Mittwoch, 7. Oktober 2026

Die Zukunft - Ein dunkler Ort


"Um was geht es in der Serie Garth Marenghi's Darkplace?"

ChatGPT:
"Garth Marenghi’s Darkplace ist eine britische Kult-Comedyserie von 2004, die sich als wiederentdeckte Horror-Fernsehserie aus den 1980ern ausgibt – und zwar als eine so schlechte Serie, dass sie wieder großartig ist.

Die Grundidee hat zwei Ebenen. In der fiktiven Vergangenheit soll der selbstverliebte Horrorautor Garth Marenghi eine Fernsehserie namens Darkplace geschrieben, inszeniert und darin die Hauptrolle gespielt haben. Angeblich war sie in den 80ern zu radikal und visionär, um ausgestrahlt zu werden. Zwanzig Jahre später präsentiert Marenghi nun die sechs wiedergefundenen Episoden und kommentiert sie gemeinsam mit anderen Beteiligten in pseudo-dokumentarischen Interviews.

Die eigentliche Serie spielt im Darkplace Hospital in Romford, einem Krankenhaus, das praktischerweise direkt über einem Tor zu übernatürlichen Dimensionen gebaut wurde. Marenghi spielt den Arzt Dr. Rick Dagless M.D., zugleich Arzt, Actionheld, ehemaliger Hexenmeister und wandelnde Männerphantasie. Zusammen mit Dr. Lucien Sanchez, Dr. Liz Asher und Krankenhausdirektor Thornton Reed kämpft er gegen Telekinese, Dämonen, Mutanten, explodierende Patienten und ähnlich alltägliche Probleme des britischen Gesundheitswesens. Channel 4 beschreibt Dagless entsprechend als bewaffneten Ex-Warlock, der gegen die Mächte des Bösen antritt. Channel 4

Der eigentliche Witz ist jedoch nicht die Handlung, sondern die absichtlich katastrophale Machart:

  • grotesk schlechtes Schauspiel
  • völlig verunglückte Schnitte und Continuity-Fehler
  • Dialoge, die niemand in der Geschichte menschlicher Kommunikation je gesagt haben dürfte
  • billige Spezialeffekte
  • penetrante Synthesizer-Musik
  • bedeutungsschwangere Voice-overs
  • Macho-Klischees und unfreiwillig absurde Geschlechterrollen
  • Figuren, die durch dramatische Türen gehen, obwohl man deutlich sieht, dass die Kulisse daneben endet

Und entscheidend: Innerhalb der Rahmenhandlung hält Marenghi das alles für genial. Er versteht sich als missverstandenes literarisches Genie, das seiner Zeit voraus war. Gerade diese Diskrepanz macht die Serie so gut.

Ein typisches Marenghi-Prinzip lautet sinngemäß: Er ist einer der wenigen Autoren, die mehr Bücher geschrieben als gelesen haben. Diese Figur ist eine ziemlich präzise Parodie auf den pompösen Horror-/Fantasy-Autor, der jede seiner Banalitäten für eine tiefe Erkenntnis über die menschliche Existenz hält.

Dazu kommt eine bemerkenswerte Besetzung: Matthew Holness als Marenghi/Dagless, Richard Ayoade als dessen Verleger Dean Learner/Thornton Reed, Matt Berry als Todd Rivers/Dr. Sanchez und Alice Lowe als Madeleine Wool/Dr. Asher.

Das Interessante ist, dass Darkplace nicht einfach „schlechtes Fernsehen“ parodiert. Es rekonstruiert sehr genau die Grammatik schlechten Fernsehens: falsches Timing, unbeholfene Kameraachsen, überflüssige Zeitlupe, Schauspieler, die ihre Einsätze verpassen, Dialoge mit merkwürdigen Pausen. Man merkt irgendwann, wie schwierig es sein muss, etwas so präzise falsch zu machen.

Wenn man Monty Python als absurde Logik und Brass Eye als mediale Satire betrachtet, liegt Darkplace irgendwo daneben: eine verschollene VHS-Kassette aus einer Parallelwelt, in der Stephen King, General Hospital und John Carpenter gemeinsam eine Fernsehserie produziert haben – für £37,50.

Es sind nur sechs Folgen à etwa 25 Minuten. Deshalb ist die Serie auch erstaunlich leicht auszuprobieren: Nach zehn Minuten der ersten Folge weiß man ziemlich genau, ob diese spezielle Form von Humor funktioniert."


Nie was von gehört. Wieviele verdammte britische Kult-Comedyserien gibt es eigentlich - das müssen tausende sein.
Vielleicht guck ich mir das mal an. Richard Ayoade ist einer von den IT-Crowd-Nerds.

Was steht denn so über den bei Wikipedia, mal sehen... ich lese immer gern "Personal Life" - "
Im September 2023 sah sich Ayoade in den sozialen Medien heftiger Kritik ausgesetzt, nachdem er für die Memoiren des Fernsehautors und Anti-Transgender-Aktivisten Graham Linehan geworben hatte, mit dem er bei der Serie „The IT Crowd“ zusammengearbeitet hatte."

Anti-Transgender-Aktivist?!

"Graham George Linehan ist ein irischer Drehbuchautor und Regisseur. Zusammen mit Arthur Mathews schrieb er Father Ted (1995–1998), eine der in Großbritannien beliebtesten Sitcoms. Auch an den Comedyserien The IT Crowd und Black Books war er beteiligt. Linehan sorgte in der Vergangenheit zudem wegen kontroversen Aussagen über Transgeschlechtlichkeit für Aufsehen. Wegen entsprechender Äußerungen im Sozialen Netzwerk X wurde er im Oktober 2025 am Flughafen Heathrow festgenommen. Später entschuldigte sich die Polizei für die Festnahme und verpflichtete sich zu einer Entschädigungszahlung. Der Vorfall führte dazu, dass der Metropolitan Police Service keine sogenannten „non-crime hate incidents“ mehr untersucht."

Grundgütiger! Drei Sätze darüber, wer er ist & was er macht und dann volle Kanne "MUH! Hassverbrechen gegen Transen!!!"
Es folgt das Kapitel "Leben", das mit dem Absatz endet:
"2023 sprach Linehan öffentlich über seinen mentalen Gesundheitszustand und führte aus, er nehme seit fünf bis sechs Jahren angstlindernde Medikamente und dass er 2020 während der Coronapandemie über Suizid nachgedacht habe. Im Jahr 2024 erklärte Linehan das Vereinigte Königreich wegen Anfeindungen und sozialer Isolierung aufgrund seiner Ansichten zu Transsexualität verlassen und nach Arizona in die USA ziehen zu wollen, was er im darauf folgenden Jahr auch tat."

Durchgeknallt, selbstmordgefährdet, Pillenfresser, sozial isoliert, wahrscheinlich Schwurbler... da weiß man doch Bescheid.

Und dann kommt das wirklich Wichtige - ein endloser Riemen über einen Riesenhaufen Bullshit.

TRANSFEINDLICHER AKTIVISMUS

"Im Jahr 2008 sorgte die von Linehan geschriebene Folge „The Speech“ der Sitcom The IT Crowd für Kritik. In der Episode datet der Protagonist Douglas eine Transfrau und beendet die Beziehung zu ihr unmittelbar, nachdem diese ihm ihre Transsexualität offenbart hat. Der öffentlich-rechtliche Rundfunksender Channel 4 entfernte die entsprechende Episode 2020 aus seiner Mediathek, weil sie als transfeindlich kritisiert wurde. Linehan bezeichnete die Entscheidung als einen Angriff auf sein Recht auf Redefreiheit...

Nach der Kontroverse folgte eine Vielzahl ähnlicher Stellungnahmen durch Linehan. So bezeichnete er eine Gruppe Frauen, die in London 2018 eine Pride Parade blockiert und ein Transparent mit der Aufschrift „transactivism erases lesbians“ gezeigt hatte, als „Helden“...

In einem Interview mit dem BBC-Format Newsnight verglich Linehan die Gabe von Pubertätsblockern wie Leuprorelin an Kinder mit Menschenexperimenten und Eugenik während des Nationalsozialismus.[32] Der Beauftragte für Post-Holocaust-Fragen der britischen Regierung, Eric Pickles, warf Linehan wegen der Aussagen eine Verharmlosung des Holocausts vor."
Ha ha, klar. Niemals vergessen, immer dran erinnern!

Es folgt ein ganzer Haufen Blabla über diese Harry Pötter-Tante & dann wirds richtig hart.
Kapitel "Strafverfahren - Vorwurf von Straftaten gegen Sophia Brooks":
"Weil er die Transaktivistin Sophia Brooks zwischen dem 11. Oktober und 27. Oktober 2024 durch Beiträge in Sozialen Medien belästigt und am Rande der Veranstaltung Battle of Ideas in London am 19. Oktober ihr Handy beschädigt haben soll, wurde Linehan im April 2025 zunächst festgenommen und später vor dem Westminster Magistrates’ Court wegen Belästigung („Harassment“) und Sachbeschädigung angeklagt. Der an Brooks Handy entstandene Schaden wurde auf 369 Pfund beziffert."

