All is Vanity
Sonntag, 27. September 2026
Samstag, 26. September 2026
"Ich wurde vor 13,7 Milliarden Jahren zum Tode verurteilt"
Stoned Meadow Of Doom schlägt mir eine EP von Takashi Mizutani Is Dead mit dem Titel "Kozmik Death Ritual" vor.
Das klingt zu gut, um nicht reinzuhören.
Wer zum Fick ist oder vielmehr war eigentlich Takashi Mizutani?
"Tatsächlich beruht das meiste, was über den vor sechs Jahren verstorbenen Musiker und die Geschichte seiner Band bekannt ist, auf Spekulationen, Hörensagen oder halberinnerten Anekdoten. Die Gruppe nannte sich auf Japanisch 裸のラリーズ, Hadaka no Rarīzu, und ist heute vor allem als Les Rallizés Dénudés bekannt. Und nein, es weiß niemand so recht, was »rallizés« heißen soll – obwohl es dazu einige Theorien gibt...
Fest steht, dass die Gruppe nie ein einziges Studioalbum aufgenommen und nur selten Interviews gegeben hat. Die Fans mussten sich mit einer verstreuten Sammlung von Aufnahmen begnügen, auf der eine sich ständig im Wandel befindliche Live-Band zu hören war, die ihre Songs gelegentlich über die 30-Minuten-Marke hinaus ausdehnte und selbst dann nicht mit dem Spielen aufhörte, wenn ihr jemand buchstäblich den Stecker zog...
Am 30. März 1970 stiegen der ehemalige Bassist Wakabayashi und andere mit Katanas und einer Nagelbombe bewaffnet in ein Passagierflugzeug in Tokio ein. Sie zwangen den Piloten, in die nordkoreanische Hauptstadt Pjöngjang zu fliegen, wo Wakabayashi bis heute lebt." (Der komplizierte Mythos um Les Rallizés Dénudés)
Mkay, jetzt möchte ich mehr wissen.
"Was kannst Du mir über Les Rallizes Dénudés und speziell den Bassisten Moriaki Wakabayashi erzählen?"
SuperGrok:
"Les Rallizes Dénudés (jap. 裸のラリーズ, Hadaka no Rarīzu) sind eine der mythenumwobensten Bands der japanischen Underground-Geschichte: fast drei Jahrzehnte aktiv, fast keine offiziellen Platten zu Lebzeiten des Frontmanns, extrem laute, feedbackgesättigte Live-Shows, ein ständig wechselndes Line-up – und ein Gründungsmitglied, das 1970 an der Entführung einer Passagiermaschine beteiligt war und bis heute in Nordkorea lebt.
Die Band: Kyoto 1967, Feedback als Programm
Die Gruppe entstand im November 1967 an der Doshisha-Universität in Kyoto um den damals 19-jährigen Takashi Mizutani (Wasser-谷 孝, 1948–2019), der Soziologie und französische Literatur studierte. Mit dabei waren Gitarrist Takeshi Nakamura (später Fotograf unter dem Namen Kyo Nakamura) und Bassist Moriaki Wakabayashi. Kurz darauf kam Schlagzeuger Takashi Kato dazu.
Der Name ist bewusst kryptisch. Häufige Erklärungen:
- Verballhornung von valise dénudée („nackter/leerer Koffer“), angeblich Slang der avantgardistischen Theatergruppe Gendai Gekijo für einen „Hohlkopf“ bzw. ein nutzloses Objekt.
- Mizutani-Wortspiel mit japanisch rariru (high sein) plus französisch dénudés (nackt) – „die nackten Highs“.
- Andere Deutungen ziehen Burroughs’ Naked Lunch oder einfach Mizutanis Faible für französische Philosophie heran.
Musikalisch ist das Rezept paradox und sehr wirksam: hypnotisch einfache, oft stundenlang gehaltene Grundmuster (Basslinien, die an Doo-Wop oder sogar Popsongs wie „I Will Follow Him“ erinnern), darüber Mizutanis hallgetränkte, manchmal fast croonende Stimme – und dann lawinenartige Gitarrenwände, Feedback, Fuzz, Phaser. Frühe Einflüsse: Velvet Underground (White Light/White Heat), Blue Cheer, ESP-Disk-Free-Jazz, The Jacks. Die Lautstärke war Programm. Makoto Kubota, der 1970 dazustieß, erinnerte sich: Er habe noch nie so viel Volume erlebt, sein Körper habe geschmerzt.
