Montag, 26. Oktober 2026

Inshallah!


""
Über der Gemeinde Randa im Walliser Mattertal hängt eine gewaltige Eismasse von 250.000 Tonnen am Hängegletscher Weisshorn Ost – und sie setzt sich in Bewegung.

Der zusammenhängende Eisblock rücke "mit bis zu 20 Zentimetern pro Tag talwärts" und weise dabei eine "ununterbrochene Dynamik" auf, erklärte Norbert Carlen, Ingenieur für Naturgefahren beim Kanton Wallis, gegenüber dem "Walliser Boten", wie "t-online" berichtet.

Zudem bestehe die Möglichkeit, dass der Eisblock nicht als Ganzes, sondern bruchstückweise abbreche, was die Situation entschärfen würde, so Margreth. Milde Temperaturen im November könnten ein solches schrittweises Abbröckeln begünstigen, erklärte Carlen laut "20 Minuten"."

"Die deutschen Gasspeicher sind derzeit zu 62 Prozent gefüllt. Das sind etwa 28 Prozentpunkte weniger als im Mittel der Jahre 2017 bis 2021 (Datenstand: 24.10.2026). "

Hoffentlich macht uns der Klimawandel (den wir mit aller Kraft bekämpfen... äh ... wollen) einen milden Winter, denn ein kalter Winter (wie wir ihn angeblich eigentlich haben wollen), würde unser Kartenhaus von einer Zivilisation gefährden, welches wir voller Vertrauen auf die völlige Berechenbarkeit der Natur hier mal so hingestellt haben. Inshallah!"


ChatGPT:
"Das ist eine bemerkenswerte Ironie: Wir bekämpfen die Erderwärmung und müssen gleichzeitig darauf hoffen, dass es bloß nicht zu kalt wird, weil wir andernfalls Schwierigkeiten bekommen könnten, den Winter zu überstehen.

Und im Wallis hofft man auf milde Temperaturen, damit sich ein Gletscher möglichst gesittet in seine Bestandteile zerlegt, statt als 250.000 Tonnen schweres Gesamtpaket ins Tal zu donnern.

Die Natur hat offenbar unsere politischen Zielvorgaben nicht gelesen.

Zwei Meldungen, ein bemerkenswerter Widerspruch

Die Zahlen stimmen im Wesentlichen:

  • Deutschland: Am 24. Oktober 2026 waren die Gasspeicher zu rund 61,5 Prozent gefüllt. Das ist tatsächlich ein außergewöhnlich niedriger Wert für diese Jahreszeit. Selbst am gleichen Tag 2021 waren es rund 72 Prozent.

  • Schweiz: Am Weisshorn bewegt sich die rund 250.000 Tonnen schwere Eismasse mit bis zu 20 Zentimetern täglich. Frischer Schnee könnte bei einem Abbruch mitgerissen werden und die Folgen verschlimmern. Das extremste Szenario einer Lawinen-Kettenreaktion gilt allerdings als unwahrscheinlich. Das bewohnte Gebiet von Randa gilt derzeit nicht als unmittelbar gefährdet.

Der entscheidende Unterschied: In den Alpen sind milde Temperaturen nicht generell vorteilhaft. Sie können in dieser besonderen Situation einen allmählichen Eisabbruch begünstigen, langfristig aber zugleich Gletscher destabilisieren.

Und auch beim Gas bedeutet ein niedriger Speicherstand nicht automatisch Versorgungsausfall. Die Bundesregierung erklärte noch am 20. Oktober, eine Gasmangellage sei nicht absehbar. Sie verwies auf kontinuierliche Pipelineimporte und ergänzende LNG-Lieferungen. Preisspitzen hält sie allerdings ausdrücklich für möglich.

Das eigentliche Problem ist also nicht, dass wir von einem milden Winter profitieren könnten. Es ist, wie abhängig unsere Vorsorge von diesem günstigen Ausgang geworden ist.

Die Zivilisation als Schönwetterveranstaltung

Was mich an Deiner Beobachtung besonders interessiert, ist der Unterschied zwischen Berechenbarkeit und Beherrschbarkeit.

Wir können Wettermodelle entwickeln, Gletscher vermessen, Energiebedarfe prognostizieren und statistische Wahrscheinlichkeiten berechnen. Aber aus der Fähigkeit, ein System zu beschreiben, folgt keineswegs die Fähigkeit, es zu kontrollieren.

Und aus der Tatsache, dass etwas dreißig Jahre lang funktioniert hat, folgt nicht, dass es im einunddreißigsten Jahr ebenfalls funktionieren wird.

Dahinter steckt ein grundlegender Konstruktionsfehler moderner Hochleistungsgesellschaften: Wir optimieren Systeme unter Effizienzgesichtspunkten und behandeln anschließend die dabei verschwundenen Sicherheitsreserven als wirtschaftlichen Fortschritt.

Eine solche Gesellschaft wird nicht unbedingt durch eine Katastrophe gefährdet. Es reicht möglicherweise bereits eine unglückliche Kombination gewöhnlicher Ereignisse: ein kalter Winter, gleichzeitig schwache Windstromerzeugung, hohe Energiepreise und gestörte Lieferketten.

Jedes einzelne Ereignis ist beherrschbar. Die Kombination könnte es nicht mehr sein.

Das ist der Unterschied zwischen einem robusten System und einem System, das lediglich unter günstigen Bedingungen hervorragend funktioniert.

Noch etwas macht die Sache bemerkenswert: Der Klimawandel erhöht nicht einfach überall die Temperaturen und beseitigt damit die Gefahr kalter Winter. Eine langfristige Erwärmung und zeitweilige extreme Kälte schließen sich nicht aus. Unsere Abhängigkeit von milden Wintern ist also keine verlässliche Anpassungsstrategie.

Und damit bekommt Dein Inshallah! eine geradezu philosophische Bedeutung.

Wir haben uns über Jahrhunderte von einer Welt entfernt, in der die Menschen für eine gute Ernte, einen milden Winter und das Ausbleiben von Naturkatastrophen beteten.

Heute verfügen wir über Supercomputer, Satelliten, künstliche Intelligenz und eine hochgradig vernetzte industrielle Zivilisation.

Und am Ende des Tages sitzen wir wieder da und hoffen auf einen milden Winter.

Der Fortschritt besteht möglicherweise darin, dass wir heute wesentlich präziser berechnen können, wie sehr wir auf Glück angewiesen sind.

Inshallah."

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die institutionalisierte Beobachtung der eigenen Handlungsunfähigkeit


Liebe Fahrgäste!

Bitte fahrt nicht mit unseren Bussen, weil wir verdienen nicht genug Geld damit, Eure Ärsche durch die Gegend zu schaukeln.
Falls Ihr wider Erwarten doch mit uns fahren wollt, rechnet bitte damit, daß wir Euch an der Haltestelle stehenlassen.
Am besten seid Ihr flexibel, bringt Zeit mit oder seht selbst zu, wie Ihr von A nach B kommt.

