Samstag, 15. August 2026

SHEEEEEIIIT


"Der ehemalige Cambridge-Professor Jason Arday ist im Alter von 41 Jahren in London gestorben. Wie die Londoner Metropolitan Police mitteilte, wurde Arday am Freitagnachmittag in einer Wohnung im Stadtteil Battersea im Süden der britischen Hauptstadt leblos aufgefunden." (berlinerzeitung)

"Der Akademiker war 2023 als jüngster schwarzer Professor in der Geschichte der Universität Cambridge berufen worden und galt als eine der bekanntesten Stimmen im Bereich Bildung und soziale Gerechtigkeit in Großbritannien. In den vergangenen Wochen geriet Arday jedoch zunehmend unter Druck. Medienberichte hatten ihm vorgeworfen, in seiner Doktorarbeit zahlreiche Passagen verwendet zu haben, die mit Arbeiten anderer Studierender übereinstimmten...

Arday räumte öffentlich Fehler in seiner wissenschaftlichen Arbeit ein, bestritt jedoch die gegen ihn erhobenen Vorwürfe. Er erklärte, seine autistische Veranlagung führe dazu, dass er Informationen häufig durch Nachahmung und Wiederholung verarbeite. Zudem kritisierte er die öffentliche Berichterstattung scharf und erklärte gegenüber britischen Medien, die Darstellung seiner Person als „Lügner und Fantast“ sei nicht akzeptabel.

Neben den Plagiatsvorwürfen waren auch verschiedene Angaben zu seinen persönlichen Erfolgen infrage gestellt worden. So korrigierte Arday eigene Aussagen über einen Benefizlauf über 600 Meilen und die Höhe von Spendengeldern, die er nach eigenen Angaben für wohltätige Zwecke gesammelt hatte. Darüber hinaus sah er sich mit Vorwürfen konfrontiert, bei seinem Rücktrittsschreiben künstliche Intelligenz eingesetzt zu haben."










Jenseits des absoluten Minimums


"Die derzeit geltenden staatlichen Empfehlungen für körperliche Aktivität und Eiweißzufuhr sind einer Analyse der Cambridge-Universität zu niedrig angesetzt. Der Grund: Sie orientieren sich zu stark am Vermeiden von Mangelerscheinungen statt am langfristigen Erhalt von Gesundheit. Zu diesem Ergebnis kommt Chris Macdonald, Fellow am Lucy Cavendish College der Universität Cambridge und Direktor des Better Protein Institute. Seine Thesen sind  am 17. Juni 2026 in der Fachzeitschrift Frontiers in Nutrition erschienen. (berlinerzeitung)
Bitte fasse das entspechende Paper zusammen, in einem etwas ironischen Artikel für eine Website mit dem Zielpublikum "Ovo-lacto-vegetarische, nichtrauchende, nichtautofahrende, radfahrende Hobby-Kraftsportler mit ökologischem Bewusstsein".

ChatGPT:
"Der Staat will, dass du nicht verhungerst. Cambridge hätte da einen anderen Vorschlag.

Was passiert, wenn man Gesundheits­empfehlungen nicht danach beurteilt, was gerade noch ausreicht, sondern danach, wie man möglichst lange kräftig, beweglich und geistig halbwegs anwesend bleibt?

Es gibt wissenschaftliche Erkenntnisse, die einen nicht sonderlich überraschen. Und dann gibt es solche, bei denen man sich fragt, warum dafür eigentlich eine Universität nötig war.

Chris Macdonald, Fellow des Lucy Cavendish College der University of Cambridge und Direktor des Better Protein Institute, hat sich eine ziemlich banale Frage gestellt: Was sollte ein Mensch eigentlich tun, wenn er nicht lediglich vermeiden möchte, an Bewegungsmangel und Proteinmangel zugrunde zu gehen, sondern möglichst lange gesund und selbstständig bleiben will?

Seine Antwort, veröffentlicht am 17. Juni 2026 in Frontiers in Nutrition, ist einigermaßen unerquicklich für die Freunde des gesundheitlichen Minimalprinzips:

Mehr bewegen. Intensiver bewegen. Muskeln benutzen. Und mehr Protein essen.

Das Paper trägt den hübschen Titel Beyond the bare minimum – also ungefähr: Jenseits des absoluten Minimums.

Und damit sind wir bereits mitten in einem interessanten gesellschaftlichen Problem.


Das große Missverständnis mit dem Minimum

Gesundheitsempfehlungen funktionieren traditionell ein wenig wie die Bedienungsanleitung eines Toasters.

Sie beantworten vor allem die Frage:

Wie wenig kann ein Mensch tun, ohne dass es akut problematisch wird?

Das ist für eine Bevölkerungspolitik durchaus sinnvoll. Wenn man Empfehlungen für 68 Millionen Menschen formuliert, kann man schlecht voraussetzen, dass jeder morgens freiwillig Langhantelkniebeugen macht, anschließend mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt und abends Tofu in den Shaker kippt.

Also definiert man Mindestwerte.

Beim Protein liegt die britische Empfehlung beispielsweise bei etwa 0,75 g pro Kilogramm Körpergewicht und Tag. Diese Größenordnung wurde ursprünglich vor allem unter dem Gesichtspunkt entwickelt, eine ausreichende Stickstoffbilanz und damit die Vermeidung eines Mangels sicherzustellen.

Das ist ungefähr die Ernährungsphilosophie von:

„Du brauchst mindestens so viel, damit dein Körper nicht auseinanderfällt.“

Macdonald stellt dem eine andere Frage gegenüber:

„Wie viel brauchst du, damit dein Körper möglichst lange leistungsfähig bleibt?“

Das sind zwei ziemlich verschiedene Fragen.

Und vermutlich ist es keine große Überraschung, dass sie zu zwei ziemlich verschiedenen Antworten führen.


Der menschliche Körper ist offenbar kein Zimmerbonsai

Beim Thema Bewegung wird es noch interessanter.

Macdonald fasst zahlreiche Studien zusammen, nach denen bereits relativ geringe Mengen körperlicher Aktivität mit einem niedrigeren Sterberisiko verbunden sind. Gleichzeitig nimmt der Nutzen mit zunehmender Aktivität weiter zu.

Besonders interessant ist die Kombination aus Ausdauertraining und Krafttraining.

In den von ihm ausgewerteten Daten war eine hohe muskuläre Leistungsfähigkeit mit erheblich geringerem Sterberisiko verbunden. Niedrige Muskelkraft war dagegen mit einem ungefähr dreifach höheren Risiko verbunden; sehr niedrige kardiorespiratorische Fitness sogar mit einem ungefähr fünffach höheren Risiko gegenüber hoher Fitness.

Man könnte daraus die etwas unromantische Schlussfolgerung ziehen:

Das Alter ist möglicherweise weniger ein Schicksal als ein Trainingszustand.

Natürlich altert der Mensch.

Aber zwischen

„Ich bin jetzt 70, da kann man nichts machen“

und

„Ich bin 70 und mein Körper ist entsprechend unbrauchbar“

liegt eine ziemlich große Zone menschlicher Entscheidungsfreiheit.