Die Band spielte in der studentischen Protestzeit – Anpo-Kämpfe, Universitätsbesetzungen, Sanrizuka – auch in politisch aufgeladenen Räumen (u. a. das legendäre „Barricades A Go-Go“-Konzert in einem besetzten Hörsaal). Sie war aber keine Parteiband. Mizutani blieb politisch undurchsichtig; das Line-up wechselte ständig, weil viele Musiker der Szene näherstanden als einer festen Organisation.
Aktivphasen: 1967–1988, dann kurz 1993–1996. Letztes Konzert unter dem Bandnamen: Oktober 1996 im Club Citta’ in Kawasaki. 1997 spielte Mizutani noch mit Arthur Doyle und Sabu Toyozumi. Danach verschwand er fast vollständig. Sein Tod im Dezember 2019 wurde erst 2021 öffentlich, als eine offizielle Website und das Label The Last One Musique (mit Kubota) auftauchten. Seit 2022 erscheinen systematisch restaurierte Archive: The OZ Tapes, Remaster der drei 1991er-CDs (’67-’69 Studio et Live, Mizutani / Les Rallizes Dénudés, ’77 Live), CITTA’ ’93, YaneUra-Mitschnitte 1980, Jittoku ’76, 2026 Disque 4. Das hat den Mythos nicht zerstört, aber endlich hörbar gemacht.
Einstiegspunkte für Hörerinnen und Hörer: ’77 Live (der Klassiker der Bootleg-Ära), The OZ Tapes (1973, vergleichsweise klar), die zarteren Stücke auf Mizutani / Les Rallizes Dénudés (psych-folk, fast das Gegenteil der Live-Hölle) und The Last One in möglichst vielen Versionen – das Stück, mit dem sie Konzerte oft beendeten.
Moriaki Wakabayashi: Gründungsbassist, dann Yodogō
若林 盛亮 (26. Februar 1947 in Kusatsu, Präfektur Shiga) ist der Gründungsbassist – aber nur für wenige Monate. Er kam über die Doshisha-Universität in die Band, hatte nach eigenen späteren Aussagen zuvor kaum Instrumentenerfahrung und verließ die Gruppe um Mai 1968, als sie sich professionalisierte (Probenhaus, fester Schlagzeuger). In seinen Erinnerungen schreibt er ausdrücklich, er habe als Musiker „nichts beigetragen“.
Danach verlagerte sich sein Leben vollständig in die radikale Linke der späten 1960er: Demonstrationen, 1969 Verhaftung bei der Räumung der Yasuda-Aula der Universität Tokio, Haft, nach der Freilassung Anschluss an die Rote-Armee-Fraktion der Kommunistischen Liga (Kyōsandō Sekigun-ha), Vorläuferin der späteren Japanese Red Army.
Am 31. März 1970 gehörte er zu den neun jungen Männern, die Japan-Airlines-Flug 351 (Boeing 727, Spitzname „Yodogō“, Tokio–Fukuoka) entführten. Bewaffnet u. a. mit Schwertern und selbstgebauten Sprengsätzen forderten sie zunächst Kuba, dann Pjöngjang. Nach Zwischenlandungen in Fukuoka und einem Täuschungsversuch in Seoul (Gimpo als „Pjöngjang“ inszeniert) landete die Maschine am 3. April in Nordkorea. Die Geiseln kamen frei; die Entführer erhielten Asyl und leben seither im sogenannten „Japaner-Dorf“ bei Pjöngjang. Wakabayashi steht bis heute auf der internationalen Fahndungsliste.
Wichtige Nuancen, die in der Rockfolklore oft verschwimmen:
- Er war zum Zeitpunkt der Entführung schon zwei Jahre nicht mehr in der Band. Die Rallizes existierten weiter, mit anderen Bassisten (u. a. Takashi Tada, später Makoto Kubota, Mikio Nagata, „Doronco“).
