Dienstag, 23. Juni 2026

Warte nur! Balde...




Über allen Gipfeln
Ist Ruh,
In allen Wipfeln
Spürest du
Kaum einen Hauch;
Die Vögelein schweigen im Walde.
Warte nur! Balde
Schweigest du auch.


Ich wache auf und es blubbert schon wieder, der immer gleiche Kack,
Jeder hat ’ne Meinung, jeder quatscht sich ins Grab mit dem Fuck.
Social-Media-Mäuler, Talkshow-Clowns, Küchentisch-Propheten,
Reden, reden, reden – als gäb’s nix anderes auf dem Planeten.
Sie labern über das Wetter, über Politik, über ihren Scheiß,
Jeder will gehört werden, jeder pisst in den gleichen Kreis.
Mund auf, Müll raus, ohne Punkt und ohne Komma,
Ich spür schon, wie mein Gehirn implodiert, verdammt nochma.
Die Vögel sind still – warum könnt ihr Wixer das nicht auch?
Einfach mal die Fresse halten, nur für ’ne Stunde, für ’nen Hauch.


Das Geschrei wird lauter, das Geschnatter unerträglich,
Ich zähl die Tage bis endlich der Gevatter sie erledigt…

BALD SCHWEIGEST DU AUCH!
Maul halten, für immer, kein einziges Wort mehr!
BALD SCHWEIGEST DU AUCH!
All das Gelaber erstickt im Angesicht des Endes!
SCHWEIG! SCHWEIG!
Lass die Stille kommen, lass sie fressen, lass sie brennen!
BALD SCHWEIGEST DU AUCH!
Und dann ist endlich Ruh in den Wipfeln, du verdammter Penner!

Sie quatschen in der Bahn, sie quatschen am Arbeitsplatz,
Quatschen in den Kopfhörern, quatschen bis der Schädel platzt.
Influencer, Politiker, Nachbarn, Ex-Freunde, die ganze Bagage,
Öffnen das Maul und kotzen ihre leeren Phrasen in die Lage.
Ich will keine Debatten, keine Meinungen, keine Stories mehr,
Nur das schöne, tiefe, schwarze Nichts – für immer leer.
Die Vögelein schweigen schon lange, über den Wipfeln herrscht die Ruh',
Wann endlich haltet ihr alle die Fresse und verpisst euch ins Grab, nur zu!
Ich bin halb tot vor Langeweile, schon halb bereit zum Amoklauf,
Ein Streichholz in der Hand – und die verkackte Talkshow geht in Flammen auf.


Der Lärm dröhnt in meinem Schädel, aber die Geier ziehen Kreise,
Warte nur… balde… dann seid ihr alle leise…


BALD SCHWEIGEST DU AUCH!
Maul halten, für immer, kein einziges Wort mehr!
BALD SCHWEIGEST DU AUCH!
All das Gelaber erstickt im Angesicht des Endes!
SCHWEIG! SCHWEIG!
Lass die Stille kommen, lass sie fressen, lass sie brennen!
BALD SCHWEIGEST DU AUCH!
Und dann ist endlich Schluss mit der Welt wie wir sie kennen!


Kein Wort mehr…
Kein einziges verdammtes Wort mehr…
Warte nur…
SCHWEIGT ENDLICH ALLE!!!

BALD SCHWEIGEST DU AUCH!
Das Geschwätz verstummt, das große Sterben der Humanoiden!
BALD SCHWEIGEST DU AUCH!
Kein Geplapper, kein Geheul, nur Asche und Frieden!
SCHWEIG! SCHWEIG! SCHWEIG!
Über allen Gipfeln, in allen Wipfeln – kein Wort mehr das sich zeigt!
BALD SCHWEIGEST DU AUCH!
Und die Welt atmet auf… wenn ihr endlich alle schweigt.

Warte nur…
Balde…
Schweigest du auch.

 





Montag, 15. Juni 2026

Verlust des Fleisches/Aufmerksamkeitsökonomie


Muskeln im Alter: Warum dein Körper eine Hormonfabrik ist – und du sie nicht vergammeln lassen solltest

Was Sarkopenie, Myokine und ein simples Gramm Eiweiß mit deiner Lebensqualität zu tun haben


Hier ist eine unbequeme Wahrheit: Wer denkt, Muskeln seien nur etwas für Fitness-Studios und Eitelkeit, der irrt sich gewaltig. Und wer glaubt, mit 60 oder 70 einfach die Hände in den Schoß legen zu dürfen, auch. Denn Muskeln sind nicht Dekoration – sie sind Lebensinfrastruktur.


Die stille Volkskrankheit, von der kaum jemand spricht

Sie hat einen sperrigen Namen, aber verheerende Folgen: Sarkopenie – übersetzt „Verlust des Fleisches" – ist eine medizinisch anerkannte Erkrankung, die in Deutschland ab dem 40. bis 45. Lebensjahr beginnt und einen erschreckend großen Teil der alternden Bevölkerung betrifft. Der Körper baut schleichend Muskelmasse ab. Nicht dramatisch. Nicht plötzlich. Einfach still und leise – sofern man nichts dagegen tut.

Sarkopenie ist keine genetische Lotterie, sondern eine Zivilisationskrankheit. Ähnlich wie Diabetes Typ 2 oder viele Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist sie zu einem erheblichen Teil selbst gemacht: zu wenig Bewegung, zu wenig Kraftbelastung, zu wenig Bewusstsein. Dass sie inzwischen als offizielle Diagnose auf dem Krankenschein landet, ist wichtig – denn erst wenn Menschen einen Begriff für etwas haben, beginnen sie, es ernst zu nehmen.


Muskeln = Bewegung. Klingt simpel. Ist es auch.

Der erste und wichtigste Grund für Muskelaufbau ist schlicht: du willst dich bewegen können. Zur Toilette gehen, wandern, Sport treiben, Treppen steigen – all das ist ohne funktionierende Muskulatur nicht möglich. Je leistungsfähiger die Muskeln, desto besser die Bewegungsqualität. Das gilt mit 40, mit 60 und mit 80.


Myokine: Wenn Muskeln zur Apotheke werden

Jetzt wird es spannend. Denn Muskeln können weit mehr als heben und strecken – sie produzieren Hormone. Sogenannte Myokine sind Botenstoffe, die ausschließlich in der Muskulatur gebildet werden, aber sobald sie dort entstehen, wirken sie im ganzen Körper.

Erst seit etwa 15 Jahren bekannt – entdeckt von der schwedischen Forscherin Prof. Bente Klarlund Pedersen – wurden anfangs rund zehn dieser Muskelhormone identifiziert. Heute weiß man: über 10.000 verschiedene Myokine regulieren Prozesse wie Entzündungshemmung, Gewebeheilung und Immunabwehr. Die Muskeln sind, buchstäblich, eine riesige Hormonfabrik.

Der Haken: Diese Fabrik muss laufen. Heißt: Muskeln müssen vorhanden sein und bewegt werden. Wer rastet, der rostet – und dem fehlen nicht nur Kraft, sondern Tausende biochemische Signalmoleküle, die der Körper dringend braucht.


Der unterschätzte Faktor: Muskeln und Stoffwechsel

Das Herz pumpt – aber es schafft es physikalisch schlicht nicht, den Druck bis in die feinsten Haargefäße des Körpers zu bringen. Das kapillare Netz des Menschen würde, ausgerollt, bis zum Mond und zurück reichen. Für den Stoffwechsel in diesem filigranen System braucht der Körper einen zweiten Motor: die Skelettmuskulatur.

Muskelbewegung erzeugt Druck, treibt venöses Blut zurück zum Herz, aktiviert Venenklappen und hält den Gewebestoffwechsel am Laufen. Use it or lose it – das gilt hier besonders. Wer sich nicht bewegt, dessen Gewebe „verkümmert" metabolisch. Das erklärt auch, warum dauerhaftes Liegenbleiben – selbst nach einem Herzinfarkt, selbst nach Operationen – längst als medizinisch kontraproduktiv gilt. Die Medizin hat sich hier in den letzten Jahrzehnten grundlegend gewandelt: Früher sechs Wochen Bettruhe nach Infarkt, heute so schnell wie möglich wieder in Bewegung.


Stürze: Der unterschätzte Beschleuniger des Alterns

Es klingt banal, ist aber eines der drängendsten Gesundheitsprobleme im Alter: der Sturz. Wer hinfällt, sich etwas bricht, wochenlang schont – der verliert Muskelmasse, verliert Koordination, verliert Selbstvertrauen. Ein einziger Sturz kann einen Dominoeffekt auslösen, der die Lebensqualität dauerhaft beeinträchtigt.

Muskuläre Stärke und Gleichgewichtstraining sind die effektivste Sturzprävention, die es gibt. Kein Medikament, keine Gehhilfe ersetzt das. Wer regelmäßig Kraft trainiert, fängt sich schneller ab – oder fällt gar nicht erst.


Bewegung bei Verletzungen: Weniger schonen, mehr heilen

Das klingt kontraintuitiv, ist aber wissenschaftlich gut belegt: Wer nach einer Verletzung – ob Bänderriss, Muskelfaserriss oder Knochenbruch – schnell wieder in moderate Bewegung geht, heilt deutlich schneller als jemand, der stilllegt und schont.

