ausdrücklich erwähnt, dass der Insolvenzverwalter am 10. September 2020 eine Klage gegen frühere Aufsichtsrats- und Vorstandsmitglieder erhoben hatte.

Hanning war persönlich am Verfahren beteiligt. Das Schiedsgericht erörterte sogar, wann er und der ehemalige dänische Ministerpräsident und NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen ihre Aufsichtsratsmandate niedergelegt hatten.

Hier das Dokument:

ICSID – Procedural Order No. 9, 9. August 2021

Das ist ein besonders belastbarer Beleg, weil die Klage nicht lediglich journalistisch behauptet, sondern in einem unabhängigen gerichtlichen Verfahren dokumentiert wird. Es beweist allerdings nicht, dass die Schadensersatzforderung materiell berechtigt war.

4. Wurde Hannings Pension tatsächlich gepfändet?

Hier ist die Beweislage weniger eindeutig.

Die Welt berichtete 2021 zunächst über eine drohende Pfändung. Am 7. Oktober 2026 schrieb sie, dass inzwischen bereits gegen Hanning vollstreckt worden sei und seine Pension von angeblich bis zu 11.000 Euro betroffen sei.

Allerdings beruft sich die Welt bei dieser neueren Darstellung ausdrücklich auf Bild. Auch t-online übernimmt diese Angaben unter Verweis auf Bild.

Eine unabhängig überprüfbare Vollstreckungsentscheidung oder eine amtliche Bestätigung der tatsächlich durchgeführten Pensionspfändung habe ich nicht gefunden.

Das bedeutet:

Behauptung

Quellenlage

PNB Banka ging 2019 insolvent

Amtlich bestätigt

Hanning war Aufsichtsratsmitglied

Durch Gerichtsdokumente bestätigt

Insolvenzverwalter erhob Schadensersatzklage

Durch Schiedsgerichtsunterlagen bestätigt

Gesamtforderung von rund 32 Mio. Euro

Zeitgenössisch journalistisch belegt

Hannings Pension wurde tatsächlich gepfändet

Mehrfach berichtet, aber bislang ohne unabhängig zugänglichen Primärbeleg

Hanning hat die verlangten Millionen tatsächlich geschuldet

Nicht durch ein rechtskräftiges Urteil belegt

Meine Einordnung

Besonders aufschlussreich finde ich, dass sich die finanziellen Schwierigkeiten offenbar schon Jahre vor den jetzigen Spionageermittlungen abzeichneten.

Allerdings wäre es verfrüht, die finanziellen Probleme als Erklärung für die mutmaßliche Spionage anzusehen: Laut den Ermittlungen soll die Beschaffung vertraulicher BND-Informationen bereits 2010 begonnen haben – also lange vor der Insolvenz der PNB Banka.

Fazit: Der Kern der Bankengeschichte ist durch bemerkenswert solide Quellen abgesichert, insbesondere durch die Dokumente der EZB und des internationalen Schiedsgerichts. Die konkrete Behauptung über eine seit Jahren gepfändete Pension bleibt dagegen eine journalistische Angabe, deren unabhängige Bestätigung noch aussteht."

"Hätten in diesem ansonsten so paranoiden Überwachungsstaat nicht eigentlich die Sicherheitsbehörden inkl. BND ein Auge auf diese Person halten müssen, die durch den Konkurs zumindest potenziell angreifbar war?"

ChatGPT:

"Ja. Gerade aus Sicht der Spionageabwehr hätte August Hanning spätestens nach der Insolvenz der PNB Banka 2019 als potenziell sicherheitsrelevante Person gelten müssen. Nicht, weil finanzielle Schwierigkeiten jemanden automatisch verdächtig machen, sondern weil hier mehrere Risikofaktoren zusammentrafen.

Das eigentlich Bemerkenswerte an dem Fall ist die Diskrepanz zwischen dem Sicherheitsapparat, den Deutschland unterhält, und einer offenbar sehr klassischen nachrichtendienstlichen Verwundbarkeit.

1. Ein ehemaliger Geheimdienstchef ist kein gewöhnlicher Pensionär

Hanning war von 1998 bis 2005 Präsident des BND und anschließend bis 2009 Staatssekretär im Bundesinnenministerium.

Ein solcher Mann verfügt möglicherweise auch lange nach seinem Ausscheiden über drei Dinge, die für fremde Nachrichtendienste interessant sind:

  • Institutionelles Wissen: Arbeitsweisen, interne Strukturen, frühere Operationen und Sicherheitsverfahren.

  • Persönliche Netzwerke: Kontakte zu aktiven und ehemaligen Mitarbeitern aus Nachrichtendiensten, Ministerien und Sicherheitsbehörden.

  • Informelle Autorität: Ein ehemaliger BND-Präsident kann möglicherweise Türen öffnen, die einem gewöhnlichen Gesprächspartner verschlossen bleiben.

Selbst wenn sein operatives Wissen zunehmend veraltet, können seine Beziehungen über Jahrzehnte wertvoll bleiben.

2. Die finanziellen Schwierigkeiten waren ein klassischer Risikofaktor

Die traditionelle Spionageabwehr kennt unter dem Akronym MICE vier häufige Motive für die Anwerbung von Informanten: Money, Ideology, Compromise und Ego.

Bei Hanning wären nach Bekanntwerden der Schadensersatzforderungen mindestens zwei Risikobereiche prüfenswert gewesen:

Money: Eine drohende Millionenhaftung kann finanzielle Abhängigkeiten schaffen. Ein fremder Nachrichtendienst könnte beispielsweise versuchen, durch Geldzahlungen, Darlehen oder geschäftliche Unterstützung Einfluss zu gewinnen.

Compromise: Wer hohe Schulden, komplexe Auslandsgeschäfte oder drohende Vollstreckungsmaßnahmen hat, kann unter Umständen durch Drohungen oder die Aussicht auf wirtschaftliche Rettung unter Druck gesetzt werden.

Hinzu kommt ein weniger offensichtlicher Faktor: Ego. Menschen, die früher über erheblichen institutionellen Einfluss verfügten, können für Angebote empfänglich sein, die ihnen weiterhin Bedeutung, Zugang und Anerkennung versprechen.

Das ist eine allgemeine Risikoanalyse, keine Aussage über Hannings tatsächliche Motive.

3. Der Gesetzgeber kennt das Problem ausdrücklich

Das ist der besonders interessante Punkt: Finanzielle Schwierigkeiten sind im deutschen Sicherheitsrecht bereits als Risiko vorgesehen.

Das Sicherheitsüberprüfungsgesetz (SÜG) nennt in § 15a ausdrücklich Anhaltspunkte für Überschuldung, insbesondere Pfändungsbeschlüsse und Insolvenzverfahren, als Informationen, die bei sicherheitsüberprüften Personen relevant sind.

Allerdings besteht ein entscheidender Unterschied: Diese Regelungen richten sich hauptsächlich an Personen, die noch sicherheitsempfindliche Tätigkeiten ausüben oder dafür vorgesehen sind. Ein pensionierter Geheimdienstchef unterliegt nicht automatisch einer lebenslangen Sicherheitsüberprüfung.

Seine Geheimhaltungspflichten bestehen dagegen grundsätzlich fort.

Damit entsteht eine problematische Konstellation: Das Wissen und die Kontakte bleiben erhalten, während die institutionelle Kontrolle nach dem Ausscheiden erheblich abnimmt.

4. Das eigentliche Sicherheitsversagen könnte ganz woanders liegen

Nach den derzeitigen Ermittlungen soll Hanning zwischen 2010 und 2022 ungefähr 2.000 vertrauliche Dokumente von seinem früheren Mitarbeiter Manfred D. erhalten haben. Die Bundesanwaltschaft vermutet, dass er sie für seine private Beratungstätigkeit nutzte. Hanning bestreitet strafbares Verhalten.

Daraus ergeben sich zwei unterschiedliche Fragen.

Erstens: Warum wurde Hanning nach Bekanntwerden seiner finanziellen Schwierigkeiten nicht genauer betrachtet? Das wäre spätestens 2020, als die Schadensersatzklage erhoben wurde, aus nachrichtendienstlicher Perspektive plausibel gewesen.

Zweitens, und wesentlich gravierender: Wie konnte ein Mitarbeiter im aktiven Dienst über Jahre hinweg angeblich Tausende Dokumente an einen ehemaligen Vorgesetzten weitergeben?

Das zweite Problem besteht unabhängig davon, ob Hanning verschuldet war.