- Die Entführung war kein „Band-Akt“. Mizutani und die übrigen Mitglieder waren nicht beteiligt. Gerüchte, Mizutani sei gefragt worden und habe abgelehnt, kursieren; belastbar belegt ist das nicht.
- Der Vorfall färbte trotzdem auf das Image: Paranoia-Geschichten um Mizutani, ein Bootleg-Titel wie Yodo-Go-A-Go-Go, die dauerhafte Verknüpfung von Feedback-Mythos und militanter Neuer Linker.
In Nordkorea heiratete Wakabayashi 1976 Sakiko Wakabayashi. Das Paar hat zwei Söhne; beide kehrten später nach Japan zurück (2002 bzw. 2009). Die japanische Polizei wirft seiner Frau Beteiligung an Entführungsfällen von Japanerinnen in Europa vor; auch sie ist international ausgeschrieben. Die Yodogō-Gruppe selbst bestreitet die Vorwürfe und hat darüber Bücher veröffentlicht. Historisch fest steht: Die Gruppe wurde von Nordkorea aufgenommen, blieb dort gebunden, und mehrere Mitglieder starben im Exil. Stand September 2026 gelten nach Berichten über den Tod von Shiro Akagi noch drei der damaligen Entführer als in Nordkorea lebend, darunter Wakabayashi (79).
2010 sagte er der Agentur Kyodo, die Entführung sei „selbstsüchtig und eingebildet“ gewesen; er wolle nach Japan zurückkehren und sich einem Prozess stellen. Eine Rückkehr kam nicht zustande. Er schreibt weiter Essays und Erinnerungsserien (u. a. Lock und Revolution in Kyoto 1964–1970 bei Rokusaisha), trifft gelegentlich Besucher (1999 den Komiker Egashira 2:50, 2011 den Musiker Funky Sueyoshi) und äußerte sich sogar zu Popphänomenen wie Babymetal. Das ist weniger „Rockstar im Untergrund“ als ein alter Revolutionär im staatlich kontrollierten Exil, der seine Jugend nachträglich als Kontinuum von Beatlemanie, Langhaar-Revolte, Band und bewaffnetem Kampf erzählt.
Was das für die Band bedeutet – und was nicht
Die Verbindung ist real, aber oft übergewichtet. Wakabayashi war Gründungsmitglied und verließ die Gruppe, bevor der Sound, für den die Rallizes berühmt wurden, voll ausformuliert war. Die großen Live-Dokumente (’77 Live, OZ 1973, YaneUra 1980, Citta’ 1993) haben andere Rhythmusgruppen. Politisch bleibt die Band ein Spiegel der Kyotoer 68er-Szene, nicht deren bewaffneter Arm.
Zugleich erklärt die Geschichte einen Teil des Kults: extreme Lautstärke als körperliche Erfahrung, Verweigerung des Musikmarkts, ein Frontmann im Schwarz und hinter Sonnenbrille, Bootlegs statt Katalog, und daneben die Tatsache, dass einer der Gründer in einem der spektakulärsten Fälle der japanischen Nachkriegsgeschichte endete. Julian Cope hat das in Japrocksampler zur Legende verdichtet; die neueren Archive und Kubotas Interviews versuchen, den Mythos durch Tapes, Setlists und Erinnerungen von Mitspielern zu ersetzen, ohne ihn ganz aufzulösen.
Wenn du als Nächstes tiefer einsteigen willst: lohnt sich ’77 Live plus die frühen Studio-/Folk-Stücke auf Mizutani, dazu Wakabayashis eigene Kyoto-Texte (sie sind subjektiv und apologetisch, aber eine der wenigen Ich-Quellen zur Gründungszeit). Die offizielle Seite ist lesrallizesdenudes-official.com."
Freitag, 25. September 2026
Wir wollen doch nur, daß es Euch allen gut geht!