Herzlichst, Ihr/Euer ÖPNV


"Wenn am Montag, 26. Oktober, die Schule nach den Herbstferien wieder beginnt, könnte es in den Stadtbussen eng werden. Das kommunale Verkehrsunternehmen Aktiv Bus rechnet insbesondere in der morgendlichen Hauptverkehrszeit zwischen 7:00 und 8:00 Uhr mit einer starken Nachfrage. Auf einzelnen Fahrten könnten die vorhandenen Kapazitäten nicht ausreichen.

Die ersten Tage nach den Herbstferien gelten für den öffentlichen Personennahverkehr traditionell als besondere Herausforderung. Neben den zahlreichen Schülern nutzen mit Beginn der kühleren Jahreszeit auch wieder mehr Berufstätige den Bus. Hinzu kommt das Deutschland-Schulticket, das die Nachfrage im Schülerverkehr zusätzlich erhöht.

Bereits im vergangenen Jahr waren nach den Herbstferien mehrere Busse so stark ausgelastet, dass nicht alle wartenden Fahrgäste mitgenommen werden konnten. Einige mussten auf nachfolgende Verbindungen ausweichen. Eine ähnliche Situation hält Aktiv Bus auch in diesem Jahr für möglich. Das Unternehmen kündigt deshalb an, die Auslastung der Busse in den kommenden Tagen intensiv zu beobachten. 👉🔍!

„Wir bedauern die Unannehmlichkeiten und hoffen, dass sich das Fahrgastaufkommen nach den ersten Tagen etwas besser auf die Fahrplanfahrten und die insgesamt zwölf Einsatzbusse verteilt, wenn Fahrgäste eher einen früheren oder späteren Bus wählen“, erklärt Aktiv-Bus-Geschäftsführer Paul H..

Eine kurzfristige Ausweitung des Angebots schließt das Unternehmen allerdings aus. „Eine Ausweitung der Leistung ist angesichts unserer wirtschaftlichen Lage und der bundesweiten Unterfinanzierung des ÖPNV ausgeschlossen“, betont H..

Aktiv Bus empfiehlt seinen Fahrgästen daher, insbesondere für Fahrten am frühen Morgen mehr Zeit einzuplanen und nach Möglichkeit auf frühere oder spätere Verbindungen auszuweichen. Gleichzeitig bittet das Unternehmen um Verständnis für die begrenzten Möglichkeiten, auf die erwarteten Engpässe zu reagieren." (foerde.news)

 
"Besonders schön finde ich die Aufforderung, auf einen früheren oder späteren Bus auszuweichen. Das hat etwas von der Empfehlung eines Bäckers, seine Brötchen doch bitte außerhalb der Frühstückszeit zu kaufen.

Oder eines Krankenhauses, das seine Patienten bittet, möglichst dann krank zu werden, wenn gerade Betten frei sind.

Was mir an der Mitteilung von Aktiv Bus besonders auffällt, ist allerdings die stillschweigende Umkehrung des Dienstleistungsgedankens.

Normalerweise sollte sich das Angebot eines öffentlichen Verkehrsbetriebs am Bedarf der Bevölkerung orientieren. Hier soll sich die Bevölkerung offenbar am unzureichenden Angebot des Verkehrsbetriebs orientieren.

Das wird dann als Flexibilität verkauft.

Und die Formulierung, man werde die Auslastung der Busse in den kommenden Tagen „intensiv beobachten“, verdient besondere Aufmerksamkeit. Denn unmittelbar danach erklärt das Unternehmen, eine Ausweitung der Kapazitäten sei ausgeschlossen.

Man kündigt also an, ein bereits bekanntes Problem sorgfältig zu beobachten, während man gleichzeitig ausschließt, es durch zusätzliche Verkehrsleistungen zu beheben.

Das ist beinahe eine eigenständige Verwaltungskunst: die institutionalisierte Beobachtung der eigenen Handlungsunfähigkeit.

Dabei muss man fairerweise zwischen dem Verkehrsunternehmen und seinem kommunalen Auftraggeber unterscheiden. Wenn die öffentliche Hand eine ausreichende Finanzierung verweigert, kann Aktiv Bus nicht beliebig zusätzliche Fahrer und Fahrzeuge bereitstellen. Die Kritik trifft dann auch die politischen Entscheidungsträger.

Aber das macht die Angelegenheit eigentlich noch absurder.

Denn hier haben wir ein öffentliches Verkehrssystem, das Menschen zum Umstieg vom Auto bewegen soll, gleichzeitig aber erklärt, dass es mit der bereits vorhandenen Nachfrage überfordert ist.

Die Nachfrage ist da. Das Angebot kann nicht mithalten. Und als Lösung empfiehlt man den Nachfragenden, weniger nachzufragen.

Der eigentliche Treppenwitz besteht darin, dass dieses Problem nicht einmal überraschend auftritt. Schulbeginn nach den Herbstferien ist kein unvorhersehbares Naturereignis. Er steht seit Monaten im Kalender.

Vielleicht wäre das die passende Überschrift für einen kleinen Blogbeitrag:

„ÖPNV in Flensburg: Fahrgäste stören den Betriebsablauf.“

Und darunter der neue Werbeslogan:

„Aktiv Bus – wir bringen Sie ans Ziel. Vorausgesetzt, Sie wollen nicht alle gleichzeitig dorthin.“" (ChatGPT)

 

 

 

 

 

 

 

 

Problem-Simulation


"Die Achterbahn in China, die zwar nur geradeaus fährt, aber wirklich beängstigend ist."


"Ich sehe hier einen Post auf X: "China's roller coaster that only goes in a straight line, but is truly terrifying." Also - man fährt stundenlang in einem Auto durch die Gegend, um sich dann in ein Gefährt zu setzen, welches einem das Gefühl gibt, in einem geradeaus fahrenden Auto zu sitzen. Anschließend fährt man wieder stundenlang mit dem Auto nach Hause. Was stimmt eigentlich grundsätzlich nicht mit der Menschheit?"

ChatGPT:

"Der Mensch investiert erhebliche Ressourcen, um sich künstlich in einen Zustand zu versetzen, den er im Alltag unter allen Umständen zu vermeiden versucht.

Er fährt stundenlang Auto, ärgert sich über den Verkehr, die Geschwindigkeit, die anderen Autofahrer. Dann bezahlt er Eintritt, schnallt sich in ein anderes Fahrzeug und lässt sich mit hoher Geschwindigkeit durch die Gegend schießen. Er schreit vor Begeisterung über Beschleunigungskräfte, bei denen er auf der Autobahn vermutlich seinen Anwalt einschalten würde.