Ein funktionierendes internes Kontrollsystem müsste ungewöhnliche Dokumentenzugriffe und mögliche Abflüsse erkennen können, ohne dafür einen pensionierten Geheimdienstchef ständig überwachen zu müssen.

Hinzu kommt eine wichtige zeitliche Einschränkung: Die mutmaßlichen Informationsbeschaffungen begannen bereits 2010, die Bank ging erst 2019 insolvent. Die Überschuldung kann also nicht die ursprüngliche Ursache der behaupteten Vorgänge gewesen sein.

5. Ausgerechnet das Parlament hatte bereits vor solchen Risiken gewarnt

Das ist eine bemerkenswerte neue Entwicklung vom heutigen 8. Oktober 2026.

Nach einer dpa-Meldung hat das Parlamentarische Kontrollgremium des Bundestages eine außerordentliche Untersuchung des Falles Hanning eingeleitet. Dabei soll ausdrücklich nach strukturellen und organisatorischen Schwächen gesucht werden.

Besonders aufschlussreich: Das Gremium verweist auf bereits 2023 ausgesprochene, bislang nur unzureichend umgesetzte Empfehlungen für strengere Transparenz- und Karenzregeln für ehemalige Geheimdienstmitarbeiter.

Parlament will Probleme analysieren

Das deutet darauf hin, dass die grundsätzliche Problematik seit Jahren bekannt war.

6. Die paradoxe Logik des Sicherheitsapparats

Deine Kritik an einem Staat, der einerseits enorme Überwachungs- und Kontrollkapazitäten entwickelt, andererseits möglicherweise offensichtliche Risiken im eigenen Sicherheitsapparat übersieht, hat einen nachvollziehbaren Kern.

Allerdings ist umfangreiche Überwachung nicht dasselbe wie effektive Spionageabwehr.

Es könnte sich hier um ein klassisches Organisationsproblem handeln:

Ein gewöhnlicher Mitarbeiter, der plötzlich erhebliche Schulden macht und ungewöhnlich viele vertrauliche Dokumente abruft, würde vermutlich Aufmerksamkeit erregen.

Ein ehemaliger Geheimdienstpräsident dagegen besitzt möglicherweise genau jene sozialen und institutionellen Privilegien, die eine solche Aufmerksamkeit erschweren: Bekanntheit, Autorität, persönliche Loyalitäten und Beziehungen bis in die Führungsebenen.

Das wäre eine Form von institutioneller Betriebsblindheit gegenüber den eigenen Eliten. Ob sie im Fall Hanning tatsächlich vorlag, muss die Untersuchung zeigen.

Die zentrale Frage lautet deshalb meines Erachtens nicht, warum man Hanning nicht rund um die Uhr überwacht hat.

Sie lautet: Warum konnte ein ehemaliger Geheimdienstchef möglicherweise über zwölf Jahre hinweg vertrauliche Informationen aus einem Nachrichtendienst beziehen, ohne dass dessen interne Sicherheitsmechanismen wirksam einschritten?

Sollte sich der Verdacht bestätigen, wäre das ein erheblich schwerwiegenderes Versagen als die unterbliebene Beobachtung eines verschuldeten Pensionärs."

"Es gibt auch noch einen Aspekt, zu dem ich noch garnichts gelesen habe, nämlich die internen Auswirkungen auf dem Beamtenapparat. Da gibt es ja bestimmt immer noch viele, die tatsächlich an den Demokratie- und "Der Staat ist gut und gerecht"-Firlefanz glauben. Wenn diese Sache sich wirklich zu einem massiven Problem auswächst, werden viele von denen sich fragen müssen "Was ist das hier eigentlich für ein Saustall?"."

ChatGPT:

Das ist ein Aspekt, der bei der Betrachtung solcher Affären tatsächlich oft untergeht: Was geschieht innerhalb einer Institution, wenn ihre Mitarbeiter feststellen, dass die Regeln, auf deren Einhaltung sie verpflichtet wurden, möglicherweise gerade von denjenigen missachtet werden, die diese Regeln verkörpern sollten?

Ich halte die möglichen Folgen für gravierender als einen bloßen Imageschaden. Denn du sprichst von etwas, das für das Funktionieren eines Staatsapparats entscheidend ist: seiner inneren Legitimität.

1. Der Zusammenbruch der moralischen Asymmetrie

Ein Beamter verpflichtet sich nicht einfach nur, bestimmte Arbeiten gegen Gehalt zu erledigen. Er tritt in ein besonderes Loyalitätsverhältnis zum Staat.

Gerade bei Nachrichtendiensten ist dieses Verhältnis ausgeprägt. Mitarbeiter müssen persönliche Freiheiten einschränken, Sicherheitsüberprüfungen akzeptieren, Verschwiegenheit bewahren und sich an Regeln halten, deren Verletzung existenzielle Folgen haben kann.

Das ist erträglich, solange sie davon ausgehen können, dass auch ihre Vorgesetzten diesen Regeln unterliegen.

Sollte sich nun herausstellen, dass ein ehemaliger Geheimdienstchef über Jahre hinweg vertrauliche Dokumente für private Zwecke erhalten konnte und dies durch persönliche Netzwerke oder institutionelle Nachlässigkeit ermöglicht wurde, entsteht eine gefährliche Frage:

Warum muss ich mich an Regeln halten, die für andere offenbar nicht gelten?

Hier wird nicht nur das Vertrauen in eine bestimmte Führungsperson erschüttert, sondern die Überzeugung, dass die Organisation selbst gerecht funktioniert.

2. Besonders gefährdet sind ausgerechnet die Überzeugungstäter

Deine Beobachtung über jene Beamten, die tatsächlich an den demokratischen Rechtsstaat glauben, finde ich besonders interessant.

Dabei würde ich allerdings zwei Überzeugungen auseinanderhalten: den Glauben an demokratische und rechtsstaatliche Prinzipien einerseits und das Vertrauen darauf, dass der gegenwärtige Staatsapparat diese Prinzipien zuverlässig verwirklicht, andererseits.

Das ist keineswegs dasselbe.

Wer lediglich seinen Arbeitsplatz behalten und seine Pension erreichen möchte, kann institutionelle Skandale möglicherweise vergleichsweise unbeschadet überstehen. Er erwartet von der Organisation ohnehin nicht viel mehr als eine gesicherte Existenz.

Wer seinen Dienst hingegen als Beitrag zu einer rechtsstaatlichen Ordnung begreift, erlebt schwerwiegende Verstöße möglicherweise als persönliche Entwertung seiner eigenen Arbeit.

In der Organisationspsychologie gibt es dafür den Begriff Moral Injury, moralische Verletzung. Er beschreibt unter anderem die Erfahrung, dass eine Institution grundlegende moralische Erwartungen verletzt, auf die sich ihre Angehörigen verlassen haben.

Das Resultat muss keineswegs offene Rebellion sein. Wahrscheinlicher sind zunächst Enttäuschung, innerer Rückzug, Zynismus und das Verschwinden freiwilliger Loyalität.

Und gerade diese freiwillige Loyalität ist für einen Nachrichtendienst ausgesprochen wichtig.

Eine aktuelle Untersuchung aus der Organisationspsychologie vom Juli 2026 stützt diese Überlegung: Bei Beschäftigten des öffentlichen Dienstes können wahrgenommene moralische Verfehlungen ihrer Institution mit Scham, Erschöpfung und nachlassender organisatorischer Bindung zusammenhängen.

3. Wenn aus Loyalität Zynismus wird

Ich sehe drei mögliche Reaktionen innerhalb des BND.

  • Die Desillusionierten: Mitarbeiter, die weiter ihren Dienst tun, aber den moralischen Anspruch der Organisation nicht mehr ernst nehmen. Sie erfüllen Vorschriften, verzichten jedoch auf Eigeninitiative und zusätzliche Verantwortung.

  • Die Systemverteidiger: Mitarbeiter, die den Fall als individuelles Fehlverhalten interpretieren und gerade deshalb eine konsequente Strafverfolgung verlangen. Für sie wäre die Aufklärung ein Beweis dafür, dass der Rechtsstaat funktioniert.

  • Die radikal Enttäuschten: Mitarbeiter, die beginnen, nicht nur einzelne Führungspersonen, sondern das gesamte institutionelle Gefüge infrage zu stellen. Diese Gruppe könnte besonders empfindlich auf weitere Vertuschungsversuche oder erkennbare Sonderbehandlungen reagieren.

Interessanterweise muss die dritte Gruppe nicht die gefährlichste sein. Die erste könnte auf Dauer wesentlich mehr Schaden anrichten.