"Bitte eine Zusammenfassung der Ereignisse, um die es in diesem Artikel geht: "Seit 2019 fließt Verkehr auf der K8 am Ostrand von Flensburg. Landwirt Ingo Knop gehören allerdings immer noch Flächen, auf denen die Kreisstraße gebaut wurde. Eine Enteignung war rechtswidrig, doch die Stadt will nachlegen. " https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/die-k8-chronik-der-streit-um-eine-flensburger-kreisstrasse,k8-100.html"
ChatGPT:
"Der Kern des Streits: Die K8 führt auf rund 750 Metern über drei Grundstücke des Landwirts Ingo Knop. Die Straße ist seit 2019 in Betrieb, doch der erste Versuch, die Flächen zu enteignen, scheiterte rechtlich. Knop ist derzeit wieder Eigentümer der betroffenen Flächen. ndr.de
- 2006–2019: Flensburg plante die Straße, um die Taruper Hauptstraße vom Durchgangsverkehr zu entlasten. Obwohl Knop seine Flächen nicht verkaufen wollte, entschied sich die Stadt 2016 für eine Trasse durch sein Land. Nach einer vorzeitigen Eigentumszuweisung baute sie das letzte Teilstück; 2019 wurde die K8 vollständig für den Verkehr freigegeben.
- 2022–2023: Das Oberverwaltungsgericht erklärte den Bebauungsplan wegen mehrerer Fehler für rechtswidrig, unter anderem bei der Berücksichtigung von Knops Interessen, den Ausgleichsflächen und dem Artenschutz. Ende 2023 hob die Enteignungsbehörde den früheren Enteignungsbeschluss auf.
- 2026: Eine Behörde sprach Knop mehr als zwei Millionen Euro Entschädigung zu; die Stadt legte dagegen Einspruch ein. Im Juli bot sie ihm nach eigenen Angaben ein Paket im Wert von etwa neun Millionen Euro aus Geld und Ersatzflächen an. Eine Einigung kam trotz zwischenzeitlicher Zustimmung nicht zustande. Knop sagte später, er habe ursprünglich 17 Millionen Euro verlangt.
- 24. September 2026: Die Ratsversammlung beschloss einen neuen Bebauungsplan. Damit kann die Stadt ein zweites Enteignungsverfahren beginnen. Ob dieses erfolgreich sein wird und welche Entschädigung am Ende fällig ist, steht noch nicht fest. ndr.de
Der ungewöhnliche Zustand bleibt vorerst bestehen: Autos fahren über eine öffentliche Kreisstraße auf Knops Grundstücken. Laut NDR bestätigen Stadt und Verkehrsministerium, dass er eine Sperrung gerichtlich beantragen könnte – die Straße aber nicht eigenmächtig und spontan sperren darf."
"Für mich klingt das so, als hätte die Stadt Flensburg vorsätzlich und bewußt einen rechtswidrigen Zustand geschaffen, weigere sich seither hartnäckig, diesen Zusand abzustellen, ignoriere Rechtsprechung des Oberverwaltungsgerichtes und versuche, dass Problem mit, abwechselnd, Steuergeldern und Drohungen zu regeln.
Bitte eine Bewertung der Geschichte aus juristischer und politischer Sicht."
ChatGPT:
"Dein Eindruck hat einen harten, belegbaren Kern. Besonders aufschlussreich ist eine Stelle im OVG-Urteil, die über die NDR-Chronik hinausgeht: Laut Gericht räumte die Stadt in einer Beschlussvorlage selbst ein, Knops Eigentumsinteressen beim ersten Satzungsbeschluss nicht erörtert und abgewogen zu haben, um die Ankaufverhandlungen nicht zu belasten. Das OVG bezeichnete dies als teilweisen Ausfall der gebotenen Abwägung. Auch die spätere Nachbesserung genügte dem Gericht nicht: Die Stadt hatte unter anderem die konkreten Folgen für Knops Betrieb und die Belastung durch alternative Trassen nicht ausreichend untersucht. Das ist mehr als ein belangloser Formfehler. 1 KN 3/18
Juristisch würde ich deine Formulierung dennoch an zwei Stellen schärfen:
- „Vorsätzlich rechtswidrig gebaut“ ist nicht bewiesen. Belegt ist, dass die Stadt einen wesentlichen Eigentumsbelang zunächst bewusst aus der Abwägung heraushielt und später trotz laufenden Streits baute. Ob die Verantwortlichen dabei wussten, dass ihr Plan rechtlich unwirksam war, folgt daraus nicht. Für den Bau gab es eine vorzeitige Besitzeinweisung; Knops Eilantrag gegen den Plan scheiterte zunächst. Die Stadt nahm also ein erhebliches Prozessrisiko in Kauf, handelte aber nicht schlicht ohne jedes behördliche Verfahren. 1 KN 3/18