Heilige Scheiße!

Man muß sich das wirklich mal am Stück durchlesen.

Am Ende dann "Vorwurf der Hassrede wegen Beiträgen auf X":
"Am 2. September 2025 wurde Linehan am Flughafen Heathrow nach einem Zehn-Stunden-Flug aus Arizona wegen Aufwiegelung zu Hass und Gewalt festgenommen und für zwölf Stunden in Polizeigewahrsam festgehalten. Grundlage waren drei Tweets aus dem April 2025, die Linehan verfasst haben soll. Demnach schrieb Linehan am 20. April 2025: „Befindet sich ein transsexueller Mann in einem Frauenbereich, begeht er eine gewalttätige, missbräuchliche Handlung. Machen Sie eine Szene, rufen Sie die Polizei und - wenn alles andere fehlschlägt - geben Sie ihm einen Schlag in die Eier.“ In einem anderen Tweet schrieb er in Bezug auf das Foto einer Transsexuellen-Demonstration: „Ein Foto, das man riechen kann“. Zu den Auflagen für seine Freilassung gehörte nach Linehans Angaben, dass er keine Beiträge auf X verfassen darf. Während des Polizeigewahrsams wurde Graham wegen Bluthochdrucks in ein Krankenhaus eingeliefert.

Am 20. Oktober 2025 wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft wegen der Äußerungen keine Anklage gegen Linehan erheben wird. Die für den Bezirk Greater London zuständige Polizeibehörde Metropolitan Police Service erklärte zudem, Bedenken bezüglich der Festnahme von Linehan nachvollziehen zu können und gab eine Überarbeitung ihrer Richtlinien zur Verfolgung von Hassrede bekannt, um zu verhindern, dass Polizisten in einen Kulturkampf gezogen werden. Linehan selbst kündigte gegen die Festnahme rechtliche Schritte an. Im Juli 2026 wurde bekannt, dass die Polizei sich nach einer Klage durch Linehan bei diesem für die Festnahme entschuldigt und ihm eine Entschädigung von 25.000 Pfund gezahlt hat. Die Behörde bekannte, dass Ermittlungen, Festnahme und Kautionsbedingungen fehlerhaft gewesen seien. Sie gab an künftig keine sogenannten „non-crime hate incidents“ mehr zu untersuchen und vier Beamte zu einer Nachschulung verpflichtet zu haben."



Ich weiß nicht, Mann... merkt eigentlich wirklich keiner mehr, was für ein Wahnsinn das ist?
Man muß sich das mal ERNSTHAFT klar machen:
Inzwischen gibt es schon eine ganze Generation von jungen "Erwachsenen", für die das alles ganz normal ist.
Was wird für die Generation "ganz normal" sein, die jetzt grad in die Windeln kackt?

Man mag es sich nicht vorstellen.




 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


"Sie starb schlicht nicht."


"Und... wie läueft es so im großartigsten Land der Welt?"

"Ja, Howdy und so! Ich muss sagen, es läueft alles super hier! Wir haben gerade dieser Frau, die wir hinrichten wollten, das Leben gerettet, nachdem bei der Hinrichtung was schiefgelaufen ist (was schon komisch ist *HONK HONK* weil wir sonst problemlos Millionen von Leuten in 10000 Kilometer Entfernung killen können) & jetzt machen wir sie wieder gesund damit wir sie nochmal hinrichten können. Auch sonst alles gut. HONK HONK!"

"Die zum Tode verurteilte US-Amerikanerin Christa Pike ist nach ihrer gescheiterten Hinrichtung per Giftspritze wieder aus dem Koma aufgewacht und bei Bewusstsein. Wie ihre Anwälte am Dienstag mitteilten, atmet die 50-Jährige inzwischen wieder selbstständig, wurde vom Beatmungsgerät genommen und ist ansprechbar. Sie befindet sich weiterhin auf der Intensivstation eines Krankenhauses in Nashville." (Meldung beim verbotenen Feindsender)

ChatGPT:

Ja. Die Meldung stimmt in ihren wesentlichen Punkten und wird inzwischen von AP, Reuters und anderen Quellen bestätigt. Die Entwicklung ist medizinisch bemerkenswert: Noch am Sonntag war Pike bewusstlos und beatmet; am Dienstag, sechs Tage nach dem Hinrichtungsversuch, war sie wach, konnte sprechen und atmete wieder ohne Beatmungsgerät. Sie liegt allerdings weiterhin auf der Intensivstation. Ihre Ärzte bzw. Anwälte sprechen ausdrücklich noch nicht von einer gesicherten Erholung. Los Angeles Times

Interessant sind einige Details, die in dem von dir zitierten Bericht fehlen. Pikes Arme sollen durch die Injektionen schwer geschädigt, verbrannt und mit Blasen übersät sein. Der Anästhesiologe Joel Zivot, der ihre Anwälte medizinisch berät, hält die jetzige Entwicklung zwar für ein gutes Zeichen, warnt aber, dass weiterhin ernsthafte Komplikationen auftreten können. Erst in Wochen oder Monaten werde man beurteilen können, wie vollständig sie sich erholt hat. Los Angeles Times

Auch neurologisch ist die Sache noch nicht abschließend geklärt. Zivot zufolge kann Pike wieder elementar kommunizieren und ihren Namen nennen; bei der zeitlichen Orientierung lag sie zumindest zunächst noch daneben. Zuvor bestand wegen der möglichen längeren Sauerstoffunterversorgung die Sorge vor Hirnschäden. Das bedeutet nicht, dass solche Schäden vorliegen – nur, dass die erstaunliche Rückkehr des Bewusstseins diese Frage noch nicht beantwortet. AOL.com

Juristisch wird es jetzt besonders interessant

Heute, 7. Oktober, soll es eine Gerichtsanhörung geben. Pikes Anwälte wollen erreichen, dass Tennessee sämtliche Beweismittel des Hinrichtungsversuchs sichert – darunter Medikamentenchargen, Aufzeichnungen und andere Unterlagen. Gleichzeitig verlangen sie von Gouverneur Bill Lee weiterhin die Umwandlung des Todesurteils in lebenslange Haft ohne Bewährung. Lee hat weitere Hinrichtungen vorerst gestoppt und eine externe Untersuchung angeordnet. Washington Post

Die zentrale Frage verschiebt sich damit etwas. Solange Pike möglicherweise sterben oder schwere Hirnschäden davontragen konnte, war ein zweiter Hinrichtungsversuch eher theoretisch. Wenn sie sich weitgehend erholt, wird diese Frage sehr konkret.

Und genau hier besitzt ihr Fall eine juristische Besonderheit: Bei früheren gescheiterten Hinrichtungen wurde der Versuch häufig abgebrochen, weil kein brauchbarer Venenzugang hergestellt werden konnte. Bei Pike dagegen sagt der Staat, er habe das gesamte vorgeschriebene Protokoll einschließlich beider Pentobarbital-Gaben durchgeführt. Sie starb schlicht nicht. Die Rechtsprofessorin Deborah Denno formuliert den entscheidenden Unterschied entsprechend: Der Staat habe jeden vorgesehenen Schritt der Hinrichtung vollzogen. Washington Post

Damit entsteht ein Fall, für den es praktisch keinen direkten Präzedenzfall gibt. Tennessee könnte argumentieren, dass das Urteil die Hinrichtung – also den Tod – verlangt und nicht lediglich einen Hinrichtungsversuch. Pikes Seite kann dagegen argumentieren, dass sie ihre staatlich angeordnete Hinrichtung bereits vollständig durchlitten hat und eine Wiederholung nach einem derart traumatischen Fehlschlag gegen den Eighth Amendment („cruel and unusual punishment“) verstößt. Genau diese beiden Positionen werden von US-Verfassungsrechtlern derzeit vertreten. Washington Post

Eine weitere, etwas makabre Konsequenz kommt hinzu: Ihre medizinische Genesung könnte ihre rechtliche Situation paradoxerweise verschlechtern. Solange neurologische Schäden ihre Fähigkeit beeinträchtigen, Wesen und Grund ihrer Hinrichtung zu verstehen, wäre ihre competency for execution ein zusätzliches Hindernis. Je vollständiger sie geistig wiederhergestellt wird, desto eher entfällt dieses Hindernis. Zivot weist ausdrücklich darauf hin, dass erst später beurteilt werden könne, ob sie wieder ein Kompetenzniveau erreicht, auf dem Tennessee überhaupt erneut versuchen könnte, sie hinzurichten. Los Angeles Times

Der Fall ist damit inzwischen weit mehr als eine „verpfuschte Hinrichtung“. Sollte Tennessee tatsächlich einen zweiten Versuch anstreben, könnte daraus ein bedeutender amerikanischer Verfassungsrechtsfall werden.