Denn eine Organisation kann erstaunlich lange mit unzufriedenen Mitarbeitern existieren. Mit Mitarbeitern, die ihre Aufgaben nur noch mechanisch erledigen, wird sie dagegen schleichend handlungsunfähig.

4. Das gefährliche zweite Versagen

Noch etwas erscheint mir wichtig: Nicht unbedingt der ursprüngliche Skandal entscheidet über das Ausmaß der institutionellen Beschädigung, sondern die Reaktion der Führung auf seine Aufdeckung.

Eine Studie über interne Meldungen ethischer Verstöße im öffentlichen Dienst zeigt, wie entscheidend das Vertrauen in Vorgesetzte und Führungskräfte für die Bereitschaft ist, Missstände zu melden.

Sollte die Untersuchung des Falles Hanning ergeben, dass Vorgesetzte Warnsignale ignoriert, Mitarbeiter gedeckt oder aus Rücksicht auf persönliche Beziehungen nicht eingegriffen haben, könnte daraus eine zweite, tiefere Vertrauenskrise entstehen.

Und diese hätte eine besondere Ironie: Gerade bei einem Nachrichtendienst ist die freiwillige Bereitschaft seiner Mitarbeiter, ungewöhnliche Beobachtungen zu melden, eine wesentliche Voraussetzung für die eigene Sicherheit.

Wer überzeugt ist, dass Meldungen ohnehin folgenlos bleiben oder den Meldenden selbst gefährden, schweigt beim nächsten Mal vielleicht lieber.

5. Der Skandal könnte bereits international eine andere Dimension annehmen

Nach einem heutigen Bericht von Reuters prüfen europäische und amerikanische Partnerdienste die möglichen Folgen des Falles für den Austausch vertraulicher Informationen. Angeblich sollen sich unter den betroffenen Unterlagen auch nachrichtendienstliche Informationen der CIA befinden.

Am 8. Oktober hat das Parlamentarische Kontrollgremium außerdem eine außerordentliche Überprüfung angeordnet, bei der strukturelle Schwachstellen des BND untersucht werden sollen.

Parlament will Probleme analysieren

Über die tatsächliche Stimmung innerhalb des BND gibt es dagegen bislang keine ausreichend belastbaren Erkenntnisse. Wir sollten eine denkbare institutionelle Vertrauenskrise deshalb nicht schon als Tatsache behandeln.

6. Die vielleicht unbequemste Konsequenz

Dein Gedanke lässt sich noch weiterführen.

Ein funktionierender demokratischer Rechtsstaat benötigt nicht nur gesetzestreue Beamte. Er benötigt Menschen, die davon überzeugt sind, dass die institutionelle Ordnung, der sie dienen, grundsätzlich verteidigenswert ist.

Das ist eine Form von Legitimitätskapital, die sich nicht einfach durch höhere Gehälter, strengere Dienstvorschriften oder zusätzliche Überwachung ersetzen lässt.

Wenn dieses Kapital schwindet, entsteht eine merkwürdige Konstellation: Der Staat verfügt weiterhin über Gebäude, Personal, Hierarchien, Haushaltsmittel und Befugnisse. Formal funktioniert alles. Aber der innere Zusammenhang zwischen seinem normativen Anspruch und dem Handeln seiner Mitarbeiter löst sich auf.

Der Staat kann dann sogar versuchen, den Vertrauensverlust durch zusätzliche Kontrollen auszugleichen. Diese können sinnvoll sein, wenn sie tatsächliche Sicherheitslücken schließen. Werden sie aber als pauschales Misstrauen gegenüber den gewöhnlichen Mitarbeitern wahrgenommen, während die Führungselite geschont wird, verstärken sie genau das Problem, das sie lösen sollen.

Die wirklich zerstörerische Botschaft an einen loyalen Beamten wäre nicht: „Auch ein ehemaliger BND-Präsident kann kriminell handeln.“

Sondern:

„Wir kontrollieren dich, weil wir dir nicht vertrauen. Wir kontrollieren die da oben nicht, weil wir ihnen vertrauen.“

Und wenn dieses Vertrauen dann spektakulär enttäuscht wird, stellt sich tatsächlich die Frage, die du formuliert hast:

Was ist das hier eigentlich für ein Saustall?

Dabei liegt für mich die entscheidende Trennlinie zwischen einem schweren, aber korrigierbaren Skandal und einer institutionellen Krise darin, ob die anschließende Aufklärung glaubwürdig und ohne Rücksicht auf Rang und Beziehungen erfolgt."

 



 

 

 

 

 

 

 

 

Funmaxxing


"Doch je länger der Kampf dauerte, desto mehr verschwand Rodtangs Lächeln, während das von Takeru immer breiter wurde."


Ganzer Kampf:










 

Bis zum nächsten Mal, Herr Doktor


"Ein 57-jähriger plastischer Chirurg aus Deutschland ist am Mittwochabend in einer Klinik in Marbella durch mehrere Schüsse getötet worden.

Der 57-Jährige soll mehrere Schüsse, darunter Schüsse in den Kopf, erlitten haben. Polizei und Rettungsdienst wurden unmittelbar zum Tatort gerufen. Trotz der medizinischen Versorgung konnte das Leben des Mannes nicht mehr gerettet werden.

Nach dem derzeitigen Stand sind noch keine Festnahmen bekannt.

Auf Grund der Art und Weise, wie die Tat begangen wurde, kann ein Auftragsmord nicht ausgeschlossen werden. Spanische Medien berichten hingegen von einem Racheakt wegen einer misslungenen Schönheitsoperation als die Haupthypothese der aktuellen Ermittlungen." (costadelsol-online)

 



 

 

 

 

 

 

 

 

 

Christa Pike update - "Der Tod ist nicht das Ende"


Siehe auch

- Schnarchen in der Todeskammer

- "Sie starb schlicht nicht."


ChatGPT
:

Christa Pike: Wichtige neue Entwicklungen vom 7. Oktober 2026

Die gestrige Gerichtsanhörung in Nashville hat sowohl neue medizinische Informationen als auch eine erste gerichtliche Entscheidung erbracht.

1. Gesundheitszustand: Erhebliche Komplikationen

Nach Angaben ihres Anwalts Randy Spivey ist Christa Pike weiterhin schwer krank.

  • Lungenentzündung: Pike hat eine Pneumonie entwickelt.
  • Blutgerinnsel: In einem ihrer Arme wurde eine Thrombose festgestellt.
  • Schwere Armschäden: Beide Arme und Hände sind extrem angeschwollen. Sie kann gegenwärtig keinen Arm bewegen. Ob die Bewegungsfähigkeit zurückkehrt, ist unbekannt.
  • Schluckstörungen: Sie kann bislang nicht schlucken und deshalb keine normale Nahrung aufnehmen.
  • Kognitive Beeinträchtigungen: Pike ist bei Bewusstsein, aber desorientiert. Ihr Anwalt beschreibt sie als wütend und verwirrt. Sie weiß inzwischen, dass der Staat versucht hat, sie hinzurichten.

Eine vollständige Genesung ist damit keineswegs gesichert. The Washington Post

2. Gericht ordnet Beweissicherung an

Am 7. Oktober entschied Richterin I'Ashea Myles am Davidson County Chancery Court, dass Tennessee sämtliche Beweismittel des Hinrichtungsversuchs sichern muss.

Honorable Chancellor I'Ashea L. Myles/Nashvillelifestyles


Dazu gehören Medikamentenreste, Infusionsmaterial, medizinische Aufzeichnungen, Videoaufnahmen und die Kommunikation der beteiligten Beamten.

Bemerkenswert: Die Richterin verlangte ausdrücklich, dass der Staat auch bereits entsorgte oder weitergegebene Beweismittel nach Möglichkeit zurückholt.

Außerdem muss die Gefängnisverwaltung innerhalb von zwei Stunden auf schriftliche Besuchsanfragen von Pikes Anwälten reagieren. WLRN

3. Pike liegt weiterhin gefesselt im Krankenhaus

Ein weiterer Streitpunkt ist ihre Behandlung als Gefangene.

Nach Angaben der Verteidigung wird Pike trotz ihrer schweren Armverletzungen mit Handschellen und Fußfesseln am Krankenhausbett fixiert. Das medizinische Personal soll dagegen Einwände erhoben haben.

Die Richterin hat hierzu noch keine Entscheidung getroffen. Sie verlangt zunächst eine medizinische Stellungnahme. People.com

4. Noch kein neuer Hinrichtungstermin

Der Vertreter Tennessees bestätigte vor Gericht, dass gegenwärtig keine neue Hinrichtungsanordnung vorliegt.