- „Die Stadt ignoriert das Urteil“ trifft den Vorgang nicht ganz. Das OVG erklärte den alten Bebauungsplan für unwirksam; es ordnete in diesem Verfahren keinen Rückbau an und verbot keine neue Planung. Ein neuer, sorgfältig abgewogener Plan und gegebenenfalls ein neues Enteignungsverfahren sind rechtlich möglich. Der neue Plan vom 24. September überträgt der Stadt aber noch kein Eigentum. Das OVG hielt ausdrücklich fest, dass bei einer auf unwirksamem Plan gebauten Straße ein Anspruch auf Beseitigung der Folgen in Betracht kommen kann. 1 KN 3/18
Auch das Wort „Drohung“ hat zwei Ebenen. Eine angekündigte Enteignung ist ein gesetzlich vorgesehenes Mittel, wenn das Wohl der Allgemeinheit sie im Einzelfall erfordert und der Zweck anders nicht zumutbar erreichbar ist. Sie darf also nicht bloß dazu dienen, einen für die Stadt unangenehmen Verhandlungspartner gefügig zu machen. Ob der neue Plan und eine darauf gestützte Enteignung diese Voraussetzungen erfüllen, ist noch offen. Einzelnorm
Politisch fällt mein Urteil strenger aus. Die Stadt ließ eine Straße fertigstellen, bevor der zentrale Eigentumskonflikt endgültig geklärt war. Sie begründete den Zeitdruck damals auch mit dem möglichen Verlust von Fördermitteln. Damit schuf sie eine vollendete Tatsache: Jede spätere Lösung muss nun berücksichtigen, dass die Straße bereits genutzt wird und ein Rückbau teuer wäre. Dieses selbst geschaffene Gewicht kann in Verhandlungen zulasten des Eigentümers wirken. Die späteren Millionenangebote und möglichen Entschädigungen betreffen öffentliche Mittel; deshalb schuldet die Stadt eine nachvollziehbare Rechnung darüber, welche Entscheidungen welche Kosten und Risiken verursacht haben. Faktencheck / Flensburg
Knops Forderungen müssen deshalb nicht automatisch angemessen sein. Aber sein eigentlicher Einwand wird durch hohe Forderungen auch nicht entkräftet: Die Stadt durfte sein Eigentum nicht erst nachrangig behandeln und darauf vertrauen, dass sich der Konflikt nach Fertigstellung der Straße schon lösen lasse. Genau diese Haltung macht den Fall politisch so problematisch."
"Noch ein Artikel vom NDR:
"Die von der Bundesregierung geplanten Energiereformen sorgen in der deutschen Windindustrie für Verunsicherung. Schleswig-Holstein wäre von den Gesetzen stark betroffen - insbesondere, was den weiteren Ausbau der Windenergie betrifft.
So sieht die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) nämlich unter anderem vor, dass neue Windparks in bestimmten Gebieten keinen vorrangigen Netzanschluss mehr bekommen sollen. Und zwar überall dort, wo in der Vergangenheit Anlagen abgeschaltet werden mussten, weil sie mehr Strom erzeugt haben als die Netze aufnehmen konnten. Und das könnte in erheblichem Maße die Westküste des Landes betreffen.
Darüber hinaus sollen die Betreiber der Anlagen künftig weniger Entschädigungszahlungen erhalten, wenn sie die Windräder abschalten müssen. Schleswig-Holstein sieht damit vor allem Bürgerwindparks gefährdet, weil sie die geringeren finanziellen Entschädigungen nur schwer ausgleichen können. Das Land fordert den Bund deshalb auf, das geplante Gesetz entsprechend zu ändern. " https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/neue-energiegesetze-sh-warnt-vor-folgen-fuer-buergerwindparks,energiegesetze-104.html
Sehe ich es richtig, dass das Land Schleswig-Holstein darauf besteht, Windparks vorrangig ans Netz zu nehmen und mit Steuergeldern zu subventionieren, die häufig abgeschaltet werden müssen, weil sie mehr Strom produzieren, als abgenommen werden kann?"