Macdonald verweist außerdem auf Daten, nach denen die Kombination aus aerober Aktivität und Krafttraining mit einer Größenordnung von etwa 40 Prozent niedrigerer Gesamtsterblichkeit verbunden sein kann. Das ist allerdings eine Beobachtungsdaten-basierte Assoziation und kein Versprechen, dass exakt 40 Prozent Lebensverlängerung im Fitnessstudio herumliegen.

Die Wissenschaft sagt also nicht:

„Mach 30 Minuten Hanteln und du bekommst 40 Prozent Rabatt auf den Tod.“

Leider.


Und jetzt kommt das Protein

Hier wird das Paper für die Zielgruppe dieses Artikels besonders interessant.

Denn wer sich überwiegend pflanzlich ernährt, Rad fährt, Krafttraining betreibt und dabei versucht, seinen ökologischen Fußabdruck nicht auf die Größe eines Kleinwagens wachsen zu lassen, befindet sich in einem etwas anderen Universum als der durchschnittliche Couchbewohner.

Der Proteinbedarf hängt nämlich nicht nur davon ab, ob man lebt, sondern auch davon, was man mit seinem Körper anstellt.

Training setzt einen zusätzlichen Bedarf an Aminosäuren voraus. Muskelgewebe wird belastet, repariert und angepasst.

Das bedeutet:

Der Körper eines bewegungsarmen Menschen und der eines regelmäßig trainierenden Menschen haben nicht dieselbe Proteinsituation.

Macdonald verweist auf Untersuchungen, nach denen höhere Proteinzufuhr bei Krafttraining mit größeren Zuwächsen an Muskelmasse und Kraft verbunden ist. Er diskutiert Mengen, die deutlich über den klassischen Mindestempfehlungen liegen; für trainierende Menschen werden in der Literatur beispielsweise Bereiche von ungefähr 1,3 bis 3,5 g/kg/Tag untersucht, wobei das keineswegs bedeutet, dass 3,5 g/kg für den durchschnittlichen Hobby-Kraftsportler notwendig wären.

Das ist ein wichtiger Punkt.

Denn aus

„Mehr Protein kann sinnvoll sein“

folgt nicht automatisch

„Jeder sollte jetzt vier Kilogramm Skyr am Tag essen.“

Auch Cambridge hat die Protein-Mafia nicht vollständig übernommen.


Der ältere Körper spielt nach anderen Regeln

Besonders relevant ist das Thema für ältere Menschen.

Mit zunehmendem Alter wird es schwieriger, Muskelmasse und Muskelkraft zu erhalten. Gleichzeitig sind genau diese Eigenschaften entscheidend für Selbstständigkeit.

Nicht für den Strand.

Nicht für Instagram.

Sondern für ziemlich banale Dinge wie:

  • vom Stuhl aufstehen,

  • Treppen steigen,

  • einen Koffer tragen,

  • nach einem Sturz wieder hochkommen,

  • einkaufen,

  • Fahrrad fahren,

  • im Garten arbeiten,

  • und irgendwann vielleicht auch einmal ein Marmeladenglas öffnen, ohne dafür die Feuerwehr zu rufen.

Macdonald verweist auf Studien, in denen höhere Proteinzufuhr bei älteren Menschen mit besserem Erhalt von Muskelmasse und Funktion verbunden war.

Das ist vermutlich die vernünftigste Begründung für Krafttraining im Alter:

Man trainiert nicht, um jünger auszusehen. Man trainiert, damit das Alter weniger Macht über den eigenen Körper bekommt.


Und was bedeutet das für den Tofu-Radfahrer?

Nun kommen wir zum wirklich interessanten Teil.

Denn Macdonald argumentiert ausdrücklich, dass eine höhere Proteinzufuhr nicht zwangsläufig mit mehr Tierhaltung, mehr Fleisch und damit mehr ökologischer Belastung verbunden sein muss.

Protein lässt sich auch aus pflanzlichen Quellen beziehen.

Tofu, Hülsenfrüchte, Soja, Getreidekombinationen, proteinreiche pflanzliche Produkte und entsprechende Supplemente können eine hohe Proteinzufuhr ermöglichen, ohne dafür täglich ein Rindvieh in den Garten stellen zu müssen.

Das Paper betont allerdings auch eine wichtige Feinheit:

Proteinmenge ist nicht dasselbe wie Proteinqualität.

Nicht jede Proteinquelle liefert dieselbe Aminosäurezusammensetzung und dieselbe Verdaulichkeit. Bei pflanzlichen Proteinquellen kann deshalb je nach Quelle und Ziel eine etwas größere Gesamtmenge sinnvoll sein. Gleichzeitig können gut zusammengestellte pflanzliche Mahlzeiten beziehungsweise Proteinmischungen durchaus ausreichende Mengen essentieller Aminosäuren liefern.

Für Ovo-Lacto-Vegetarier ist die Situation ohnehin komfortabler.

Milchprodukte und Eier liefern hochwertige Proteine, während Soja, Hülsenfrüchte und andere pflanzliche Quellen die ökologische Seite des Problems verbessern können.

Oder, weniger akademisch:

Man muss nicht zwischen Muskelmasse und Planet Erde wählen.

Man muss nur ein wenig darüber nachdenken, was man isst.


Protein hat noch einen Nebeneffekt

Macdonald diskutiert außerdem die Rolle proteinreicher Ernährung beim Fettverlust.

Protein sättigt stark und besitzt einen höheren thermischen Effekt als Kohlenhydrate und insbesondere Fett. Ein größerer Teil der aufgenommenen Proteinenergie wird bereits für Verdauung und Verarbeitung wieder verbraucht.

Das macht Protein nicht zu einer magischen Fettverbrennungsdroge.

Es ist aber ein ziemlich praktisches Werkzeug für jemanden, der gleichzeitig Muskeln erhalten und ein wenig Fett verlieren möchte.

Also genau für jene absurde Lebensphase, in der man versucht, gleichzeitig weniger zu essen und dem Körper mitzuteilen:

„Bitte baue nichts ab. Vor allem nicht die Muskeln. Das Fett darfst du gerne nehmen.“

Der menschliche Organismus findet diese Anweisung verständlicherweise etwas widersprüchlich.

Eine ausreichende Proteinzufuhr und Krafttraining helfen dabei, die Prioritäten etwas klarer zu formulieren.


Die interessante Pointe: Das Minimum ist nicht das Optimum

Das eigentliche Argument des Papers ist deshalb weniger:

„Esst mehr Protein!“

und auch nicht:

„Trainiert härter!“

Die interessantere These lautet:

Unsere öffentlichen Empfehlungen beantworten häufig die falsche Frage.

Sie fragen:

Was ist das Minimum, das wir einer Bevölkerung empfehlen müssen, damit möglichst wenige Menschen einen Mangel entwickeln?

Macdonald möchte stattdessen wissen:

Was wäre die optimale körperliche Aktivität und Proteinzufuhr, wenn unser Ziel maximale Gesundheitsspanne, Selbstständigkeit und funktionelle Leistungsfähigkeit wäre?

Das ist ein fundamentaler Perspektivwechsel.

Und plötzlich sieht die durchschnittliche Empfehlung ziemlich merkwürdig aus.