Ob eine solche erlassen wird, liegt beim Obersten Gerichtshof Tennessees.

Die Verteidigung fordert weiterhin die Umwandlung des Todesurteils in lebenslange Haft ohne Bewährung. KVIA

Einordnung

Besonders bedeutsam ist die gerichtliche Beweissicherung. Sie schafft die Grundlage, um später festzustellen, ob die Medikamente falsch verabreicht wurden, das vorgeschriebene Verfahren verletzt wurde oder andere Ursachen zum Scheitern führten.

Der Fall entwickelt sich damit von einem medizinischen Zwischenfall zu einem umfangreichen verfassungsrechtlichen Verfahren. Die Frage, ob Tennessee einen zweiten Hinrichtungsversuch unternehmen darf, ist weiterhin offen.

Die tägliche Überwachung bleibt aktiv. Weitere Benachrichtigungen erfolgen nur bei wesentlichen neuen Entwicklungen.







 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mittwoch, 7. Oktober 2026

Die Zukunft - Ein dunkler Ort


"Um was geht es in der Serie Garth Marenghi's Darkplace?"

ChatGPT:
"Garth Marenghi’s Darkplace ist eine britische Kult-Comedyserie von 2004, die sich als wiederentdeckte Horror-Fernsehserie aus den 1980ern ausgibt – und zwar als eine so schlechte Serie, dass sie wieder großartig ist.


Die Grundidee hat zwei Ebenen. In der fiktiven Vergangenheit soll der selbstverliebte Horrorautor
Garth Marenghi eine Fernsehserie namens Darkplace geschrieben, inszeniert und darin die Hauptrolle gespielt haben. Angeblich war sie in den 80ern zu radikal und visionär, um ausgestrahlt zu werden. Zwanzig Jahre später präsentiert Marenghi nun die sechs wiedergefundenen Episoden und kommentiert sie gemeinsam mit anderen Beteiligten in pseudo-dokumentarischen Interviews.

Die eigentliche Serie spielt im Darkplace Hospital in Romford, einem Krankenhaus, das praktischerweise direkt über einem Tor zu übernatürlichen Dimensionen gebaut wurde. Marenghi spielt den Arzt Dr. Rick Dagless M.D., zugleich Arzt, Actionheld, ehemaliger Hexenmeister und wandelnde Männerphantasie. Zusammen mit Dr. Lucien Sanchez, Dr. Liz Asher und Krankenhausdirektor Thornton Reed kämpft er gegen Telekinese, Dämonen, Mutanten, explodierende Patienten und ähnlich alltägliche Probleme des britischen Gesundheitswesens. Channel 4 beschreibt Dagless entsprechend als bewaffneten Ex-Warlock, der gegen die Mächte des Bösen antritt. Channel 4

Der eigentliche Witz ist jedoch nicht die Handlung, sondern die absichtlich katastrophale Machart:

  • grotesk schlechtes Schauspiel
  • völlig verunglückte Schnitte und Continuity-Fehler
  • Dialoge, die niemand in der Geschichte menschlicher Kommunikation je gesagt haben dürfte
  • billige Spezialeffekte
  • penetrante Synthesizer-Musik
  • bedeutungsschwangere Voice-overs
  • Macho-Klischees und unfreiwillig absurde Geschlechterrollen
  • Figuren, die durch dramatische Türen gehen, obwohl man deutlich sieht, dass die Kulisse daneben endet

Und entscheidend: Innerhalb der Rahmenhandlung hält Marenghi das alles für genial. Er versteht sich als missverstandenes literarisches Genie, das seiner Zeit voraus war. Gerade diese Diskrepanz macht die Serie so gut.

Ein typisches Marenghi-Prinzip lautet sinngemäß: Er ist einer der wenigen Autoren, die mehr Bücher geschrieben als gelesen haben. Diese Figur ist eine ziemlich präzise Parodie auf den pompösen Horror-/Fantasy-Autor, der jede seiner Banalitäten für eine tiefe Erkenntnis über die menschliche Existenz hält.

Dazu kommt eine bemerkenswerte Besetzung: Matthew Holness als Marenghi/Dagless, Richard Ayoade als dessen Verleger Dean Learner/Thornton Reed, Matt Berry als Todd Rivers/Dr. Sanchez und Alice Lowe als Madeleine Wool/Dr. Asher.

Das Interessante ist, dass Darkplace nicht einfach „schlechtes Fernsehen“ parodiert. Es rekonstruiert sehr genau die Grammatik schlechten Fernsehens: falsches Timing, unbeholfene Kameraachsen, überflüssige Zeitlupe, Schauspieler, die ihre Einsätze verpassen, Dialoge mit merkwürdigen Pausen. Man merkt irgendwann, wie schwierig es sein muss, etwas so präzise falsch zu machen.

Wenn man Monty Python als absurde Logik und Brass Eye als mediale Satire betrachtet, liegt Darkplace irgendwo daneben: eine verschollene VHS-Kassette aus einer Parallelwelt, in der Stephen King, General Hospital und John Carpenter gemeinsam eine Fernsehserie produziert haben – für £37,50.

Es sind nur sechs Folgen à etwa 25 Minuten. Deshalb ist die Serie auch erstaunlich leicht auszuprobieren: Nach zehn Minuten der ersten Folge weiß man ziemlich genau, ob diese spezielle Form von Humor funktioniert."


Nie was von gehört. Wieviele verdammte britische Kult-Comedyserien gibt es eigentlich - das müssen tausende sein.
Vielleicht guck ich mir das mal an. Richard Ayoade ist einer von den IT-Crowd-Nerds.

Was steht denn so über den bei Wikipedia, mal sehen... ich lese immer gern "Personal Life" - "
Im September 2023 sah sich Ayoade in den sozialen Medien heftiger Kritik ausgesetzt, nachdem er für die Memoiren des Fernsehautors und Anti-Transgender-Aktivisten Graham Linehan geworben hatte, mit dem er bei der Serie „The IT Crowd“ zusammengearbeitet hatte."

Anti-Transgender-Aktivist?!

"Graham George Linehan ist ein irischer Drehbuchautor und Regisseur. Zusammen mit Arthur Mathews schrieb er Father Ted (1995–1998), eine der in Großbritannien beliebtesten Sitcoms. Auch an den Comedyserien The IT Crowd und Black Books war er beteiligt. Linehan sorgte in der Vergangenheit zudem wegen kontroversen Aussagen über Transgeschlechtlichkeit für Aufsehen. Wegen entsprechender Äußerungen im Sozialen Netzwerk X wurde er im Oktober 2025 am Flughafen Heathrow festgenommen. Später entschuldigte sich die Polizei für die Festnahme und verpflichtete sich zu einer Entschädigungszahlung. Der Vorfall führte dazu, dass der Metropolitan Police Service keine sogenannten „non-crime hate incidents“ mehr untersucht."

Grundgütiger! Drei Sätze darüber, wer er ist & was er macht und dann volle Kanne "MUH! Hassverbrechen gegen Transen!!!"
Es folgt das Kapitel "Leben", das mit dem Absatz endet:
"2023 sprach Linehan öffentlich über seinen mentalen Gesundheitszustand und führte aus, er nehme seit fünf bis sechs Jahren angstlindernde Medikamente und dass er 2020 während der Coronapandemie über Suizid nachgedacht habe. Im Jahr 2024 erklärte Linehan das Vereinigte Königreich wegen Anfeindungen und sozialer Isolierung aufgrund seiner Ansichten zu Transsexualität verlassen und nach Arizona in die USA ziehen zu wollen, was er im darauf folgenden Jahr auch tat."

Durchgeknallt, selbstmordgefährdet, Pillenfresser, sozial isoliert, wahrscheinlich Schwurbler... da weiß man doch Bescheid.

Und dann kommt das wirklich Wichtige - ein endloser Riemen über einen Riesenhaufen Bullshit.

TRANSFEINDLICHER AKTIVISMUS

"Im Jahr 2008 sorgte die von Linehan geschriebene Folge „The Speech“ der Sitcom The IT Crowd für Kritik. In der Episode datet der Protagonist Douglas eine Transfrau und beendet die Beziehung zu ihr unmittelbar, nachdem diese ihm ihre Transsexualität offenbart hat. Der öffentlich-rechtliche Rundfunksender Channel 4 entfernte die entsprechende Episode 2020 aus seiner Mediathek, weil sie als transfeindlich kritisiert wurde. Linehan bezeichnete die Entscheidung als einen Angriff auf sein Recht auf Redefreiheit...