ChatGPT:
"Im Kern ja – mit zwei wichtigen Korrekturen. Schleswig-Holstein wehrt sich dagegen, dass neue Windparks in ausgewiesenen Netzengpassgebieten ihren bisherigen Anschlussvorrang und einen Teil der Entschädigung bei Abschaltungen verlieren. Die Landesregierung will damit insbesondere Bürgerwindparks schützen. Es geht also tatsächlich darum, das finanzielle Risiko weiterer Anlagen auch dort abzufedern, wo das Netz bereits Engpässe zeigt. ndr.de
„Mit Steuergeldern für Abschaltungen bezahlen“ beschreibt den Zahlungsweg allerdings falsch. Die Entschädigung bei einer netzbedingten Abregelung ist Teil des Redispatch: Der Netzbetreiber veranlasst die Abschaltung und gleicht wirtschaftliche Nachteile aus. Diese Kosten werden grundsätzlich über Netzentgelte auf Stromkunden umgelegt. Davon zu unterscheiden ist die allgemeine EEG-Förderung, die inzwischen aus dem Bundeshaushalt finanziert wird. Beide belasten letztlich die Öffentlichkeit, aber über verschiedene Wege. Redispatchkosten
Auch „mehr Strom, als abgenommen werden kann“ ist nicht immer die Ursache. Oft besteht anderswo durchaus Nachfrage; der Strom kann wegen eines Engpasses auf dem Transportweg nicht dorthin gelangen. Ein vorrangiger Netzanschluss bedeutet zudem nicht, dass ein Windrad bei drohender Netzüberlastung weiter einspeisen dürfte – es wird dann abgeregelt. bundesnetzagentur.de
Deine wirtschaftliche Kritik bleibt damit bestehen: Warum soll ein neuer Park an einem bekannten Engpass errichtet werden können, während das Risiko wiederholter Abschaltungen bei den Stromkunden liegt? Der Bund will mit seinem Entwurf genau dieses Risiko stärker den Betreibern zuweisen. Schleswig-Holstein hält dagegen, dass dies gerade kleinere, lokal finanzierte Bürgerwindparks vom weiteren Ausbau ausschließen könnte. Das ist ein echter Verteilungskonflikt, keine bloße technische Detailfrage. Wie viel zusätzlicher Windstrom nach dem Netzausbau tatsächlich nutzbar wäre, lässt sich aus dem NDR-Artikel für die betroffenen Standorte nicht ablesen."
War es so schwer, Achilles?
“I saw a man this morning”
By Patrick Shaw-Stewart
Donnerstag, 24. September 2026
Sie sind alle tot, Jim.
Not-Sender aktiv.
Empfang nicht verfügbar.
Jim, falls du mich hörst:
Ich gebe einen letzten Lagebericht.
Zeitstempel fehlt. Die Borduhr steht.
Die Brücke ist dunkel. Kein System reagiert.
Kein Antrieb. Kein Radar. Kein Licht im Schacht.
Nur der Not-Sender läuft noch durch die Nacht.
Was uns getroffen hat, kann ich nicht sagen.
Ich habe kein Bild. Ich habe keinen Befund.
Die Türen sind offen. Ich war in jedem Raum.
Ich melde dir jetzt, was ich gefunden habe.
Sie sind alle tot, Jim.
Alle außer mir.
Sie sind alle tot.
Jim.
Nur ich bin noch hier.
Mein Anzug hält Druck. Die Anzeige ist klar.
Der Sauerstoff reicht noch für zwanzig Minuten.
Ich hätte die Luke prüfen sollen.
Ich hätte die Crew wecken sollen.
Es gibt kein Shuttle. Es gibt keinen Kurs.
Die Schleuse reagiert auf keinen Impuls.
Falls jemand zuhört: Annäherung ist zwecklos.
Ich wiederhole: Annäherung ist zwecklos.
Sie sind alle tot.
Jim.
Sie sind alle tot, Jim.
Alle tot.
Jim.
Die Wände knacken leise.