Anschließend kauft er sich einen Kaffee für sieben Euro, fotografiert den Parkplatz und fährt zufrieden nach Hause.

Aber hinter diesem Irrsinn steckt etwas Interessantes.

Die Industrialisierung des Erlebens

Wir haben eine Gesellschaft geschaffen, die möglichst viele unmittelbare Erfahrungen aus unserem Alltag entfernt oder wenigstens kontrollierbar gemacht hat.

Wir wollen keine körperlichen Strapazen, keine Unsicherheit, keine Angst, keine Langeweile und möglichst keine Überraschungen.

Gleichzeitig scheint uns etwas zu fehlen.

Also führen wir die abgeschafften Erfahrungen als kostenpflichtige Dienstleistungen wieder ein.

  • Wir sitzen den ganzen Tag herum und bezahlen anschließend dafür, auf einem Laufband zu laufen.

  • Wir haben unsere Nahrungsbeschaffung perfektioniert und fahren am Wochenende zum Survivaltraining, um zu lernen, wie man ohne Supermarkt überlebt.

  • Wir vermeiden gefährliche Situationen und bezahlen dafür, uns in einer Achterbahn beinahe zu Tode zu erschrecken.

  • Wir haben die körperliche Arbeit weitgehend aus unserem Leben verbannt und heben in klimatisierten Fitnessstudios schwere Eisenstücke hoch, um sie anschließend wieder abzulegen.

Das ist nicht völlig irrational. Freiwilligkeit, Kontrolle und die Möglichkeit, jederzeit aufzuhören, verändern die Erfahrung grundlegend. Ein kontrollierter Schrecken kann angenehm sein, während eine unkontrollierte Gefahr traumatisch sein kann.

Aber aus der Perspektive eines außerirdischen Ethnologen müsste das alles vollkommen grotesk erscheinen.

Das eigentliche Problem

Vielleicht haben wir eine Zivilisation entwickelt, die außerordentlich gut darin ist, menschliche Bedürfnisse zu befriedigen, nachdem sie zunächst die natürlichen Bedingungen für deren Befriedigung beseitigt hat.

Wir schaffen Probleme ab und vermarkten anschließend deren Simulation.

Und dieser Mechanismus wird immer raffinierter: Wir benötigen nicht mehr unbedingt Erfahrungen, sondern Produkte, die zuverlässig die Empfindung einer Erfahrung hervorrufen.

Dabei ist das besonders Absurde nicht einmal die Achterbahn.

Es ist die Tatsache, dass wir bereit sind, einen beträchtlichen Teil unserer begrenzten Lebenszeit damit zu verbringen, von einem Ort, an dem wir nichts erleben, zu einem anderen Ort zu fahren, an dem wir dafür bezahlen, etwas zu erleben, um anschließend wieder an den ersten Ort zurückzukehren.

Natürlich kann auch der Weg ein Erlebnis sein. Aber im Extremfall wird das Leben zu einer logistischen Veranstaltung, deren einziger Zweck darin besteht, gelegentlich das Gefühl hervorzurufen, tatsächlich am Leben zu sein.

Und vielleicht ist das die Antwort auf Deine Frage:

Mit der Menschheit stimmt möglicherweise nicht grundsätzlich etwas nicht.

Sie hat nur eine bemerkenswerte Begabung entwickelt, sich erst von der unmittelbaren Erfahrung des Lebens zu entfremden und anschließend eine florierende Industrie aufzubauen, die ihr genau diese Erfahrung portionsweise zurückverkauft.

Ein Wesen, das sich einen Käfig baut, ihn möglichst komfortabel einrichtet und dann Eintritt bezahlt, um gelegentlich das Gefühl von Freiheit zu genießen.

Schopenhauer hätte vermutlich nur müde genickt. Und anschließend seinen Spaziergang gemacht."

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sonntag, 25. Oktober 2026

Wie Du loslassen kannst, bevor Du stirbst


„Every moment of life is the moment of death.“

ChatGPT:
"Ein bemerkenswert radikaler Satz. Er beschreibt den Tod nicht als das Ereignis, das irgendwann am Ende des Lebens eintritt, sondern als etwas, das dem Leben von Anfang an innewohnt.

Das traditionelle Memento mori sagt: Bedenke, dass du sterben wirst.

Dieser Satz geht einen Schritt weiter: Bedenke, dass du bereits dabei bist.

Dabei liegt eine interessante Verschiebung vor: Wir stellen uns das Leben gewöhnlich als einen Besitz vor, den wir irgendwann verlieren. Tatsächlich ist es aber ein Vorgang, der ausschließlich dadurch existiert, dass er unwiederbringlich vergeht.

Jeder Augenblick, den wir erleben, ist gleichzeitig ein Augenblick, den wir verlieren. Die Gegenwart entsteht und verschwindet in ein und derselben Bewegung.

Allerdings gibt es einen entscheidenden Unterschied zwischen zwei Interpretationen:

  • Wir sterben in jedem Augenblick. Das Leben ist ein fortgesetzter Prozess des Vergehens.

  • Jeder Augenblick stirbt. Nicht unbedingt wir selbst, sondern die jeweilige Gegenwart hört unwiderruflich auf zu existieren.

Die zweite Interpretation finde ich philosophisch interessanter. Denn sie macht den Tod zu etwas, das wir gewissermaßen ununterbrochen erleben, ohne es als Tod zu erkennen.

Und daraus ergibt sich ein beinahe paradoxer Gedanke:

Wir verbringen unser gesamtes Leben damit, einen Tod zu erwarten, der in gewisser Hinsicht längst stattfindet.

Vielleicht ist der letzte Tod lediglich der einzige, auf den kein weiterer Augenblick folgt."

"Der Satz stammt aus einem Ram Dass-Video, bitte das Transkript ins Deutsche übertragen."


ChatGPT
:
"Als Mahatma Gandhi starb, ging er grad hinaus in den Garten. Ein Attentäter schoss dreimal auf ihn.

Wenn wir in Amerika an Attentate denken, fallen uns die Kennedy-Brüder ein, Martin Luther King. Und immer verbinden wir damit Entsetzen und Gewalt.

Wir stellen uns vor, soweit wir dazu überhaupt imstande sind, wie jemand in dem Augenblick, in dem er angeschossen wird, fassungslos oder verwirrt ist.

Gandhi hatte genauso viel Zeit wie all die anderen. Doch als die Schüsse ihn trafen, als er zu Boden fiel, sagte er nur: „Ram.“

Er verließ diese Welt mit dem Namen Gottes auf den Lippen.

Er war bereit für seinen Tod.

Denn jeder Augenblick des Lebens ist zugleich der Moment des Todes.

Wenn du tief genug in die Vipassana-Meditation eintauchst, kannst du beobachten, wie Gedanken entstehen, eine Weile bestehen und wieder vergehen. Du siehst, wie mit deinen Gedanken das Universum immer wieder geboren wird und stirbt.