Man sagt einem Menschen:

„Bewegen Sie sich ein bisschen.“

Aber nicht unbedingt:

„Entwickeln Sie Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und eine hohe kardiorespiratorische Fitness.“

Man sagt:

„Achten Sie auf ausreichende Proteinzufuhr.“

Aber nicht unbedingt:

„Wenn Sie älter werden und Ihre Muskelmasse behalten wollen, könnte eine deutlich höhere Zufuhr sinnvoll sein.“

Das ist ein bisschen so, als würde man einem Fahrradfahrer empfehlen, regelmäßig ein wenig Luft in die Reifen zu pumpen, aber verschweigen, dass es auch eine ausreichende Menge sein sollte.


Natürlich gibt es einen Haken

Man sollte das Paper allerdings nicht mit einer neuen Zehn-Gebote-Tafel verwechseln.

Es ist ein Perspective Paper, keine neue große Interventionsstudie. Macdonald argumentiert anhand vorhandener Forschung und fordert ausdrücklich eine Neubewertung bestehender Leitlinien.

Einige seiner Schlussfolgerungen sind daher stärker als die Evidenz, die sie unmittelbar trägt.

Besonders die Aussage „mehr ist besser“ verdient etwas Skepsis.

Für Bewegung gibt es sehr wahrscheinlich einen breiten Bereich, in dem mehr Aktivität besser ist. Aber daraus folgt nicht, dass zehn Stunden intensives Training täglich besser sind als fünf. Für Protein existieren ebenfalls Bereiche, in denen zusätzliche Mengen irgendwann kaum noch zusätzlichen Nutzen bringen.

Und natürlich ist „mehr“ nicht dasselbe wie „beliebig viel“.

Das gilt insbesondere für Menschen mit bestimmten Erkrankungen. Macdonald weist selbst auf Vorsicht beispielsweise bei bestehender Nierenerkrankung hin.

Die interessante Frage ist deshalb nicht:

Wie viel können wir maximal in uns hineinstopfen?

Sondern:

Wo liegt für einen bestimmten Menschen das sinnvolle Optimum?


Das neue Ideal: Nicht dünn. Nicht dick. Nicht „fit“. Sondern robust.

Vielleicht ist das die wichtigste Idee des Papers.

Gesundheit wird häufig als Abwesenheit von Krankheit definiert.

Macdonald schlägt implizit ein anderes Bild vor:

Gesundheit als Reservekapazität.

Genug Muskelkraft, dass ein Sturz nicht automatisch zum Krankenhausaufenthalt wird.

Genug Ausdauer, dass ein Anstieg nicht zum physiologischen Weltuntergang führt.

Genug Beweglichkeit, dass man vom Boden wieder aufstehen kann.

Genug Muskelmasse, dass ein paar Wochen Krankheit nicht gleich eine irreversible Abwärtsspirale auslösen.

Genug Protein, dass der Körper auf Training und Alterung reagieren kann.

Und genug kognitive Leistungsfähigkeit, um sich daran zu erinnern, warum man eigentlich gerade in den Keller gegangen ist.

Das ist eine andere Vorstellung von Fitness.

Nicht „Wie sehe ich aus?“

sondern:

„Wie viel körperliche und geistige Reserve habe ich noch?“


Und damit sind wir bei der wahrscheinlich sympathischsten Form des Alters

Der ökologisch bewusste Hobby-Kraftsportler hat gegenüber dem klassischen Fitnessstudio-Archetypen sogar einen kleinen philosophischen Vorteil.

Er muss nicht versuchen, mit 65 auszusehen wie 25.

Er versucht lediglich, mit 65 möglichst wenig von dem aufzugeben, was er mit 25 noch selbstverständlich konnte.

Radfahren.

Treppen.

Kraft.

Balance.

Muskelmasse.

Ein paar Kilometer zu Fuß.

Einen schweren Einkauf tragen.

Und gelegentlich feststellen, dass die jungen Leute offenbar überhaupt keine Ahnung haben, wie man richtig trainiert.

Letzteres gehört vermutlich zur evolutionär unvermeidlichen Altersausstattung.


Das Cambridge-Fazit für den Tofu-Bizeps

Macdonalds Botschaft lässt sich für unsere kleine Zielgruppe ziemlich simpel übersetzen:

Die öffentliche Gesundheit empfiehlt häufig das Minimum, das notwendig ist, um keinen Mangel zu entwickeln. Wer dagegen möglichst lange leistungsfähig bleiben möchte, sollte sich am Optimum orientieren.

Das bedeutet wahrscheinlich:

mehr Bewegung als das Minimum,

Krafttraining zusätzlich zum Ausdauertraining,

gelegentlich auch ordentlich Intensität,

ausreichend Protein – und für aktive beziehungsweise ältere Menschen eher mehr als die klassische Mindestempfehlung,

und bei vegetarischer Ernährung ein wenig Aufmerksamkeit für Proteinqualität und Aminosäureprofil.

Und das Schöne daran:

Man muss dafür weder einen SUV fahren noch täglich ein Steak essen.

Man kann mit dem Fahrrad zum Fitnessstudio fahren, anschließend einen schweren Rucksack nach Hause schleppen, Tofu mit Linsen essen und dabei versuchen, die persönliche CO₂-Bilanz nicht durch die Anschaffung einer elektrischen Massagehose wieder zunichtezumachen.

Das wäre dann vielleicht die eigentliche Pointe:

Der Körper ist keine Wegwerfverpackung.

Man bekommt nur einen.

Und möglicherweise ist es sinnvoll, ihn nicht nach dem staatlich zugelassenen Mindeststandard zu betreiben.

Quelle: Chris Macdonald, Beyond the bare minimum: the case for revised physical activity guidelines and protein intake recommendations that maximise healthspan, Frontiers in Nutrition, 17. Juni 2026, DOI 10.3389/fnut.2026.1853124."

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Freitag, 14. August 2026

Besorgter Bürger


"Gegen kurz vor 10 Uhr hatte ein besorgter Passant zwischen geparkten Autos einen verdächtigen Gegenstand entdeckt und daraufhin die Polizei verständigt. Wie Sandra O., Pressesprecherin der Polizeidirektion Flensburg, später mitteilte, handelte es sich um einen Pappkarton, der mit gelbem Klebeband zugeklebt war." (foerde.news)

Ein Pappkarton, der mit gelbem Klebeband zugeklebt ist, liegt da einfach so ohne Kontext & Genehmigung zwischen geparkten Autos auf dem Boden herum?!

DA!!! GEFAHR!!!

(Song: Trio - "Danger is")

Ja, da MUSS man doch was TUN! Da muß doch der Popozei kommen!!!

Popozei: erscheint.

"Die Polizei sperrte daraufhin sämtliche Zugänge zum Großparkplatz Exe mit Flatterband ab. Die Absperrungen hatten auch Auswirkungen auf Autofahrer: Einige konnten ihre auf dem Gelände abgestellten Fahrzeuge vorübergehend nicht erreichen beziehungsweise nicht von der Exe fahren und mussten das Ende des Einsatzes abwarten.

Zur Untersuchung des verdächtigen Kartons wurde der Kampfmittelräumdienst angefordert. Die Einsatzkräfte begutachteten den Gegenstand unter schwerer Schutzausrüstung. Nach kurzer Zeit konnte Entwarnung gegeben werden: Der Karton war leer, von ihm ging keine Gefahr aus."

