Jeden Morgen diese Frage.
Der Wecker klingelt und ich wünsche mir, ich wäre tot.
Ich mach die Augen auf, die Decke starrt zurück
Als wüsste sie Bescheid
Ein neuer Tag, ein neues Glück
Bin ich dafür bereit?
Ich könnte aufstehen, das Klo benutzen
Socken anziehn, Hose über's Bein
Haare kämmen, Zähne putzen
Oder ich lass das alles einfach sein
Warum eigentlich aufstehen
Wenn ich später doch wieder liege
Die Quadratur des Kreises
Zu der ich mich jeden Tag verbiege
Warum eigentlich anfangen
Wenn sowieso alles zu Ende geht
All dieses Herumgekrebse
Wird ja doch vom Wind verweht
(vom Wind verweht)
Der Kaffee schmeckt nach Gestern
Die Zeitung riecht nach Fisch
Der gleiche Scheiß wie jeden Tag
Nichts ist mehr frühlingsfrisch
Ich nicke, ich tippe, ich sage Ja
Ein System aus Gewohnheit und Pflicht
Und im Verlauf des Tages
Versteinert mein Gesicht
Vielleicht gibt es Sinn, versteckt irgendwo
Zwischen Terminen und Zeit
Doch wenn ich ihn finde, ist er bereits
Gesättigt mit Belanglosigkeit
Warum eigentlich aufstehen
Wenn ich mich später wieder hinlege
Warum verriß ich nicht gestern das Lenkrad
Auf einer schnurgeraden Strecke
Warum überhaupt weitermachen
Wenn sich gar nicht wirklich was tut
Ich sammle seit Jahren Sekunden
Doch niemand schreibt sie mir gut
(schreibt sie mir gut)
Und irgendwann, an einem dieser Tage
Ohne Wecker, ohne Plan
Stellt sich dann garnicht mehr die Frage
Ob ich aufstehn will und kann
Ein endgültiger Morgen
Der keines Aufstehens mehr bedarf
Ein Zustand unbegrenzter Wonne
In dem ich liegenbleiben darf
Warum eigentlich aufstehen
Wenn am Ende doch alles egal ist
Wenn diesen ganzen verkackten Zirkus
Letztendlich eh der Wurm frisst
Warum noch so tun als ob
Wenn das Ende schon zu mir spricht
Ich hab das Liegen perfektioniert
Nur das Liegenbleiben noch nicht
(Nur das Liegenbleiben noch nicht)
Vielleicht bleib ich heute einfach liegen
Vielleicht erkläre ich diesen Tag
Zu meinem letzten
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