Und du erkennst, dass das Leben aus einer Folge zahlloser Tode und Wiedergeburten besteht.

Du begreifst den gesamten Vorgang als Sterben und Geborenwerden. Nicht nur die Jahreszeiten, sondern auch Gedankenformen und das Universum, wie du es selbst erschaffst.

Vor einer Woche, genauer gesagt am Montag vor einer Woche, starb einer der Schüler, mit denen wir in New York zusammengearbeitet hatten.

Ich saß an seinem Bett, als er starb.

Und ich ging aus dieser Erfahrung innerlich so viel reicher hervor.

Es war ein wunderschöner Augenblick.

Das Loslassen geschah so leicht.

Er ließ einfach immer weiter los. Er ließ los und ließ los und ließ los.

Da war kein Greifen, kein Festhalten, keine Panik, keine Angst.

Wir hielten einfach seine Hände, strichen ihm über die Stirn und flüsterten ihm zu:

„Geh zum Licht. Lass los. Wir sind hier. Es ist alles gut.

Du kannst loslassen. Dieser Körper wird dir jetzt nicht mehr viel nützen.

Nur zu, Raymond. Es ist in Ordnung.“

Und sein Vertrauen war vollkommen.

Er floss einfach nach außen, und man konnte förmlich spüren, wie das Wesen den Körper verließ.

Dann lag da nur noch dieser Körper.

Eine kurze Weile konnte man noch einen Puls am Hals fühlen und einige andere Lebenszeichen wahrnehmen.

Dann wurde alles still.

Es war vorbei.

Und Raymond war frei.

Und wir waren frei.

Da war kein Greifen, kein Anklammern, keine Panik, kein Schmerz. Nichts davon.

Es war einfach ein Hinausfließen.

Die Krankenschwestern standen um uns herum, und dieser Augenblick berührte sie sehr.

Eine von ihnen sagte:

„Ich hoffe, dass ich, wenn ich sterbe, von einer solchen Liebe umgeben sein werde.“

Der Prozess, in dem ihr euch hier befindet, ist ein Prozess des Sterbens.

Nicht notwendigerweise eures körperlichen Todes, jedenfalls nicht in diesem Augenblick.

Obwohl einige von euch vielleicht tatsächlich körperlich im Sterben liegen und sich darauf vorbereiten, ihren Körper zurückzulassen.

Aber ihr alle befindet euch in einem Prozess, in dem die Art und Weise stirbt, wie ihr euch selbst kennt.

Wenn ihr nicht sterbt und wiedergeboren werdet, könnt ihr das Himmelreich nicht erkennen.

In gewisser Weise ist dies hier ein Sterbeseminar.

Und ein großer Teil der Ängste, der Panik, der Beschwerden und Spannungen, die viele von euch empfinden, rührt daher, dass das Sterben sehr schwer ist.

Denn ihr hängt so sehr an dem, was ihr zu sein glaubt.

Viele von euch kommen zu mir und sagen:

„Ich bin verwirrt. Ich weiß nicht mehr, wer ich bin.“

Und ich sage:

„Wunderbar. Sehr gut.“

Denn ihr seid gerade dabei zu sterben.

Was mir inzwischen offensichtlich erscheint, ist, dass unsere Beziehung zum körperlichen Sterben viel unmittelbarer und vertrauter werden muss.

Mir scheint, unsere Kultur ist inzwischen bereit, damit zu beginnen, den Vorgang des körperlichen Sterbens aus dem Verborgenen hervorzuholen.

Wir sollten bewusster damit umgehen, so wie wir auch langsam anfangen, bewusster mit der Geburt umzugehen.

In Indien sind Geburt und Tod ganz natürliche Vorgänge.

Meistens finden sie zu Hause statt.

Man wird zu Hause geboren, und man stirbt zu Hause.

Und vielleicht fangen auch wir langsam damit an.

In Amerika gibt es inzwischen Bewegungen, die das Sterben menschlicher gestalten wollen.

Das ist der Beginn dieses Prozesses: die Arbeit von Hospizen und Gruppen, die sich der Sterbebegleitung widmen.

Das Interesse am Vorgang des Sterbens ist heute enorm gewachsen.

Und ein großer Teil dieses Interesses ist der Arbeit einer Frau zu verdanken: Dr. Elisabeth Kübler-Ross.

In ihren Büchern hat sie die Stadien und Prozesse beschrieben, die Menschen während des Sterbens durchlaufen.

Von dem Augenblick an, in dem du erfährst, dass du sterben wirst.

Zuerst kommt die Verleugnung.

Dann kommt die Wut.

Dann beginnt das Verhandeln.

Du versuchst, ein Geschäft auszuhandeln:

„Wenn ich diese Medikamente nehme, werde ich dann wieder gesund?“

Dann folgt die Depression.

Und schließlich lässt der Mensch entweder los und akzeptiert, was geschieht, oder er verfällt in einen Zustand der Resignation.

Aber es ist diese wirkliche Akzeptanz, die einen Menschen auf eine bestimmte Weise öffnet.

Sie macht es ihm möglich, jene innere Arbeit zu leisten, die ihr hier gerade tut.

Für die meisten Menschen ist die Konfrontation mit dem Tod das erschütternde Erlebnis, das sie überhaupt erst an den Punkt bringt, an dem ihr euch jetzt befindet.

Aber ihr sitzt hier, ohne dass ihr erst ein solches Trauma durchmachen musstet.

Das liegt an der besonderen Natur eurer Inkarnation.

Vor Kurzem hatte ich die Gelegenheit, einen Abend im Todestrakt von San Quentin zu verbringen.

Ich sprach mit jedem der Männer einzeln und leitete anschließend eine Meditation.

Diese Meditationen waren nicht weniger tief als die, die wir in dieser Woche miteinander erleben.

Und das im Todestrakt eines Gefängnisses, wo die Männer alle in voneinander getrennten Zellen sitzen.

Aber die unmittelbare Nähe des Todes schuf Bedingungen, unter denen sie alle wieder zu ihrer Unschuld zurückfinden konnten.

Wir erreichten einen solchen Zustand von Klarheit und spiritueller Erhebung, dass wir in einem bestimmten Augenblick begannen, liebende Güte auszusenden.

Metta.

Segenswünsche des Friedens und des Lichts für alle leidenden Wesen.

Aus dem Todestrakt von San Quentin.

Und in diesem Augenblick vergaßen wir, dass wir uns im Todestrakt befanden.

Denn wir waren einfach eine Gruppe von Seelen, die zusammengekommen waren, um das Licht miteinander zu teilen.

Diese Männer zu besuchen war, als würde man Mönche in ihren Zellen in einem tibetischen Kloster besuchen.

