"Menschen sind erneuerbare Ressourcen. Kupfer und Energie hingegen nicht. Und wir werden sie verbrauchen - wir werden versuchen, Menschen in eine nicht erneuerbare Ressourcenbasis zu verwandeln."
Super-Grok:
"Der Satz stammt aus dem Gespräch „Why Abundance Is an Illusion with Jeff Currie | TGS 229“ (The Great Simplification mit Nate Hagens, aufgenommen am 23. Juli 2026, veröffentlicht Ende Juli 2026).
Jeff Currie (langjähriger Commodity-Stratege bei Goldman Sachs, später u. a. bei Carlyle und Altis Partners) formuliert ihn im Kontext des massiven AI-Buildouts und der damit verbundenen physischen Knappheiten:
„Human beings are renewable resources. Copper and energy are not. And we’re gonna burn it, we’re gonna try to turn [or] change humans into a non-renewable resource base.“
Kontext im Podcast
Der Abschnitt liegt bei ca. 1:09–1:11. Currie spricht über die enormen Kapitalflüsse in AI-Daten-Center (hunderte Milliarden Dollar), die vor allem in Kupfer (Kabel, Transformatoren, Motoren, Kühlung), Energie und verwandte Materialien fließen. Im Gegensatz zu reiner Software (nahezu unendlich skalierbar bei Grenzkosten nahe null) hat AI-Hardware eine steile physische Angebots-Kurve. Jede zusätzliche Rechenkapazität zieht realen Kupfer- und Energiebedarf nach sich. Die einfache Mathematik, so Currie, mache diese Systeme teurer und materialintensiver. Um die Skalierung trotzdem durchzusetzen, werde man letztlich die menschliche Seite „verbrennen“ – also menschliche Arbeitskraft, Gesundheit, Zeit und Lebensqualität intensiver und erschöpfender nutzen, als es nachhaltig wäre. Damit werde aus der biologisch erneuerbaren Ressource „Mensch“ faktisch eine, die man aufzehrt.
Nate Hagens (dessen Framework stark biophysikalisch und systemisch ist) stimmt dem sofort zu. Das Gespräch dreht sich insgesamt um die „Illusion der Abundance“: Westliche Politik und Märkte hätten seit den 1970er Jahren (nach dem Ölschock und Jimmy Carters knapper Anerkennung von Knappheit) systematisch Knappheitssignale unterdrückt – durch strategische Reserven, Preisinterventionen und den Glauben an unbegrenzte Substituierbarkeit. China hingegen habe aus Sicherheitsgründen massiv in Kernkraft, Solar, Wind und Batterien investiert. Aktuelle Schocks (Hormuz-Straße, russische Raffinerieausfälle, hohe Crack Spreads bei Diesel/Jetfuel) seien nur die Vorboten. Die Welt stehe „erst in den Ausläufern des Himalaya“.
Mehrere Ebenen der Aussage
1. Biophysikalische Ebene Menschen sind in dem Sinne „erneuerbar“, dass Populationen sich reproduzieren, Arbeitskraft über Generationen nachwachsen kann und biologische Systeme regenerieren (solange die Tragfähigkeit des Planeten nicht überschritten wird). Kupfer und die meisten Energieträger (fossile und auch die materialintensiven Infrastrukturen für Erneuerbare) sind geologische Stocks. Kupfer ist zwar theoretisch zu 100 % recycelbar und geht nicht „verloren“, doch der Ausbau von Minen dauert Jahrzehnte, die Erzgehalte sinken, und der absolute Bedarf (Elektrifizierung + AI + Netze) steigt stark. Energie hat Qualitäts- und Fluss-Grenzen; selbst erneuerbare Quellen brauchen enorme Material- und Land-Inputs, bevor sie fließen. Die Unterscheidung Stocks vs. Flows ist zentral für Hagens’ Denken: Die Ökonomie behandelt Stocks oft, als wären sie Flows.