Der Grund liegt im Stoffwechsel: Durchblutung bringt Nährstoffe und Immunzellen ins Gewebe, transportiert Entzündungsprodukte ab. Stille bedeutet metabolischen Stillstand. Eine praktische Faustregel: Schmerz als Kompass nutzen. Bewegung so weit, wie sie schmerzfrei möglich ist – und nicht weiter. Der Körper sendet präzise Signale. Man muss nur auf sie hören.


Die Eiweißfrage: Wie viel ist genug?

Muskeln brauchen Baumaterial. Und das heißt vor allem: Protein. Die aktuelle Empfehlung für Menschen ab 65 Jahren liegt bei mindestens 1,2 g Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag – also bei 70 kg rund 84 g täglich.

In der Praxis sieht das ernüchternd aus: Viele ältere Menschen konsumieren teils nur 25–30 g täglich – weniger als ein halbes Gramm pro Kilogramm. Das reicht bei weitem nicht aus, um Muskelmasse zu erhalten, geschweige denn aufzubauen. Wer seinen tatsächlichen Proteinkonsum kaum einschätzen kann, dem helfen heute unkomplizierte Ernährungs-Apps, die per Foto-Scan die Makronährstoffe einer Mahlzeit schätzen. Nicht wissenschaftlich präzise, aber ein guter erster Überblick.

Zu viel Eiweiß ist übrigens auch nicht optimal – der Körper braucht Balance, keine Extreme.


Fazit: Muskeln sind kein Luxus – sie sind Lebensgrundlage

Ob 50, 65 oder 80: Der menschliche Körper ist biologisch in der Lage, Muskelmasse aufzubauen und zu erhalten. Was dafür nötig ist, ist weder spektakulär noch teuer: regelmäßige Bewegung mit Kraftanteilen, ausreichend Protein, und die Bereitschaft, alte Gewohnheiten zu hinterfragen.

Muskeln produzieren Hormone. Muskeln treiben den Stoffwechsel an. Muskeln schützen vor Stürzen. Muskeln beschleunigen Heilungsprozesse. Und Muskeln ermöglichen das, wofür das Leben eigentlich da ist: Bewegen, Erleben, Dabeisein.

Das sollte eigentlich Allgemeinwissen sein. Noch ist es das nicht. Aber das lässt sich ändern.


Quellen & Hintergrund: Myokinforschung nach Prof. Bente Klarlund Pedersen (Universität Kopenhagen); Sarkopenie-Klassifikation nach EWGSOP2 (European Working Group on Sarcopenia in Older People); Ernährungsempfehlungen nach ESPEN-Leitlinien.

Diesen Text habe ich mir von Claude (Sonnet 4.6) schreiben lassen, auf Grundlage des Transkriptes dieses Videos - NIEMAND sagt dir DAS über Muskelaufbau ab 50+.

Vorher habe ich mir von Qwen eine Zusammenfassung erstellen lassen:
"Hier ist eine effiziente, auf die Fakten reduzierte Zusammenfassung des Transkripts, strukturiert nach den physiologischen Kernaussagen:

Zusammenfassung Das Transkript thematisiert die zwingende Notwendigkeit des Muskelerhalts und -aufbaus im höheren Alter. Es widerlegt den Mythos des biologisch programmierten Abbaus und führt diesen stattdessen auf mangelnde Nutzung (Sarkopenie) zurück. Muskeln werden nicht nur als mechanische Werkzeuge, sondern als zentrale endokrine und metabolische Organe dargestellt, deren Training die Gesundheit, Regeneration und Sturzprävention maßgeblich bestimmt.
Die Kernaussagen im Detail:
  • Sarkopenie als Zivilisationskrankheit: Der altersbedingte Muskelabbau (Sarkopenie) ist keine unabwendbare Naturgewalt, sondern eine diagnostizierbare Krankheit, die primär durch Bewegungsmangel ab ca. dem 40. Lebensjahr entsteht.
  • Muskeln als endokrines Organ (Myokine): Bei Muskelkontraktion werden über 10.000 bekannte Botenstoffe (Myokine) ausgeschüttet. Diese wirken systemisch entzündungshemmend und geweberegenerierend. Prämisse: Die Muskulatur muss vorhanden sein und durch Bewegung aktiviert werden.
  • Metabolische und zirkulatorische Pumpfunktion: Das Herz allein besitzt nicht die Kraft, das Blut durch die kleinsten Kapillaren zu drücken. Die Muskelpumpe ist zwingend erforderlich, um den Stoffwechsel in der Peripherie und im Gewebe aufrechtzuerhalten (Use it or lose it).
  • Beschleunigte Regeneration durch Belastung: Bei Verletzungen (z. B. Bänderriss) verkürzt sich die Heilungsdauer durch dosierte, schmerzadaptierte Bewegung um den Faktor 3 bis 4 im Vergleich zu strikter Ruhigstellung. Schmerz dient hierbei als biomechanischer Schutzmechanismus und Leitfaden.
  • Sturzprophylaxe: Muskuläre Kraft und das daraus resultierende Gleichgewicht sind der primäre Schutz vor Stürzen. Ein Sturz im Alter initiiert oft einen fatalen, sich selbst beschleunigenden Abwärtsspirale aus Immobilität und weiterem Abbau.
  • Proteinthreshold im Alter: Für Personen über 65 Jahre liegt die Mindestanforderung bei 1,2 g Protein pro Kilogramm Körpergewicht. Viele ältere Menschen konsumieren weit weniger (oft < 0,5 g/kg), was den Muskelaufbau physiologisch unmöglich macht.
Anmerkung: Die im Transkript propagierten Prinzipien (regelmäßige Aktivierung, Vermeidung von Muskelversagen, Fokus auf Mobilität und Stoffwechsel) decken sich präzise mit Ihrem eigenen, rational strukturierten Trainingsansatz."


Das ist nun, finde ich, auch eine gute Möglichkeit, diese "KI" zu nutzen - wenn mich ein Video zu einem bestimmten Thema interessiert, kopiere ich mir das Video-Transkript und lasse mir ein Kurzfassung erstellen.
Wenn mich das dann immer noch interessiert, lasse ich es mir in einen Text übertragen, der nach meinem Geschmack geschrieben ist.
 

"Stichwort 'Aufmerksamkeitsökonomie'"

Aufmerksamkeitsökonomie bezeichnet die Idee, dass in einer Welt des Informationsüberflusses nicht Information die knappe Ressource ist, sondern menschliche Aufmerksamkeit.

Der Begriff geht unter anderem auf den Wirtschaftswissenschaftler Herbert A. Simon zurück. Bereits in den 1970er Jahren bemerkte er sinngemäß: Ein Überfluss an Informationen erzeugt einen Mangel an Aufmerksamkeit.

Das Grundprinzip

Früher konkurrierten Unternehmen um Rohstoffe, Arbeitskraft oder Kapital.

Heute konkurrieren sie zunehmend um:

  • Sekunden deiner Lebenszeit

  • Klicks

  • Emotionen

  • mentale Bandbreite

Die eigentliche Ware vieler digitaler Plattformen bist nicht du als Kunde, sondern deine Aufmerksamkeit als handelbares Gut.

Warum Aufmerksamkeit so wertvoll ist

Der Mensch besitzt nur eine begrenzte kognitive Kapazität.

Jeder Tag enthält:

  • 24 Stunden

  • eine endliche Zahl bewusster Gedanken

  • eine begrenzte Fähigkeit zur Konzentration

Wenn Millionen Inhalte gleichzeitig um diese Ressource kämpfen, entsteht ein Markt.

Deshalb optimieren Plattformen ihre Produkte nicht primär darauf, dich zufriedenzustellen, sondern darauf, dich möglichst lange zu binden.

Die Logik des Systems

Aufmerksamkeitsökonomie belohnt oft nicht:

  • Wahrheit

  • Weisheit

  • Qualität

sondern:

  • Neuigkeit

  • Empörung

  • Angst

  • sexuelle Reize

  • Stammesdenken

  • Skandale

Ein nüchterner Artikel über Bodenqualität konkurriert gegen einen Artikel mit der Überschrift:

"Sie werden nicht glauben, was dann geschah!"

Aus Sicht der Aufmerksamkeitsökonomie gewinnt häufig Letzterer.

Eine zweite Ebene

Ein interessanter Nebeneffekt:

Was Aufmerksamkeit anzieht, verändert langfristig die Kultur.

Wenn Algorithmen bevorzugt Inhalte verbreiten, die starke emotionale Reaktionen hervorrufen, dann beginnen Produzenten diese Reaktionen gezielt herzustellen.

Dadurch verschiebt sich die öffentliche Kommunikation:

  • weniger Nachdenken

  • mehr Reaktion

  • weniger Tiefe

  • mehr Reizintensität

Man könnte sagen:

Die Aufmerksamkeitsökonomie verwandelt einen Teil der Gesellschaft in ein System zur industriellen Erzeugung von Ablenkung.

Philosophische Perspektive

Für jemanden wie Schopenhauer wäre Aufmerksamkeit vermutlich die eigentliche Lebenswährung gewesen.

Geld kann verloren und wiedergewonnen werden.

Zeit vergeht.

Aufmerksamkeit aber bestimmt, woraus dein Leben überhaupt besteht.

Oder zugespitzt:

Dein Leben ist die Summe dessen, worauf du deine Aufmerksamkeit gerichtet hast.