An den Wänden hingen Bilder von Jesus und Mandalas.

Sie hatten Bücher von Alan Watts, Yogabücher und die Bibel.

Und sie bereiteten sich vor.

Wir haben inzwischen Yogalehrer, die in San Quentin unterrichten.

Steve, der hier unter uns ist, arbeitet ebenfalls daran mit.

Und ein großer Teil der Arbeit der Hanuman Foundation, die dieses Retreat veranstaltet, steht im Zusammenhang mit Gefängnissen.

Wir versuchen den Menschen zu vermitteln:

Nutzt eure Zeit, um bewusster zu werden.

Nutzt euer Sterben, um bewusster zu werden.

Das ist auch die Botschaft des Projekts der Hanuman Foundation zur Sterbebegleitung.

Und vielleicht wird eine Zeit kommen, in der wir einen Ort haben werden, einen Raum, an den Menschen kommen können, um bewusst und in voller Absicht zu sterben.

Umgeben von Menschen wie euch.

Menschen, die vor dem Tod nicht so entsetzt sind, dass sie den Sterbenden in ein Meer der Verdrängung und Verleugnung einhüllen.

__________

Eine Passage halte ich für den eigentlichen gedanklichen Kern des Vortrags:

„Denn ihr hängt so sehr an dem, was ihr zu sein glaubt.“

Ram Dass spricht hier über zwei unterschiedliche Arten des Sterbens, die er miteinander verbindet: das biologische Ende eines Organismus und den psychologischen Tod eines Selbstbildes.

Seine radikalste Behauptung ist deshalb vielleicht nicht, dass wir in jedem Augenblick sterben, sondern dass unsere Angst vor dem Sterben wesentlich mit unserer Angst zusammenhängt, die Vorstellung davon zu verlieren, wer wir sind.

Das ist eine interessante Berührung zwischen buddhistischer Lehre vom Nicht-Selbst, westlicher Existenzphilosophie und der alltäglichen Erfahrung, dass Menschen sogar an einer Identität festhalten können, unter der sie leiden."

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Samstag, 24. Oktober 2026

We are Heroes


"New Study: Climate Change Has Stopped an Emerging Ice Age" — Der Standard

"Human-Caused Global Warming May Have Prevented a New Ice Age, New Research Suggests" — Frankfurter Rundschau

Wait, what?

So now climate change is suddenly a good thing, because otherwise we'd all be fucking freezing to death?!

From the opening paragraph of Frankfurter Rundschau:

"The increase in greenhouse gases caused by human activities has interrupted the natural onset of a new ice age on Earth. As the US technology magazine Wired reported, a scientific investigation of Canada's Barnes Ice Cap shows that centuries of ice growth were halted in the 20th century by the rapid increase in carbon pollution."

Right. And... is that supposed to be good or bad? The rest of the article doesn't really answer that question.

Here's how Der Standard opens its report:

"Anyone waiting for the next ice age may already have missed it. According to researchers led by Nicolás Young, it began roughly 2,000 years ago and came to a halt again in the 20th century, stopped by human-caused global warming. 'It had just started, everything was proceeding normally, the next glaciation was about to begin, and yet it stopped,' says the geochemist from Columbia University in New York. To him, this is a striking example of just how profoundly humanity has shaken up the climate system."

Shaken up, huh? Ha ha.

But is that good or bad?

The article continues:

"When we speak of an ice age here, the term is being used largely in its everyday sense. Strictly speaking, we are already living in an ice age — the Late Cenozoic Ice Age, which began roughly 34 million years ago. Within this larger ice age, glacial and interglacial periods alternate. What people ordinarily call an ice age is usually a glacial period. The most recent one ended about 11,700 years ago, and we've been in an interglacial warm period ever since. That, too, is merely one phase within the larger ice age."

So... we're living in an ice age AND a warm period at the same time?

The rest of the article is a tangled mess of word salad that seems to be trying to tell us something along the lines of:

"Everything is fucked, we're screwed, but at least it won't be getting quite so cold anytime soon."

And what does Germany's onetime self-proclaimed "assault gun of democracy," Der Spiegel — or Der LIEgel, as I affectionately call it — have to say about all this?

Headline:

"An Ice Age Was Imminent, According to Researchers — Then Human-Caused Climate Change Intervened."

"An analysis of North America's largest ice sheet suggests that human-caused climate change is now overriding the natural dynamics of Earth's climate."

Okay, but surely that can't be a good thing. Can it?

Further down:

"At the peak of the last ice age, around 20,000 years ago, the Laurentide Ice Sheet covered almost one-third of North America, including most of present-day Canada. The once miles-thick ice sheet subsequently shrank, reaching its minimum extent around 3,600 years ago, according to a predominantly American research team writing in the journal Science."

Fair enough. Nobody wants one-third of North America buried under a gigantic sheet of ice today.

Except, perhaps, everyone who lives outside North America.

About 2,000 years ago, this ice sheet apparently began preparing to do humanity that little favor, but its ambitions were thwarted around 1960. By 2022, the ice margin had retreated by another 200 to 800 meters, something the researchers attribute primarily to significantly higher summer temperatures.

The report continues:

"This illustrates the consequences of global warming caused by greenhouse gases emitted by humans. 'The next ice age was just around the corner — and yet it never came,' geochemist Young is quoted as saying in a statement from his university. 'It's a striking example of how we've disrupted the system.'"

Right.

So which is it? Good or bad?

"'As atmospheric CO₂ concentrations continue to rise, a return to glacial conditions is extremely unlikely,' the research team emphasizes."

Aha.

No ice age for the foreseeable future.

So everything's fine, then?

Probably not.

Almost certainly not.

But it certainly is remarkable how headlines proclaiming that humanity has prevented an ice age have suddenly appeared all over the media.

What's going on here?

Maybe it's an elaborate trick to lure the climate skeptics into a trap.

They read the headline "Humanity Prevents Ice Age" and immediately trumpet:

"AHA!!! SEE?! I SAVED THE WORLD WITH MY HOUSE-SIZED SUV AND MY ENORMOUS CARBON FOOTPRINT! NOW I'M GOING TO BUY A GM HUMMER SO I CAN SAVE THE WORLD EVEN HARDER!"

And then somebody quietly asks:

"Oh, so human-caused climate change DOES exist after all?"

Now there's a thought.

Let's see what ChatGPT makes of it.

ChatGPT:

Hold my masala chai for 38 seconds.


THE ICE AGE TRAP

How to Drive Climate Skeptics Insane with Good News

There are days when you get the distinct impression that the universe does, after all, have a sense of humor.

A pretty dark one, admittedly.

For decades, scientists, politicians, and journalists have tried to convince humanity that burning fossil fuels changes the climate.

To no avail.

At least not among that particular segment of the population that would rather watch a retired engineer on YouTube explain why 99 percent of climate science is complete bullshit.