Foto: Thomsen

"Unterdessen kursierten in den sozialen Medien Meldungen über einen größeren Polizeieinsatz und den Verdacht, bei dem Gegenstand könne es sich um eine Bombe handeln. Dies bestätigte sich nach Angaben von Polizeisprecherin Sandra O. nicht.

Nach rund drei Stunden war der Einsatz beendet. Die Absperrungen konnten aufgehoben werden und die betroffenen Autofahrer ihre Fahrzeuge wieder von der Exe holen."





 










Donnerstag, 13. August 2026

„Wir haben kein Benzin mehr, keine Lebensmittel mehr und keine Zeit mehr.“


Zwei misanthropische Doomer, die sich mit boshaftem Vergnügen darüber auslassen, wie scheiße die Menschheit ist & daß sowieso alles zu spät ist.
Es ist wundervoll.




Chris: "Hallo, meine Damen und Herren, willkommen zurück beim Decline Report. Wir sind wieder da mit Professor Guy McPherson. Wie geht’s dir heute, Guy?"

Guy: "Gut, danke."

"An alle, die Kommentare hinterlassen: Tut das einfach nicht, okay? Wir wollen nicht hören, was ihr zu sagen habt. Also bitte unterlasst das Kommentieren. Tatsächlich könnten wir die Kommentare ganz abschalten. Schaut es euch einfach an und macht eure Kommentare zu eurer Frau oder eurem Partner, der neben euch sitzt.

Also, dieser letzte Artikel, den wir haben, lautet: „Experten warnen, dass globale Massenverhungern bis zum Sommer kommt - 
Mangel an Öl, Diesel und Dünger, während der US-Angriffskrieg im Iran kein Ende in Sicht hat.
Behaltet im Hinterkopf, dass dieser Artikel schon vor einer Weile veröffentlicht wurde, am 28. März, aber er klingt immer noch wahr, weil wir jetzt einige der Folgeeffekte sehen.
Am 27. März 2026 hatten wir Stanislav Krabivnik, einen ehemaligen US-Army-Offizier, Supply-Chain-Manager und Militär- und Politikanalysten, der für die USA gearbeitet hat und jetzt in Russland lebt. Er gab seine Einschätzung zu diesen beiden konvergierenden Krisen. Es gab einen Angriff auf wichtige russische Positionen an der Ostseeküste und das, was er als dauerhaften oder nahezu dauerhaften Zusammenbruch der Golf-Energieinfrastruktur beschrieb. Ich weiß nicht, ob ihr das verfolgt habt. Die blasen sich gegenseitig die Ölinfrastruktur weg, als gäbe es kein Morgen. Das wird Jahrzehnte dauern, bis man das repariert. Aus der Perspektive eines Klimamenschen bedeutet das vielleicht weniger Öl, teureres Öl – aber ich bezweifle, dass das den Verbrauch senkt."

"Stimmt. Wir sehen schon jetzt große Veränderungen von Tag zu Tag und von Woche zu Woche beim Ölpreis. Jedes Mal, wenn es eine weitere Bedrohung gibt, jede größere Bombardierungskampagne, schießt der Ölpreis hoch, die Aktienmärkte gehen runter, und es sieht jedes Mal hässlicher aus, wenn man hinschaut."

"Ja. Es scheint, als würden wir genau diesen Weg gehen. Russland hat zu Beginn der Pflanzsaison seine Kraftstoffexporte gekürzt. Das war ein weiteres nicht gerade vielversprechendes Signal. Am 28. März kündigte der stellvertretende Premierminister ein Exportverbot für Benzin ab dem 1. April bis zum 31. Juli an.
Der Grund: Die Instabilität auf den globalen Ölmärkten durch den US-Iran-Konflikt treibe die Preisvolatilität. Russland müsse seine inländische Versorgung schützen. Diesel für Nichtproduzenten steht im gleichen Zeitraum unter einem Verbot. Die Leute fangen an zu nationalisieren und halten an dem fest, was sie haben.
Das gilt auch für China. Die hängen an ihren kritischen Mineralien, die sie für künftige Technologien brauchen. Jeder hängt an dem, was er hat, und die Welt sieht zunehmend düster aus. Die Vereinigten Staaten versuchen gerade, alle mit roher Gewalt dazu zu bringen, dass sie bekommen, was sie brauchen, weil sie das alles sehen."

"Ohne Diesel gibt schlicht keine Nahrungsmittelproduktion mehr gibt. Punkt. Alle Traktoren, alle Kultivatoren, alles, was in der Landwirtschaft eingesetzt wird, hängt vom Diesel ab. Das ist eine ernste Angelegenheit, Leute."

"Ja. Und nicht nur das – es gibt noch mehrere andere Aspekte. Eine sichere Passage durch die Straße von Hormus ist auch für wichtige landwirtschaftliche Produkte kritisch. Das Timing von alledem: Die südliche europäische Pflanzsaison hat im April schon begonnen. Die nördliche europäische läuft ab Mai. Diesel ist nicht ersetzbar. Wie Professor Guy McPherson sagt: Er treibt jeden Traktor, jeden Pflug, jede Pflanzmaschine auf großen kommerziellen Betrieben an. Betriebe mit Hunderten von Hektar können nicht einfach auf Handarbeit umsteigen. Ohne Diesel zum richtigen Zeitpunkt im Pflanzfenster kommen die Pflanzen nicht in den Boden. Russland hat historisch zwischen 120.000 und 170.000 Barrel Benzin pro Tag exportiert. Dieses Volumen geht jetzt nach innen.
Europa, das seit dem Bruch mit den russischen Energiemärkten 2022 seine Diesel-Lieferketten wieder aufgebaut hat, hat jetzt erneut eine Störung – und das genau im Zusammentreffen mit dem größeren Energieschock aus dem Golf. Öl und Benzin aus aller Welt werden jetzt ziemlich schnell abgewürgt, allein weil die Vereinigten Staaten aggressiv eine Politik verfolgen, sich nicht mit ihrem eigenen offensichtlichen Niedergang abzufinden, und weil die strukturelle wirtschaftliche Integrität dessen, was die Vereinigten Staaten für ihren Wohlstand tun, nicht nachhaltig ist und erste Risse zeigt."

"Früher, in den 1970er-Jahren, hat die Bundesregierung dieses Landes ernsthafte Maßnahmen ergriffen und gesagt: Ihr dürft nur montags, mittwochs oder freitags tanken, wenn euer Nummernschild auf eine gerade Zahl endet, und dienstags, donnerstags, samstags bei ungerader Zahl. Und natürlich waren sonntags keine Tankstellen offen. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Administration so etwas macht."