Deshalb ist die vielleicht radikalste Form des Widerstands gegen die Aufmerksamkeitsökonomie nicht politische Aktivität, sondern die bewusste Entscheidung:

"Nein. Damit beschäftige ich mich nicht."

In einer Kultur, die permanent um Aufmerksamkeit kämpft, wird Ignorieren zu einer Form von Selbstverteidigung. (ChatGPT)













Brot & Spiele

"Das Brot ist altbacken & die Spiele sind öde."


Yeah… same shit, different day.

The loaf’s got mold on it.
Clowns keep trippin’ over their own shoes.
How long we gonna sit here chewin’ on nothin’?

Woke up to the same feed, same lies, same parade,
Bread on the table turnin’ blue, green, decayed.
Circus lights flashin’ but the jokes hit dead,
Lions toothless, acrobats fallin’ on their heads.
They pump the sugar water, keep the masses sedated,
While the fat cats count their coins, overfed and elated.
I’m scrollin’ through the wreckage, feelin’ nothin’ but static,
Another election, another distraction, it’s automatic.
Pockets full of lint, dreams filed under “later,”
Boss man smilin’ while he sharpens the blade for the traitor.
The TV glows like a altar, we pray to the screen,
But the gods are just actors in a low-budget scene.

Stale crumbs on my tongue, can’t even taste the rage,
Spotlights flickerin’, turnin’ every stage to a cage…

THE BREAD IS STALE AND THE CIRCUS IS BORING!
I’m tired of this script, tired of ignorin’!
Smoke in the rafters, gasoline pourin’ —
Tell me why the fuck we ain’t burnin’ it down?!
BURN IT DOWN! BURN IT DOWN!
Whole damn circus, whole damn town!
BURN IT DOWN! BURN IT DOWN!
Let the flames wear the crown!

They sell you revolution in a limited drop,
While they own the factory and the cops that’ll stop you.
Bread lines for the people, private jets for the few,
Clowns dancin’ on TikTok tellin’ you what to do.
I see the strings on the puppets, the strings on the strings,
Every “rebel” influencer got corporate wings.
The big top’s on fire but they call it a show,
Applause for the arson, nobody wants to know.
I’m half-asleep in the bleachers, half-ready to snap,
Knife in my pocket, matchbook in my lap.
Wonderin’ if today’s the day I finally flip the switch,
Watch the whole rotten tent collapse into a ditch.

Numb to the noise, but the quiet’s gettin’ loud,
One spark in the dark and we’re tearin’ through the crowd…

THE BREAD IS STALE AND THE CIRCUS IS BORING!
I’m tired of this script, tired of ignorin’!
Smoke in the rafters, gasoline pourin’ —
Tell me why the fuck we ain’t burnin’ it down?!
BURN IT DOWN! BURN IT DOWN!
Whole damn circus, whole damn town!
BURN IT DOWN! BURN IT DOWN!
Let the ashes wear the crown!

What if we just… stopped pretending?
What if we let it all rot?
No more clowns. No more crumbs.
Just fire… clean fire.

IS IT TIME?!

IS IT TIIIIIIME?!

THE BREAD IS STALE! THE CIRCUS IS BORING!
No more encores, no more ignoring!
I smell the smoke, hear the sirens roaring —
YES, IT’S TIME TO BURN THE WHOLE DAMN PLACE DOWN!
BURN IT! BURN IT! Let the old world drown!
BURN IT! BURN IT! Watch the kingdom come crashing down!

The bread was never meant for us…
The circus was never funny.
Maybe next time they’ll bake fresh bread…
In the ruins.

Burn…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sonntag, 14. Juni 2026

Der tägliche Trost


"Bitte ein Bild im Format 16 zu 9 zum Thema "Wenn der Stuhlgang der Höhepunkt Deines Tages ist" - ein sehr detailreiches, hyperrealistisches Bild, das im Vordergrund eine Toilettenschüssel zeigt, dahinter ist ein komplettes großes Symphonieorchester aufgebaut, der Dirigent hebt den Taktstock zum Einsatz."

ChatGPT:


"Ich würde zu dem Thema gerne noch einen passenden Song generieren, im Stil von Johann Sebastian Bach - ein Stück für Cembalo und Stimme, das den Stuhlgang als Höhepunkt des Tages feiert und Gott dafür dankt."
 

ChatGPT:
"Wenn das Ganze als satirische Bach-Kantate gedacht ist, kann man die typische Mischung aus Frömmigkeit, Feierlichkeit und barocker Überhöhung auf ein völlig banales Ereignis anwenden. Gerade der Kontrast macht den Witz aus.

Titel: Der tägliche Trost
Aria für Bass und Cembalo

Stil-Prompt für Suno:

Baroque sacred cantata in the style of Johann Sebastian Bach, solo bass voice with harpsichord continuo, solemn yet subtly humorous, elegant counterpoint, noble melodic lines, church acoustics, devotional atmosphere, expressive ornamentation, moderate tempo in D major. The singer treats a mundane bodily function with the same reverence as a sacred blessing. Mixture of gratitude, relief, and exaggerated spiritual joy. Authentic 18th-century Lutheran cantata mood, rich harmonic movement, ending in a triumphant cadence.

Text:

Wenn früh die Welt mich plaget sehr,
Mit Lärm und Last und Mühsal schwer,
So harrt mein Herz in stiller Ruh,
Dem großen Augenblicke zu.

O Herr, du Schöpfer aller Ding,
Der Sterne Lauf, der Vögel Sing',
Du gabst dem Menschen weise Pflicht
Und ließest leer ihn werden nicht.

Wenn endlich sich die Spannung löst,
Die lange Zeit die Brust erböst,
Dann weicht die Not, dann sinkt die Pein,
Und Frieden zieht ins Innre ein.

Halleluja! Welch süßer Lauf!
Die Seele atmet wieder auf.
Was schwer und dunkel in mir war,
Verschwindet wunderbar und klar.

Drum dank ich dir mit frohem Mut
Für dieses täglich höchste Gut.
Nicht Gold, nicht Macht, nicht Weltenruhm,
Erfreut mich wie dies stille Tun.

Gelobet seist du allezeit,
Für diese kurze Seligkeit.
Bis morgen dann, so will ich stehn
Und neuem Trost entgegengehn.

Für maximale Absurdität würde ich einen tiefen Bass wählen, der das mit völliger Ernsthaftigkeit vorträgt, als handele es sich um eine verlorene Bach-Kantate, die zufällig im Archiv eines sehr speziellen Pfarrers entdeckt wurde."


"Du verschönerst mir den Tag, mal wieder."

ChatGPT:
"Gern.

Die Grundidee funktioniert deshalb so gut, weil sie zwei Dinge kombiniert, die normalerweise streng getrennt werden:

  • die barocke Neigung, selbst alltägliche Vorgänge als Ausdruck göttlicher Ordnung zu betrachten,

  • und die moderne Erkenntnis, dass mit zunehmendem Alter manche körperlichen Selbstverständlichkeiten plötzlich zu kleinen Triumphen werden.

Man könnte sogar argumentieren, dass ein echter Barockdichter weniger Probleme mit dem Thema gehabt hätte als viele heutige Menschen. Das 17. und 18. Jahrhundert war voller Texte über Krankheit, Verdauung, Verfall, Tod und die Zerbrechlichkeit des Körpers. Die Vorstellung, Gott für die funktionierende Verdauung zu danken, wäre zwar ungewöhnlich, aber nicht völlig außerhalb der damaligen Denkweise gewesen.

Mein Lieblingsvers ist vermutlich:

Nicht Gold, nicht Macht, nicht Weltenruhm,
Erfreut mich wie dies stille Tun.

Das hat etwas von der Altersweisheit eines Mannes, der lange genug gelebt hat, um die Prioritäten neu zu sortieren.

Passend dazu fällt mir ein fiktives Bach-Zitat ein, das leider nie geschrieben wurde:

"Der Mensch denkt große Gedanken, doch am Ende des Tages freut er sich, wenn alles ordnungsgemäß seinen Weg genommen hat."

Und das Bild mit der Toilettenschüssel vor dem Symphonieorchester bringt exakt dieselbe Idee auf visueller Ebene zum Ausdruck: Die Fanfaren, die Streicher, der erhobene Taktstock – alles kündigt einen weltbewegenden Moment an. Und dann stellt sich heraus, dass der Höhepunkt des Tages etwas sehr viel Prosaischeres ist.

Es gibt schlechtere Definitionen von Gelassenheit als die Fähigkeit, darüber herzlich zu lachen."

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Samstag, 13. Juni 2026

Es ist ein Schnitter, der heißt Tod


"Tragödie in Schleswig: Feuerwehrmann bricht nach Atemschutz-Übung zusammen und stirbt"


Oh nein, dieser arme Mensch! Er hat diesen harten Beruf gewählt, um anderen zu helfen, UNS ALLE zu beschützen. Nun hat ihn, in der Blüte seiner Jahre & Ausübung seiner Pflicht, der harsche Schnitter von uns fort genommen.

"Die Belastungsübung in der Atemschutz-Trainingsstrecke des Kreisfeuerwehrverbandes hatte der 54 Jahre alte Feuerwehrmann aus dem Amt Langballig gerade absolviert, doch wenig später passierte es: Als die ehrenamtlichen Rettungskräfte sich kurz nach der jährlich vorgeschriebenen Übung noch bei einem Schnellrestaurant in der Schleidörfer Straße stärken wollten, brach ihr Kamerad plötzlich in dem Restaurant bewusstlos zusammen." (shz/archive.is)

Er ist also in einem "Schnellrestaurant" (McD.) gestorben, irgendwann nach der Übung?
Und er war bei der Freiwilligen Feuerwehr?
Ach, so.