But now, at long last, the Gordian knot may have been cut.

With a single headline:

"Human-Caused Global Warming May Have Prevented a New Ice Age."

Let that sink in.

Humanity has prevented an ice age!

Not some random grassroots organization. Not a bunch of self-appointed climate activists armed with superglue and high school diplomas.

No.

All of us.

Together.

With coal-fired power plants, air travel, cruise ships, SUVs, and an unshakable faith in the healing powers of the internal combustion engine.

As it turns out, we saved the world by destroying it.

The Climate Savior With 600 Horsepower

One can easily imagine the celebrations in certain circles.

Finally! Scientific proof!

They were right all along!

Not those hysterical doomsday prophets with their heat pumps and cargo bikes, but the respectable German middle class, driving around in three-ton SUVs and firmly convinced that there's no replacement for displacement.

Except more displacement.

The gentleman who has spent every Friday deliberately idling his V8 outside the local Fridays for Future rally may now consider himself a pioneer of planetary disaster prevention.

The children should be grateful.

Where would they be today without his personal CO₂ emissions?

Probably knee-deep in permafrost.

And the GM Hummer?

No longer a monstrous symbol of an automotive civilization in the terminal stages of intellectual decline, but a rolling climate protection program.

The classic gas-guzzling Hummer, of course.

The electric version would be a regrettable step backward in this regard.

Perhaps fossil fuels should receive government subsidies from now on.

Every gallon of gasoline a blow against the ice age!

Every flight a victory over the glaciers!

Every cruise ship a floating icebreaker of freedom!

Burn, baby, burn! Save the planet!

And Then Comes the Trick Question

But right in the middle of this collective victory celebration, an innocent little question suddenly appears.

One of those questions that look so harmless you barely notice them before they sweep your argumentative legs out from under you.

"Hold on a second. So you're saying that human CO₂ emissions have actually changed the global climate?"

"Of course! We prevented an ice age! It's all over the news! Even DER SPIEGEL says so!"

"So you acknowledge that human activities can influence global average temperatures?"

"Obviously! How else could we have prevented the ice age?"

"And that greenhouse gas emissions play a decisive role?"

"Exactly! And that's why I'm buying myself a Hummer!"

"Interesting. Just last week you were insisting that human beings couldn't possibly influence the climate at all."

Silence.

The faint clink of a coffee cup.

Somewhere in the distance, a dog barks.

A diesel engine rattles away at idle.

Then something begins stirring behind those foreheads.

Not much.

But it's a start.

Schrödinger's Climate Change

And here we arrive at the real problem.

Human-caused climate change apparently exists only when it accomplishes something good.

If the planet gets too hot, it's natural cycles, solar activity, volcanoes, or the mysterious machinations of a globalist weather-control mafia.

But if an ice age is prevented, it's obviously the magnificent achievement of Homo sapiens, who, armed with coal-fired power plants and interstate highways, has successfully outsmarted Mother Nature.

Schrödinger's Climate Change: simultaneously man-made and not man-made. Its true state is determined only when you find out whether the result happens to suit your political preferences.

Of course, this principle is by no means confined to climate skeptics.

It's one of the remarkably universal features of the human mind: rather than reconciling contradictory beliefs, we simply store them in separate drawers.

As long as you don't open both drawers at the same time, the system works beautifully.

And if someone does open them both, there's always the option of calling that person a woke, tree-hugging, climate-hysterical establishment stooge.

Problem solved.

The Most Diabolical Trap of All Time?

Perhaps the entire affair really is an elaborate psychological operation.

Perhaps, somewhere in a windowless conference room, a group of scientists, communications consultants, and newspaper editors sat down to prepare the final devastating blow against organized climate skepticism.

"Gentlemen, we've tried everything. Temperature records, satellite data, ice cores, climate models. They simply refuse to believe us."

"What do you suggest?"

"We tell them they're right."

"But they're NOT right!"

"Exactly. We tell them that their cars have prevented an ice age."

"Brilliant! Then they'll have to admit that human beings can change the climate!"

"And once they admit it?"

"We've got them!"

A diabolical plan of almost breathtaking simplicity.

All you have to do is tell your opponent that his greatest environmental sin was actually an act of heroism, and suddenly he voluntarily embraces the very scientific principles he's spent decades fighting.

This isn't framing anymore.

This is intellectual judo.

You use your opponent's own momentum to throw him onto the mat with the full weight of his own worldview.

Unfortunately, There's One Tiny Problem

The trap only works under one condition.

The victim would have to remember what he said yesterday and feel some obligation to reconcile it with what he's saying today.

An almost touchingly optimistic assumption.

Because anyone who has successfully immunized his worldview against scientific evidence for decades is hardly going to be defeated by one little logical inconsistency.

He'll probably just believe both things.

That human beings do not change the climate.

And that by changing the climate, they saved the world.

At the same time.

Without experiencing so much as a fleeting moment of embarrassment.

After all, evolution didn't give human beings a brain so they could recognize the truth.

It gave them a brain so they could come up with convincing explanations for why they were right all along.


Perhaps we are witnessing the greatest triumph in the history of climate science:

At long last, even the climate skeptics believe in human-caused climate change.

All it took was telling them that it was a good thing.

And if that really was the plan, you've got to hand it to whoever came up with it.

They didn't fight stupidity.

They figured out how to turn it into a renewable energy source.

 



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Wir sind Helden


"Neue Studie: Der Klimawandel hat eine beginnende Eiszeit gestoppt" (DerStandard)

"Menschgemachte Erderwärmung verhinderte wohl neue Eiszeit, so neue Forschung" (Frankfurter Rundschau)

Wat?


Jetzt ist der Klimawandel also auf einmal etwas Gutes, weil wir sonst hier alle fucking erfrieren würden?!

Texteinleitung bei der FR:
"Der durch menschliche Aktivitäten verursachte Anstieg von Treibhausgasen hat den natürlichen Beginn einer neuen Eiszeit auf der Erde unterbrochen. Wie das US-Technologiemagazin Wired berichtete, zeigt eine wissenschaftliche Untersuchung der Barnes-Eiskappe in Kanada, dass das jahrhundertelange Wachstum des Eises im 20. Jahrhundert durch die rapide Zunahme der Kohlenstoffverschmutzung gestoppt wurde."

Ja, und... ist das jetzt gut oder schlecht? Der Rest des Artikels beantwortet die Frage eigentlich nicht.