"Okay. Ich glaube nicht, dass sie das an diesem Punkt noch können. Ich glaube nicht einmal, dass im Kabinett genug Gehirnzellen vorhanden sind, um zu wissen, wie man aus der Patsche herauskommt, die sie selbst geschaffen haben. Die Dünger-Lieferkette ist bereits zusammengebrochen. Die Straße von Hormus war am 28. Februar faktisch geschlossen. Der Seeverkehr ist über Nacht um 97 Prozent eingebrochen.
Der Golf ist das Gravitationszentrum der gesamten Stickstoffdünger-Produktion – was kaum jemand weiß. Das ist ein weiterer Aspekt: Wir lähmen nicht nur den Diesel für die Traktoren, sondern auch den globalen Stickstoffdünger. Stickstoff braucht man, um irgendetwas Grünes und Blattiges wachsen zu lassen.
Die Region macht etwa 46 Prozent der globalen Harnstoff-Exporte, 25 Prozent des Ammoniaks und 44 Prozent der seeverfrachteten Schwefelversorgung aus. Schwefel ist der essenzielle Rohstoff für Phosphatdünger – DAP und MAP. Stickstoff braucht man für die vegetative Phase, Phosphate für die Blüte, glaube ich.
Die Qatar State Fertilizer Company betreibt die größte Harnstoffproduktion der Welt und liefert allein etwa 14 Prozent der globalen Versorgung. Die ging am 4. März komplett offline, nachdem Qatar Energy die LNG-Produktion wegen des Konflikts gestoppt hat. Kein Gas-Feedstock – kein Harnstoff – kein Dünger. Ein gutes Viertel der globalen Versorgung ist jetzt außer Betrieb."

"Zivilisationen bestehen, weil sie in der Lage sind, Getreide in großem Maßstab anzubauen, zu lagern und zu verteilen. Wenn wir das nicht mehr können, geht diese Zivilisation denselben Weg wie viele andere vor ihr - fort von hier. Wenn wir nicht eine große Menge irgendwelcher Getreidearten anbauen, lagern und verteilen können, sind wir erledigt, Leute. Dieses Lebensarrangement geht dahin."

"Und dieses besondere Lebensarrangement, unter dem so viele Menschen in diesem globalistischen Nahrungsmittelsystem leben, ist jetzt schon sehr fragil. Wenn Fehler passieren oder wenn eines dieser Dinge wirklich eintritt, stehen wir vor Massenverhungern. Wir stehen vor einem unglaublichen Ausmaß an Zerstörung. Wenn das System so stark vernetzt und auf globalen Lieferketten aufgebaut ist und diese Lieferketten durchtrennt werden, bekommt man katastrophale Probleme.
Die Harnstoffpreise in Ägypten, dem Standard-Barometer für globalen Stickstoff, sind von etwa 490 Dollar pro Tonne auf etwa 700 Dollar Mitte März gestiegen – das ist ein Anstieg um 50 Prozent in unter drei Wochen. Ammoniak ist um 24 Prozent gestiegen. Die Commodity-Analysten sagen, dass derzeit etwa 30 Prozent des exportierbaren Düngers schlicht nicht verfügbar sind.
Etwa 2,1 Millionen Tonnen fertiger Harnstoff können nicht einmal auf Schiffe verladen werden. Die liegen einfach in Lagern auf der anderen Seite der Blockade. Stickstoffdünger kann von Bauern nicht über Saisons hinweg so gelagert werden wie manchmal Kali oder Phosphat. Den muss man einsetzen. Eine Saison Kali kann man auslassen, eine Saison Phosphat auch – aber Stickstoff nicht. Ohne Stickstoff im Pflanzfenster kollabiert der Ertrag. Noch ein kleiner Tipp zur Landwirtschaft für alle, die das nicht wussten. Es hängt alles zusammen und ist alles sehr wichtig.
Schauen wir, was dieser Typ noch sagt. Er zieht aus seiner direkten Supply-Chain-Erfahrung einen Punkt, der in der normalen Commodity-Berichterstattung untergeht: Spezialisierte industrielle Agrar-Infrastruktur wird nicht schnell repariert. All die Dinge, die beschädigt wurden, all die Probleme, die entstanden sind – das dauert Jahrzehnte, bis man sie wieder aufgebaut hat.
Eine einzelne Raffinerie kann sieben bis acht Monate zum Wiederaufbau brauchen. Qatar Energy hat angegeben, dass der Schaden an der Ras-Laffan-Anlage, dem größten LNG-Komplex der Welt, drei bis fünf Jahre dauern könnte, bis er vollständig repariert ist. Selbst wenn die Straße morgen wieder öffnen würde, springt die Produktion nicht in einem Monat wieder an. Die Folgeeffekte kaskadieren bereits.
Indiens IFFCO hat angefangen, die Harnstoffproduktion herunterzufahren, weil importiertes LNG-Feedstock unerschwinglich teuer geworden ist. Pakistan und Bangladesch haben ihre Düngerproduktion komplett gestoppt. Ägypten hat seine Gasimporte aus Israel verloren und konkurriert jetzt auf dem LNG-Spotmarkt zu erhöhten Preisen.
Das Lustige daran ist: Die Typen im Westen, die diese Kriege anfangen, wetten darauf und machen großes Geld. Politiker, die in den Krieg ziehen, sorgen dafür, dass sie die richtigen Aktien gekauft haben, bevor sie unterschreiben.

"Ja, Insiderhandel ist noch lange nicht vorbei, Leute."

"Immer noch ziemlich populär. Und habt ihr das gehört? Es gibt jetzt Polymarket-Wetten, wo man auf Glücksspielseiten einfach darauf wettet, ob diese Dinge passieren. Absolut erstaunlich."

"Ja, absolut. Das ist die Art von Ding, von der ich nicht denke, dass sie vor den 1970ern jemals passiert wäre. Und dann kamen die 1970er, und plötzlich geht alles den Bach runter."

"Ja. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Analysten sagen: Denkt an die Ölkrise der 70er und multipliziert sie mit zehn oder so. Denn das ist es. Aber wir warten immer noch auf den Einschlag."

"Genau. Und damals ging es um dieses Land. Die Vereinigten Staaten waren damals der Swing-Supplier, und das sind wir jetzt offensichtlich nicht mehr. Was in den Vereinigten Staaten passierte, war entscheidend. Jetzt reden wir über eine weltweite Dimension bei allem. Die USA hatten ihren Peak, glaube ich, 1972 oder vielleicht 1971, und die Welt ist am oder nahe am Peak Oil. Jetzt ist es ein weltweites Phänomen, und das ist enorm problematisch."

"Ja. Und ich weiß nicht, was die sich denken. Wir reden immer über die Schichten, mit denen wir hier arbeiten: Nicht nur, dass die Gesellschaft kulturell von innen verrottet, und nicht nur die existenzielle Klimakrise – jetzt fangen wir auch noch an, einen Dritten Weltkrieg zu führen, um arme Leute auszuhungern. Ich weiß nicht genau, was die Strategie ist, aber ich glaube, die Reichen im Westen versuchen verzweifelt, an der Macht festzuhalten, während sich die Gewichte nach China verschieben. Scheint so zu sein."

"Ja. Ich denke, die Milliardäre wollen Milliardäre bleiben und mehr Geld machen als ihre Milliardärsfreunde."

"Ja. Ich habe heute Jeff Bezos gesehen, der sagte: „Ich verstehe nicht. Wenn ihr wollt, dass ich doppelt so viele Steuern zahle, können wir darüber reden – aber ich sehe nicht, wie das Besteuern von mir dieser Lehrerin in Queens hilft.“ Es ist, als ob: Genau das bedeutet es für die Lehrerin. Sie versteht nicht, wie das zusammenhängt."

"Unglaublich! Willst Du mich verarschen? Die Lehrerin in Queens überlebt nur wegen der Steuern auf Billionäre."