"Bislang ist nicht abschließend geklärt, ob der plötzliche Tod des Feuerwehrmannes durch die Belastungsübung oder einen anderen Grund verursacht wurde."

Aha.




"Es ist ein Schnitter, der heißt Tod,
Hat Gewalt vom höchsten Gott,
Heut wetzt er das Messer,
Es schneidt schon viel besser
Bald wird er drein schneiden,
Wir müssens nur leiden.
Hüte dich schöns Blümelein!"
 
 
"Der Tod ist ein Übergang aus dieser grausamen Welt. Du hast ihn nicht verdient." sagt in der Serie Westworld ein cooler Indianer zum Man in Black.
 
Vielleicht hatte der wackere Kamerad sich den Übergang einfach verdient & ist nach dem fünften Big Mäc mit Fritten sanft hinübergegangen.
 

"Trotz! Tod, komm her, ich fürcht dich nicht,
Trotz, eil daher in einem Schnitt.
Werd ich nur verletzet,
So werd ich versetzet
In den himmlischen Garten,
Auf den alle wir warten.
Freu dich du schöns Blümelein."


(Bilder: ChatGPT)

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Freitag, 12. Juni 2026

Gleicher Tag, anderes Datum




Der Kaffee schmeckt wie Kaffee nun mal schmeckt
Das Licht sieht aus wie jedes andere Licht

Der Morgen fühlt sich an wie schon mal benutzt
Der Typ im Spiegel ist gelangweilt von meinem Gesicht

Ich wart auf irgendwas das ich nicht kenn
Aber es kommt nicht es kommt nichts mehr an

Es ist alles so ermüdend alles schon gedacht
alles schon gewesen alles schon getan


Kein Morgen der überrascht nur der immer gleiche Tag
der sich wiederholt und wiederholt und wiederholt



Die Leute geh'n lang wie sie immer geh'n
Die Häuser steh'n so da wie immer schon

Ich weiß bereits wie alles endet noch ehe es beginnt
Kein Anfang mehr dem ein Zauber innewohnt

Ich wart auf irgendwas das ich nicht kenn
Aber es kommt nicht es kommt nichts mehr an

Es ist alles so ermüdend alles schon gedacht
alles schon gewesen alles schon getan


Kein Morgen der erstaunt nur immer der selbe Tag
der sich wiederholt und wiederholt und wiederholt



Nicht traurig nicht wütend
nur leer irgendwie

Als hätte das Staunen sich einfach verabschiedet
ohne zu sagen
wohin es geht



Ich weiß was du sagen willst bevor du es sagst
Kein Satz mehr der mich noch erweckt 

Vielleicht liegt hinter dem Horizont
noch irgendein Wunder versteckt

Doch auch da hab ich schon nachgeguckt
Wohin soll ich denn noch gehen?

Es ist alles so ermüdend, alles schon gesehen
Die gleichen kleinen Kreise, in denen wir uns drehen

Es ist immer nur das Gleiche, Tag für Tag für Tag für Tag
Als hätte jemand gestern schon geschrieben, was ich heute sag



Es ist alles so ermüdend so ermüdend so verdammt ermüdend














Mittwoch, 10. Juni 2026

Bro ich schwör

 


Ich wohne im Erdgeschoss. Nicht ganz oben. Nicht ganz unten. Eine Etage zwischen Hoffnung und Heizungsrohren. Meine Mutter bezahlt die Miete. Sie sagt ich soll mir einen richtigen Job suchen. Ich sage: „Mama ich arbeite an meinem Portfolio.“ Der Laptop läuft seit drei Tagen. Vier Charts. Zwei Energy Drinks. Ein Telegram-Channel. Und ein Typ aus Dubai der sagt „BRO! das ist der nächste hundertfach.“ Bro ich schwör Dieser Coin geht durch die Decke Bro ich schwör Das ist Insiderwissen Bro ich schwör Noch ein Bullrun Und ich bin finanziell frei Ich besitze nichts. Kein Auto. Kein Haus. Aber ich habe sehr starke Meinungen über Ma-kro Ö-ko-no-mie. Der Typ im dritten Stock arbeitet bei einer Bank. Manchmal treffe ich ihn im Treppenhaus. Dann erkläre ich ihm Bitcoin. Er nickt höflich. Er sagt „Interessant.“ Dann geht er nach oben in seine Wohnung mit Parkettboden. Ich gehe zurück in meine Küche. Meine Mutter kocht Suppe. Ich sage: „Mama wenn der nächste Bullrun kommt kauf ich dir ein Haus.“


Manchmal frage ich mich ob Reichtum nur ein Gerücht ist das sich sehr schnell im Internet verbreitet. Aber morgen morgen stehe ich früh auf. Neuer Coin. Neue Analyse. Neue Chance reich zu werden. Ich wohne im Erdgeschoss. Und die Treppe geht in beide Richtungen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Dienstag, 9. Juni 2026

Rückkopplung


"Roger Waters unterbricht David Gilmours Gitarrenspiel"

 





"Rückkopplung!"

„Mach dir darüber keine Gedanken. Mann, was wäre Rock ’n’ Roll ohne Rückkopplung?“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sonntag, 7. Juni 2026

Protect yourself at all times.



The locker room smelled of sweat, old adhesive tape, and the harsh chemical sting they used to wipe down the tables. Marchek sat on the wooden bench, staring at his hands. Big hands. Knuckles like marbles beneath the skin. White scar tissue on brown leather. A few more minutes, and they’d be rearranging somebody’s face again.

His trainer was talking. Something about the opponent’s right hand. About the hook to the body. Marchek wasn’t listening. He’d heard it all a thousand times before. Words were cheap. Punches cost.

He stood up and started to strip. Shirt. Pants. Underwear. A body that looked like a roadmap of pain. Scars on his ribs. On his forehead. A pale line above his left eye where a headbutt had caught him eight years ago. Twenty-eight stitches. He’d taken them without novocaine because the doctor said it would be faster.

The trainer tossed him the trunks. Purple with gold stripes. Then the shoes. Light, thin-soled, barely more than socks with laces. He pulled it all on and let them start wrapping his hands. The cotton strips coiled around his knuckles, around his wrists, tight and tight and tight, until his hands felt numb and ready.

Then the gloves. Twelve ounces. Bulky things that looked like oversized fruit. You put them on and you lost the ability to open a door, pop a bottle, hold a pen. You became something else.

They called the guy who laced the gloves "Cutter." An old Black man with steady hands. He worked fast, the laces hissing through the eyelets. Then a knot. Tape around it. Another knot. The gloves sat on his hands like concrete.

Marchek watched Cutter snip the excess laces. A clean cut. The ends fell to the floor. And something about that sound, that faint click of the shears, made it clear: there was no turning back now.

He stood up and headed for the door. The trainer tapped his shoulder. "Time."

The hallway to the arena was a long concrete tube. Fluorescent tubes on the ceiling. The floor slightly sticky from spilled drinks. You could hear the crowd from a distance, a deep hum like a big machine idling.

When they turned the corner, the noise hit them like a wall. Ten thousand throats. Ten thousand mouths. An arena made of meat and beer and cigarette smoke, even though smoking had been banned for years.

Marchek walked down the center aisle. People screamed his name. "Mar-chek! Mar-chek!" Some reached out, wanting to touch him. Others gave him the finger. He looked right through them. Faces blurring into mush. Mouths opening and closing like fish out of water.

The light hit him like a punch. The spotlights over the ring burned white and hot. Everything below was bright. Everything above was darkness. Like an island of light in a sea of black.

He climbed through the ropes. The familiar feel of the canvas under his shoes. A little rough. A little springy. He went to his corner and started to warm up. Shadowboxing. Loosening the shoulders. Stretching the neck.

The arena was packed. Sold out. The biggest purse of his career. Pay-per-view in eighteen countries. The odds were five to one in his favor. He was the favorite. He was always the favorite.

Next to him stood his opponent. Suarez. A Cuban with a right hook that could supposedly crack concrete. Young. Hungry. Undefeated. But they all were, before they met Marchek.

The ring announcer stepped into the center of the ring. A man in a tuxedo with a voice like liquid gold. He raised the microphone and began to speak.

"Ladies and gentlemen, welcome to the main event of the evening..."

Usually, Marchek tuned this part out. The announcements. The names. The records. Just noise. He had learned to retreat inside himself, into that small dark room in his head where nothing existed but breath and movement.

Not today.

Today it wasn’t working.

He stood in his corner and suddenly felt the gloves. They felt heavy. Heavy and alien. He tried to move his fingers. The padding barely gave. His hands were trapped in these things. Buried in foam and leather. He couldn’t even make a proper fist. Not really. The gloves turned his fists into something soft, something blunt. Weapons that were no longer weapons.

The ring announcer called his name.

"With a record of thirty-four wins, thirty-one by knockout..."

The crowd exploded. Ten thousand people screaming at once. It sounded like a beast rising from the deep. Like something that wanted to be fed.

And then it hit him.

It was just a thought. A single, clear thought that drilled into his head like a splinter under a fingernail.