Nach der Kontroverse folgte eine Vielzahl ähnlicher Stellungnahmen durch Linehan. So bezeichnete er eine Gruppe Frauen, die in London 2018 eine Pride Parade blockiert und ein Transparent mit der Aufschrift „transactivism erases lesbians“ gezeigt hatte, als „Helden“...

In einem Interview mit dem BBC-Format Newsnight verglich Linehan die Gabe von Pubertätsblockern wie Leuprorelin an Kinder mit Menschenexperimenten und Eugenik während des Nationalsozialismus.[32] Der Beauftragte für Post-Holocaust-Fragen der britischen Regierung, Eric Pickles, warf Linehan wegen der Aussagen eine Verharmlosung des Holocausts vor."
Ha ha, klar. Niemals vergessen, immer dran erinnern!

Es folgt ein ganzer Haufen Blabla über diese Harry Pötter-Tante & dann wirds richtig hart.
Kapitel "Strafverfahren - Vorwurf von Straftaten gegen Sophia Brooks":
"Weil er die Transaktivistin Sophia Brooks zwischen dem 11. Oktober und 27. Oktober 2024 durch Beiträge in Sozialen Medien belästigt und am Rande der Veranstaltung Battle of Ideas in London am 19. Oktober ihr Handy beschädigt haben soll, wurde Linehan im April 2025 zunächst festgenommen und später vor dem Westminster Magistrates’ Court wegen Belästigung („Harassment“) und Sachbeschädigung angeklagt. Der an Brooks Handy entstandene Schaden wurde auf 369 Pfund beziffert."

Heilige Scheiße!

Man muß sich das wirklich mal am Stück durchlesen.

Am Ende dann "Vorwurf der Hassrede wegen Beiträgen auf X":
"Am 2. September 2025 wurde Linehan am Flughafen Heathrow nach einem Zehn-Stunden-Flug aus Arizona wegen Aufwiegelung zu Hass und Gewalt festgenommen und für zwölf Stunden in Polizeigewahrsam festgehalten. Grundlage waren drei Tweets aus dem April 2025, die Linehan verfasst haben soll. Demnach schrieb Linehan am 20. April 2025: „Befindet sich ein transsexueller Mann in einem Frauenbereich, begeht er eine gewalttätige, missbräuchliche Handlung. Machen Sie eine Szene, rufen Sie die Polizei und - wenn alles andere fehlschlägt - geben Sie ihm einen Schlag in die Eier.“ In einem anderen Tweet schrieb er in Bezug auf das Foto einer Transsexuellen-Demonstration: „Ein Foto, das man riechen kann“. Zu den Auflagen für seine Freilassung gehörte nach Linehans Angaben, dass er keine Beiträge auf X verfassen darf. Während des Polizeigewahrsams wurde Graham wegen Bluthochdrucks in ein Krankenhaus eingeliefert.

Am 20. Oktober 2025 wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft wegen der Äußerungen keine Anklage gegen Linehan erheben wird. Die für den Bezirk Greater London zuständige Polizeibehörde Metropolitan Police Service erklärte zudem, Bedenken bezüglich der Festnahme von Linehan nachvollziehen zu können und gab eine Überarbeitung ihrer Richtlinien zur Verfolgung von Hassrede bekannt, um zu verhindern, dass Polizisten in einen Kulturkampf gezogen werden. Linehan selbst kündigte gegen die Festnahme rechtliche Schritte an. Im Juli 2026 wurde bekannt, dass die Polizei sich nach einer Klage durch Linehan bei diesem für die Festnahme entschuldigt und ihm eine Entschädigung von 25.000 Pfund gezahlt hat. Die Behörde bekannte, dass Ermittlungen, Festnahme und Kautionsbedingungen fehlerhaft gewesen seien. Sie gab an künftig keine sogenannten „non-crime hate incidents“ mehr zu untersuchen und vier Beamte zu einer Nachschulung verpflichtet zu haben."



Ich weiß nicht, Mann... merkt eigentlich wirklich keiner mehr, was für ein Wahnsinn das ist?
Man muß sich das mal ERNSTHAFT klar machen:
Inzwischen gibt es schon eine ganze Generation von jungen "Erwachsenen", für die das alles ganz normal ist.
Was wird für die Generation "ganz normal" sein, die jetzt grad in die Windeln kackt?

Man mag es sich nicht vorstellen.




 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


"Sie starb schlicht nicht."


"Und... wie läueft es so im großartigsten Land der Welt?"

"Ja, Howdy und so! Ich muss sagen, es läueft alles super hier! Wir haben gerade dieser Frau, die wir hinrichten wollten, das Leben gerettet, nachdem bei der Hinrichtung was schiefgelaufen ist (was schon komisch ist *HONK HONK* weil wir sonst problemlos Millionen von Leuten in 10000 Kilometer Entfernung killen können) & jetzt machen wir sie wieder gesund damit wir sie nochmal hinrichten können. Auch sonst alles gut. HONK HONK!"

"Die zum Tode verurteilte US-Amerikanerin Christa Pike ist nach ihrer gescheiterten Hinrichtung per Giftspritze wieder aus dem Koma aufgewacht und bei Bewusstsein. Wie ihre Anwälte am Dienstag mitteilten, atmet die 50-Jährige inzwischen wieder selbstständig, wurde vom Beatmungsgerät genommen und ist ansprechbar. Sie befindet sich weiterhin auf der Intensivstation eines Krankenhauses in Nashville." (Meldung beim verbotenen Feindsender)

ChatGPT:

Ja. Die Meldung stimmt in ihren wesentlichen Punkten und wird inzwischen von AP, Reuters und anderen Quellen bestätigt. Die Entwicklung ist medizinisch bemerkenswert: Noch am Sonntag war Pike bewusstlos und beatmet; am Dienstag, sechs Tage nach dem Hinrichtungsversuch, war sie wach, konnte sprechen und atmete wieder ohne Beatmungsgerät. Sie liegt allerdings weiterhin auf der Intensivstation. Ihre Ärzte bzw. Anwälte sprechen ausdrücklich noch nicht von einer gesicherten Erholung. Los Angeles Times

Interessant sind einige Details, die in dem von dir zitierten Bericht fehlen. Pikes Arme sollen durch die Injektionen schwer geschädigt, verbrannt und mit Blasen übersät sein. Der Anästhesiologe Joel Zivot, der ihre Anwälte medizinisch berät, hält die jetzige Entwicklung zwar für ein gutes Zeichen, warnt aber, dass weiterhin ernsthafte Komplikationen auftreten können. Erst in Wochen oder Monaten werde man beurteilen können, wie vollständig sie sich erholt hat. Los Angeles Times

Auch neurologisch ist die Sache noch nicht abschließend geklärt. Zivot zufolge kann Pike wieder elementar kommunizieren und ihren Namen nennen; bei der zeitlichen Orientierung lag sie zumindest zunächst noch daneben. Zuvor bestand wegen der möglichen längeren Sauerstoffunterversorgung die Sorge vor Hirnschäden. Das bedeutet nicht, dass solche Schäden vorliegen – nur, dass die erstaunliche Rückkehr des Bewusstseins diese Frage noch nicht beantwortet. AOL.com

Juristisch wird es jetzt besonders interessant

Heute, 7. Oktober, soll es eine Gerichtsanhörung geben. Pikes Anwälte wollen erreichen, dass Tennessee sämtliche Beweismittel des Hinrichtungsversuchs sichert – darunter Medikamentenchargen, Aufzeichnungen und andere Unterlagen. Gleichzeitig verlangen sie von Gouverneur Bill Lee weiterhin die Umwandlung des Todesurteils in lebenslange Haft ohne Bewährung. Lee hat weitere Hinrichtungen vorerst gestoppt und eine externe Untersuchung angeordnet. Washington Post

Die zentrale Frage verschiebt sich damit etwas. Solange Pike möglicherweise sterben oder schwere Hirnschäden davontragen konnte, war ein zweiter Hinrichtungsversuch eher theoretisch. Wenn sie sich weitgehend erholt, wird diese Frage sehr konkret.