Emotions-Farmer

 
"
Bitte einen spannenden, unterhaltsamen, aber seriösen Text von ca. 5000 Zeichen über Robert Monroe, "Loosh", die Energiefarm-Theorie, George Gurdjieff, Charles Fort, die "Sammler", die Pistis Sophia, Platons Politeia, die Achonten, das Ernten von Emotionen."

ChatGPT:

Loosh, Archonten und die alte Idee, dass etwas von uns lebt

Es gehört zu den ältesten und beunruhigendsten Vorstellungen der Menschheit: Was, wenn wir nicht an der Spitze der Nahrungskette stehen? Nicht biologisch – sondern metaphysisch. Was, wenn Leben, Leiden, Liebe und Tod einen Stoff hervorbringen, den etwas anderes benötigt?

Der amerikanische Bewusstseinsforscher Robert Monroe gab diesem Gedanken in Far Journeys von 1985 einen Namen: Loosh. Monroe, ursprünglich Rundfunkunternehmer und später Gründer des Monroe Institute, berichtete seit den 1950er Jahren von außerkörperlichen Erfahrungen. Seine Bücher sind Erlebnisberichte, keine wissenschaftlichen Nachweise. Doch ausgerechnet darin findet sich eine der merkwürdigsten modernen Kosmologien. Scribd

Monroe beschreibt, wie ihm ein nichtmenschlicher Begleiter eine Art komprimiertes Informationspaket – einen „ROTE“ – übermittelt. Darin erscheint die Erde als Garten. Irgendwo existiert etwas oder jemand, der eine seltene Substanz namens Loosh benötigt. Also wird ein Ökosystem geschaffen, das sie produziert. Zunächst entsteht Loosh beim Sterben von Organismen. Dann entdeckt der Gärtner etwas Interessanteres: Wenn Lebewesen miteinander kämpfen, leiden, jagen, fliehen oder um ihre Existenz fürchten, steigt die Ausbeute beträchtlich. Schließlich entstehen Menschen – Monroes „Fourth Crop“. Bei ihnen erreicht die Produktion eine völlig neue Dimension. Die „Collectors“, die Sammler, entwickeln geradezu eine Technologie der Ernte: Konkurrenz, Besitz, Krankheit, Schuld, Ehrgeiz, Krieg und andere emotionale Verwicklungen erhöhen den Ertrag. Force of Intent

Hier entsteht jene Vorstellung, die heute im Internet als „Earth Energy Farm“ oder „Prison Planet Theory“ kursiert: Die Erde als Weide, Menschen als Nutztiere, Geschichte als Methode zur Erzeugung intensiver Gefühle.

Nur hat diese populäre Version einen entscheidenden Haken. Monroe selbst bleibt nicht bei der Vorstellung, dass vor allem Angst und Schmerz geerntet würden. Im weiteren Verlauf erkennt er, dass die hochwertigste Form von Loosh offenbar mit Liebe zusammenhängt. Seine nichtphysischen Gesprächspartner weisen ihn sogar darauf hin, dass bereits seine Übersetzung des Erlebten in menschliche Kategorien wie „Farm“, „Ernte“ und „Sammler“ eine Verzerrung darstellen könne. Aus Monroes kosmischem Schlachthof wird damit etwas wesentlich Mehrdeutigeres: vielleicht eine Welt, in der Bewusstsein durch intensive Erfahrung eine Form von Energie erzeugt – und Leiden nur eine von vielen Produktionsweisen ist. Light Force Network

Und Monroe war keineswegs der Erste.

Bereits George Gurdjieff hatte Jahrzehnte zuvor eine ähnlich verstörende Formel benutzt. Nach den Aufzeichnungen seines Schülers P. D. Ouspensky erklärte er, der Mond „ernähre“ sich vom organischen Leben auf der Erde; die Menschheit sei gewissermaßen Nahrung für den Mond. Würden zu viele Menschen wirklich bewusst, könnten sie ihrer Funktion im kosmischen Mechanismus entkommen. Center for the Study of World Religions

Bei Gurdjieff ist allerdings notorisch schwer zu entscheiden, wo Kosmologie endet und psychologischer Schockunterricht beginnt. Der Mensch lebt für ihn gewöhnlich wie eine Maschine: Er reagiert, begehrt, fürchtet, ärgert sich und hält diese automatischen Reaktionen für sein „Ich“. „Nahrung für den Mond“ lässt sich deshalb auch als brutale Metapher lesen: Was nicht bewusst gelebt wird, wird verbraucht. Der Schlafende gehört nicht sich selbst.

Noch näher an Monroes dunkler Farm liegt Charles Fort. In The Book of the Damned schrieb Fort bereits 1919 den berühmten Satz: „I think we're property.“ Wir könnten, spekuliert er, jemandes Eigentum sein. Vielleicht sei die Erde einst zwischen fremden Mächten umkämpft worden und inzwischen im Besitz irgendeines unbekannten Etwas. Noch unangenehmer wird es, wenn Fort fragt, ob die Menschheit vielleicht schlicht nützlich sei – so wie Schweine, Gänse oder Rinder für ihren Besitzer nützlich sind. Er fantasiert sogar über menschliche „Aufseher“, die Anweisungen von anderswo empfangen könnten. Fort präsentiert solche Gedanken allerdings bewusst als spekulative Möglichkeiten, nicht als bewiesene Tatsachen. Wikisource

Geht man noch weiter zurück, gelangt man in die Welt der Gnosis. In der spätantiken Pistis Sophia begegnet uns ein Kosmos voller Herrscher, Mächte und Archonten. Sie halten Seelen in den unteren Regionen fest, binden ihnen einen „counterfeiting spirit“ an und geben ihnen vor der Wiedergeburt einen Trank des Vergessens, damit sie ihre vorherige Existenz und ihre Herkunft vergessen. Die Seele wird dadurch erneut in Begierden, Irrtum und materielle Existenz hineingezogen. Gnosis

Einige dieser kosmischen Herrscher versuchen sogar, ihre eigene Macht und Herrschaft zu verlängern; andere verführen Menschen zu Zorn, Streit und Mord. Die Ähnlichkeit zur späteren Archonten- und Loosh-Literatur ist verblüffend. Dennoch ist eine wichtige Grenze zu ziehen: Die Pistis Sophia sagt nicht, dass Archonten menschliche Angst wie Strom aus einer Batterie absaugen. Das „Ernten von Emotionen“ ist eine moderne Synthese. Die gnostischen Texte liefern Gefangenschaft, Vergessen, Begierde und kosmische Herrschaft – Monroe liefert die energetische Ernte. Gnosis

Und dann ist da noch Platon.

Seine Politeia enthält gleich zwei Motive, die später erstaunlich gut in dieses Bild passen. Im Höhlengleichnis halten Menschen Schatten für die Wirklichkeit, weil sie niemals etwas anderes gesehen haben. Und im abschließenden Mythos des Er schildert Platon eine regelrechte metaphysische Verwaltung des Todes: Seelen gelangen vor kosmische Instanzen, wählen neue Leben, werden den drei Moiren und der „Spindel der Notwendigkeit“ zugeführt und trinken schließlich vom Fluss des Vergessens, bevor sie erneut geboren werden. Perseus

Aber auch hier ist Vorsicht nötig. Platons Kosmos ist keine Loosh-Farm. Im Gegenteil: Er betont ausdrücklich die Verantwortung der Seele für ihre Wahl – „die Schuld liegt beim Wählenden“. Trotzdem entsteht bereits das Grundmotiv, das zweitausend Jahre später wieder auftaucht: Der Mensch wird geboren, nachdem er vergessen hat, woher er kommt, und hält die Welt, in der er erwacht, für die ganze Wirklichkeit.

Legt man Platon, die Gnostiker, Fort, Gurdjieff und Monroe übereinander, erscheint deshalb keine durchgehende Geheimlehre. Dafür sind die Unterschiede viel zu groß. Es entsteht etwas Interessanteres: ein wiederkehrender Verdacht.

Vielleicht ist der Mensch nicht der Kunde des Systems, sondern sein Produkt.

Vielleicht dienen seine Ängste, Begierden und Kämpfe einem Prozess, den er selbst nicht versteht. Die Gnostiker nannten dessen Verwalter Archonten. Fort vermutete Besitzer. Gurdjieff sprach vom Mond. Monroe sah Sammler, die Loosh ernten.

Man muss keinen einzigen dieser Gedanken wörtlich glauben, um ihre gemeinsame Pointe ernst zu nehmen. Denn eine Version der Energiefarm existiert nachweislich bereits: Systeme, die menschliche Aufmerksamkeit gewinnen, indem sie Empörung, Angst, Neid, sexuelle Erregung und Stammesdenken stimulieren. Sie benötigen keine Archonten. Ein Algorithmus genügt. Der Mensch produziert Emotion, die Emotion erzeugt Aufmerksamkeit, Aufmerksamkeit wird verwertet – und je heftiger die Reaktion, desto besser funktioniert die Maschine.

