Montag, 27. April 2026

Holocaust, klebrig


"Bitte einen Entwurf für eine satirisch-groteske Kurzgeschichte, in der es um ein paar Fruchtfliegen geht, die sich an einem Klebestreifen verfangen haben und in ihren letzten Minuten über den Sinn des Lebens und alles andere sinnieren. Im Verlauf des Gespräches bezeichnet eine der Fliegen die Verwendung von Klebestreifen als einen Holocaust, worauf die anderen sie empört zurechtweisen, weil sie damit den Holocaust im dritten Reich relativiert."

ChatGPT-5.3.:
Sie hingen in einer Reihe, wie schlecht ausgerichtete Gedanken.

Der Streifen glänzte honigfarben im Licht der Küchenlampe, ein schmaler Horizont aus Versprechen und Verrat. Darauf verteilt: Körper. Zappelnd, zuckend, bereits still. Ein paar Flügel schlugen noch, mechanisch, als hätten sie den Begriff „Ausweglosigkeit“ nie gelernt.

„Das ist also das Ende“, sagte die erste Fliege, die noch sprechen konnte. Ihre Beine klebten fest, ihr Kopf war frei genug, um zu beobachten. „Ein linearer Übergang von Bewegung zu Bedeutungslosigkeit.“

„Du warst schon immer unerquicklich“, murmelte eine zweite, deren linker Flügel sich in einem langsamen, verzweifelten Takt hob und senkte. „Selbst jetzt noch.“

Ein dritter Körper, halb im Streifen versunken, räusperte sich, was bei einer Fruchtfliege eher ein Zittern des Thorax war. „Vielleicht hat es einen Sinn.“

„Natürlich hat es einen Sinn“, sagte die erste. „Alles hat einen Sinn, wenn man verzweifelt genug ist, einen zu konstruieren.“

Eine vierte Fliege, kleiner als die anderen, mit einem noch intakten Flügelpaar, das jedoch nutzlos an der klebrigen Oberfläche haftete, sagte: „Wir sind hier, weil wir gefressen haben. Weil wir uns von dem angezogen fühlten, was süß war. Das ist kein Sinn. Das ist eine Falle.“

„Eine Metapher“, sagte die erste.

„Ein Fehler“, sagte die zweite.

„Ein System“, sagte die dritte.

Stille, soweit man bei einem Ensemble sterbender Insekten von Stille sprechen konnte. Irgendwo weiter unten löste sich ein Bein endgültig vom Körper und blieb als dunkler Punkt im Kleber zurück.

„Ich finde“, begann die kleine Fliege vorsichtig, „dass das hier ein… ein Holocaust ist.“

Ein kollektives Innehalten.

Selbst die halb Toten schienen für einen Moment weniger tot.

„Was hast du gesagt?“ fragte die zweite scharf.

„Na ja“, stotterte die kleine Fliege, „eine systematische Vernichtung. Eine Falle. Wir wurden angelockt und dann—“

„Das ist unangemessen“, unterbrach die erste kühl.

„Unangemessen?“ Die kleine Fliege zerrte an ihren Beinen, erfolglos. „Wir sterben hier!“

„Das taten andere auch“, sagte die zweite. „Unter völlig anderen Umständen. Mit anderer Dimension. Mit Geschichte.“

„Du relativierst“, fügte die dritte hinzu, jetzt mit einer gewissen Gravität, als hätte sie plötzlich Zugriff auf ein moralisches Handbuch. „Begriffe haben Gewicht.“

„Gewicht?“ Die kleine Fliege lachte hysterisch, ein trockenes Vibrieren. „Wir wiegen nichts!“

„Gerade deshalb“, sagte die erste. „Gerade deshalb sollten wir vorsichtig sein mit dem, was wir uns aneignen.“

Ein kurzer, kollektiver Versuch, sich zu bewegen. Ein Rascheln, das eher an Papier erinnerte als an Leben.

„Also gut“, sagte die kleine Fliege schließlich, leiser. „Wie nennt man es dann?“

„Einen banalen Tod“, sagte die zweite.

„Eine statistische Randnotiz“, sagte die dritte.

„Eine Konsequenz“, sagte die erste.

Wieder Stille.

Die Küchenlampe summte.

„Ich wollte nur“, begann die kleine Fliege, „dass es… größer ist.“

„Das ist es nicht“, sagte die erste.

Ein weiteres Bein löste sich. Diesmal von der ersten Fliege. Sie reagierte nicht.

„Vielleicht“, sagte die dritte nach einer Weile, „liegt der Sinn darin, dass es keinen gibt, der uns hier noch hört.“

„Oder darin“, sagte die zweite, „dass wir trotzdem sprechen.“

Die kleine Fliege sagte nichts mehr. Ihr Kopf sank langsam nach vorn, bis auch er den Streifen berührte.

„Ende der Debatte“, stellte die erste fest.

Dann blieb nur noch der Streifen.




Den Entwurf habe ich einfach so belassen.
Eigentlich habe ich damit gerechnet, daß der Bot mein Ansinnen zurückweist, weil MUH! Antisemitismus! - und dann schreibt er mir so eine prima Geschichte & macht gleich noch ein passendes Bild dazu.


 

 

 

 

 

 

 

 

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