"Die kognitive Dissonanz bei diesen Typen ist off the charts. Und ich schaue immer wieder nach, ob eine Revolution bevorsteht, aber es scheint eher auf eine längere Phase eines hypermilitaristischen Polizeistaats und Ultra-Überwachungsstaats hinauszulaufen. Wenn jemand den Film „Children of Men“ gesehen hat – es wird ähnlich werden. Wir werden in einem riesigen Käfig leben."
Ja. Das andere ist, dass ukrainische Drohnen vor ein paar Monaten den Ostsee-Luftraum durchquert haben. Es gab dieses große Tohuwabohu entlang von Belarus und Lettland und solchen Orten. Diese Lufträume werden von Russland und der Ukraine interveniert. Die Ukraine leitet Drohnen in fremde Lufträume um.
Es gab Fälle, in denen sie in den estnischen Luftraum eingedrungen sind, während sie auf dem Weg in Russlands Region Leningrad waren und Hafenanlagen in Russland angegriffen haben. Stanislav beschreibt die Belege dafür, dass der geografische Umfang des Krieges über die Ukraine selbst hinauswächst. NATO-Mitgliedsgebiet fungiert als Korridor für Angriffe auf russische Infrastruktur.
Die Ukraine versucht verzweifelt, diese anderen NATO-Staaten in einen Krieg hineinzuziehen, denn wenn die NATO involviert ist und alle mit Ja stimmen, können sie alle in den Krieg mit Russland ziehen – und dann wäre es NATO gegen Russland, was absolut verheerend wäre."

"Stimmt. Man könnte argumentieren, dass wir schon im Dritten Weltkrieg stecken. Wenn nicht, steuern wir definitiv darauf zu, und es braucht nicht viel, um uns an diesen Punkt zu bringen."

"Ja, und wenn man sich die menschliche Natur anschaut: Ich glaube, daran sind wir total interessiert. Wir mögen die Idee.
Das World Economic Forum hat festgestellt, dass die aktuelle Störung genau in die Pflanzsaison des größten Teils der nördlichen Hemisphäre fällt – Mitte Februar bis Anfang Mai. In den USA ist die Mitte-April-Frist für die Stickstoffausbringung bei Mais eine harte Grenze. Wer sie verpasst, hat nicht etwa reduzierte Erträge – die Entscheidung über diese Ernte ist faktisch schon gefallen."

"Es sind nicht reduzierte Erträge, es sind keine Erträge mehr."

"Genau. Man hofft zu Gott, dass sie etwas auf Lager haben. Einige Bauern können Stickstoff lokal lagern und so weiter, aber sie müssen ihr bisheriges System drastisch anpassen und zu älteren Methoden mit kleineren Erträgen zurückkehren, nur um zu überleben. Dennoch glaube ich, dass es eine harte Landung geben wird."

"Ja. Wir können ohne Spiele überleben, aber ohne Brot – das ist ein ganz anderes Kaliber."

"Ja. In der Großen Depression herrschte das Vaudeville. Jeder wollte ins Kino oder zu einer Vaudeville-Show, weil: Was sonst sollte man tun?"

"Stimmt."

"Die Dinge sehen also nicht gut aus.
Südeuropa beginnt im April mit dem Pflanzen. Der Dünger- und Dieselengpass ist schon da. Wenn sie durch das Pflanzfenster und die mehrjährigen Reparaturzeiten der Golf-Infrastruktur gehen, sprechen wir locker von 15 bis 20 Prozent Nahrungsmittelinflation.
Die American Farm Bureau Federation hat gewarnt, dass die Maisproduktion vor einer katastrophalen Zeit steht, weil die Dieselpreise über fünf Dollar pro Gallone liegen. Fitch Ratings hat seine Preisprognosen für Ammoniak und Harnstoff 2026 um etwa 25 Prozent nach oben korrigiert und gewarnt, dass die anhaltende Sperrung der Straße das noch weiter treiben wird.
Und das, Leute, war vor ein paar Monaten. Wir sind schon viel schlechter dran als damals. Seitdem wurde mehr Infrastruktur beschädigt. Die Straße bleibt faktisch geschlossen oder stark eingeschränkt. Russlands Exportverbot bleibt bestehen. Andere Schiffe kommen kostenlos durch, wenn sie bestimmten Bedingungen zustimmen, die völlig vernünftig sind.
China zahlt auch seine Gebühren und bekommt die Schiffe durch. Selbst die Blockade der Blockade, die Trump versucht hat, hat nicht wirklich funktioniert, und die Vereinigten Staaten haben Angst, China frontal entgegenzutreten. Deshalb kann China Schiffsladungen mit Gütern nach Kuba bringen und es passiert nichts.
Wir dachten sicher, sie würden auf russische und chinesische Schiffe mit humanitärer Hilfe schießen – aber sie tun es nicht. Heute habe ich gesehen, wie Israel die Flottila-Aktivisten entführt und ein PR-Video herausgebracht hat, in dem sie sie foltern, an den Haaren ziehen und wie Hunde behandeln."
Die westliche Zivilisation geht unter – wenn nicht die gesamte Menschheit –, und zwar sehr, sehr bald und sehr schnell.
Guy liegt vielleicht ein bisschen spät mit 2026, aber ich denke, vielleicht 2027, 2027?"

"Nun ja. Wenn wir eine Reduktion der industriellen Aktivität haben, die den Aerosol-Maskierungseffekt auslöst. Diese Aerosole sind kleine Partikel, die hochsteigen und einfallendes Sonnenlicht reflektieren. James E. Hansen hat darauf hingewiesen, dass bei einer Reduktion der industriellen Aktivität diese Aerosole innerhalb weniger Tage aus der Atmosphäre fallen. Ich hasse es, so zu klingen, als würde ich für die industrielle Zivilisation jubeln, angesichts all der schrecklichen Dinge, die daraus entstanden sind – aber wir müssen sie am Laufen halten, sonst stecken wir in echten Schwierigkeiten.
Wir stecken sowieso in großen Schwierigkeiten.

"Ja. Es ist so, als würden wir Peter ausrauben, um Paul zu bezahlen.
Tja. Selbst wenn sie langsam oder schnell umstellen – würde es einen Unterschied machen?"

"Ja, weißt Du... wir haben dieses Experiment zumindest auf planetarer Ebene noch nicht laufen lassen. Wir wissen also nicht wirklich, was herauskommt. Mit COVID-19 haben wir in verschiedenen Orten die industrielle Aktivität reduziert – beginnend über Wuhan in China, dann in Westeuropa und schließlich im Nordosten der USA.
Wir wissen, was regional passiert: Die Temperatur steigt sehr schnell in kurzer Zeit an. Wir haben dieses Experiment auf globaler Ebene noch nicht durchgeführt. Und ich würde gerne denken, dass wir das nicht wirklich wollen – aber seltsamerweise hat man mich nicht zum Chef gemacht."

"Die wollen Leute wie uns nicht an der Macht. Das ist das Letzte, was sie wollen.
Die Ernte wird spät kommen, im Sommer mit dem Defizit, die Lebensmittelpreise werden folgen. Die am stärksten exponierten Länder sind die bereits importabhängigen bei Dünger und Nahrungsmitteln: Süd- und Südostasien, Nordafrika, Subsahara-Afrika und Teile des Nahen Ostens. Man darf auch nicht vergessen, dass die Golfstaaten auf der trügerischen Vorstellung aufgebaut wurden, man könne einfach weiter Nahrungsmittel importieren und nur Öl exportieren. Diese Länder lernen immer auf die harte Tour, was passiert, wenn man nicht diversifiziert ist. Sie haben auch ihre Bevölkerung so weit aufgebläht. Und sie können keine frischen Lebensmittel herstellen. Ich glaube, das gilt für den gesamten Golf. Ich glaube nicht, dass sie ihre eigenen Lebensmittel herstellen können. Das wird also spannend zu beobachten sein."