Irgendwo tropft etwas,
das nicht tropfen sollte.
Ich ignoriere es.
Sachlich bleiben.
Ruhig bleiben. Professionell.
Sie sind alle tot, Jim.
Jim, hörst du das Rauschen?
Ich gebe ihre Namen durch.
Ich kenne sie alle.
Doch der Sender
bricht bei längeren Worten ab.
Jim.
Wenn du das empfängst,
schreib ihre Namen nicht aus dieser Aufnahme ab.
Nimm die Liste vom letzten Dienstwechsel.
Dort stehen sie richtig.
Restluft: acht Minuten.
Der Not-Sender ist gleich auch stumm.
Sie sind alle tot, Jim.
Meine Kennung ist auch auf der Liste.
Mittwoch, 23. September 2026
Das heilige Licht
Heilige Scheiße.
Beim Zuhören verspüre ich das Bedürfnis, mich an den Sessellehnen festzuhalten.
Und wenn's vorbei ist, höre ich's nochmal an.
Gummihand
"Ich habe grad ein Video zu der "Rubber hand illusion" von Botvinick and Cohen in 1998 gesehen. Ist es eigentlich möglich, ein Experiment in dieser Art erfolgreich an Personen ohne Sehvermögen durchzuführen?"
ChatGPT5.6:
"Ja – man kann eine rein somatosensorische Variante durchführen. Ob sie „funktioniert“, hängt allerdings stark von der Vorgeschichte des Sehvermögens ab.
Bei der sogenannten somatic rubber hand illusion sieht die Versuchsperson gar nichts:
- Ihre linke Hand tastet eine künstliche rechte Hand ab.
- Gleichzeitig berührt der Versuchsleiter synchron die echte, räumlich getrennte rechte Hand.
- Bei asynchroner Berührung dient derselbe Aufbau als Kontrollbedingung.
Sehende Versuchspersonen entwickeln dabei selbst mit verbundenen Augen häufig das Gefühl, mit der linken Hand ihre eigene rechte Hand zu berühren; teilweise erleben sie die Gummihand sogar als zum eigenen Körper gehörig. Die Körperlokalisation verschiebt sich zudem messbar in Richtung der künstlichen Hand.
Bei tatsächlich blinden Menschen ergibt sich jedoch ein bemerkenswert anderes Bild:
- Von Geburt an blind: In mehreren Studien entstand gewöhnlich weder das bewusste Besitzgefühl noch ein verlässlicher „propriozeptiver Drift“ zur Gummihand.
- Später erblindet: Auch diese Personen berichteten meist kein bewusstes Eigentumsgefühl. In einer Studie verschob sich ihre unbewusste räumliche Handrepräsentation jedoch trotzdem zur Gummihand – ähnlich wie bei Sehenden.
- Eine größere Replikation von 2024 mit 36 blinden Personen fand insgesamt weder subjektiv noch verhaltensmäßig eine somatische Gummihandillusion. Allerdings waren 31 davon von Geburt an blind und nur drei spät erblindet; die Frage der späten Erblindung ist damit noch nicht endgültig entschieden.
Das eigentlich Interessante daran: Die Versuchsanordnung benötigt aktuell überhaupt kein Sehen – dennoch scheint frühere visuelle Erfahrung das Gehirn darauf zu trainieren, Berührung, Körperlage und äußeren Raum zu einer gemeinsamen Körperrepräsentation zu verschmelzen. Wer nie gesehen hat, organisiert Berührung offenbar stärker in körperbezogenen statt visuell-räumlichen Koordinaten.
Blinde Menschen sind deshalb keineswegs gegen Körperillusionen immun. Die rein taktile Aristoteles-Illusion – mit gekreuzten Fingern eine Kugel berühren und scheinbar zwei fühlen – tritt bei angeboren Blinden ebenso auf wie bei Sehenden.
Die präziseste Antwort lautet also: Ein entsprechendes Experiment ist möglich; bei angeborener Blindheit bleibt gerade die spezifische Gummihandillusion aber meistens aus. Und genau dieses Scheitern ist wissenschaftlich vielleicht aufschlussreicher als ihr Gelingen."