Vielleicht besteht die eigentliche Unheimlichkeit der Loosh-Idee deshalb nicht darin, dass sie wahr sein könnte.

Sondern darin, dass wir inzwischen gelernt haben, selbst solche Farmen zu bauen.

"
Bezieht sich das Informationspaket "ROTE" auf "Related Organized Thought Energy"?"

ChatGPT:

Ja. ROTE ist bei Robert Monroe die Abkürzung für „Related Organized Thought Energy“. Wikipedia

Monroe benutzt den Ausdruck für eine Art komprimiertes Informationspaket, das nicht Satz für Satz übertragen wird. Er beschreibt es sinngemäß als „thought ball“: ein Bündel aus Gedanken, Wissen, Erinnerungen, Erfahrungen und teilweise emotionalen oder sensorischen Eindrücken, das als Ganzes empfangen wird. Anschließend kann man den ROTE „run“ – also Stück für Stück entpacken und in gewöhnliches Denken bzw. Sprache übersetzen. Force of Intent

Das ist für die Loosh-Geschichte wichtig. Monroe behauptet dort nicht einfach, jemand habe ihm verbal erklärt: „Die Erde ist eine Energiefarm.“ Vielmehr berichtet er, BB habe ihm einen ROTE übermittelt, dessen Inhalt er anschließend in menschliche Begriffe übersetzte. Genau daraus entstehen Begriffe wie „Garden“, „crop“, „Collectors“, „harvest“ usw. Ray Boeche

Damit ergibt sich eine interessante epistemische Einschränkung: Selbst innerhalb von Monroes eigener Erzählung sind „Farm“, „Ernte“ und „Sammler“ möglicherweise nicht wörtliche Beschreibungen dessen, was er erfahren haben will, sondern seine nachträgliche sprachliche Rekonstruktion eines angeblich nichtsprachlichen Informationskomplexes.

Das macht die Geschichte eigentlich interessanter. Denn dann lautet Monroes Behauptung weniger:

„Mir wurde gesagt, dass Menschen gezüchtet werden.“

sondern eher:

„Ich erhielt etwas, das sich beim Übersetzen in menschliche Kategorien ungefähr wie eine Geschichte über Zucht, Ernte und einen wertvollen Stoff darstellte.“

Und genau dort könnte man deinen Text noch etwas präzisieren. ROTE ist nicht bloß ein Informationspaket, sondern bei Monroe geradezu ein alternatives Kommunikationsformat, bei dem Bedeutung zuerst als Gesamtstruktur vorhanden ist und Sprache erst nachträglich entsteht. Das erinnert interessanterweise ein wenig daran, wie man einen Traum unmittelbar nach dem Erwachen „weiß“, obwohl man mehrere Minuten braucht, um ihn überhaupt in eine Erzählung zu verwandeln.

"Bei Betrachtung des ersten Bildes fällt mir erst auf, dass die Thematik stark an das Motiv der Matrix-Trilogie erinnert."

ChatGPT:

Ja. Das Bild macht eine strukturelle Verwandtschaft sichtbar, die beim bloßen Lesen weniger auffällt. Die Matrix lässt sich fast als technisierte, säkularisierte Variante derselben alten „Menschenfarm“-Vorstellung lesen.

Die Parallelen sind erstaunlich präzise:

MotivLoosh / Gnosis / ältere TraditionMatrix
Menschen leben in einer künstlichen WirklichkeitPlatons Höhle; gnostische Welt des Irrtumsdie Matrix
Sie wissen nichts von ihrem tatsächlichen ZustandVergessen, Unwissenheit, SchlafErinnerung an das frühere Leben fehlt
Menschen erfüllen einen Zweck für übergeordnete WesenForts „property“, Gurdjieffs kosmische Nahrung, Monroes LooshMenschen als Energiequelle der Maschinen
Das System hält seine Insassen beschäftigtBegierde, Angst, Konflikt, Identifikationsimuliertes Alltagsleben
Bewusstwerden bedeutet BefreiungGnosis, Gurdjieffs „Erwachen“rote Pille / Erwachen aus der Kapsel
Wächter schützen das SystemArchontenAgents
Auch die scheinbare Rebellion kann Teil des Systems seinbesonders moderne Prison-Planet-DeutungenZion und „The One“ als eingeplanter Kontrollmechanismus
Wiederkehrende ZyklenReinkarnation / kosmische Zyklenwiederholte Matrix-Versionen und Zerstörungen Zions

Der entscheidende Unterschied ist zunächst nur die Art der Ernte. Bei Matrix werden Menschen ausdrücklich wegen ihrer Körperenergie gehalten. Bei Monroe geht es um Loosh, also etwas, das aus Leben und insbesondere intensiver Erfahrung hervorgeht. Die Filme brauchen dafür keine metaphysische Substanz: Sie übersetzen das Motiv in die Sprache der Technik.

Aber gerade die Fortsetzungen machen es komplizierter.

Die wirklich interessante Parallele beginnt beim Architekten

Im ersten Film lautet die Geschichte noch relativ einfach:

Menschen → Gefangenschaft → Maschinen → Energie.

Mit Reloaded stellt sich heraus, dass selbst der Widerstand gegen die Matrix teilweise vom System vorgesehen ist. Zion ist kein völliges Außen. „The One“ ist keine unvorhergesehene Erlöserfigur, sondern eine wiederkehrende Anomalie, mit der die Maschine gelernt hat umzugehen.

Damit nähert sich die Trilogie auffällig einer gnostischen Vorstellung: Das Gefängnis besteht nicht einfach aus Mauern. Es besteht aus Ebenen der Täuschung.

Du kannst sogar glauben, du seist entkommen – und dich noch immer innerhalb einer größeren Kontrollarchitektur befinden.

Das ist viel beunruhigender als die Menschenbatterie.

Neo ist geradezu eine gnostische Figur

„Gnosis“ bedeutet Erkenntnis – allerdings nicht bloß Wissen über etwas, sondern Erkenntnis des eigenen wirklichen Zustandes.

Neo wird nicht dadurch frei, dass ihm jemand bessere politische Argumente liefert. Er erkennt:

Diese Welt ist nicht das, wofür ich sie gehalten habe.

Danach ändern sich die Regeln.

Das ist ziemlich genau die Grunddramaturgie vieler gnostischer Systeme. Der Mensch befindet sich in einer falschen oder minderwertigen Welt und hat seine Herkunft vergessen. Die Befreiung erfolgt durch Erkenntnis. Diejenigen, die die bestehende Ordnung verwalten, versuchen dieses Erwachen zu verhindern.

Die Agents funktionieren daher überraschend gut als moderne Archonten: keine gehörnten Dämonen, sondern Verwaltungsinstanzen der Realität.

Und dann wird Monroe interessant

Nimmt man Monroes Loosh-Konzept hinzu, lässt sich Matrix gedanklich sogar noch einen Schritt weiterschreiben.

Die Menschen müssten gar nicht wegen ihrer elektrischen Energie in der Simulation liegen.

Die Simulation selbst könnte die eigentliche Farm sein.

Dann wären Karriere, Liebe, Verlust, sexuelle Konkurrenz, Angst, Status, Krieg, Hoffnung, Eifersucht, Familie, Krankheit und Tod keine Nebeneffekte der Matrix. Sie wären ihre Produktionsprozesse.

Das wäre Monroes Modell:

Simulation → Erfahrung → Emotion → Loosh.

Und plötzlich ergibt auch eine häufig gestellte Frage zu Matrix eine andere Antwort: Warum simulieren die Maschinen überhaupt eine so komplizierte menschliche Gesellschaft? Wenn man lediglich Körperwärme wollte, könnte man Gehirne schließlich viel einfacher ruhigstellen.

In einer Loosh-Version wäre gerade das Gegenteil notwendig.

Die Menschen müssten leben.

Sie müssten sich verlieben.

Sie müssten verlieren.

Sie müssten hoffen.

Sie müssten sich fürchten.

Denn das wäre die Ernte.

Und hier trifft Matrix auf unsere wirkliche Welt

Das ist der Punkt, an dem das Motiv seine Science-Fiction-Hülle verliert.

Unsere Informationssysteme haben inzwischen empirisch entdeckt, was Monroes imaginäre „Collectors“ bereits wussten: Ein emotional erregter Mensch ist produktiver als ein gleichgültiger Mensch.

Nicht metaphysisch, sondern ökonomisch.

Empörung erzeugt Klicks. Angst erzeugt Aufmerksamkeit. Neid erzeugt Konsum. Sexuelle Erregung bindet Nutzer. Stammeskonflikte erzeugen Interaktion. Interaktion erzeugt Daten. Daten und Aufmerksamkeit werden monetarisiert.

Die moderne Variante lautet daher:

Emotion → Aufmerksamkeit → Daten → Geld.