Und genau hier besitzt ihr Fall eine juristische Besonderheit: Bei früheren gescheiterten Hinrichtungen wurde der Versuch häufig abgebrochen, weil kein brauchbarer Venenzugang hergestellt werden konnte. Bei Pike dagegen sagt der Staat, er habe das gesamte vorgeschriebene Protokoll einschließlich beider Pentobarbital-Gaben durchgeführt. Sie starb schlicht nicht. Die Rechtsprofessorin Deborah Denno formuliert den entscheidenden Unterschied entsprechend: Der Staat habe jeden vorgesehenen Schritt der Hinrichtung vollzogen. Washington Post

Damit entsteht ein Fall, für den es praktisch keinen direkten Präzedenzfall gibt. Tennessee könnte argumentieren, dass das Urteil die Hinrichtung – also den Tod – verlangt und nicht lediglich einen Hinrichtungsversuch. Pikes Seite kann dagegen argumentieren, dass sie ihre staatlich angeordnete Hinrichtung bereits vollständig durchlitten hat und eine Wiederholung nach einem derart traumatischen Fehlschlag gegen den Eighth Amendment („cruel and unusual punishment“) verstößt. Genau diese beiden Positionen werden von US-Verfassungsrechtlern derzeit vertreten. Washington Post

Eine weitere, etwas makabre Konsequenz kommt hinzu: Ihre medizinische Genesung könnte ihre rechtliche Situation paradoxerweise verschlechtern. Solange neurologische Schäden ihre Fähigkeit beeinträchtigen, Wesen und Grund ihrer Hinrichtung zu verstehen, wäre ihre competency for execution ein zusätzliches Hindernis. Je vollständiger sie geistig wiederhergestellt wird, desto eher entfällt dieses Hindernis. Zivot weist ausdrücklich darauf hin, dass erst später beurteilt werden könne, ob sie wieder ein Kompetenzniveau erreicht, auf dem Tennessee überhaupt erneut versuchen könnte, sie hinzurichten. Los Angeles Times

Der Fall ist damit inzwischen weit mehr als eine „verpfuschte Hinrichtung“. Sollte Tennessee tatsächlich einen zweiten Versuch anstreben, könnte daraus ein bedeutender amerikanischer Verfassungsrechtsfall werden.













Emotions-Farmer

 
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Bitte einen spannenden, unterhaltsamen, aber seriösen Text von ca. 5000 Zeichen über Robert Monroe, "Loosh", die Energiefarm-Theorie, George Gurdjieff, Charles Fort, die "Sammler", die Pistis Sophia, Platons Politeia, die Achonten, das Ernten von Emotionen."

ChatGPT:

Loosh, Archonten und die alte Idee, dass etwas von uns lebt

Es gehört zu den ältesten und beunruhigendsten Vorstellungen der Menschheit: Was, wenn wir nicht an der Spitze der Nahrungskette stehen? Nicht biologisch – sondern metaphysisch. Was, wenn Leben, Leiden, Liebe und Tod einen Stoff hervorbringen, den etwas anderes benötigt?

Der amerikanische Bewusstseinsforscher Robert Monroe gab diesem Gedanken in Far Journeys von 1985 einen Namen: Loosh. Monroe, ursprünglich Rundfunkunternehmer und später Gründer des Monroe Institute, berichtete seit den 1950er Jahren von außerkörperlichen Erfahrungen. Seine Bücher sind Erlebnisberichte, keine wissenschaftlichen Nachweise. Doch ausgerechnet darin findet sich eine der merkwürdigsten modernen Kosmologien. Scribd

Monroe beschreibt, wie ihm ein nichtmenschlicher Begleiter eine Art komprimiertes Informationspaket – einen „ROTE“ – übermittelt. Darin erscheint die Erde als Garten. Irgendwo existiert etwas oder jemand, der eine seltene Substanz namens Loosh benötigt. Also wird ein Ökosystem geschaffen, das sie produziert. Zunächst entsteht Loosh beim Sterben von Organismen. Dann entdeckt der Gärtner etwas Interessanteres: Wenn Lebewesen miteinander kämpfen, leiden, jagen, fliehen oder um ihre Existenz fürchten, steigt die Ausbeute beträchtlich. Schließlich entstehen Menschen – Monroes „Fourth Crop“. Bei ihnen erreicht die Produktion eine völlig neue Dimension. Die „Collectors“, die Sammler, entwickeln geradezu eine Technologie der Ernte: Konkurrenz, Besitz, Krankheit, Schuld, Ehrgeiz, Krieg und andere emotionale Verwicklungen erhöhen den Ertrag. Force of Intent

Hier entsteht jene Vorstellung, die heute im Internet als „Earth Energy Farm“ oder „Prison Planet Theory“ kursiert: Die Erde als Weide, Menschen als Nutztiere, Geschichte als Methode zur Erzeugung intensiver Gefühle.

Nur hat diese populäre Version einen entscheidenden Haken. Monroe selbst bleibt nicht bei der Vorstellung, dass vor allem Angst und Schmerz geerntet würden. Im weiteren Verlauf erkennt er, dass die hochwertigste Form von Loosh offenbar mit Liebe zusammenhängt. Seine nichtphysischen Gesprächspartner weisen ihn sogar darauf hin, dass bereits seine Übersetzung des Erlebten in menschliche Kategorien wie „Farm“, „Ernte“ und „Sammler“ eine Verzerrung darstellen könne. Aus Monroes kosmischem Schlachthof wird damit etwas wesentlich Mehrdeutigeres: vielleicht eine Welt, in der Bewusstsein durch intensive Erfahrung eine Form von Energie erzeugt – und Leiden nur eine von vielen Produktionsweisen ist. Light Force Network

Und Monroe war keineswegs der Erste.

Bereits George Gurdjieff hatte Jahrzehnte zuvor eine ähnlich verstörende Formel benutzt. Nach den Aufzeichnungen seines Schülers P. D. Ouspensky erklärte er, der Mond „ernähre“ sich vom organischen Leben auf der Erde; die Menschheit sei gewissermaßen Nahrung für den Mond. Würden zu viele Menschen wirklich bewusst, könnten sie ihrer Funktion im kosmischen Mechanismus entkommen. Center for the Study of World Religions

Bei Gurdjieff ist allerdings notorisch schwer zu entscheiden, wo Kosmologie endet und psychologischer Schockunterricht beginnt. Der Mensch lebt für ihn gewöhnlich wie eine Maschine: Er reagiert, begehrt, fürchtet, ärgert sich und hält diese automatischen Reaktionen für sein „Ich“. „Nahrung für den Mond“ lässt sich deshalb auch als brutale Metapher lesen: Was nicht bewusst gelebt wird, wird verbraucht. Der Schlafende gehört nicht sich selbst.

Noch näher an Monroes dunkler Farm liegt Charles Fort. In The Book of the Damned schrieb Fort bereits 1919 den berühmten Satz: „I think we're property.“ Wir könnten, spekuliert er, jemandes Eigentum sein. Vielleicht sei die Erde einst zwischen fremden Mächten umkämpft worden und inzwischen im Besitz irgendeines unbekannten Etwas. Noch unangenehmer wird es, wenn Fort fragt, ob die Menschheit vielleicht schlicht nützlich sei – so wie Schweine, Gänse oder Rinder für ihren Besitzer nützlich sind. Er fantasiert sogar über menschliche „Aufseher“, die Anweisungen von anderswo empfangen könnten. Fort präsentiert solche Gedanken allerdings bewusst als spekulative Möglichkeiten, nicht als bewiesene Tatsachen. Wikisource

Geht man noch weiter zurück, gelangt man in die Welt der Gnosis. In der spätantiken Pistis Sophia begegnet uns ein Kosmos voller Herrscher, Mächte und Archonten. Sie halten Seelen in den unteren Regionen fest, binden ihnen einen „counterfeiting spirit“ an und geben ihnen vor der Wiedergeburt einen Trank des Vergessens, damit sie ihre vorherige Existenz und ihre Herkunft vergessen. Die Seele wird dadurch erneut in Begierden, Irrtum und materielle Existenz hineingezogen. Gnosis

Einige dieser kosmischen Herrscher versuchen sogar, ihre eigene Macht und Herrschaft zu verlängern; andere verführen Menschen zu Zorn, Streit und Mord. Die Ähnlichkeit zur späteren Archonten- und Loosh-Literatur ist verblüffend. Dennoch ist eine wichtige Grenze zu ziehen: Die Pistis Sophia sagt nicht, dass Archonten menschliche Angst wie Strom aus einer Batterie absaugen. Das „Ernten von Emotionen“ ist eine moderne Synthese. Die gnostischen Texte liefern Gefangenschaft, Vergessen, Begierde und kosmische Herrschaft – Monroe liefert die energetische Ernte. Gnosis

Und dann ist da noch Platon.