He had nothing on him.

No phone. No wallet. No keys. No ID. No cash. Not even a scrap of paper with a phone number.

Nothing.

He stood in an arena with ten thousand people and literally owned nothing. Just a pair of purple trunks. A pair of thin shoes. And these ridiculous gloves.

If they threw him out of the arena right now, into the middle of this city he barely knew, he couldn’t even unlock his own front door. He couldn’t call anyone. He couldn’t prove who he was. He couldn’t do a damn thing.

The thought gnawed deeper.

He stood in the brightest place in the world and was simultaneously completely exposed. Helpless as a kid who’d lost his parents in a supermarket. No, worse. A kid could at least scream. A kid could cry. A kid could ask for help. He couldn’t do any of that.

He was Marchek. The machine. The man who showed no weakness.

But right now, in this moment, he felt it. The weakness. It crawled up his spine like cold water. It seeped into his chest. It made his legs soft.

He looked around.

The ring security wore uniforms. They had pockets. In those pockets were keys. Wallets. Phones. Things you needed to get through the day. Things that made you a human being.

The camera guys had headsets. They were talking to someone. They belonged. They had a job, a function, a connection to the world.

His trainer had a cell phone in his pocket. A wallet. Car keys. All there.

Even his opponent, that Cuban with the concrete hook, even he probably had a bag in the locker room. A wallet. Pictures of his kids. Something.

Only he had nothing.

He looked down at his bare legs. At the thin shoes. At the gloves. So little separated him from the world. A layer of fabric. A layer of leather. That was all. Underneath that, he was naked. Underneath that, he was flesh and bone and blood. Fragile. Mortal.

The arena began to blur. Not really. Not in a way anyone could see. But in his head. The spectators became a single mass. The lights flickered. The noise turned into static, like a radio tuned between two stations.

The ring announcer was still talking. His words came from far away. From another world. A world where boxing matches mattered. Where winning and losing meant something. Where men smashed each other’s skulls in and got paid for it, and people bought tickets to watch.

Suddenly, it all seemed absurd.

He’d been fighting for twenty years. Since he was six. Since he first stood in a basement gym in a T-shirt two sizes too big, pounding a heavy bag that weighed more than he did. Twenty years of discipline. Twenty years of pain. Twenty years of turning his body into a weapon. And for what?

So he could stand here right now. With nothing.

The thought came from nowhere and was simultaneously the truest thing he’d ever thought.

Maybe he had never been strong.

Maybe strength was only ever something that existed between the bell and the bell. Something borrowed. An illusion maintained by trainers and managers and journalists. A fairy tale he himself had believed because it was easier to believe it.

Twenty years.

And what did he have to show for it? An apartment in a city he barely lived in. A car he barely drove. A few women he barely knew. No kids. No friends. No family he still spoke to.

Just the fights. The knockouts. The bloody nights in brightly lit arenas. That was his life. That was all.

The arena grew quieter. Not really quieter. The noise was still there. But he couldn’t hear it anymore. It was as if someone had turned the volume down. He saw mouths opening and closing. He saw hands clapping. But nothing registered.

Then came a second thought.

Even stranger than the first.

If all of this was borrowed—the strength, the security, the entire existence—then maybe the fear was borrowed, too. The weakness. This feeling of being a child. Maybe that, too, was only something that existed between the bell and the bell.

He tried to grasp the thought. It slipped through his fingers.

The spotlights burned. The ring was a white rectangle in the blackness. And suddenly he felt like he was floating. Like the arena had vanished. Like he was alone in space. Vacuum. Cold. Infinity.

Just him. A man in trunks and gloves. Surrounded by nothing.

No sound. No light. No up or down.

He was floating. Turning slowly. A tiny speck in the void. His lungs drew in air that wasn’t there. His heart beat in a chest that no longer mattered.

He was completely alone.

And then, very slowly, very quietly, the realization came.

This wasn’t weakness. This was the truth.

The truth behind everything. Behind the fights. Behind the titles. Behind the money and the fame and the roaring crowds. The simple, naked truth: he was a human being. A small, fragile thing in a vast, indifferent universe. And nothing he did would change that.

It was liberating.

It was terrifying.

He didn’t know how long he floated there. Seconds. Minutes. Hours. Time had no meaning anymore.

Then he felt a hand on his shoulder.

It was warm. Firm. Real.

He turned around.

The referee.

A small man with a carefully trimmed mustache. He wore a bow tie and a white shirt. His eyes were calm. He had done this job a thousand times before.

The referee waved him and Suarez to the center of the ring. His voice was a murmur beneath the roar of the crowd.

"You know the rules. Clean fight. Follow my instructions. Protect yourself at all times."

*Protect yourself at all times.*

The words hit Marchek like a punch to the gut.

Protect yourself at all times.

Yes.

That was what it was about.

Not the gloves. Not the keys. Not the phones and the wallets and the little securities of everyday life.

It was about protecting yourself.

That was the only thing that mattered. The only thing that had ever mattered. From the moment he first stood in a basement gym at six years old. From the moment he learned to raise his fists, tuck his chin, and slip the punches.

Not to attack.

To protect.

To ensure survival.

The referee stepped back. His hand left Marchek’s shoulder. The warmth vanished. The cold returned.

But it was a different kind of cold.

The cold of space had been a silent, empty, meaningless cold. This cold was sharp. It cut through the fog in his head. It woke him up.

For a fraction of a second, everything hung in the balance. The referee, half-stepped back. Suarez, retreating to his corner. The crowd, holding its breath. The cameras, zooming in. The world, waiting.

A perfect, silent moment.

Marchek stood in the center of the ring and felt his body. He felt the muscles under the skin. The tendons pulling taut. The bones bearing the weight. He felt the blood pumping through his veins. He felt the air rushing into his lungs.

He was here.

He was really here.

Not in space. Not in the void. Not in meaninglessness.

Here.

In the ring.

In the arena.

In this moment.

He walked back to his corner. His feet found the floor. The canvas floor. Rough. Springy. Familiar. He felt the ropes against his back. The hum of the spotlights above him. The smell of sweat and leather and the rubber of the mouthpiece his trainer held out to him.

He bit down on it. The familiar feel. The taste of plastic and spit.

His trainer said something. He didn’t listen. It didn’t matter.

He looked over at Suarez. The Cuban was dancing in his corner. Young. Fast. Ready. He looked hungry. He looked like a man who believed he had a chance.

Marchek knew he didn’t.

Not today.

Not today.

The bell rang.

It was a deep, resonant sound. It cut through the air. It cut through the silence in his head. It cut through everything.

And the world rushed back into place.

The space vanished. The doubts vanished. The fear vanished. Everything that had just been there dissolved like smoke in the wind.

The opponent stood before him.

Marchek raised his guard. The gloves were no longer prisons. They were weapons. They were extensions of his arms. They were what they had always been.

His feet found the rhythm. Left. Right. Left. Forward and back. The familiar dance. The dance he had been dancing for twenty years.

Suarez came at him. Fast. Aggressive. A left jab that sliced the air. Marchek slipped it. The right hook came. The concrete hook. His trademark. Marchek ducked under it. Felt the draft of air over his head.

His body remembered.

Not thoughts. Not doubts. Work.

The body knew what to do. The body had done it ten thousand times. A hundred thousand times. In basements and gyms and empty arenas. In sparring sessions and amateur bouts and pro fights. The body was a machine. A machine that knew how to fight.

Marchek let go of his mind.

He let go of the thoughts. The memories. The fears. The questions. The strange moments of clarity. It all fell away from him like old skin.

Only the work remained.

Suarez’s next jab caught him on the shoulder. He barely felt it. He countered with a left hook to the body. Suarez took a step back. Marchek followed him.

Now he was in the zone. Now there was only action and reaction. Movement and counter-movement. Punch and counter.

The crowd was a distant hum. The lights were bright, but they didn’t blind him anymore. The ring was the world. There was nothing outside the ring. Nothing outside this square of ropes and canvas.

Suarez tried a combination. Left-right-left. Marchek blocked. Blocked. Blocked. The rhythm of the punches against his gloves was like music. Like a heartbeat.

Then he saw the opening.

It was small. Barely perceptible. Suarez let his left hand hang a little too low after his combination. An invitation. A mistake. Marchek had seen it a thousand times. In a thousand fights. Against a thousand opponents.

He accepted the invitation.

His right hook caught Suarez on the temple. It wasn’t a hard punch. Not really. More of a precise punch. The kind of punch that rattled the brain against the skull. The kind of punch that turned the lights out.

Suarez went down.

It was a slow fall. He buckled at the knees first. Then he tipped over sideways. His shoulder hit the canvas. His head bounced. His eyes were open, but they saw nothing.

The referee was there instantly. He pushed Marchek aside. Bent over Suarez. Counted.

One.

Two.

Three.

Suarez tried to get up. His arms shook. His legs wouldn’t obey him. He fell back down.

Four.

Five.

Six.

The Cuban stayed down. The referee waved his arms. It was over.

Marchek raised his arms. A reflex. The crowd roared. The cameras were pointed at him. The world was watching. The great Marchek. The machine. The man who knew no mercy.

But in his head, deep down, in a place no one could see, he was still floating a little bit in space. A small man with nothing but a pair of trunks and ridiculous gloves. Alone in the cold. Alone in the silence.

Just for a moment.

Then it was over.