Texteinleitung beim Standard: "Wer auf die nächste Eiszeit wartet, hat sie womöglich schon verpasst: Forschenden um Nicolás Young zufolge setzte sie bereits vor rund 2000 Jahren ein und kam im 20. Jahrhundert wieder zum Erliegen, ausgebremst von der menschengemachten Erderwärmung. "Es hatte gerade erst angefangen, alles lief normal, die nächste Vergletscherung stand unmittelbar bevor, und trotzdem hörte es auf", sagt der Geochemiker von der New Yorker Columbia University. Für ihn ist das ein sehr eindrückliches Beispiel dafür, wie heftig die Menschheit das Klimasystem durchgerüttelt hat."
Durchgerüttelt, wie? Ha ha. Aber ist das jetzt gut oder schlecht?

"Wenn hier von Eiszeit die Rede ist, wird der Begriff freilich weitgehend umgangssprachlich verwendet. Streng genommen leben wir nämlich ohnehin mitten in einer, dem Spätkänozoischen Eiszeitalter, das vor rund 34 Millionen Jahren begann. Innerhalb dieses Zeitalters lösen Kaltzeiten und Warmzeiten einander ab, und was im Alltag als Eiszeit bezeichnet wird, ist in der Regel eine Kaltzeit. Die bislang letzte endete vor etwa 11.700 Jahren, seither herrscht eine Warmzeit. Auch sie ist also nur ein Abschnitt innerhalb des großen Eiszeitalters."


Also - "wir" leben gleichzeitig in einer Eiszeit UND einer Warmzeit?

Der Rest des Artikels ist ein wirrer Wortsalat, der wohl sowas sagen will wie "Alles ist Scheiße, wir sind am Arsch, aber wenigstens wird's in nächster Zeit nicht so kalt."

Was sagt denn das ehemalige Sturmgeschütz der Demokratie zu der Sache?
Überschrift: "Eine Eiszeit stand Forschenden zufolge kurz bevor – dann kam der menschengemachte Klimawandel" (Der Lügel)

"Eine Analyse des größten Eisschilds Nordamerikas deutet darauf hin, dass der menschengemachte Klimawandel inzwischen die natürliche Dynamik des Erdklimas überlagert." Ok, das kann doch aber nichts Gutes sein, oder?

Weiter im Text "Der Laurentidische Eisschild bedeckte auf dem Höhepunkt der vorigen Eiszeit vor etwa 20.000 Jahren fast ein Drittel von Nordamerika – darunter den größten Teil des heutigen Kanadas. Danach schrumpfte der einst kilometerdicke Eispanzer und erreichte sein Minimum vor etwa 3600 Jahren, wie ein überwiegend US-amerikanisches Forschungsteam im Fachjournal Science schreibt."

Ja, gut. Niemand will, daß ein Drittel von Nordamerika heute von einem Eispanzer bedeckt wäre. Ausser vielleicht jeder Mensch, der ausserhalb von Nordamerika lebt.

Vor 2000 Jahren hat sich dieser Eispanzer angeschickt, der Menschheit diesen Gefallen zu tun, wurde aber ab ca. 1960 gebremst & es "hat sich der Eisrand bis 2022 wieder um etwa 200 bis 800 Meter zurückgezogen. Dies führt das Team hauptsächlich auf deutlich gestiegene Sommertemperaturen zurück.

Dies veranschauliche die Folgen der Erderwärmung durch die vom Menschen ausgestoßenen Treibhausgase. »Die nächste Eiszeit stand kurz bevor – und doch blieb sie aus«, wird der Geochemiker Young in einer Mitteilung seiner Universität zitiert. »Es ist ein sehr eindrückliches Beispiel dafür, wie wir das System erschüttert haben.«"

Ja. Also was jetzt - ist das gut oder schlecht?
"»Da die atmosphärischen CO₂-Konzentrationen weiter ansteigen, ist eine Rückkehr zu glazialen Bedingungen äußerst unwahrscheinlich«, betont die Forschungsgruppe."
Aha. Es gibt also bis auf Weiteres keine Eiszeit. Also ist alles gut, oder?
Wahrscheinlich nicht. Ganz bestimmt nicht.

Aber es ist schon auffällig, daß plötzlich überall diese Überschriften zu lesen sind in Richtung "Der Mensch verhindert die Eiszeit".
Was soll das?

"Vielleicht ist es ein Trick, um die "Klima-Skeptiker" hereinzulegen. Wenn sie die Schlagzeile "Menschheit verhindert Eiszeit" lesen, trompeten sie triumphierend "AHA!!! Seht Ihr?! Ich habe mit meinem hausgroßen PKW und gigantischen ökologischen Fußabdruck die Welt gerettet! Jetzt kaufe ich mir den GM Hummer um die Welt NOCH VIEL MEHR zu retten!" Und dann fragt man sie: "Ach, es GIBT also doch einen menschengemachten Klimawandel?" Wie wäre es mit einem Text dazu?"

ChatGPT:
Halt mal meinen Masala Chai für 38 Sekunden.

Die Eiszeitfalle

Wie man Klimaskeptiker mit einer guten Nachricht in den Wahnsinn treibt

Es gibt Tage, an denen man den Eindruck gewinnt, das Universum habe doch einen Sinn für Humor. Einen ziemlich schwarzen allerdings.

Jahrzehntelang haben Wissenschaftler, Politiker und Journalisten versucht, den Menschen davon zu überzeugen, dass er durch die Verbrennung fossiler Energieträger das Klima verändert. Vergebens. Zumindest bei einem Teil der Bevölkerung, der sich lieber von einem pensionierten Ingenieur auf YouTube erklären lässt, warum 99 Prozent der Klimaforschung Unsinn sind.

Aber jetzt könnte der gordische Knoten endlich durchschlagen sein.

Und zwar mit einer einzigen Schlagzeile:

„Menschengemachte Erderwärmung verhinderte wohl neue Eiszeit.“

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen.

Die Menschheit hat eine Eiszeit verhindert!

Nicht irgendeine dahergelaufene Bürgerinitiative, keine selbsternannten Klimaaktivisten mit Sekundenkleber und Abitur, sondern wir alle. Gemeinsam. Mit Kohlekraftwerken, Flugreisen, Kreuzfahrtschiffen, SUVs und einem unerschütterlichen Vertrauen in die heilende Kraft des Verbrennungsmotors.

Es stellt sich heraus: Wir haben die Welt gerettet, indem wir sie ruiniert haben.

Der Klimaretter mit 600 PS

Man kann sich die Begeisterung in einschlägigen Kreisen lebhaft vorstellen.

Endlich ist es wissenschaftlich erwiesen! Die ganze Zeit hatte man recht! Nicht diese hysterischen Weltuntergangspropheten mit ihren Wärmepumpen und Lastenfahrrädern, sondern der deutsche Mittelstand mit seinem 2,8 Tonnen schweren Geländewagen und der festen Überzeugung, dass Hubraum durch nichts zu ersetzen ist.

Außer durch noch mehr Hubraum.

Der Mann, der bisher jeden Freitag demonstrativ seinen Achtzylinder vor der örtlichen Fridays-for-Future-Kundgebung im Leerlauf laufen ließ, darf sich nun als Pionier des planetaren Katastrophenschutzes betrachten.