2. Ökonomische und technologische Ebene Software und klassische IT waren „zero marginal cost“ und damit extrem profitabel skalierbar. AI-Infrastruktur ist das Gegenteil: hohe Grenzkosten an Kupfer, Transformatoren, Strom und Kühlung. Wenn die physischen Inputs knapp und teuer werden, bleibt als anpassbare Variable die menschliche Seite – intensivere Arbeit, längere Arbeitszeiten, prekäre Bedingungen, oder die Erwartung, dass Menschen die Lücken füllen, die die teure Hardware nicht schließen kann. Das ist der Versuch, Menschen in eine „nicht-erneuerbare“ Ressource umzuwandeln: Man verbraucht sie schneller, als sie sich regenerieren können (Burnout, Demografie, gesundheitliche und soziale Kosten).
3. Geopolitische und systemische Ebene Currie und Hagens sehen eine Bifurkation: China hat die Knappheit früh als Sicherheitsproblem behandelt und entsprechende Kapazitäten aufgebaut. Der Westen habe die „Abundance Illusion“ gepflegt und ist dadurch strukturell unvorbereitet. Deglobalisierung (doppelte Supply Chains, Freund-Feind-Logik) verstärkt den Materialhunger zusätzlich. AI- und Elektrifizierungs-Boom treffen auf unterinvestierte Minen und Raffinerien. Die Folge kann eine „Redistribution Inflation“ sein (fiskalische Transfers an untere Einkommensgruppen bei knappen realen Ressourcen) und ein Rückkehr zu stärker staatskapitalistischen Steuerungsformen.
4. Nuancen und Gegenargumente
- Kupfer ist nicht „verbraucht“ wie Öl; Recyclingraten steigen, und Reserven haben sich historisch mit dem Preis und der Technologie ausgeweitet. Dennoch sind die Lead-Times und die absolute Mengen-Nachfrage in den nächsten 15–20 Jahren das Problem, nicht die absolute geologische Endlichkeit.
- Energie aus Sonne und Wind ist ein Flow, aber die Konverter (Paneele, Turbinen, Speicher, Netze) sind materialintensiv. Die „Erneuerbarkeit“ gilt nur für den Energiefluss, nicht für die Hardware.
- Menschen sind biologisch erneuerbar, aber demografisch und sozial fragil: Alterung in vielen Ländern, sinkende Geburtenraten und die Qualität von Humankapital (Bildung, Gesundheit, Motivation) sind keine Automatismen. Intensive Ausbeutung kann die Regenerationsfähigkeit selbst untergraben.
- Optimisten (Julian-Simon-Tradition) betonen, dass menschliche Intelligenz und Innovation die ultimative Ressource seien und Knappheiten historisch immer durch Substitution und Effizienz überwunden wurden. Currie/Hagens halten dem entgegen, dass die aktuellen Schocks und die Materialintensität von AI/Elektrifizierung die Puffer aufbrauchen und die Zeitskalen zu kurz werden.
Implikationen
Der Satz ist kein reiner Kulturpessimismus, sondern eine biophysikalische Warnung: Wenn man eine Technologie (AI) skaliert, deren physische Inputs endlich und träge sind, und gleichzeitig so tut, als gäbe es keine Trade-offs, dann wird die anpassbare Variable der Mensch. Man „verbrennt“ ihn, um die Illusion der unbegrenzten Skalierbarkeit aufrechtzuerhalten. Das ist kompatibel mit Hagens’ größerem Narrativ der „Great Simplification“ – einer unvermeidlichen Anpassung an niedrigere Energie- und Materialdurchsätze –, und mit Curries Commodity-Perspektive eines neuen Superzyklus, der von Knappheit und Deglobalisierung getrieben wird.
Die Aussage zwingt dazu, die Trade-offs ehrlich zu benennen: Welche Aufgaben sind so wertvoll, dass sie den hohen Material- und Energiepreis von AI rechtfertigen? Und wie verhindert man, dass die menschliche Regenerationsfähigkeit dabei selbst zur knappen, aufgebrauchten Ressource wird? Das ist die eigentliche Schärfe des Zitats."