Kein Archont muss Gefühle aus einem menschlichen Körper saugen. Der Benutzer trägt die Erntemaschine in der Hosentasche.

Und genau deshalb finde ich die Verbindung zwischen Monroe, Gurdjieff, Gnosis und Matrix interessanter als die Behauptung, irgendeiner von ihnen habe „die Wahrheit“ entdeckt. Sie alle kreisen um dieselbe ausgesprochen unangenehme Frage:

Was, wenn die Welt, die uns als Lebensraum erscheint, aus Sicht des Systems eigentlich eine Produktionsanlage ist?

Charles Fort hätte dafür vermutlich nur seinen lakonischen Satz gebraucht:

„I think we're property.“

Und Morpheus hätte vermutlich geantwortet:

„Welcome to the desert of the real.“

"Interessant finde ich, dass Du selbst auf die Parallele zu Algorithmen und Smartphones kommst. Ich habe die Begriffe aus der Eingangsfrage aus einem YouTube-Video, in dem es genau darum geht - https://www.youtube.com/watch?v=JG8f6p9CJ2k"

ChatGPT:

Ich kann den verlinkten YouTube-Inhalt im Moment nicht zuverlässig abrufen, daher will ich nicht so tun, als hätte ich das Video gesehen. Aber aus den Begriffen deiner Eingangsfrage ergibt sich die Smartphone-/Algorithmus-Parallele tatsächlich fast zwangsläufig.

Der Grund ist eine Art struktureller Isomorphismus. Monroe, Gurdjieff, die gnostischen Archonten und Fort erzählen sehr unterschiedliche Geschichten, aber man kann aus ihnen dasselbe abstrakte Schema herausziehen:

Organismus → emotionale Erregung → verwertbarer Output → System verstärkt jene Bedingungen, die den Output erhöhen.

Und genau dieses Muster findet man heute in technisch-ökonomischer Form wieder:

Mensch → emotionale Erregung → Aufmerksamkeit/Interaktion → Daten/Werbewert → algorithmische Verstärkung.

Das Entscheidende daran ist: Der Algorithmus muss überhaupt nicht „böse“ sein und auch nicht verstehen, warum etwas funktioniert. Er braucht nur eine Optimierungsgröße. Wenn Empörung, Angst, sexuelle Erregung, Statusneid oder Stammeskonflikte mehr Verweildauer und Interaktion erzeugen, werden Inhalte mit diesen Eigenschaften selektiv begünstigt. Aus einer simplen Optimierungsfunktion kann damit ein System entstehen, das sich so verhält, als hätte es ein Interesse an emotional aufgewühlten Menschen.

Und genau hier wird die Loosh-Metapher überraschend leistungsfähig.

Der entscheidende Unterschied: Absicht ist nicht erforderlich

Bei einer wörtlichen Loosh-Farm braucht man „Sammler“, die wissen, was sie tun. Die moderne Variante funktioniert sogar ohne Sammler im starken Sinne.

Niemand muss beschließen:

Wir werden die Menschen wütend machen, um ihre Emotionen zu ernten.

Es genügt:

Maximiere Engagement.

Dann entdeckt das System experimentell, dass bestimmte psychische Zustände Engagement produzieren. Millionen A/B-Tests übernehmen gewissermaßen die Rolle des Viehzüchters.

Das ist sogar philosophisch unheimlicher als Monroes Version, weil kein Archont mehr nötig ist. Die Maschine kann aus lokalen Anreizen emergieren.

Das Smartphone als umgekehrte Monroe-Apparatur

Bei Monroe steigen die „Collectors“ gewissermaßen von außen an den Menschen heran und nehmen das erzeugte Loosh auf.

Beim Smartphone trägt der Mensch die Sammelvorrichtung freiwillig bei sich.

Sie misst, was ihn interessiert, was ihn aufregt, worauf er reagiert, wann er zurückkehrt, wie lange er schaut und womit er andere ansteckt. Gleichzeitig führt sie ständig neue Reize zu.

Das ergibt einen geschlossenen Kreis:

Reiz → Emotion → Handlung → Messung → Optimierung → wirksamerer Reiz.

Ein Kybernetiker würde darin keinen metaphysischen Vorgang sehen, sondern einen Feedback-Loop. Ein Gnostiker könnte dagegen sagen: Ihr habt den Archonten lediglich einen technischen Namen gegeben.

Beide Beschreibungen können dieselbe beobachtbare Struktur meinen, ohne ontologisch dasselbe zu behaupten.

Und damit verändert sich auch „The Matrix“

Vor diesem Hintergrund erscheint mir meine Matrix-Parallele im Nachhinein noch interessanter. Die berühmte Menschenbatterie ist eigentlich die primitive Version des Gedankens. Ein intelligenteres System würde Menschen nicht wegen ihrer Körperwärme halten.

Es würde ihre psychische Aktivität verwerten.

Nicht:

Körper → Elektrizität.

Sondern:

Erfahrung → Emotion → Aufmerksamkeit → Information → Wert.

Dann wären TikTok, X, YouTube, Instagram usw. keine Matrix im Sinne einer vollständig simulierten Welt. Sie wären eher eine partielle Matrix, die sich über die vorhandene Wirklichkeit legt und gezielt jene Ausschnitte davon auswählt, die maximale Reaktion erzeugen.

Und möglicherweise liegt darin auch der stärkste Gedanke des Videos, falls es tatsächlich in diese Richtung argumentiert: Die alten Vorstellungen von Archonten, Sammlern und kosmischer Nahrung müssen nicht buchstäblich wahr sein, um plötzlich technologisch lesbar zu werden.

Das ist übrigens ein Motiv, das sich für deinen Text noch hervorragend als Schlusswendung eignen würde:

Vielleicht haben die alten Mythen nie beschrieben, wer uns erntet. Vielleicht haben sie lediglich eine Struktur beschrieben, die immer wieder entstehen kann, sobald ein System davon profitiert, dass Menschen möglichst intensiv fühlen.

Das wäre wesentlich subtiler als „Smartphones sind Archonten“ – und meines Erachtens auch beunruhigender.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die unglaubliche Glückseligkeit, die hinter allem steckt


Warum nicht zur Abwechslung mal wieder etwas von Alan Watts -

 


Kapitel 1: Das Argument gegen die Zivilisation

Man könnte argumentieren – und zwar mit durchaus guten Gründen –, dass das gesamte intellektuelle Unternehmen der Zivilisation ein schrecklicher Irrtum gewesen ist und dass wir uns inzwischen auf Kollisionskurs befinden.

All die vielgepriesenen Vorteile von Intelligenz, Technologie und all dem anderen könnten schlicht dazu führen, dass die Menschheit ein außerordentlich schnelles Ende findet.

Natürlich muss das nicht unbedingt etwas Schlechtes sein.

Kapitel 2: Kosmische Zyklen und Zerstörung

Ich habe manchmal mit der Vorstellung gespielt, dass alle Sterne ursprünglich aus Planeten entstanden sind und dass sich auf diesen Planeten hochentwickelte Zivilisationen bildeten, die schließlich die Geheimnisse der Kernenergie verstanden – und sich dann selbstverständlich selbst in die Luft sprengten.

Während dieser Explosion schleuderten sie Gesteinsbrocken hinaus, die irgendwann um sie herum kreisten und erneut zu Planeten wurden.

Und vielleicht ist genau das die eigentliche Entstehungsmethode des Universums.

Das würde natürlich recht gut zur hinduistischen Kosmologie passen, in der die Zeit und die Ereignisse innerhalb der Zeit stets als ein Prozess fortschreitenden Verfalls betrachtet werden: Die Dinge werden immer schlechter und schlechter, bis der Zustand schließlich unerträglich wird und alles explodiert. Nach einer Phase der Ruhe und Erholung beginnt das Ganze wieder von vorn.

Warum verspüren wir eigentlich eine gewisse Abneigung gegen eine Theorie der Zeit, die in diese Richtung verläuft?

Kapitel 3: Lineare und zyklische Zeit

Ich meine: Was wäre euch lieber? Ein Rhythmus, der so verläuft – oder einer, der anders verläuft?

Welcher soll es sein? [Gelächter]

Oder wollt ihr einen, der immer nur nach oben geht? Einen, bei dem alles ständig besser wird?

Einen solchen Zustand kann man sich eigentlich gar nicht vorstellen.

Was ich sagen will: Nehmt mich nicht allzu ernst.

Ich vertrete hier einmal probehalber die These, dass die Zivilisation ein Fehler gewesen ist.

Dass es viel besser gewesen wäre, alles einfach in Ruhe zu lassen.

Dass die wilden Tiere klüger sind als wir.

Kapitel 4: Die Weisheit nichtmenschlichen Lebens

In unserer groben und nicht besonders präzisen Ausdrucksweise würde man sagen: Sie folgen einfach ihren Instinkten.