Seine Politeia enthält gleich zwei Motive, die später erstaunlich gut in dieses Bild passen. Im Höhlengleichnis halten Menschen Schatten für die Wirklichkeit, weil sie niemals etwas anderes gesehen haben. Und im abschließenden Mythos des Er schildert Platon eine regelrechte metaphysische Verwaltung des Todes: Seelen gelangen vor kosmische Instanzen, wählen neue Leben, werden den drei Moiren und der „Spindel der Notwendigkeit“ zugeführt und trinken schließlich vom Fluss des Vergessens, bevor sie erneut geboren werden. Perseus

Aber auch hier ist Vorsicht nötig. Platons Kosmos ist keine Loosh-Farm. Im Gegenteil: Er betont ausdrücklich die Verantwortung der Seele für ihre Wahl – „die Schuld liegt beim Wählenden“. Trotzdem entsteht bereits das Grundmotiv, das zweitausend Jahre später wieder auftaucht: Der Mensch wird geboren, nachdem er vergessen hat, woher er kommt, und hält die Welt, in der er erwacht, für die ganze Wirklichkeit.

Legt man Platon, die Gnostiker, Fort, Gurdjieff und Monroe übereinander, erscheint deshalb keine durchgehende Geheimlehre. Dafür sind die Unterschiede viel zu groß. Es entsteht etwas Interessanteres: ein wiederkehrender Verdacht.

Vielleicht ist der Mensch nicht der Kunde des Systems, sondern sein Produkt.

Vielleicht dienen seine Ängste, Begierden und Kämpfe einem Prozess, den er selbst nicht versteht. Die Gnostiker nannten dessen Verwalter Archonten. Fort vermutete Besitzer. Gurdjieff sprach vom Mond. Monroe sah Sammler, die Loosh ernten.

Man muss keinen einzigen dieser Gedanken wörtlich glauben, um ihre gemeinsame Pointe ernst zu nehmen. Denn eine Version der Energiefarm existiert nachweislich bereits: Systeme, die menschliche Aufmerksamkeit gewinnen, indem sie Empörung, Angst, Neid, sexuelle Erregung und Stammesdenken stimulieren. Sie benötigen keine Archonten. Ein Algorithmus genügt. Der Mensch produziert Emotion, die Emotion erzeugt Aufmerksamkeit, Aufmerksamkeit wird verwertet – und je heftiger die Reaktion, desto besser funktioniert die Maschine.

Vielleicht besteht die eigentliche Unheimlichkeit der Loosh-Idee deshalb nicht darin, dass sie wahr sein könnte.

Sondern darin, dass wir inzwischen gelernt haben, selbst solche Farmen zu bauen.

"
Bezieht sich das Informationspaket "ROTE" auf "Related Organized Thought Energy"?"

ChatGPT:

Ja. ROTE ist bei Robert Monroe die Abkürzung für „Related Organized Thought Energy“. Wikipedia

Monroe benutzt den Ausdruck für eine Art komprimiertes Informationspaket, das nicht Satz für Satz übertragen wird. Er beschreibt es sinngemäß als „thought ball“: ein Bündel aus Gedanken, Wissen, Erinnerungen, Erfahrungen und teilweise emotionalen oder sensorischen Eindrücken, das als Ganzes empfangen wird. Anschließend kann man den ROTE „run“ – also Stück für Stück entpacken und in gewöhnliches Denken bzw. Sprache übersetzen. Force of Intent

Das ist für die Loosh-Geschichte wichtig. Monroe behauptet dort nicht einfach, jemand habe ihm verbal erklärt: „Die Erde ist eine Energiefarm.“ Vielmehr berichtet er, BB habe ihm einen ROTE übermittelt, dessen Inhalt er anschließend in menschliche Begriffe übersetzte. Genau daraus entstehen Begriffe wie „Garden“, „crop“, „Collectors“, „harvest“ usw. Ray Boeche

Damit ergibt sich eine interessante epistemische Einschränkung: Selbst innerhalb von Monroes eigener Erzählung sind „Farm“, „Ernte“ und „Sammler“ möglicherweise nicht wörtliche Beschreibungen dessen, was er erfahren haben will, sondern seine nachträgliche sprachliche Rekonstruktion eines angeblich nichtsprachlichen Informationskomplexes.

Das macht die Geschichte eigentlich interessanter. Denn dann lautet Monroes Behauptung weniger:

„Mir wurde gesagt, dass Menschen gezüchtet werden.“

sondern eher:

„Ich erhielt etwas, das sich beim Übersetzen in menschliche Kategorien ungefähr wie eine Geschichte über Zucht, Ernte und einen wertvollen Stoff darstellte.“

Und genau dort könnte man deinen Text noch etwas präzisieren. ROTE ist nicht bloß ein Informationspaket, sondern bei Monroe geradezu ein alternatives Kommunikationsformat, bei dem Bedeutung zuerst als Gesamtstruktur vorhanden ist und Sprache erst nachträglich entsteht. Das erinnert interessanterweise ein wenig daran, wie man einen Traum unmittelbar nach dem Erwachen „weiß“, obwohl man mehrere Minuten braucht, um ihn überhaupt in eine Erzählung zu verwandeln.

"Bei Betrachtung des ersten Bildes fällt mir erst auf, dass die Thematik stark an das Motiv der Matrix-Trilogie erinnert."

ChatGPT:

Ja. Das Bild macht eine strukturelle Verwandtschaft sichtbar, die beim bloßen Lesen weniger auffällt. Die Matrix lässt sich fast als technisierte, säkularisierte Variante derselben alten „Menschenfarm“-Vorstellung lesen.

Die Parallelen sind erstaunlich präzise:

MotivLoosh / Gnosis / ältere TraditionMatrix
Menschen leben in einer künstlichen WirklichkeitPlatons Höhle; gnostische Welt des Irrtumsdie Matrix
Sie wissen nichts von ihrem tatsächlichen ZustandVergessen, Unwissenheit, SchlafErinnerung an das frühere Leben fehlt
Menschen erfüllen einen Zweck für übergeordnete WesenForts „property“, Gurdjieffs kosmische Nahrung, Monroes LooshMenschen als Energiequelle der Maschinen
Das System hält seine Insassen beschäftigtBegierde, Angst, Konflikt, Identifikationsimuliertes Alltagsleben
Bewusstwerden bedeutet BefreiungGnosis, Gurdjieffs „Erwachen“rote Pille / Erwachen aus der Kapsel
Wächter schützen das SystemArchontenAgents
Auch die scheinbare Rebellion kann Teil des Systems seinbesonders moderne Prison-Planet-DeutungenZion und „The One“ als eingeplanter Kontrollmechanismus
Wiederkehrende ZyklenReinkarnation / kosmische Zyklenwiederholte Matrix-Versionen und Zerstörungen Zions

Der entscheidende Unterschied ist zunächst nur die Art der Ernte. Bei Matrix werden Menschen ausdrücklich wegen ihrer Körperenergie gehalten. Bei Monroe geht es um Loosh, also etwas, das aus Leben und insbesondere intensiver Erfahrung hervorgeht. Die Filme brauchen dafür keine metaphysische Substanz: Sie übersetzen das Motiv in die Sprache der Technik.

Aber gerade die Fortsetzungen machen es komplizierter.

Die wirklich interessante Parallele beginnt beim Architekten

Im ersten Film lautet die Geschichte noch relativ einfach:

Menschen → Gefangenschaft → Maschinen → Energie.

Mit Reloaded stellt sich heraus, dass selbst der Widerstand gegen die Matrix teilweise vom System vorgesehen ist. Zion ist kein völliges Außen. „The One“ ist keine unvorhergesehene Erlöserfigur, sondern eine wiederkehrende Anomalie, mit der die Maschine gelernt hat umzugehen.

Damit nähert sich die Trilogie auffällig einer gnostischen Vorstellung: Das Gefängnis besteht nicht einfach aus Mauern. Es besteht aus Ebenen der Täuschung.

Du kannst sogar glauben, du seist entkommen – und dich noch immer innerhalb einer größeren Kontrollarchitektur befinden.

Das ist viel beunruhigender als die Menschenbatterie.

Neo ist geradezu eine gnostische Figur

„Gnosis“ bedeutet Erkenntnis – allerdings nicht bloß Wissen über etwas, sondern Erkenntnis des eigenen wirklichen Zustandes.

Neo wird nicht dadurch frei, dass ihm jemand bessere politische Argumente liefert. Er erkennt:

Diese Welt ist nicht das, wofür ich sie gehalten habe.

Danach ändern sich die Regeln.