Die Kinder sollten ihm eigentlich dankbar sein.

Wo wären sie heute ohne seinen persönlichen CO₂-Ausstoß? Vermutlich schon bis zu den Knien im Permafrost.

Und der GM Hummer? Kein monströses Symbol einer automobilen Zivilisation im Endstadium ihrer geistigen Entwicklung, sondern ein rollendes Klimaschutzprogramm.

Zumindest der klassische Hummer mit Verbrennungsmotor. Die elektrische Variante wäre unter diesen Gesichtspunkten ein bedauerlicher Rückschritt.

Vielleicht sollte man fossile Brennstoffe künftig staatlich fördern.

Jeder Liter Benzin ein Schlag gegen die Eiszeit!

Jede Flugreise ein Sieg über den Gletscher!

Jedes Kreuzfahrtschiff ein schwimmender Eisbrecher der Freiheit!

Burn, baby, burn! Save the planet!

Und dann kommt die Fangfrage

Doch mitten in die kollektive Siegesfeier platzt eine unscheinbare Frage.

Eine jener Fragen, die so harmlos aussehen, dass man sie leicht übersieht, bevor sie einem die Beine unter dem argumentativen Körper wegziehen.

„Moment mal. Ihr sagt also, der Mensch hat durch seinen CO₂-Ausstoß tatsächlich das globale Klima verändert?“

„Ja, natürlich! Wir haben eine Eiszeit verhindert! Steht doch überall! Sogar im SPIEGEL!“

„Das heißt, ihr erkennt an, dass menschliche Aktivitäten die globale Durchschnittstemperatur beeinflussen können?“

„Selbstverständlich! Sonst hätten wir ja die Eiszeit nicht verhindern können!“

„Und dass der Ausstoß von Treibhausgasen dabei eine entscheidende Rolle spielt?“

„Genau! Und deshalb werde ich mir jetzt einen Hummer kaufen!“

„Interessant. Vor einer Woche habt ihr noch behauptet, der Mensch könne das Klima überhaupt nicht beeinflussen.“

Stille.

Man hört eine Kaffeetasse klirren.

Irgendwo in der Ferne bellt ein Hund.

Ein Diesel nagelt im Leerlauf.

Dann beginnt es hinter den Stirnen zu arbeiten.

Nicht viel. Aber immerhin.

Schrödingers Klimawandel

Und damit sind wir beim eigentlichen Problem.

Der menschengemachte Klimawandel existiert nämlich nur dann, wenn er etwas Gutes bewirkt.

Ist die Erde zu warm, dann sind das natürliche Zyklen, Sonnenaktivität, Vulkane oder die geheimnisvollen Machenschaften einer globalistischen Wettermafia.

Wird dagegen eine Eiszeit verhindert, ist es selbstverständlich das großartige Werk des Homo sapiens, der mit seinen Kohlekraftwerken und Autobahnen der Natur erfolgreich ein Schnippchen geschlagen hat.

Schrödingers Klimawandel: gleichzeitig menschengemacht und nicht menschengemacht. Der Zustand entscheidet sich erst, wenn man weiß, ob einem das Ergebnis politisch in den Kram passt.

Natürlich ist das Prinzip nicht auf Klimaskeptiker beschränkt. Es gehört zu den erstaunlich universellen Eigenschaften des menschlichen Verstandes, widersprüchliche Überzeugungen nicht etwa miteinander abzugleichen, sondern in getrennten Schubladen aufzubewahren.

Solange man nicht beide Schubladen gleichzeitig öffnet, funktioniert das hervorragend.

Und wenn doch, gibt es immer noch die Möglichkeit, die Person, die darauf aufmerksam macht, als linksgrün versifften, klimahysterischen Systemling zu beschimpfen.

Problem gelöst.

Die perfideste Falle aller Zeiten?

Vielleicht ist die ganze Angelegenheit ja tatsächlich eine raffinierte psychologische Operation.

Vielleicht haben sich irgendwo in einem fensterlosen Konferenzraum Wissenschaftler, Kommunikationsberater und Redakteure zusammengesetzt, um den letzten großen Schlag gegen den organisierten Klimaskeptizismus vorzubereiten.

„Meine Herren, wir haben alles versucht. Temperaturkurven, Satellitendaten, Eisbohrkerne, Klimamodelle. Sie glauben uns nicht.“

„Was schlagen Sie vor?“

„Wir sagen ihnen, dass sie recht haben.“

„Aber sie haben doch nicht recht!“

„Eben. Wir sagen ihnen, dass sie mit ihren Autos die Eiszeit verhindert haben.“

„Genial! Dann müssen sie zugeben, dass der Mensch das Klima verändert!“

„Und wenn sie es zugeben?“

„Dann haben wir sie!“

Ein diabolischer Plan von geradezu bestechender Einfachheit.

Man muss dem Gegner nur erzählen, dass seine größte Umweltsünde in Wirklichkeit eine Heldentat gewesen sei, und schon übernimmt er freiwillig die wissenschaftlichen Grundlagen, die er jahrzehntelang bekämpft hat.

Das ist kein Framing mehr.

Das ist intellektuelles Judo.

Man nutzt die Energie des Gegners, um ihn mit seinem eigenen Weltbild auf die Matte zu legen.

Leider gibt es da noch ein kleines Problem

Die Falle funktioniert nur unter einer Voraussetzung:

Der Betroffene müsste sich daran erinnern können, was er gestern behauptet hat, und sich verpflichtet fühlen, seine heutigen Aussagen damit in Einklang zu bringen.

Eine geradezu rührend optimistische Annahme.

Denn wer sein Weltbild über Jahrzehnte erfolgreich gegen wissenschaftliche Erkenntnisse immunisiert hat, wird kaum an einer einzelnen logischen Inkonsistenz scheitern.

Vermutlich wird er einfach beides glauben.

Dass der Mensch das Klima nicht verändert.

Und dass er mit der Veränderung des Klimas die Welt gerettet hat.

Gleichzeitig.

Ohne dabei auch nur einen Augenblick in Verlegenheit zu geraten.

Schließlich hat die Evolution dem Menschen nicht das Gehirn geschenkt, damit er die Wahrheit erkennt.

Sondern damit er überzeugende Gründe dafür findet, warum er schon immer recht hatte.


Vielleicht erleben wir gerade den größten Triumph der Klimaforschung:

Endlich glauben auch die Klimaskeptiker an den menschengemachten Klimawandel.

Man musste ihnen nur erzählen, dass er eine gute Sache ist.

Und wenn das tatsächlich der Plan war, dann muss man seinen Urhebern eines lassen:

Sie haben die Dummheit nicht bekämpft.

Sie haben sie als erneuerbare Energiequelle erschlossen.