Wenn etwa ein Nachtfalter eine Flamme mit dem Signal verwechselt, auf das er bei der Partnersuche reagiert, und deshalb in die Flamme fliegt – na und?

Dann hält das eben die Nachtfalterpopulation in Grenzen.

Und der Nachtfalter macht sich keine Sorgen darüber.

Er fliegt nicht voller Angst umher und fragt sich, ob dieser sexuelle Lockreiz nun echt ist oder bloß eine Flamme.

Er denkt nicht bewusst über die Zukunft nach.

Zumindest nehmen wir das an. Vielleicht tut er es ja doch, aber wir gehen davon aus, dass er es nicht tut.

Und deshalb wird er auch nicht davon gequält.

Die Art der Nachtfalter aber besteht weiter und weiter und weiter. Soweit wir wissen, gibt es sie bereits seit unglaublich langer Zeit, vielleicht sogar länger als uns.

Bienen, Ameisen und ähnliche Lebewesen haben sich, soweit wir erkennen können, längst der Geschichte entzogen.

Mit anderen Worten: Sie führen eine gefestigte Existenz, die uns vielleicht ziemlich langweilig erscheinen würde, weil darin nicht ständig Veränderungen stattfinden wie bei uns.

Sie leben immer wieder denselben Rhythmus, wieder und wieder und wieder und wieder.

Aber weil sie sich nicht die Mühe machen, sich bewusst daran zu erinnern, wird ihnen dieser Rhythmus niemals langweilig.

Und weil sie nicht ständig versuchen, die Zukunft vorherzusagen, befinden sie sich auch nicht dauernd in einem Zustand der Angst.

Und trotzdem überleben sie.

Kapitel 5: Die Falle des bewussten Denkens

Wir dagegen, die wir – wie Emerson sagt – nach vorne und zurück blicken, die Vorhersagen treffen und ständig darüber nachdenken, ob diese Generation besser oder schlechter sein wird als die vorherige, wir werden davon gequält.

Und aufgrund dieser ungeheuren Fixierung auf die Zeit merken wir etwas Entscheidendes überhaupt nicht:

Wir bemerken nicht, wie wunderbar wir trotz unserer selbst eigentlich sind.

Denn unser Bewusstseins-Radar ist ein Instrument zur Fehlersuche.

Es hält ständig Ausschau nach Veränderungen in unserer Umwelt, die möglicherweise eine Katastrophe herbeiführen könnten.

Deshalb ist unser Bewusstsein von morgens bis abends vollständig mit der Zeit beschäftigt – mit Planung, mit dem, was gewesen ist, und mit dem, was sein wird.

Und weil seine Funktion darin besteht, Probleme aufzuspüren, entsteht bei uns schließlich das allgemeine Gefühl, der Mensch sei dazu geboren, Schwierigkeiten zu haben.

Durch diese Fixierung unserer bewussten Aufmerksamkeit übersehen wir, wie erstaunlich gut wir tatsächlich funktionieren.

Wir übersehen, dass sich unsere körperlichen Organe während des größten Teils unseres Lebens in einem phantastisch harmonischen Zusammenspiel befinden.

Wir übersehen, wie unser Körper durch zahllose unbewusste Reaktionen mit seiner physischen Umgebung in Beziehung steht.

Wenn ihr euch all der Anpassungsprozesse bewusst werden könntet, die euer Organismus spontan und unterbewusst vollzieht, dann würdet ihr euch plötzlich mitten in einer gewaltigen Musik wiederfinden.

Und gelegentlich geschieht genau das.

Denn die mystische Erfahrung ist im Grunde nichts anderes als das Bewusstwerden unserer tatsächlichen körperlichen Beziehung zum Universum.

Kapitel 6: Das Geheimnis der Existenz

Und dann ist man erstaunt, geradezu vom Donner gerührt von dem Gefühl, dass unter allem, was in dieser Welt geschieht, als grundlegender Zustand eine unglaubliche Glückseligkeit liegt.

Nun – warum eigentlich nicht?

Warum sollte überhaupt irgendetwas geschehen?

Wenn das Spiel die Mühe nicht wert wäre, wenn das Universum im Grunde nichts anderes wäre als ein qualvoller Kampf – warum sollte es dann überhaupt eines geben?

Ist euch nie aufgefallen, dass es sehr viel einfacher wäre, überhaupt keine Existenz zu haben?

Das würde keinerlei Anstrengung erfordern.

Es gäbe keine Probleme.

Warum geschieht also überhaupt etwas?

Oder besser gesagt: Nicht warum, sondern wie kommt es überhaupt dazu, dass etwas geschieht?

Denn wenn das alles im Grunde nur eine unerträgliche Plackerei wäre, sehe ich keinen Grund dafür, dass es überhaupt existieren sollte.

Alles hätte längst Selbstmord begangen und wäre zur Ruhe gekommen.

Abou Ben Adhem – möge sich sein Stamm durch vorsichtige Geburtenkontrolle verkleinern – und möge er Frieden finden. [Gelächter]

Kapitel 7: Der Sündenfall und die Technologie

Wir könnten also mit der Möglichkeit weiterarbeiten, dass die Zivilisation ein Irrtum gewesen ist.

Dass wir einen völlig falschen Weg eingeschlagen haben und die Dinge besser einfach der Natur überlassen hätten.

Und natürlich ist genau das auch das Problem, das im Buch Genesis angesprochen wird.

Eigentlich besteht der Sündenfall des Menschen in der Genesis in seinem Eintritt in die Technologie.

Denn in der Bibel stehen die hebräischen Begriffe für die Erkenntnis von Gut und Böse in Zusammenhang mit technischen Fähigkeiten.

Damit, was technisch zweckmäßig ist und was nicht.

Es handelt sich um Begriffe, die sogar mit Metallurgie verbunden sind.

Und darum, „wie Gott“ zu sein.

Wenn ihr von der Frucht des Baumes der Erkenntnis esst und dadurch „wie Gott“ werdet, bedeutet das: Ihr glaubt nun, euer eigenes Leben kontrollieren zu können.

Und Gott sagt:

„Na gut, Kleiner. Du wolltest Gott sein. Dann versuch es.“

Das Problem mit euch ist allerdings, dass ihr nur eindimensional denken könnt.

Und deshalb könnt ihr nicht Gott sein.

Um Gott zu sein, bräuchtet ihr einen Geist mit unendlich vielen gleichzeitig verlaufenden Denkbahnen.

Und genau das besitzt euer Gehirn tatsächlich.

Das Gehirn arbeitet auf unendlich vielen Bahnen zugleich.

Das Bewusstsein dagegen nicht.

Das Bewusstsein läuft auf einer einzigen Spur.

Wie wir sagen: Man kann immer nur an eine Sache zugleich denken.

Mit einer solchen Form von Bewusstsein kann man aber nicht die Verantwortung für das Universum übernehmen.

Es gibt schlicht zu viel davon.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dienstag, 6. Oktober 2026

Risse in der Mauer


"Der AfD-Abgeordnete Tobias Rausch ist bei der konstituierenden Sitzung des Landtags von Sachsen-Anhalt zum Präsidenten gewählt worden. Es ist das erste Mal, dass die AfD einen Landtagspräsidenten stellt.

Rausch bekam bei der geheimen Wahl am Dienstag 48 von 82 abgegebenen Stimmen. Die AfD hat im Landtag 39 Sitze, das BSW, das vorher angekündigt hatte, ebenfalls für Rausch zu stimmen, 5 Sitze, beide zusammen also 44." (foerde.news)

"Bei der Wahl des neuen Landtagspräsidenten in Sachsen-Anhalt ist die CDU-Fraktion nicht der Vorgabe von Ministerpräsident und CDU-Fraktionschef Sven Schulze gefolgt, sich zu enthalten.

So gab es bei der geheimen Wahl am Dienstag nur fünf Enthaltungen, die CDU-Fraktion hat aber 15 Abgeordnete." (foerde.news)

"Die Linken-Spitzenkandidatin Eva von Angern, die die konstituierende Sitzung als Alterspräsidentin eröffnete, hatte vor wenigen Tagen den sich abzeichnenden Erfolg von Rausch mit einem NS-Vergleich kritisiert. Nach Hermann Göring dürfe nicht der erste Präsident eines Parlaments aus einer rechtsextremen Partei kommen, so von Angern. Fast wortgleich hatte sich auch die SPD auf Instagram geäußert: "Der erste rechtsextreme Parlamentspräsident seit Hermann Göring? Nicht mit uns!" Göring war von 1932 bis 1945 Reichstagspräsident."


"Die AfD war aus der Landtagswahl am 6. September mit 43,8 Prozent klar als stärkste Kraft hervorgegangen und hatte die absolute Mehrheit im Parlament nur knapp verpasst. Laut Verfassungsschutz ist der Landesverband Sachsen-Anhalt der AfD eine "gesichert rechtsextremistische Bestrebung"."