"Ja, „spannend“ ist ein gutes Wort dafür."

"Ja. Es gibt noch viel mehr. Aber das war’s für heute. Das war die kurze Version. Jeder kann jetzt nach Hause gehen und das in seine Pfeife und rauchen."

"Und ein bisschen Zeit mit den Menschen verbringen, die man liebt. Das ist nie eine schlechte Idee."

"Seid bei den Menschen, die ihr liebt. Seht die Menschen, die ihr liebt. Seid bei den Menschen, die ihr seht. Liebt die Menschen, bei denen ihr seid."

"Hört auf, so einen Mist wie diesen zu hören."

"Ja. Denn das fügt niemandes Leben irgendetwas hinzu. Die Prognose ist schlecht. Wenn man die Krebsdiagnose hat, geht man raus und lebt jeden Tag in vollen Zügen. Hört auf, auf Leute wie mich zu hören. Nein, sagt das nicht. Ich brauche das Geld."

"Aber wir alle sollten inzwischen wissen, dass unser Leben kurz ist. Als ich auf einer Tour durch Westeuropa war – das ist schon lange her –, wurde der älteste Mensch der Welt 117 Jahre alt. Bei ihrer 117. Geburtstagsfeier wurde sie gebeten, etwas zu den ersten 117 Jahren ihres Lebens zu sagen. Sie sagte: „Es schien ziemlich kurz.“ 117 ist nach jedem Maßstab schon ziemlich hoch. Und übrigens: Sie starb nur wenige Wochen später. Nur um den Punkt zu setzen – sie starb kurz darauf.
Wenn jemand, der 117 Jahre alt wird – das werdet weder ihr noch ich –, das Leben als „ziemlich kurz“ empfindet, könnt ihr euch vorstellen, wie kurz euer Leben erscheinen wird, wenn ihr mit 50, 60 oder 70 sterbt."

"Oh Mann. Kann man sich das vorstellen?
Man blinzelt und ist 90. Das höre ich immer. Man ist 50 und blinzelt – und schon ist man 90. So läuft das. Und wenn man jung ist, denkt man, es dauert ewig. Alles ist neu und wunderbar und die Zeit dauert ewig.
Wisst ihr, was ich sage? Wenn man die Zeit dehnen will, damit sie länger erscheint: Nehmt man einen Hammer und haut euch alle paar Stunden auf den Finger. Dann fühlt sich die Zeit wie ewig an – dieser Schmerz. Lebt unangenehm, denke ich. Dann scheint die Zeit ewig zu dauern und man sehnt sich nach der süßen Erlösung des Todes."

"Eine andere Möglichkeit, ohne Hammer: Einfach uns zuhören."

"Ja. Genau so schlimm. Dann will man sich hinterher selbst mit dem Hammer auf den Kopf hauen. Hier ist übrigens die Frau: Jeanne Louise Calment, eine französische Supercentenarian, die älteste Person der Geschichte, deren Alter verifiziert wurde – 122 Jahre und 164 Tage. Ihre Langlebigkeit hat mediale Aufmerksamkeit und medizinische Studien auf sich gezogen. Sie ist die einzige Person in der Geschichte, die nachweislich 120 erreicht hat. Und wisst ihr, was lustig ist? Jeden Tag nach dem Essen ein Glas Portwein und eine Zigarette. Das hat sie jeden Tag bis zu ihrem Tod gemacht. Und sie hat sogar ihre Enkel überlebt."

"Wow. Wahrscheinlich hätte sie noch hundert Jahre länger gelebt, wenn sie mit dem Rauchen aufgehört hätte."

"Nicht rauchen, Kinder. Es kann wirklich Jahre vom Leben abschneiden.
Aber sie lebte zur Zeit von Vincent van Gogh und all dem."

"Die Leute lebten damals nicht so lange. Die moderne Medizin war damals noch nicht so weit."

"Ich bin sicher, die meisten ihrer Kindheitsfreunde haben Polio oder so bekommen.
Hier steht es: Sie machte sich Obstsalate mit Bananen und Orangen. Sie mochte Schokolade, manchmal ein Kilo pro Woche. Nach dem Essen eine Zigarette und ein bisschen Portwein. Sie hatte ein gutes Gedächtnis. Sie schlief zwei Stunden in ihrem Sessel und besuchte dann die Nachbarn im Pflegeheim und erzählte ihnen die neuesten Nachrichten vom Radio. Abends aß sie schnell, ging auf ihr Zimmer, hörte Musik – das ist entscheidend. Ihre schlechte Sehkraft verhinderte, dass sie Kreuzworträtsel machen konnte, was sie gerne tat, und sie rauchte eine letzte Zigarette, bevor sie um 22 Uhr ins Bett ging.
Und sonntags…"

"Ja. Ich muss anfangen zu rauchen."

"Wir gehen evolutionär in die falsche Richtung. Wir machen alles falsch. Wir brauchen den Portwein und die Musik und die Zigaretten und die Schokolade."

"Ich habe in meinem Leben zweimal geraucht. Einmal, als ich fünf oder sechs war.
Mein Vater, der drei Schachteln am Tag rauchte, steckte jedem seiner drei Kinder eine brennende Zigarette in den Mund, damit wir dieses schreckliche Gefühl des Kotzens und Grünwerdens erleben und nie wieder rauchen würden. Und dann kam Bill Nye, der andere Science Guy, zu meinem Homestead in New Mexico und drehte eine Folge von National Geographic Explorer. Und er – ich glaube, es war ein Zitat aus dem Zweiten Weltkrieg: „Smoke them if you got them.“ Da er zu dem Schluss gekommen war, dass wir dem Ende nahe sind, beschlossen wir, eine Zigarette zu rauchen. Also rauchte ich eine und war sofort empört, dass ich seit meinem sechsten Lebensjahr nicht mehr geraucht hatte. Das war großartig. Es fühlte sich so gut an. Ich wollte es jeden Tag."

"Ja. Einmal und man kann nicht mehr aufhören. Man braucht nur eine und man ist dabei."

"Aber ich habe bei der einen aufgehört. Aber heilige Kuh – denkt mal, wie viel Spaß ich seitdem im Leben gehabt hätte.

"Ja. Und du hättest wahrscheinlich 20, 30, 40, 50 Jahre an Dein Leben drangehängt."

"Ich würde gerne tausend werden."

"Ich habe immer geschaut, ob es vielleicht irgendeinen medizinischen Nutzen des Rauchens gibt. Aber mit all den Chemikalien, die wirklich drin sind, wenn man Tabak verbrennt, überwiegt das Risiko. Vielleicht ist es ein Vasodilatator oder so. Aber nein, es ist größtenteils schlecht. Größtenteils giftig. Nicht rauchen, Kinder. Es ist schlecht. Nun, diese Dame – wer weiß?
Sie starb am 4. August 1997. 122. Sie starb an natürlichen Ursachen. Scheint ziemlich übernatürlich, so lange zu leben.
Die Nachrufe spezifizierten keine Todesursache. Sie war bei guter Gesundheit, wenn auch größtenteils blind und taub."