Das ist ziemlich genau die Grunddramaturgie vieler gnostischer Systeme. Der Mensch befindet sich in einer falschen oder minderwertigen Welt und hat seine Herkunft vergessen. Die Befreiung erfolgt durch Erkenntnis. Diejenigen, die die bestehende Ordnung verwalten, versuchen dieses Erwachen zu verhindern.

Die Agents funktionieren daher überraschend gut als moderne Archonten: keine gehörnten Dämonen, sondern Verwaltungsinstanzen der Realität.

Und dann wird Monroe interessant

Nimmt man Monroes Loosh-Konzept hinzu, lässt sich Matrix gedanklich sogar noch einen Schritt weiterschreiben.

Die Menschen müssten gar nicht wegen ihrer elektrischen Energie in der Simulation liegen.

Die Simulation selbst könnte die eigentliche Farm sein.

Dann wären Karriere, Liebe, Verlust, sexuelle Konkurrenz, Angst, Status, Krieg, Hoffnung, Eifersucht, Familie, Krankheit und Tod keine Nebeneffekte der Matrix. Sie wären ihre Produktionsprozesse.

Das wäre Monroes Modell:

Simulation → Erfahrung → Emotion → Loosh.

Und plötzlich ergibt auch eine häufig gestellte Frage zu Matrix eine andere Antwort: Warum simulieren die Maschinen überhaupt eine so komplizierte menschliche Gesellschaft? Wenn man lediglich Körperwärme wollte, könnte man Gehirne schließlich viel einfacher ruhigstellen.

In einer Loosh-Version wäre gerade das Gegenteil notwendig.

Die Menschen müssten leben.

Sie müssten sich verlieben.

Sie müssten verlieren.

Sie müssten hoffen.

Sie müssten sich fürchten.

Denn das wäre die Ernte.

Und hier trifft Matrix auf unsere wirkliche Welt

Das ist der Punkt, an dem das Motiv seine Science-Fiction-Hülle verliert.

Unsere Informationssysteme haben inzwischen empirisch entdeckt, was Monroes imaginäre „Collectors“ bereits wussten: Ein emotional erregter Mensch ist produktiver als ein gleichgültiger Mensch.

Nicht metaphysisch, sondern ökonomisch.

Empörung erzeugt Klicks. Angst erzeugt Aufmerksamkeit. Neid erzeugt Konsum. Sexuelle Erregung bindet Nutzer. Stammeskonflikte erzeugen Interaktion. Interaktion erzeugt Daten. Daten und Aufmerksamkeit werden monetarisiert.

Die moderne Variante lautet daher:

Emotion → Aufmerksamkeit → Daten → Geld.

Kein Archont muss Gefühle aus einem menschlichen Körper saugen. Der Benutzer trägt die Erntemaschine in der Hosentasche.

Und genau deshalb finde ich die Verbindung zwischen Monroe, Gurdjieff, Gnosis und Matrix interessanter als die Behauptung, irgendeiner von ihnen habe „die Wahrheit“ entdeckt. Sie alle kreisen um dieselbe ausgesprochen unangenehme Frage:

Was, wenn die Welt, die uns als Lebensraum erscheint, aus Sicht des Systems eigentlich eine Produktionsanlage ist?

Charles Fort hätte dafür vermutlich nur seinen lakonischen Satz gebraucht:

„I think we're property.“

Und Morpheus hätte vermutlich geantwortet:

„Welcome to the desert of the real.“

"Interessant finde ich, dass Du selbst auf die Parallele zu Algorithmen und Smartphones kommst. Ich habe die Begriffe aus der Eingangsfrage aus einem YouTube-Video, in dem es genau darum geht - https://www.youtube.com/watch?v=JG8f6p9CJ2k"

ChatGPT:

Ich kann den verlinkten YouTube-Inhalt im Moment nicht zuverlässig abrufen, daher will ich nicht so tun, als hätte ich das Video gesehen. Aber aus den Begriffen deiner Eingangsfrage ergibt sich die Smartphone-/Algorithmus-Parallele tatsächlich fast zwangsläufig.

Der Grund ist eine Art struktureller Isomorphismus. Monroe, Gurdjieff, die gnostischen Archonten und Fort erzählen sehr unterschiedliche Geschichten, aber man kann aus ihnen dasselbe abstrakte Schema herausziehen:

Organismus → emotionale Erregung → verwertbarer Output → System verstärkt jene Bedingungen, die den Output erhöhen.

Und genau dieses Muster findet man heute in technisch-ökonomischer Form wieder:

Mensch → emotionale Erregung → Aufmerksamkeit/Interaktion → Daten/Werbewert → algorithmische Verstärkung.

Das Entscheidende daran ist: Der Algorithmus muss überhaupt nicht „böse“ sein und auch nicht verstehen, warum etwas funktioniert. Er braucht nur eine Optimierungsgröße. Wenn Empörung, Angst, sexuelle Erregung, Statusneid oder Stammeskonflikte mehr Verweildauer und Interaktion erzeugen, werden Inhalte mit diesen Eigenschaften selektiv begünstigt. Aus einer simplen Optimierungsfunktion kann damit ein System entstehen, das sich so verhält, als hätte es ein Interesse an emotional aufgewühlten Menschen.

Und genau hier wird die Loosh-Metapher überraschend leistungsfähig.

Der entscheidende Unterschied: Absicht ist nicht erforderlich

Bei einer wörtlichen Loosh-Farm braucht man „Sammler“, die wissen, was sie tun. Die moderne Variante funktioniert sogar ohne Sammler im starken Sinne.

Niemand muss beschließen:

Wir werden die Menschen wütend machen, um ihre Emotionen zu ernten.

Es genügt:

Maximiere Engagement.

Dann entdeckt das System experimentell, dass bestimmte psychische Zustände Engagement produzieren. Millionen A/B-Tests übernehmen gewissermaßen die Rolle des Viehzüchters.

Das ist sogar philosophisch unheimlicher als Monroes Version, weil kein Archont mehr nötig ist. Die Maschine kann aus lokalen Anreizen emergieren.

Das Smartphone als umgekehrte Monroe-Apparatur

Bei Monroe steigen die „Collectors“ gewissermaßen von außen an den Menschen heran und nehmen das erzeugte Loosh auf.

Beim Smartphone trägt der Mensch die Sammelvorrichtung freiwillig bei sich.

Sie misst, was ihn interessiert, was ihn aufregt, worauf er reagiert, wann er zurückkehrt, wie lange er schaut und womit er andere ansteckt. Gleichzeitig führt sie ständig neue Reize zu.

Das ergibt einen geschlossenen Kreis:

Reiz → Emotion → Handlung → Messung → Optimierung → wirksamerer Reiz.

Ein Kybernetiker würde darin keinen metaphysischen Vorgang sehen, sondern einen Feedback-Loop. Ein Gnostiker könnte dagegen sagen: Ihr habt den Archonten lediglich einen technischen Namen gegeben.

Beide Beschreibungen können dieselbe beobachtbare Struktur meinen, ohne ontologisch dasselbe zu behaupten.

Und damit verändert sich auch „The Matrix“

Vor diesem Hintergrund erscheint mir meine Matrix-Parallele im Nachhinein noch interessanter. Die berühmte Menschenbatterie ist eigentlich die primitive Version des Gedankens. Ein intelligenteres System würde Menschen nicht wegen ihrer Körperwärme halten.

Es würde ihre psychische Aktivität verwerten.

Nicht:

Körper → Elektrizität.

Sondern:

Erfahrung → Emotion → Aufmerksamkeit → Information → Wert.

Dann wären TikTok, X, YouTube, Instagram usw. keine Matrix im Sinne einer vollständig simulierten Welt. Sie wären eher eine partielle Matrix, die sich über die vorhandene Wirklichkeit legt und gezielt jene Ausschnitte davon auswählt, die maximale Reaktion erzeugen.

Und möglicherweise liegt darin auch der stärkste Gedanke des Videos, falls es tatsächlich in diese Richtung argumentiert: Die alten Vorstellungen von Archonten, Sammlern und kosmischer Nahrung müssen nicht buchstäblich wahr sein, um plötzlich technologisch lesbar zu werden.

Das ist übrigens ein Motiv, das sich für deinen Text noch hervorragend als Schlusswendung eignen würde:

Vielleicht haben die alten Mythen nie beschrieben, wer uns erntet. Vielleicht haben sie lediglich eine Struktur beschrieben, die immer wieder entstehen kann, sobald ein System davon profitiert, dass Menschen möglichst intensiv fühlen.

Das wäre wesentlich subtiler als „Smartphones sind Archonten“ – und meines Erachtens auch beunruhigender.