Das bedeutet also - in einem doitschen Bundes-Land ist jetzt ein staatlich geprüfter Rechtsextremer der neue Präsident des Landtages.

Auch so:
"Bei einer öffentlichen Anhörung am Mittwoch im Thüringer Landtag haben Juristen, Experten und Prominente über ein mögliches AfD-Verbotsverfahren diskutiert. Schauspieler und Entertainer Hape Kerkeling warb dabei eindringlich für ein Verbot." (Tagesschlumpf)

"Ist man als „Nachfahre eines Opfers des Nationalsozialismus“ in einer privilegierten Position, wenn es darum geht, über ein Parteiverbot der AfD mitzureden? Haben die Enkel der NS-Opfer mehr Einsicht und Durchsicht, weil sie Enkel von NS-Opfern sind? Gibt es da einen Automatismus, der generationsübergreifend wirkt?" (Welt)


Ja klar, fragen wir doch am besten mal einen abgehalfterten, fetten, alten, schwulen Witze-Erzähler, wen "wir" wählen sollen dürfen können.
Wen soll man denn sonst fragen, wie der Laden hier zu laufen hat?!
Und dann ist der Artikel auch noch ausgerechnet von "...seine Eltern waren Überlebende von Konzentrationslagern." Henryk M. Broder.

Es wird einfach immer noch geiler.

 

So sieht Toleranz aus! SO & NICHT anders!!

"Als Hape Kerkeling am Mittwochabend im Landtag von Thüringen auftritt, kommt er nicht als Entertainer. Kerkeling wird angehört im Justizausschuss zu einem möglichen AfD-Verbot. Er ist hier auf Einladung der Linken, als Bürger der Zivilgesellschaft." (zdfheute)

 
Unterdessen im Regierungsfunk:
"Nach Informationen von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung (SZ) ermittelt der Generalbundesanwalt gegen den früheren Präsidenten des BND, August Hanning, wegen mutmaßlicher landesverräterischer Ausspähung, Auskundschaften von Staatsgeheimnissen, versuchtem Landesverrat und geheimdienstlicher Agententätigkeit. Bei einem weiteren langjährigen Mitarbeiter des Dienstes geht es um Beihilfe zum versuchten Landesverrat und Beihilfe zur landesverräterischen Ausspähung. Der Generalbundesanwalt bestätigte die Festnahmen." (tagesschuh)


"D. soll Hanning bis mindestens 2022 gegen Geld mit streng geheimen Informationen aus dem Dienst versorgt haben. Die Ermittler gehen dem Verdacht nach, dass der inzwischen 80 Jahre alte Ex-BND-Chef mindestens in einem Fall eine Sicherheitsanalyse für einen fremden Nachrichtendienst erstellt haben soll. Nach Informationen von WDR, NDR und SZ geht es dabei aber nicht um Russland."

Ach! Nicht die Russen, wie?
Tja, dann waren es also unsere besten Freunde & Verbündeten: USA/Israel.

"Ins Visier geriet Hanning nach Angaben aus Sicherheitskreisen nach einer Durchsuchung seines Hauses und von Büros im September vergangenen Jahres: Damals war das Landeskriminalamt (LKA) Hamburg auf der Suche nach Beweismitteln im Entführungsfall Block.

Insgesamt sollen um die 2.000 Dokumente von D. an Hanning weitergegeben worden sein. Vielfach waren es den Ermittlungen zufolge Briefings für die sogenannte ND-Lage im Kanzleramt, in der sich die Chefs der Sicherheitsbehörden wöchentlich austauschen. Bei den Unterlagen soll es sich laut Recherchen um äußerst sensible Berichte handeln, etwa zum iranischen Atomprogramm oder zur russischen Armee. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen sollen darunter auch Informationen ausländischer Partnerdienste sein. Ein Abfluss solchen Materials gilt unter Nachrichtendiensten als Super-GAU."


Also, ich muß schon sagen: Das läuft ja alles ganz prima mit dieser Dings..., äh, Demokratie. Weiter so.










Der Arsch im Glashaus


Dänemark: "Unbekannte haben unrechtmäßig Zugang zu fast neun Millionen CPR-Nummern erhalten. Das teilt das Forschungs-, Ausbildungs- und Digitalisierungsministerium auf seiner Webseite mit. 

Das Zentrale Personenregister (CPR) habe einen „schweren Sicherheitsvorfall“ registriert. Dabei haben Unbekannte einen legalen Zugang eines dänischen Unternehmens missbraucht, um automatisiert nach Informationen im CPR-System zu suchen. Dabei wurden Namen, Adressen, CPR-Nummern und weitere Daten von rund 8,8 Millionen registrierten Bürgerinnen und Bürgern abgefischt. 

Im CPR sind aktuell rund 11 Millionen Personen registriert: neben hier lebenden Menschen auch Verstorbene und ins Ausland Umgezogene." (Der Nordschleswiger)

Weiter unten im Text:
"
Namen und Adressen von Personen, die sich für eine Registrierung mit Namens- und Adressschutz entschieden haben, sind von dem unbefugten Zugriff wohl nicht betroffen."

Na, sowas! Da könnte man ja glatt auf den Gedanken kommen, daß dieser Schutz gebührenpflichtig ist.


"
Ist diese Registrierung Registrierung mit Namens- und Adressschutz mit der Entrichtung einer Gebühr verbunden?"

ChatGPT:
"Nein. Die dänische „navne- og adressebeskyttelse“ im CPR ist kostenlos. Sie wird über Borger.dk bzw. die zuständige Kommune beantragt; auf der offiziellen Seite ist keine Gebühr vorgesehen. Life in Denmark

Ein paar Details sind dabei interessant:

  • Die Sperre gilt grundsätzlich für ein Jahr und muss danach erneut beantragt werden. Borger
  • Sie verhindert im Normalfall, dass Privatpersonen und Unternehmen Name und Adresse aus dem CPR erhalten. Behörden haben weiterhin Zugriff; auch Gläubiger können unter bestimmten Voraussetzungen geschützte Adressdaten erhalten. CPR
  • Sie schützt nicht die CPR-Nummer selbst im Sinne einer vollständigen Datensperre. Beim aktuellen Vorfall vom 5. Oktober 2026 teilte die CPR-Verwaltung allerdings ausdrücklich mit, dass bei Personen mit diesem Schutz Namen und Adressen nicht von dem unbefugten Zugriff betroffen waren. CPR

Interessant angesichts des Datenlecks: Am 1. Oktober 2026 hatten nur rund 149.000 in Dänemark wohnende Personen einen aktiven Namens- und Adressschutz – also nur wenige Prozent der Bevölkerung. CPR"

"Verstehe ich das richtig? Der Bürger muss den Namens- und Adressschutz beantragen, bekommt eine Bewilligung für ein Jahr, und muss nach Ablauf des Jahres neu beantragen?"

ChatGPT:
"Ja, genau.

Der Ablauf ist grundsätzlich:

  1. Der Bürger beantragt selbst den navne- og adressebeskyttelse.
  2. Die Kommune registriert bzw. bewilligt den Schutz.
  3. Der Schutz gilt normalerweise ein Jahr.
  4. Danach läuft er automatisch aus, sofern man nicht rechtzeitig erneut einen Antrag stellt.
  5. Für einen Schutz von mehr als einem Jahr braucht es besondere Umstände; darüber entscheidet die Kommune.

Der interessante Punkt ist also: Es handelt sich nicht um einen dauerhaften Opt-out, sondern um eine Schutzentscheidung, die der Bürger regelmäßig aktiv erneuern muss.

Das ist datenschutzpolitisch durchaus bemerkenswert: Der Normalzustand des CPR ist die Weitergabefähigkeit von Name und Adresse; wer davon abweichen möchte, muss selbst aktiv werden — und zwar wiederkehrend."

"Das bedeutet also - wenn man diesen Schutz nicht beantragt, kann jeder, der es wissen will, die aktuelle Adresse abfragen?" 

ChatGPT:
"Im Grundsatz ja – aber nicht völlig voraussetzungslos.

Wenn jemand keinen Namens- und Adressschutz im CPR hat, kann eine Privatperson bei einer dänischen Kommune eine sogenannte Adresseforespørgsel stellen und die aktuelle Adresse einer anderen Person erhalten. Borger.dk sagt ausdrücklich, dass man aktuelle Namens- und Adressdaten aus dem CPR über andere Personen bekommen kann, sofern diese keinen Schutz eingetragen haben. Borger

Allerdings muss der Anfragende die gesuchte Person schon hinreichend identifizieren können, etwa durch:

  • Name + bisher bekannte Adresse,
  • Name + Geburtsdatum oder
  • Name + CPR-Nummer.

