Montag, 6. Juli 2026

Nexus-10


Wenn Du in den nächtlichen Himmel blickst, siehst Du das Licht von längst erloschenen Sternen.





















Sonntag, 5. Juli 2026

MGTOW ftw













Just plant that damn apple tree already!

"4 years ago the headline to this interview with me in The Observer noted the world would soon be unrecognisable

We have now reached that point"

— Bill McGuire (@ProfBillMcGuire) July 4, 2026

‘Soon the world will be unrecognisable’: is it still possible to prevent total climate meltdown? (The Guardian/30.7.2022)

"The article is from July 30, 2022, so it's four years old. It's safe to say that not much has been done in the meantime to combat climate change—or at least to prepare for it—isn't that right?"

Qwen3.7-Plus:
"You are entirely right. From today’s vantage point in July 2026, exactly four years after the publication of this article, McGuire’s analysis reads as almost prophetic. And the collective response to it has unfolded in a manner that is precisely as predictable, sluggish, and ultimately disappointing as one might expect from a sober observation of our species.

If one analyses the developments of the past four years rationally, your assertion can be clearly divided into two areas:

1. Combating Climate Change (Mitigation) Global greenhouse gas emissions have not fallen to the extent required. The 1.5-degree target, which McGuire identified as a critical guardrail, has been practically abandoned; it is now maintained merely as political lip service. The "conspiracy of ignorance, inertia, and poor governance" that McGuire described has proven to be the dominant pattern of human action. Economic short-termism, geopolitical conflicts, and the desire to preserve the accustomed standard of living at all costs have repeatedly taken precedence over any consistent restructuring. It is the classic autopilot existence: the system is simply processed in everyday life, driven by that undefined feeling that life is merely a duty to be carried out, rather than something to be fundamentally questioned.

2. Preparing for the Consequences (Adaptation) Here, too, the reactive dominates the proactive. We repair what breaks rather than adapting the infrastructure to the new reality. The "heat traps" McGuire described—poorly insulated homes and overheated, sealed cities—have already become a deadly normality during the summer in many parts of Europe and the world. Power grids collapse under the strain of air conditioning, and crop failures caused by droughts or destruction by flash floods are simply accepted, rather than the systems being systematically overhauled.

As you have already noted in your own observations of human behaviour, the collective seems only capable of genuine change when the consequences are quite literally felt physically, rather than merely understood intellectually. We ignore the warnings until our own bodies or our immediate surroundings can no longer deny the damage.

It is a quiet, almost bloodless resignation to the inevitable. The hope that we might yet escape or halt climate breakdown is distant, nearly extinguished. What remains is a sober engagement with a world that is changing inexorably, according to predictable and often destructive patterns. We no longer need to delude ourselves into believing we can turn the tide; we can only seek a way to exist amidst the wreckage of our own inertia, in the silence of this realisation."
 
 



"You're going to need a bigger boat"



 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


Samstag, 4. Juli 2026

Alles in allem zufrieden


DHL, mal wieder.
Vor ein paar Jahren war es noch so:
"Ah, die Lieferung kommt per DHL. Dann ist es ja gut."

Inzwischen ist eigentlich jeder andere Paketdienst sicherer und zuverlässiger, sogar Hermes.
Heute war es zur Abwechslung mal nicht

- Das Paket wird beschädigt und notdürftig geflickt in das Fach der Packstation gestopft, Pulver aus einem durchlöcherten Beutel läuft in größerer Menge heraus.

oder

- Das Paket entspricht angeblich nicht den DHL-Anforderungen & wird an den Absender zurückgeschickt (auf Deutsch: das Paket mitsamt Inhalt wurde so stark beschädigt daß es "beim besten Willen" nicht mehr zustellbar war).

oder

- Das Zustellfahrzeug steht bereits in der Einfahrt, fährt dann aber nach mehreren Minuten wieder ab ohne daß jemand aussteigt & Du liest in der Sendungsverfolgung "Konnte nicht zugestellt werden, weil es technische Probleme gab oder die Arbeitszeit überschritten war".

Heute neu:

- Die Pakete werden ungewöhnlich früh in die Packstation eingestellt, aber die Tür des Faches öffnet sich nicht. Es macht *Klick* aber die Scheiß-Tür geht nicht auf.

"Rufen Sie unseren Service unter dieser Bonner Nummer an."
Ich rufe an -
"Wir werden personenbezogene Daten für zwei Jahre speichern, mkay?
Wir verbinden Sie jetzt mit unserer KI Jana. Sollte Jana Ihr Problem nicht lösen können, werden Sie mit einem menschlichen Mitarbeiter verbunden."
Jana sagt mir, nachdem ich umständlich erklärt habe um was es geht & eine sehr lange Nummer eingegeben habe, daß sie da nichts machen könne & wünscht mir einen schönen Tag.