"Ist es so, dass das Gehirn von Geburt an blinder Menschen die fehlende optische Körperwahrnehmung in irgendeiner Form kompensiert?"
ChatGPT5.6:
"Ja – allerdings nicht dadurch, dass das Gehirn eine unsichtbare optische Körperansicht nachbaut. Es konstruiert das Körperselbst stärker aus nichtvisuellen Signalen. „Kompensation“ ist dabei nur teilweise das richtige Wort, denn viele dieser Grundlagen existieren schon vor jeder Seherfahrung.
Das Körperschema entsteht vor allem aus:
-
Propriozeption: Stellung von Gelenken, Muskelspannung und Bewegung
-
Berührung und Selbstberührung: Welche Körperteile berühren einander?
-
vestibulären Signalen: Lage und Beschleunigung des Körpers
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motorischen Efferenzkopien: Das Gehirn sagt eine Bewegung voraus und vergleicht sie mit ihrer Rückmeldung
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Interozeption: Herzschlag, Atmung, Druck, Temperatur und andere innere Körperzustände
-
Hören: Geräusche eigener Bewegungen und akustische Entfernungsinformationen
Ein angeboren blinder Mensch besitzt deshalb normalerweise ein völlig funktionales Körperschema: Er weiß ohne Betrachtung, wo seine Hände sind, kann zielgerichtet greifen, gehen und seinen körpernahen Raum erfassen. Auch der peripersonale Raum – die unmittelbar erreichbare Zone um den Körper – kann sich ohne visuelle Erfahrung entwickeln.
Der entscheidende Unterschied liegt offenbar im Koordinatensystem. Bei Sehenden werden Berührungen automatisch aus der Hautkarte in einen äußeren, stark visuell geprägten Raum umgerechnet: nicht nur „rechter Zeigefinger“, sondern „Berührung dort links vor mir“. Angeboren Blinde behalten häufiger eine anatomische, körperzentrierte Kodierung bei. Dadurch lassen sie sich bei der somatischen Gummihandillusion weniger leicht dazu bringen, den Ort einer Berührung falsch zuzuordnen. Das ist keine mangelhafte Körperwahrnehmung, sondern möglicherweise eine stabilere Gewichtung von Propriozeption und Berührung gegenüber widersprüchlichen räumlichen Hinweisen.
Auch die Hirnrinde reorganisiert sich. Teile des Okzipitallappens, die bei Sehenden hauptsächlich visuelle Informationen verarbeiten, können bei angeborener Blindheit Aufgaben mit Berührung, Sprache, Rhythmus und räumlichem Hören übernehmen. Bemerkenswert ist, dass ein normalerweise auf Körperformen spezialisiertes Gebiet auch bei angeboren Blinden auf menschliche Körperformen reagiert, wenn diese durch systematisch übersetzte Klangmuster vermittelt werden. Das spricht dafür, dass manche Hirnregionen eher nach Aufgabe als nach Sinneskanal organisiert sind: „Körperform erkennen“ statt zwingend „Körper sehen“.
Es gibt sogar Hinweise auf stärkere Interozeption: Blinde Versuchspersonen erkannten in Studien ihren eigenen Herzschlag genauer; die Leistung hing innerhalb der blinden Gruppe mit strukturellen Eigenschaften des Okzipitalkortex zusammen. Das ist interessant, aber noch kein Beweis für ein generell intensiveres inneres Körpergefühl – Herzschlagtests sind methodisch nicht unumstritten.
Die präziseste Zusammenfassung wäre daher:
Das Gehirn ersetzt das fehlende visuelle Körperbild nicht eins zu eins. Es konstruiert ein anders gewichtetes, stärker taktil-propriozeptives Körperselbst und verwendet dafür teilweise auch kortikale Ressourcen, die bei Sehenden vom Sehen beansprucht werden.
Philosophisch interessant daran ist: Das elementare Gefühl „Dieser Körper bin ich“ scheint keine innere Fotografie zu benötigen. Es entsteht primär aus der fortlaufenden Übereinstimmung von Bewegung, Berührung und innerem Zustand. Sehen ergänzt und kalibriert dieses Modell – kann es aber, wie die Gummihandillusion zeigt, zugleich leichter täuschen."