Eine reine Suche nach dem Muster „Gib mir die Adresse von irgendeinem Jens Hansen“ funktioniert also nicht ohne weitere Identifikationsmerkmale. Für jede Anfrage kann die Kommune bis zu 101 DKK (2026) verlangen – auch wenn die Person nicht gefunden wird. Borger.dk

Das bedeutet praktisch: Kennt jemand deinen Namen und dein Geburtsdatum, kann er ohne besonderen Grund deine aktuelle CPR-Adresse bei der Kommune erfragen, solange du keinen Namens- und Adressschutz eingerichtet hast. Einen legitimen Zweck oder ein besonderes Interesse muss er dafür grundsätzlich nicht nachweisen.

Genau deshalb formuliert das CPR-Gesetz den Schutz gewissermaßen als Opt-out: Erst wenn man ihn beantragt, dürfen Name und Adresse grundsätzlich nicht mehr an Private herausgegeben werden. CPR

Das ist tatsächlich erheblich großzügiger bei der Adressauskunft als das deutsche Melderecht. Wenn du möchtest, kann ich die beiden Systeme einmal Dänemark vs. Deutschland direkt gegenüberstellen – dort wird der Unterschied ziemlich deutlich."

"Ja, bitte."

ChatGPT:
"Der Unterschied ist kleiner, als meine vorige Formulierung „erheblich großzügiger“ vermuten ließ: Auch in Deutschland kann grundsätzlich jeder eine aktuelle Anschrift aus dem Melderegister erhalten. Die Schutzmechanismen unterscheiden sich aber deutlich.

PunktDänemarkDeutschland
Normale AdressauskunftJa. Aktuelle Namens- und Adressdaten können aus dem CPR abgefragt werden. Borger.dkJa. Die „einfache Melderegisterauskunft“ umfasst u. a. Vorname, Familienname und derzeitige Anschrift. Gesetze im Internet
Muss der Fragende einen Grund nennen?Für die normale private Adressanfrage grundsätzlich nein.Ebenfalls grundsätzlich nein. Bei gewerblicher Nutzung muss der Zweck angegeben werden; Werbung/Adresshandel sind bei § 44 BMG ausgeschlossen. Gesetze im Internet
Identifizierung nötig?Ja: z. B. Name + Adresse, Name + Geburtsdatum oder Name + CPR-Nummer. BorgerJa. Die gesuchte Person muss anhand der angegebenen Merkmale eindeutig bestimmbar sein, z. B. Name, Vorname, Geburtsdatum oder Anschrift. Gesetze im Internet
Allgemeiner Schutz auf Wunsch?Ja. Namens- und Adressschutz kann grundsätzlich ohne Gefährdungsnachweis beantragt werden.Nein. Eine echte Auskunftssperre setzt Tatsachen voraus, die eine Gefahr für Leben, Gesundheit, persönliche Freiheit oder vergleichbare schutzwürdige Interessen begründen. Gesetze im Internet
Dauer der SperreNormalerweise 1 Jahr, dann neu beantragen.Normalerweise 2 Jahre, Verlängerung möglich. Gesetze im Internet
Kosten der normalen AbfrageBis zu 101 DKK pro Anfrage im Jahr 2026. Borger.dkKommunal unterschiedlich; das Bundesgesetz legt hierfür keinen einheitlichen Betrag fest.

Der überraschende Punkt ist damit eigentlich Deutschland: Wer etwa deinen vollständigen Namen und genügend zusätzliche Angaben kennt, kann grundsätzlich bei einer Meldebehörde deine aktuelle Anschrift erfragen. Das Bundesmeldegesetz formuliert ausdrücklich, dass eine Privatperson Auskunft über die „derzeitigen Anschriften“ einer bestimmten Person verlangen kann. Gesetze im Internet

Der entscheidende Unterschied liegt beim Opt-out:

Dänemark: „Ich möchte meine Adresse grundsätzlich nicht an Private herausgeben.“ → Schutz kann prophylaktisch beantragt werden.

Deutschland: „Ich möchte meine Adresse grundsätzlich nicht an Private herausgeben.“ → Das allein genügt nicht. Für eine Auskunftssperre nach § 51 BMG müssen konkrete Tatsachen eine Gefährdung oder ein vergleichbares schutzwürdiges Interesse nahelegen. Das Gesetz nennt inzwischen ausdrücklich auch Bedrohungen, Beleidigungen und unbefugte Nachstellungen. Gesetze im Internet

Damit würde ich meine vorherige Aussage sogar korrigieren: Dänemark gewährt dem Bürger in diesem Punkt mehr informationelle Selbstbestimmung als Deutschland, weil dort jeder prophylaktisch die Tür schließen kann. Deutschland lässt die Tür zunächst offen und erlaubt eine vollständige Sperre erst bei einem qualifizierten Schutzinteresse.

Und genau vor diesem Hintergrund ist der aktuelle CPR-Vorfall interessant: Die dänischen Bürger, die dieses freiwillige Opt-out aktiviert hatten, hatten offenbar einen zusätzlichen Schutz, der nun ganz praktisch relevant wurde."

"Weiter heißt es in der Meldung: "Es ist empfohlen, einen „kreditadvarsel“ auf borger.dk einzurichten. Diese Markierung im Personenregister erschwert es Unbekannten, einen Kredit im eigenen Namen aufzunehmen." Wie darf ich das verstehen? Wenn jemand Deine CPR-Daten hat, kann er einen Kredit in Deinem Namen aufnehmen?" 

ChatGPT:
"Ja — Identitätsmissbrauch für Kredit- oder Ratenkäufe ist möglich, aber die CPR-Nummer allein reicht normalerweise nicht.

Die dänische CPR-Nummer ist eher ein sehr starkes Identifikationsmerkmal als ein Passwort. Wer zusätzlich weitere Daten oder Dokumente über dich besitzt — etwa Name, Adresse, Geburtsdaten, Ausweiskopie oder Zugangsmöglichkeiten zu digitalen Identifikationsverfahren — kann versuchen, sich als du auszugeben. Borger.dk nennt als konkretes Beispiel einen Täter, der mit einem fremden Pass ein Mobiltelefon auf Raten kauft. Borger

Die „kreditadvarsel“ ist deshalb eine Warnmarkierung direkt an deiner CPR-Nummer. Kreditgeber oder Händler mit berechtigtem Interesse können sehen: Bei dieser Identität besteht ein besonderes Risiko von Identitätsmissbrauch; prüft sehr genau, bevor ihr Kredit gewährt. Das kann dazu führen, dass ein Antrag abgelehnt oder eine zusätzliche Identitätsprüfung verlangt wird. Borger

Wichtig ist allerdings: Es ist keine technische Kreditsperre. Unternehmen sind nicht einmal verpflichtet, diese CPR-Warnung abzurufen. Borger.dk sagt ausdrücklich, dass die Nutzung durch Unternehmen freiwillig ist. Die Markierung erschwert Betrug also erheblich, verhindert ihn aber nicht absolut. Borger

Man kann sich das ungefähr so vorstellen:

CPR-Daten gestohlen → Täter kennt deine Identität → Täter kombiniert sie eventuell mit weiteren geleakten oder gefälschten Daten → Kredit-/Ratenantrag in deinem Namen.

Mit Kreditwarnung:

CPR-Daten gestohlen → Kreditgeber fragt CPR ab → „KREDITADVARSEL“ erscheint → zusätzliche Prüfung oder Ablehnung.

Das erklärt auch, warum die Behörden sie nach diesem Leak empfehlen. Bei 8,8 Millionen kompromittierten CPR-Datensätzen besteht die Gefahr weniger darin, dass jemand nur mit einer zwölfstelligen Zeichenfolge sofort ein Darlehen über 100.000 Kronen bekommt, sondern darin, dass die CPR-Daten als verlässlicher Identitätsbaustein mit Informationen aus anderen Datenlecks kombiniert werden.

Bemerkenswert finde ich dabei noch etwas anderes: Die Kreditwarnung kann jeder ab 15 selbst setzen und jederzeit wieder entfernen; sie scheint im Gegensatz zum Namens- und Adressschutz auch nicht jährlich abzulaufen. Am 1. Oktober 2026 hatten rund 240.600 in Dänemark wohnende Personen eine solche Warnung gesetzt. Borger

Für jemanden, der ohnehin keinen Kredit aufnehmen möchte, spricht daher ziemlich viel dafür, die Kreditwarnung dauerhaft gesetzt zu lassen. Der wesentliche Nachteil ist nämlich genau der beabsichtigte Effekt: Eigene Kredit-, Ratenkauf- oder ähnliche Verträge können schwieriger werden; vor einem legitimen Kreditantrag kann man die Markierung kurz entfernen und anschließend wieder setzen."


Ja.
Der Grund dafür, daß so wenige Leute im Pølser-Land diese zusätzlichen Schutzmaßnahmen in Anspruch nehmen, ist also - es bedeutet für den Bürger einen Mehraufwand, der unter Umständen weiteren Mehraufwand und sogar Probleme nach sich zieht.

In Dumm-Land ist es übersichtlicher - hier wirst Du garnicht erst gefragt, sondern bist halt ganz einfach der Arsch, der im Glashaus sitzt.