Dienstag, 13. Januar 2026

Wir sind am Arsch 2


Perfecting Nature?

"Die Natur liefert alles, was wir zum Überleben brauchen. Bevor wir von der Technologie so fasziniert – und dadurch gefangen – wurden, lebten Menschen als Teil der natürlichen Welt. Mitglieder der Art Homo sapiens sammelten und jagten Nahrung. Die natürliche Welt, deren Teil wir waren, stellte Wasser, Nahrung und Unterschlupf bereit. Bevor unsere Spezies die Tragfähigkeit der Erde überstieg, lebten wir als Teil einer Gemeinschaft miteinander verbundener Arten.

Zu viele Individuen der Art Homo sapiens haben sich für alles Leben auf der Erde als verhängnisvoll erwiesen. Wir entnehmen Rohstoffe in einem Ausmaß, das weit über die Fähigkeit des Planeten hinausgeht, diese zu regenerieren. Unsere Begierden gehen weit über Wasser, Nahrung und Schutz hinaus. 
Wir alle leben so, als würden die vorhandenen endlichen Ressourcen immer größer sein als unsere Fähigkeitsie auszubeuten.

Am 24. August 2025 wurde ein Artikel auf Futurism veröffentlicht mit dem Titel: „Wissenschaftler behaupten, eine neue Lebensform geschaffen zu haben, die perfekter ist als die, welche die Natur hervorbrachte.“ Hier ist die Zwischenüberschrift: „Sie können nun erforschen, was das Leben aushält.“ Und hier die Einleitung: „Wir kennen GMO – aber das hier ist absurd.“ GMO bezeichnet gentechnisch modifizierte Organismen – also Lebewesen, deren Erbgut mithilfe gentechnischer Methoden verändert wurde. Solche Organismen werden in der Landwirtschaft eingesetzt, um Schädlingsresistenz oder Herbizidtoleranz zu erreichen, und sind in der Medizin weit verbreitet – etwa zur Insulinproduktion.

Auf Futurism erfahren wir weiter: „Wissenschaftler des Laboratory of Molecular Biology des Medical Research Council geben an, ein Bakterium entwickelt zu haben, dessen genetischer Code effizienter ist als der jedes anderen bekannten Lebewesens. Sie nennen ihre Schöpfung ‚Syn57‘ – einen bioengineering-mäßig veränderten E.-coli-Stamm. Ja, dieselbe berüchtigte Bakterienart, die bei Verzehr eines unzureichend gegarten Hotdogs schwere Erkrankungen auslösen kann – doch dieser Stamm benötigt sieben Codons weniger als alle anderen Lebensformen auf der Erde. Ein Codon ist vereinfacht gesagt eine dreibuchstabige Sequenz in DNA und RNA, die Anweisungen für Aminosäuren liefert – jene fundamentalen Bausteine des Lebens.“

Der Artikel auf Futurism fährt fort: „Im Jahr 2010 beschrieb ein Team aus 24 Forschenden detailliert die Schritte, die nötig waren, um die weltweit erste synthetische Bakterienzelle zu erschaffen. Obwohl dies – damals wie heute – eine beeindruckende Leistung war und rund 15 Jahre in Anspruch nahm, handelte es sich bei dieser künstlichen Zelle letztlich nur um eine getreue Nachbildung der altbekannten Version mit ihren 64 Codons.

Dann gelang es im Jahr 2019 Gen-Forschern der Universität Cambridge, diese natürliche Redundanz zu reduzieren und einen E.-coli-Strang auf 61 Codons zu verkürzen – ein Beweis dafür, dass Leben auch mit weniger als den bewährten 64 Codons funktionieren kann. Dieser außergewöhnliche Erfolg wurde damals als der bislang ehrgeizigste Versuch gewürdigt, eine vollständig synthetische Lebensform zu schaffen. Und nun sind sie noch weiter gegangen und haben Syn57 erschaffen. Die Forschenden durchliefen dabei einen mühsamen Prozess, bei dem über 101.000 Stellen des genetischen Codes verändert wurden – zunächst theoretisch, dann praktisch.

Anders als beim synthetischen Bakterium aus dem Jahr 2010 ermöglichen Fortschritte in der DNA-Synthese laut der New York Times heutigen Genforschern, Genome von Grund auf neu zusammenzusetzen und dabei bestimmte redundante Codons von vornherein zu vermeiden."

Anschließend zitiert Futurism – unter Angabe der New York Times – einen Gen-Biologen der Harvard University: „Man kann nun erforschen, was das Leben aushält. Endlich können wir diese alternativen genetischen Codes testen.“

Der Artikel auf Futurism steckt voller Übertreibungen. Tatsächlich schließt er mit einer Frage und einer Antwort.
Die Frage: Das Ergebnis ihrer schweißtreibenden Experimente?
Die Antwort stammt von einem der Forschenden, die an der Cambridge-Studie von 2019 beteiligt waren, bei der ein E.-coli-Strang auf 61 Codons reduziert wurde: „Das Leben funktioniert immer noch.

Natürlich funktioniert es noch. Solange die Menschheit nicht sämtliches Leben auf der Erde ins Aussterben treibt, wird das Leben weitergehen. Wir arbeiten emsig daran, sämtliches Leben auf diesem Planeten zu vernichten – doch noch ist es nicht vollbracht. Bis dahin werde ich weiterhin die Schönheit und Verbundenheit allen Lebens auf Erden bewundern."

 

 

 

 

 

 

 

 

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