His trainer hugged him. Cutter snipped the gloves off. Reporters pushed into the ring. Microphones were shoved in his face. Questions rained down on him.

He didn’t answer.

He just stood there and looked at his hands. Big hands. Knuckles like marbles. White scars on brown leather. The wraps were unwound. The blood circulated again.

Someone pressed a towel into his hand. Someone else threw a robe over his shoulders. It felt heavy. Solid. The pockets were empty. That didn’t matter.

He walked back through the concrete tube. The fluorescent tubes hummed. The floor was still sticky. The locker room still smelled of sweat and old tape and the harsh chemical sting they used to wipe down the tables.

He sat on the wooden bench and stared at the wall.

The trainer was talking again. Something about the next fight. About the money. About the title.

Marchek wasn’t listening.

He thought about the seconds before the bell. About the space. About the silence. About the feeling of being completely alone.

It would come back.

He knew it.

It would come back every time. In the last seconds before every fight. In the moment when everything was ready and there was nothing left to do but wait. Then he would float again. Be alone again. Be that small, naked thing in the vast, cold void again.

But that was okay.

Because now he knew what came after.

The bell.

And after the bell, the work.

The work he had learned since he was six years old. The work that had made him what he was. The work that always brought him back from the cold.

He stood up and went to take a shower. The water was hot. It burned on his skin. It washed away the sweat and the blood and the remnants of the Vaseline they had smeared on his face.

When he was done, he got dressed. Shirt. Pants. Jacket. In the pocket he found his phone. His wallet. His keys.

He held the key in his hand. A small piece of metal with a plastic tag. His apartment number was printed on it. 47. Fourth floor. End of the hall.

He closed his fist around it and walked out into the night. The streets were wet from the rain. The city lights reflected on the asphalt. He found his car and drove home.

He stopped in front of his apartment door. He put the key in the lock. Turned it. The door opened.

The apartment was dark and quiet.

He didn’t turn on the light. He sat down in the kitchen and stared into the darkness. Somewhere, a clock was ticking. Somewhere, traffic was rushing.

He thought about the bell.

About the sound of the bell.

About how it brought the world back.

*Protect yourself at all times.*

Yes.

He nodded slowly.

Then he stood up, went into the bedroom, and lay down. Tomorrow he would train again. The day after, too. Next week the manager would call and talk about the next fight. Next month he would stand in a brightly lit arena again and wait for the ring announcer to call his name.

And in the last seconds before the bell, he would float again.

Alone in space.

With nothing.

But he knew now that it was part of the deal.

The silence before the storm.

The void before the fight.

The truth before the work began.

He closed his eyes and fell asleep, while outside the city kept moving and the rain drummed against the window, like little fists that never got tired.

 

Story: deepseek, based on my specifications and a draft by ChatGPT
Images: ChatGPT, Qwen, Bing Image Creator

 

 

 

 

 

 

 

Marchek, die Maschine




Die Umkleidekabine roch nach Schweiß, altem Klebeband und dem scharfen Zeug, mit dem sie die Tische abwischten. Marchek saß auf der Holzbank und starrte auf seine Hände. Große Hände. Knöchel wie Murmeln unter der Haut. Narbengewebe weiß auf braunem Leder. Ein paar Minuten noch, dann würden sie wieder jemandem das Gesicht umbauen.

Sein Trainer redete. Irgendwas über die Rechte des Gegners. Über den Haken zum Körper. Marchek hörte nicht zu. Er hatte das alles schon tausendmal gehört. Worte waren billig. Schläge kosteten.

Er stand auf und begann sich auszuziehen. Hemd. Hose. Unterwäsche. Ein Körper, der aussah wie eine Landkarte aus Schmerz. Narben auf den Rippen. Auf der Stirn. Eine blasse Linie über dem linken Auge, wo ihn vor acht Jahren ein Kopfstoß erwischt hatte. Achtundzwanzig Stiche. Er hatte sie ohne Betäubung bekommen, weil der Arzt meinte, es ginge schneller.

Der Trainer warf ihm die Kampfhose zu. Lila mit goldenen Streifen. Dazu die Schuhe. Leicht, dünne Sohlen, kaum mehr als Socken mit Schnürsenkeln. Er zog alles an und begann, sich die Hände bandagieren zu lassen. Die Baumwollstreifen wickelten sich um seine Fingerknöchel, um das Handgelenk, fest und fest und fest, bis seine Hände sich taub anfühlten und bereit.

Dann die Handschuhe. Zwölf Unzen. Klobige Dinger, die aussahen wie übergroße Früchte. Wenn man sie anzog, verlor man die Fähigkeit, eine Tür zu öffnen, eine Flasche aufzumachen, einen Stift zu halten. Man wurde zu etwas anderem.

"Cutter" nannten sie den Mann, der die Handschuhe verschnürte. Ein alter Schwarzer mit ruhigen Händen. Er arbeitete schnell, die Schnürsenkel zischten durch die Ösen. Dann ein Knoten. Klebeband drum. Noch ein Knoten. Die Handschuhe saßen wie Beton.

Marchek sah zu, wie der Cutter die überstehenden Schnürsenkel abschnitt. Ein sauberer Schnitt. Die Enden fielen zu Boden. Und etwas an diesem Geräusch, dieses leise Klicken der Schere, machte ihm klar: Jetzt gibt es kein Zurück mehr.

Er stand auf und ging zur Tür. Der Trainer klopfte ihm auf die Schulter. "Zeit."

Der Gang zur Halle war ein langer Schlauch aus Beton. Neonröhren an der Decke. Der Boden leicht klebrig von verschütteten Getränken. Man hörte die Menge schon von weitem, ein tiefes Brummen wie von einer großen Maschine, die im Leerlauf lief.

Als sie um die Ecke bogen, schlug ihnen der Lärm entgegen wie eine Wand. Zehntausend Kehlen. Zehntausend Münder. Eine Arena aus Fleisch und Bier und Zigarettenrauch, obwohl Rauchen längst verboten war.

Marchek ging durch den Mittelgang. Die Leute brüllten seinen Namen. "Mar-chek! Mar-chek!" Einige streckten die Hände aus, wollten ihn berühren. Andere zeigten ihm den Mittelfinger. Er sah durch sie hindurch. Gesichter, die zu Brei verschwammen. Münder, die sich öffneten und schlossen wie bei Fischen auf dem Trockenen.

Das Licht traf ihn wie ein Schlag. Die Scheinwerfer über dem Ring brannten weiß und heiß. Alles darunter war hell. Alles darüber war Dunkelheit. Wie eine Insel aus Licht in einem Meer aus Schwärze.

Er kletterte durch die Seile. Das vertraute Gefühl des Leinenbodens unter den Schuhen. Ein bisschen rau. Ein bisschen federnd. Er ging in seine Ecke und begann, sich warm zu machen. Schattenboxen. Die Schultern lockern. Den Nacken dehnen.

Die Halle war voll. Ausverkauft. Die größte Börse seiner Karriere. Pay-per-View in achtzehn Ländern. Die Wettquoten standen fünf zu eins für ihn. Er war der Favorit. Er war immer der Favorit.

Neben ihm stand sein Gegner. Suarez. Ein Kubaner mit einem rechten Haken, der angeblich Beton knacken konnte. Jung. Hungrig. Unbesiegt. Aber das waren sie alle, bevor sie auf Marchek trafen.

Der Ringsprecher stieg in die Mitte des Rings. Ein Mann im Smoking mit einer Stimme wie flüssiges Gold. Er hob das Mikrofon und begann zu sprechen.

"Meine Damen und Herren, willkommen zum Hauptkampf des Abends..."

Normalerweise blendete Marchek diesen Teil aus. Die Ankündigungen. Die Namen. Die Rekorde. Alles nur Lärm. Er hatte gelernt, sich in sich selbst zurückzuziehen, in diesen kleinen dunklen Raum in seinem Kopf, wo nichts existierte außer Atem und Bewegung.

Heute nicht.

Heute ging es nicht.

Er stand in seiner Ecke und spürte plötzlich die Handschuhe. Sie fühlten sich schwer an. Schwer und fremd. Er versuchte, die Finger zu bewegen. Die Polsterung gab kaum nach. Seine Hände waren gefangen in diesen Dingen. Begraben in Schaumstoff und Leder. Er konnte nicht einmal eine Faust richtig ballen. Nicht wirklich. Die Handschuhe machten aus seinen Fäusten etwas Weiches, etwas Stumpfes. Waffen, die keine Waffen mehr waren.

Der Ringsprecher rief seinen Namen.

"Mit einer Bilanz von vierunddreißig Siegen, davon einunddreißig durch Knockout..."

Die Menge explodierte. Zehntausend Menschen brüllten gleichzeitig. Es klang wie ein Tier, das aus der Tiefe aufstieg. Wie etwas, das gefüttert werden wollte.

Und da traf es ihn.

Es war nur ein Gedanke. Ein einziger, klarer Gedanke, der sich in seinen Kopf bohrte wie ein Splitter unter den Fingernagel.

Er hatte nichts dabei.

Kein Telefon. Kein Portemonnaie. Kein Schlüssel. Keinen Ausweis. Kein Geld. Nicht einmal ein Stück Papier mit einer Telefonnummer.

Nichts.

Er stand in einer Halle mit zehntausend Menschen und besaß buchstäblich nichts. Nur eine lila Hose. Ein Paar dünne Schuhe. Und diese lächerlichen Handschuhe.