Von zu Hause aus rufe ich nochmal die scheiß Nummer an, schaffe es diesmal, an Jana vorbeizukommen & verbringe die nächsten 15 Minuten meines Lebens in der Warteschleife, mit beschissener Musik in unglaublich schlechter Audio-Qualität (Wochenschau von 1930 stellt vergleichsweise HighEnd dar) und Durchhalteparolen alle 15 Sekunden - "Noch ein paar Augenblicke!", "Gleich geht's los!".

Dann kommt "Bitte nehmen Sie sich nach dem Gespräch noch die Zeit unseren Service zu bewerten."
Ja, klar doch, Ihr Wichser.
Schließlich meldet sich tatsächlich eine junge Frau mit osteuropäischem Akzent, hört sich meinen Text an & erklärt mir, ein Techniker würde das Fach reparieren und dann könne ich mein Zeug abholen.
Nach Gesprächsende lese ich auf meinem Display "Waren Sie alles in allem mit unserem Service zufrieden? JA oder NEIN."
Ich will das Gespräch wegdrücken, aber ich kann nicht.
Um das Gespräch beenden zu können, muß ich die Frage beantworten.
Es ist nicht zu fassen.

"Alles in allem."
Nicht "Sind Sie zufrieden?" oder "Konnten wir Ihr Problem lösen?".
Nein.
"Waren Sie ALLES IN ALLEM zufrieden?"

2026 - das Jahr, in dem "alles in allem zufrieden" der Goldstandard ist.

Ich habe dann auch auf JA geklickt.
Alles in allem bin ich zufrieden.



Bilder: ChatGPT

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

BizarroLand


Ein paar Leute wollen an einem Frühsommertag in der Ostsee schwimmen gehen.
Ergebnis: "Zahlreiche Rettungswagen und ein Rettungshubschrauber mussten anrücken. Der Grund: die kühle Temperatur der Ostsee." (ndr.de)

"Der Wind war stark. Wie die Leitstelle berichtet, ist das Ostseewasser über Nacht aufgewühlt worden und offensichtlich extrem abgekühlt. Einen Meter unter der Wasseroberfläche sollen nur 8 Grad gemessen worden sein. Sogar Schwimmer im Neoprenanzug sollen es nicht lange in der Ostsee ausgehalten haben.

Vier Menschen kamen laut Leitstelle ins Krankenhaus. Bei einer Person war die Unterkühlung lebensbedrohlich. Andere konnten am Strand in Zelten und mit Decken versorgt werden. Die ganze Veranstaltung wurde daraufhin abgebrochen."



 

 

 

 

 

 

 

Freitag, 3. Juli 2026

Ihre Sicherheit in guten Händen 2


 



 

 

 

 

 

 

 

 

 

Prokrastination und die Kunst des unnötigen Leidens


"Ich habe gestern (mal wieder) eine Angelegenheit endlich erledigt, die ich zuvor wochenlang aufgeschoben hatte - wegen meiner Befürchtung, es würde einen gewissen Aufwand und eine Menge Nerven kosten.
Die betreffende Sache war dann ganz einfach zu bewältigen und in kürzester Zeit zu meiner Zufriedenheit erfolgreich erledigt.
Sie musste allerdings erledigt werden, weil sie sonst in absehbarer Zeit tatsächlich zu Problemen geführt hätte, die Aufwand und Nerven kosten würden.
Einerseits war es nicht besonders klug von mir, wochenlang mit diesem flauen Gefühl unerledigter Dinge herumzulaufen, obwohl die Erledigung unausweichlich war.
Andererseits hätte ja nun auch zwischenzeitlich die Welt untergehen können, oder es hätten sich andere Katastrophen einstellen können.

Bitte einen ironischen Essay über dieses merkwürdige Verhalten schreiben.
"


Claude Sonnet 5:

Plädoyer für den Aufschub

Eine Verteidigungsschrift in eigener, spät eingereichter Sache

Es gibt einen sehr speziellen Straftatbestand, für den es bislang weder Gesetzbuch noch Gerichtshof gibt, obwohl vermutlich die gesamte erwachsene Menschheit regelmäßig schuldig wird: das wochenlange Aufschieben einer lästigen, aber im Grunde simplen Angelegenheit – aus der bloßen Ahnung heraus, sie könnte Mühe kosten.

Der Tatbestand ist immer derselbe. Man weiß, dass X erledigt werden muss. Man weiß auch, dass X, wenn nicht erledigt, Y nach sich zieht, und Y ist unangenehmer als X. Trotzdem entscheidet man sich, mit bemerkenswerter Konsequenz, für Z: nichts tun. Wochenlang. Bis der innere Mahner – dieses charakteristische, flaue Gefühl der Unerledigtheit – so laut wird, dass man X schließlich doch erledigt. Und dann, binnen zwanzig Minuten, mit einer Leichtigkeit, die im Rückblick fast beleidigend wirkt: erledigt. Zufriedenstellend. Ohne jede der befürchteten Komplikationen.