"In dem Fall ist der Hund in meinem Haushalt auch sehr gesund, weil er ebenfalls taub und blind ist."

"Oh, wirklich?"

"Ja. Nun, sie ist tausend Jahre alt."

"Wie alt ist dein Hund?"

"Mehr als 17 Jahre."

"Heilige Scheiße. Okay. Wow."

"Aber es ist ein kleiner, oder? Und die leben länger."

"Man muss die kleineren Modelle nehmen. Die haben mehr Ausdauer."

"Ja. Ich glaube nicht, dass das bei Zwergen funktioniert."

"Ja. Weißt du, warum die nicht so lange leben? Ich habe gehört, Zwerge leben nicht so lange, weil sie ständig die Fürze anderer Leute riechen.
Das ist ein Witz, Leute. Es ist ein Witz. Jesus Christus. Gut, ich verabschiede mich hier. Wir kommen nächste Woche wieder, aber ab jetzt keine Kommentare mehr. Und wenn ich jemanden kommentieren sehe, bekommt ihr Ärger."

"Ihr schickt die Behörden hinter ihnen her, oder?"

"Ja. Wir schicken das FBI und ICE zu euch nach Hause, und die fesseln euch und prügeln euch. Das ist ein Witz. Es ist ein Witz. Kommt schon. Bleibt dran. Wir sprechen gleich weiter. Ja.

Tschüss, alle zusammen."

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mittwoch, 12. August 2026

Was vom Lande übrig blieb 2


In den USA sind sie natürlich schon ein ganzes Stück weiter als im US-Vasallenstaat Dummschland.

"New York City verliert die Kontrolle über seine öffentlichen Räume an organisierte Gruppen von Jugendlichen.

Bei diesenTeen-Takeovershandelt es sich nicht mehr um zufällige Schlägereienes sind koordinierte Gruppen, die Restaurants und Geschäfte stürmen, Gewalt auslösen und fast ohne Konsequenzen davonkommen. Das Problem hat solche Ausmaße angenommen, dass mehrere McDonald’s-Filialen in der Stadt gezwungen waren, private Sicherheitskräfte einzustellen und unbegleiteten Jugendlichen den Zutritt zu verbieten.

Was am Wochenende in diesem McDonald’s in NYC passiert ist, wird langsam zur Routine."

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dienstag, 11. August 2026

Was vom Lande übrig blieb



"Bei einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen zwei Personengruppen in Düren, Nordrhein-Westfalen, sind am Sonntagabend mehrere Menschen verletzt worden. Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei gerieten gegen 18.50 Uhr am Bonner Platz etwa 15 bis 20 Personen aneinander. Dabei kamen auch Schlagwerkzeuge zum Einsatz. Auf in sozialen Netzwerken verbreiteten Aufnahmen sind Medienberichten zufolge unter anderem eine Axt und ein Baseballschläger zu erkennen.

Insgesamt wurden acht Menschen schwer verletzt. Sechs von ihnen kamen mit Rettungswagen in umliegende Krankenhäuser, zwei weitere Schwerverletzte lehnten eine Behandlung beziehungsweise einen Transport ab. Ein 22-Jähriger aus Düren und ein 23-Jähriger aus Köln wurden von der Polizei in Gewahrsam genommen. Angaben zu Herkunft und Nationalität der Beteiligten machten die Behörden zunächst nicht. Auch die Hintergründe der Auseinandersetzung sind bislang unklar."
(Quelle: verbotener Feindsender)

Diese Leute gehören allesamt miteinander in ein großes Loch im Boden gesteckt & mit Erde bedeckt, damit ihre Kadaver zu Dünger zerfallen.

Bis das nicht passiert ist, brauchst Du hier über keine gesellschaftlichen Veränderungen, Reformen und sowas zu reden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sonntag, 9. August 2026

Salad Days


Remember when you were young?




"Man trifft sich immer mindestens zweimal im Leben" ist ein Spruch, mit dem sich Leute trösten, die von einem anderen schlecht behandelt wurden & nichts dagegen tun konnten. Irgendwie und irgendwann, so hoffen sie, wird eine höhere Macht ihnen Genugtuung angedeihen lassen.

Manchmal passiert so etwas tatsächlich.

In jenem Sommer in den 1970ern war ich ein schlaksiger, melancholischer Junge mit einer Frisur, in der mehrere Vogelpaare unbemerkt ihre Nester hätten bauen & ihre Küken aufziehen können. 

Niemand hielt es für nötig, sich für mich zu interessieren oder etwas Nettes über mich zu sagen & mein Selbstbewußtsein war so schwach ausgeprägt, daß es eigentlich nicht vorhanden war.

In den Sommerferien konnte ich einen Job in der Gartenabteilung einer lokalen Wohnungsbaugenossenschaft ergattern - andere hatten wahrscheinlich einen tollen Sommer... mit Freunden segeln gehen, was erleben, Mädchen kennenlernen, mit Mädchen schmusen bei Kerzenlicht und so, Mädchen Mädchen MÄDCHEN.
Ich nicht.
Aber wenigstens hatte ich nun diesen Job. Von dem verdienten Geld würde ich mir Schallplatten mit trauriger Musik kaufen.

Der Obergärtner war so ein obercooler Typ - Mitte Zwanzig, Einsneunzig, Zehnkämpfer-Figur, lange Haare, Muschi-Magnet. Heute würde man ihn wohl als Chad bezeichnen.
Dieses Arschloch schien wie die Sonne. The future was wide open.
Für ihn, nicht für mich.

Aus irgendeinem Grund konnte der Chad mich nicht leiden. Nachdem ich ein paar Tage lang diesen Scheiß gemacht hatte, den man als Hilfsgärtner halt so macht, meinte er am Feierabend zu mir "Morgen brauchst Du nicht zu kommen." & auf meine Frage "Warum?" - "Weil heute Dein letzter Tag war."

Tja.

Gut 20 Jahre später latschte ich an einem schönen Sommertag eine der Straßen herunter, in der sämtliche Häuser dieser Genossenschaft gehören.
Aus irgendeinem Grund trug ich meinen blauen Business-Anzug mit Seidenkrawatte - wahrscheinlich für einen Gerichtstermin. In den 1990ern hatte ich eine ganze Menge davon. Also... Gerichtstermine. Nicht Anzüge.

Auf der anderen Straßenseite kam mir der Obergärtner von damals entgegen.
Immer noch in der genossenschaftlichen Gärtner-Kluft, aber es sah nicht danach aus, als ob er noch der Abteilungsleiter wäre.
Auch sonst war so ziemlich der Lack ab. Die Sonne schien ihm nicht mehr aus sämtlichen Körperöffnungen & seiner Zukunft war wohl die Straße ausgegangen.

Offensichtlich hatten das Leben & die Flasche ihm gezeigt, wer Chef im Ring ist.

Er blickte vorsichtig zu mir herüber und grüßte.
Nicht, weil er mich erkannt hätte.
Als Knecht grüßt Du halt sicherheitshalber den Anzugträger, der in Deinem Arbeitsbereich die Straße entlang geht als wäre sie verdammtnochmal SEINE Straße.