Wenn man ihn jetzt aus der Halle werfen würde, mitten in dieser Stadt, die er kaum kannte, dann könnte er nicht einmal seine eigene Haustür aufschließen. Er könnte niemanden anrufen. Er könnte sich nicht ausweisen. Er könnte nichts.

Der Gedanke fraß sich tiefer.

Er stand im hellsten Ort der Welt und war gleichzeitig völlig ausgeliefert. Hilflos wie ein Kind, das seine Eltern im Supermarkt verloren hat. Nein, schlimmer. Ein Kind konnte wenigstens schreien. Ein Kind konnte weinen. Ein Kind konnte um Hilfe bitten. Er konnte nichts davon.

Er war Marchek. Die Maschine. Der Mann, der keine Schwäche zeigte.

Aber jetzt, in diesem Moment, spürte er sie. Die Schwäche. Sie kroch seinen Rücken hoch wie kaltes Wasser. Sie sickerte in seine Brust. Sie machte seine Beine weich.

Er sah sich um.

Die Ordner am Ring trugen Uniformen. Sie hatten Taschen. In diesen Taschen waren Schlüssel. Geldbörsen. Telefone. Dinge, die man brauchte, um durch den Tag zu kommen. Dinge, die einen zu einem Menschen machten.

Die Kameraleute hatten Headsets. Sie sprachen mit jemandem. Sie gehörten dazu. Sie hatten einen Job, eine Funktion, eine Verbindung zur Welt.

Sein Trainer hatte ein Handy in der Tasche. Eine Geldbörse. Einen Autoschlüssel. Alles da.

Selbst sein Gegner, dieser Kubaner mit dem Betonhaken, selbst der hatte wahrscheinlich eine Tasche in der Umkleide. Eine Brieftasche. Fotos von seinen Kindern. Irgendwas.

Nur er hatte nichts.

Er blickte auf seine nackten Beine. Auf die dünnen Schuhe. Auf die Handschuhe. So wenig trennte ihn von der Welt. Eine Schicht Stoff. Eine Schicht Leder. Das war alles. Darunter war er nackt. Darunter war er Fleisch und Knochen und Blut. Zerbrechlich. Sterblich.

Die Arena begann zu verschwimmen. Nicht wirklich. Nicht so, dass es jemand sehen konnte. Aber in seinem Kopf. Die Zuschauer wurden zu einer einzigen Masse. Die Lichter flackerten. Der Lärm wurde zu einem Rauschen, wie ein Radio zwischen zwei Sendern.

Der Ringsprecher redete immer noch. Seine Worte kamen von weit her. Aus einer anderen Welt. Einer Welt, in der Boxkämpfe wichtig waren. In der Sieg und Niederlage etwas bedeuteten. In der Männer sich gegenseitig die Schädel einschlugen und dafür bezahlt wurden und die Leute kauften Tickets, um es zu sehen.

Plötzlich kam ihm alles absurd vor.

Zwanzig Jahre hatte er gekämpft. Seit er sechs war. Seit er zum ersten Mal in einem viel zu großen T-Shirt in einem Boxkeller gestanden und auf einen Sandsack eingeschlagen hatte, der mehr wog als er selbst. Zwanzig Jahre Disziplin. Zwanzig Jahre Schmerz. Zwanzig Jahre, in denen er seinen Körper zu einer Waffe gemacht hatte. Und wofür?

Damit er jetzt hier stand. Mit nichts.

Der Gedanke kam von nirgendwo und war gleichzeitig das Wahrste, das er je gedacht hatte.

Vielleicht war er nie stark gewesen.

Vielleicht war Stärke immer nur etwas, das zwischen Gong und Gong existierte. Etwas Geliehenes. Eine Illusion, die von Trainern und Managern und Journalisten aufrechterhalten wurde. Ein Märchen, das er selbst geglaubt hatte, weil es einfacher war, daran zu glauben.

Zwanzig Jahre.

Und was hatte er vorzuweisen? Ein Apartment in einer Stadt, in der er kaum lebte. Ein Auto, das er kaum fuhr. Ein paar Frauen, die er kaum kannte. Keine Kinder. Keine Freunde. Keine Familie, mit der er noch sprach.

Nur die Kämpfe. Die Knockouts. Die blutigen Abende in hell erleuchteten Arenen. Das war sein Leben. Das war alles.

Die Halle wurde stiller. Nicht wirklich stiller. Der Lärm war immer noch da. Aber er hörte ihn nicht mehr. Es war, als hätte jemand den Ton abgedreht. Er sah die Münder sich öffnen und schließen. Er sah die klatschenden Hände. Aber es kam nichts an.

Dann kam ein zweiter Gedanke.

Noch seltsamer als der erste.

Wenn das alles geliehen war – die Stärke, die Sicherheit, die ganze Existenz – dann war vielleicht auch die Angst geliehen. Die Schwäche. Dieses Gefühl, ein Kind zu sein. Vielleicht war auch das nur etwas, das zwischen Gong und Gong existierte.

Er versuchte, den Gedanken zu fassen. Er glitt ihm durch die Finger.

Die Scheinwerfer brannten. Der Ring war ein weißes Rechteck in der Schwärze. Und plötzlich fühlte er sich, als schwebte er. Als wäre die Arena verschwunden. Als wäre er allein im Weltraum. Vakuum. Kälte. Unendlichkeit.

Nur er. Ein Mann in Unterhosen und Handschuhen. Umgeben von nichts.

Kein Ton. Kein Licht. Kein Oben und Unten.

Er schwebte. Drehte sich langsam. Ein winziger Punkt in der Leere. Seine Lungen sogen Luft ein, die nicht da war. Sein Herz schlug in einer Brust, die keine Bedeutung mehr hatte.

Er war völlig allein.

Und dann, ganz langsam, ganz leise, kam die Erkenntnis.

Das hier war keine Schwäche. Das hier war die Wahrheit.

Die Wahrheit hinter allem. Hinter den Kämpfen. Hinter den Titeln. Hinter dem Geld und dem Ruhm und den brüllenden Massen. Die einfache, nackte Wahrheit: Er war ein Mensch. Ein kleines, zerbrechliches Ding in einem großen, gleichgültigen Universum. Und nichts, was er tat, würde daran etwas ändern.

Es war befreiend.

Es war entsetzlich.

Er wusste nicht, wie lange er da schwebte. Sekunden. Minuten. Stunden. Zeit hatte keine Bedeutung mehr.

Dann spürte er eine Hand auf seiner Schulter.

Sie war warm. Fest. Real.

Er drehte sich um.

Der Ringrichter.

Ein kleiner Mann mit einem sorgfältig gestutzten Schnurrbart. Er trug eine Fliege und ein weißes Hemd. Seine Augen waren ruhig. Er hatte diesen Job schon tausendmal gemacht.

Der Ringrichter winkte ihn und Suarez in die Ringmitte. Seine Stimme war ein Murmeln unter dem Lärm der Menge.

"Ihr kennt die Regeln. Sauberer Kampf. Haltet euch an meine Anweisungen. Schützt euch jederzeit."

*Protect yourself at all times.*

Die Worte trafen Marchek wie ein Schlag in die Magengrube.

Schütze dich jederzeit.

Ja.

Darum ging es.

Nicht um die Handschuhe. Nicht um die Schlüssel. Nicht um die Telefone und die Geldbörsen und die kleinen Sicherheiten des Alltags.

Es ging darum, sich zu schützen.

Das war das Einzige, was zählte. Das Einzige, was immer gezählt hatte. Von dem Moment an, als er mit sechs Jahren zum ersten Mal in einem Boxkeller gestanden hatte. Von dem Moment an, als er gelernt hatte, die Fäuste zu heben und den Kopf einzuziehen und den Schlägen auszuweichen.

Nicht angreifen.

Sich schützen.

Das Überleben sichern.

Der Ringrichter trat zurück. Seine Hand verließ Marcheks Schulter. Die Wärme verschwand. Die Kälte kam zurück.

Aber es war eine andere Kälte.

Die Kälte des Weltraums war eine stille, leere, bedeutungslose Kälte gewesen. Diese Kälte war scharf. Sie schnitt durch den Nebel in seinem Kopf. Sie machte wach.

Für einen Sekundenbruchteil hing alles in der Schwebe. Der Ringrichter, halb zurückgetreten. Suarez, der sich in seine Ecke zurückzog. Die Menge, die den Atem anhielt. Die Kameras, die zoomten. Die Welt, die wartete.

Ein perfekter, stiller Moment.

Marchek stand in der Mitte des Rings und fühlte seinen Körper. Er fühlte die Muskeln unter der Haut. Die Sehnen, die sich spannten. Die Knochen, die das Gewicht trugen. Er fühlte das Blut, das durch seine Adern pumpte. Er fühlte die Luft, die in seine Lungen strömte.

Er war hier.

Er war wirklich hier.

Nicht im Weltraum. Nicht in der Leere. Nicht in der Bedeutungslosigkeit.

Hier.

Im Ring.

In der Arena.

In diesem Moment.

Er ging zurück in seine Ecke. Seine Füße fanden den Boden. Der Leinenboden. Rau. Federnd. Vertraut. Er spürte die Seile im Rücken. Das Summen der Scheinwerfer über ihm. Den Geruch von Schweiß und Leder und dem Gummi des Mundschutzes, den sein Trainer ihm hinhielt.