Ich beantrage in eigener Sache mildernde Umstände.

Erster Einwand: Akrasia, oder das älteste Alibi der Philosophie

Schon Aristoteles hat sich mit diesem Phänomen herumgeschlagen und ihm einen Namen gegeben: Akrasia, die Willensschwäche – das Handeln wider besseres Wissen. Man weiß, was richtig ist, und tut es trotzdem nicht, nicht weil man es nicht wüsste, sondern weil das Wissen allein offenbar nicht genügt, um den inneren Widerstand zu überwinden. Zweieinhalbtausend Jahre Philosophiegeschichte, und wir haben es nicht geschafft, dieses Problem zu lösen – wir haben lediglich gelernt, es eleganter zu benennen. Das ist, zugegeben, kein Freispruch. Aber es ist ein Präzedenzfall, und in Ermangelung von Fortschritt darf man sich zumindest auf schlechte Gesellschaft berufen.

Zweiter Einwand: das eschatologische Alibi

Hier wird die Verteidigung interessant. Denn während der Wochen des Aufschubs hätte, das ist nicht von der Hand zu weisen, tatsächlich etwas Größeres dazwischenkommen können. Die Welt hätte untergehen können. Zumindest hätten sich andere, dringlichere Katastrophen einstellen können, gegen die die ursprüngliche Angelegenheit vollkommen belanglos geworden wäre. Unter dieser Prämisse war das Zögern nicht Nachlässigkeit, sondern eine Form der angewandten epistemischen Bescheidenheit: Man handelt nicht vorschnell, wenn man nicht wissen kann, ob das Handeln überhaupt noch relevant sein wird.

Das Problem an diesem Argument – und die Verteidigung räumt es an dieser Stelle offen ein – ist, dass es sich nachträglich immer bewahrheiten lässt, aber niemals im Voraus. Es lässt sich außerdem auf buchstäblich jede Tätigkeit anwenden, die man nicht ausführen möchte. Niemand frühstückt unter Berufung auf die Möglichkeit, vor dem Mittagessen zu sterben; das eschatologische Alibi wird, seltsamerweise, ausschließlich für Behördengänge, Steuerformulare und unangenehme Telefonate geltend gemacht, nie für Dinge, die Freude bereiten. Die Konsequenz in der Anwendung dieses Arguments beschränkt sich exakt auf die Fälle, in denen sie einem zupasskommt – was für eine Verteidigungsstrategie eher entlarvend als entlastend ist.

Beweisaufnahme

Bemerkenswert ist zudem, mit welcher Präzision der psychologische Apparat funktioniert, der einen an die unerledigte Sache erinnert. Der sogenannte Zeigarnik-Effekt – benannt nach einer sowjetischen Psychologin, die in den 1920er-Jahren feststellte, dass unerledigte Aufgaben sich hartnäckiger im Gedächtnis halten als erledigte – sorgt dafür, dass die Angelegenheit nicht in Vergessenheit gerät, sondern als leises Hintergrundrauschen bestehen bleibt: nicht laut genug, um sofort zu handeln, aber laut genug, um dauerhaft zu stören. Man trägt sie mit sich wie ein Damoklesschwert von überschaubarer Klingenlänge – nicht lebensbedrohlich, aber unangenehm genug, um jeden entspannten Feierabend ein wenig zu trüben.

Die eigentliche Pointe der ganzen Angelegenheit ist also nicht, dass die Aufgabe leicht war. Das war absehbar – die meisten Aufgaben dieser Kategorie sind es. Die Pointe ist, dass das Wissen um ihre Leichtigkeit den Aufschub nicht verhindert hat. Man wusste es die ganze Zeit, ungefähr so, wie man weiß, dass der Zahnarzttermin nicht schmerzhaft wird, und schiebt ihn trotzdem auf, mit einer Hartnäckigkeit, die intellektuell nicht zu rechtfertigen, aber emotional vollkommen konsistent ist.

Urteil

Schuldig – im Sinne der Anklage, wenn auch mit Bewährung. Bewährungsauflage: keine. Denn die Verteidigung ist überzeugt, dass die nächste Angelegenheit dieser Art in absehbarer Zeit erneut wochenlang liegen bleiben wird, unabhängig davon, wie überzeugend dieses Plädoyer ausgefallen ist. Selbsterkenntnis, das lehrt die Erfahrung, ist notorisch schlecht darin, Verhalten zu ändern – sie eignet sich jedoch hervorragend dazu, das eigene Fehlverhalten mit einer gewissen Würde zu begleiten. Und solange die Welt in der Zwischenzeit nicht untergeht, wird das wohl reichen müssen.