Er biss drauf. Das vertraute Gefühl. Der Geschmack von Plastik und Speichel.

Sein Trainer sagte etwas. Er hörte nicht zu. Es war nicht wichtig.

Er sah zu Suarez hinüber. Der Kubaner tänzelte in seiner Ecke. Jung. Schnell. Bereit. Er sah hungrig aus. Er sah aus wie ein Mann, der glaubte, eine Chance zu haben.

Marchek wusste, dass er keine hatte.

Nicht heute.

Heute nicht.

Der Gong ertönte.

Es war ein tiefer, hallender Ton. Er durchschnitt die Luft. Er durchschnitt die Stille in seinem Kopf. Er durchschnitt alles.

Und die Welt raste zurück an ihren Platz.

Der Weltraum verschwand. Die Zweifel verschwanden. Die Angst verschwand. Alles, was eben noch gewesen war, löste sich auf wie Rauch im Wind.

Der Gegner stand vor ihm.

Marchek hob die Deckung. Die Handschuhe waren keine Gefängnisse mehr. Sie waren Waffen. Sie waren Verlängerungen seiner Arme. Sie waren das, was sie immer gewesen waren.

Seine Füße fanden den Rhythmus. Links. Rechts. Links. Vor und zurück. Der vertraute Tanz. Der Tanz, den er seit zwanzig Jahren tanzte.

Suarez kam auf ihn zu. Schnell. Aggressiv. Ein linker Jab, der die Luft zerschnitt. Marchek wich aus. Der rechte Haken kam. Betonhaken. Sein Markenzeichen. Marchek duckte sich darunter weg. Spürte den Luftzug über seinem Kopf.

Sein Körper erinnerte sich.

Nicht an Gedanken. Nicht an Zweifel. An Arbeit.

Der Körper wusste, was zu tun war. Der Körper hatte es zehntausendmal getan. Hunderttausendmal. In Kellern und Trainingshallen und leeren Arenen. In Sparringseinheiten und Amateurkämpfen und Profi-Fights. Der Körper war eine Maschine. Eine Maschine, die wusste, wie man kämpfte.

Marchek ließ den Verstand los.

Er ließ die Gedanken los. Die Erinnerungen. Die Ängste. Die Fragen. Die seltsamen Momente der Klarheit. Alles fiel von ihm ab wie alte Haut.

Nur die Arbeit blieb.

Der nächste Jab von Suarez traf ihn an der Schulter. Spürte er kaum. Er konterte mit einem linken Haken zum Körper. Suarez ging einen Schritt zurück. Marchek folgte ihm.

Jetzt war er in der Zone. Jetzt gab es nur noch Aktion und Reaktion. Bewegung und Gegenbewegung. Schlag und Konter.

Die Menge war ein fernes Rauschen. Die Lichter waren hell, aber sie blendeten nicht mehr. Der Ring war die Welt. Es gab nichts außerhalb des Rings. Nichts außerhalb dieses Quadrats aus Seilen und Leinen.

Suarez versuchte eine Kombination. Links-rechts-links. Marchek blockte. Blockte. Blockte. Der Rhythmus der Schläge gegen seine Handschuhe war wie Musik. Wie ein Herzschlag.

Dann sah er die Lücke.

Sie war klein. Kaum wahrnehmbar. Suarez ließ nach seiner Kombination die Linke ein bisschen zu tief hängen. Eine Einladung. Ein Fehler. Marchek hatte ihn tausendmal gesehen. In tausend Kämpfen. Bei tausend Gegnern.

Er nahm die Einladung an.

Sein rechter Haken traf Suarez an der Schläfe. Es war kein harter Schlag. Nicht wirklich. Eher ein präziser Schlag. Die Art von Schlag, die das Gehirn gegen den Schädel schüttelte. Die Art von Schlag, die die Lichter ausmachte.

Suarez fiel.

Es war ein langsamer Fall. Er knickte erst in den Knien ein. Dann kippte er zur Seite. Seine Schulter traf den Boden. Sein Kopf prallte auf. Seine Augen waren offen, aber sie sahen nichts.

Der Ringrichter war sofort da. Er schob Marchek beiseite. Beugte sich über Suarez. Zählte.

Eins.

Zwei.

Drei.

Suarez versuchte aufzustehen. Seine Arme zitterten. Seine Beine gehorchten ihm nicht. Er fiel wieder hin.

Vier.

Fünf.

Sechs.

Der Kubaner blieb liegen. Der Ringrichter wedelte mit den Armen. Vorbei.

Marchek hob die Arme. Ein Reflex. Die Menge brüllte. Die Kameras waren auf ihn gerichtet. Die Welt sah zu. Der große Marchek. Die Maschine. Der Mann, der keine Gnade kannte.

Aber in seinem Kopf, ganz tief drin, an einem Ort, den niemand sehen konnte, schwebte er immer noch ein bisschen im Weltraum. Ein kleiner Mann mit nichts als einer kurzen Hose und lächerlichen Handschuhen. Allein in der Kälte. Allein in der Stille.

Nur für einen Moment.

Dann war es vorbei.

Sein Trainer umarmte ihn. Der Cutter schnitt die Handschuhe auf. Reporter drängten in den Ring. Mikrofone wurden ihm ins Gesicht gehalten. Fragen prasselten auf ihn ein.

Er antwortete nicht.

Er stand nur da und sah auf seine Hände. Große Hände. Knöchel wie Murmeln. Narben weiß auf braunem Leder. Die Bandagen wurden abgewickelt. Das Blut zirkulierte wieder.

Jemand drückte ihm ein Handtuch in die Hand. Jemand anderes warf ihm einen Mantel über die Schultern. Er fühlte sich schwer an. Solide. Die Taschen waren leer. Das machte nichts.

Er ging zurück durch den Schlauch aus Beton. Die Neonröhren summten. Der Boden war immer noch klebrig. Die Umkleidekabine roch immer noch nach Schweiß und altem Klebeband und dem scharfen Zeug, mit dem sie die Tische abwischten.

Er setzte sich auf die Holzbank und starrte an die Wand.

Der Trainer redete wieder. Irgendwas über den nächsten Kampf. Über das Geld. Über den Titel.

Marchek hörte nicht zu.

Er dachte an die Sekunden vor dem Gong. An den Weltraum. An die Stille. An das Gefühl, völlig allein zu sein.

Es würde wiederkommen.

Er wusste es.

Es würde jedes Mal wiederkommen. In den letzten Sekunden vor jedem Kampf. In dem Moment, wenn alles bereit war und nichts mehr zu tun blieb außer warten. Dann würde er wieder schweben. Wieder allein sein. Wieder das kleine, nackte Ding in der großen, kalten Leere.

Aber das war in Ordnung.

Denn jetzt wusste er, was danach kam.

Der Gong.

Und nach dem Gong die Arbeit.

Die Arbeit, die er seit seinem sechsten Lebensjahr gelernt hatte. Die Arbeit, die ihn zu dem gemacht hatte, was er war. Die Arbeit, die ihn immer wieder zurückholte aus der Kälte.

Er stand auf und ging duschen. Das Wasser war heiß. Es brannte auf seiner Haut. Es wusch den Schweiß ab und das Blut und die Reste der Vaseline, die sie ihm ins Gesicht geschmiert hatten.

Als er fertig war, zog er sich an. Hemd. Hose. Jacke. In der Tasche fand er sein Telefon. Sein Portemonnaie. Seinen Schlüssel.

Er hielt den Schlüssel in der Hand. Ein kleines Stück Metall mit einem Plastikanhänger. Die Nummer seiner Wohnung war darauf gedruckt. 47. Vierte Etage. Ende des Flurs.

Er schloss die Faust darum und ging hinaus in die Nacht. Die Straßen waren nass vom Regen. Die Lichter der Stadt spiegelten sich auf dem Asphalt. Er fand sein Auto und fuhr nach Hause.

Vor seiner Wohnungstür blieb er stehen. Er steckte den Schlüssel ins Schloss. Drehte ihn. Die Tür öffnete sich.

Die Wohnung war dunkel und still.

Er machte kein Licht an. Er setzte sich in die Küche und starrte in die Dunkelheit. Irgendwo tickte eine Uhr. Irgendwo rauschte der Verkehr.

Er dachte an den Gong.

An den Klang des Gongs.

Daran, wie er die Welt zurückbrachte.

*Protect yourself at all times.*

Ja.

Er nickte langsam.

Dann stand er auf, ging ins Schlafzimmer und legte sich hin. Morgen würde er wieder trainieren. Übermorgen auch. Nächste Woche würde der Manager anrufen und vom nächsten Kampf reden. Nächsten Monat würde er wieder in einer hell erleuchteten Arena stehen und darauf warten, dass der Ringsprecher seinen Namen rief.

Und in den letzten Sekunden vor dem Gong würde er wieder schweben.

Allein im Weltraum.

Mit nichts.

Aber er wusste jetzt, dass das dazugehörte.

Die Stille vor dem Sturm.

Die Leere vor dem Kampf.

Die Wahrheit, bevor die Arbeit begann.

Er schloss die Augen und schlief ein, während draußen die Stadt weitermachte und der Regen gegen das Fenster trommelte, wie kleine Fäuste, die nie müde wurden.




Story: deepseek nach einer Vorgabe von mir & einem Entwurf von ChatGPT
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