"Die Mehrheit der Menschen . . . ist nicht zum Denken fähig, sondern nur zum Glauben, und . . . lässt sich nicht von der Vernunft überzeugen, sondern nur von Autoritäten."
The majority of men... are not capable of thinking, but only of believing, and... are not accessible to reason, but only to authority.
— Arthur Schopenhauer (@SchopenhauerNow) June 29, 2026
- Arthur Schopenhauer
"Kannst Du zu diesem Schopenhauerzitat das deutsche Original finden? - 'The majority of men... are not capable of thinking, but only of believing, and... are not accessible to reason, but only to authority.'"
Grok:
Ja, das deutsche Original stammt aus Arthur Schopenhauers Aphorismen zur Lebensweisheit (Teil des ersten Bandes von Parerga und Paralipomena, 1851).
Das von dir angegebene englische Zitat ist keine wörtliche Übersetzung, sondern eine freiere, populäre Paraphrase oder interpretive Version, die den Kern der Schopenhauer’schen Idee stark verdichtet und etwas dramatischer formuliert. Es wird seit Jahrzehnten in dieser oder ähnlicher Form („The majority of men... are not capable of thinking, but only of believing...“) weit verbreitet und Schopenhauer zugeschrieben – oft mit dem Hinweis auf Parerga and Paralipomena oder die Essays and Aphorisms.
Das relevante deutsche Original (exakter Wortlaut)
Der entscheidende Abschnitt steht im Kontext der Diskussion über Ruhm (im Kapitel „Von dem, was einer vorstellt“ / öffentliche Meinung, Ehre und Ruhm):
„Denn da die Menschen in der Regel ohne eigenes Urteil sind und zumal hohe und schwierige Leistungen abzuschätzen durchaus keine Fähigkeit haben; so folgen sie hier stets fremder Autorität, und der Ruhm, in hoher Gattung, beruht bei 99 unter 100 Rühmern, bloß auf Treu und Glauben. Daher kann auch der vielstimmigste Beifall der Zeitgenossen für denkende Köpfe nur wenig Wert haben, indem sie in ihm stets nur das Echo weniger Stimmen hören, die zudem selbst nur sind, wie der Tag sie gebracht hat.“
Übersetzung (wörtlich-nah): „Denn da die Menschen in der Regel ohne eigenes Urteil sind und zumal hohe und schwierige Leistungen abzuschätzen durchaus keine Fähigkeit haben, so folgen sie hier stets fremder Autorität, und der Ruhm, in hoher Gattung, beruht bei 99 unter 100 Rühmern bloß auf Treu und Glauben.“
Wie das englische Zitat daraus entsteht
Die populäre englische Fassung ist eine kondensierte und etwas pointiertere Version derselben Idee:
- „ohne eigenes Urteil“ + „keine Fähigkeit haben, hohe und schwierige Leistungen abzuschätzen“ → „not capable of thinking, but only of believing“
- „folgen sie hier stets fremder Autorität“ + „beruht [...] bloß auf Treu und Glauben“ → „not accessible to reason, but only to authority“
Es gibt auch eine andere, sehr ähnliche englische Übersetzung (z. B. von T. Bailey Saunders in The Wisdom of Life): „For the average man has no critical power of his own, and is absolutely incapable of appreciating the difficulty of a great work. People are always swayed by authority and where fame is widespread, it means that ninety-nine out of a hundred take it on faith alone.“
Beide englischen Versionen treffen den Geist exakt – Schopenhauer beschreibt die intellektuelle Begrenztheit der Mehrheit („die Menschen in der Regel“, „99 unter 100“) und kontrastiert sie mit den wenigen, die wirklich urteilen und denken können.
Kontext und tiefere Bedeutung
Dieser Abschnitt steht im Rahmen von Schopenhauers Analyse des Ruhms und der öffentlichen Meinung. Er argumentiert:
- Ruhm ist relativ und meist oberflächlich.
- Die große Masse („der große Haufe“) hat weder die Urteilskraft noch die Geduld, echte geistige Leistungen zu würdigen.
- Deshalb orientiert sie sich an äußeren Signalen, Autoritäten und dem, was „alle sagen“ („Treu und Glauben“ = blindem Vertrauen).
- Der echte Denker sollte sich davon nicht blenden lassen – der Beifall der Zeitgenossen ist oft nur „das Echo weniger Stimmen“.
Das passt perfekt zu Schopenhauers genereller Haltung: Er ist tief pessimistisch über die intellektuelle Kapazität der Mehrheit der Menschen und sieht die wirklich denkenden Individuen als seltene Ausnahmen. Ähnliche Gedanken finden sich an vielen Stellen in den Parerga und Paralipomena (z. B. über die „gewöhnlichen Flachköpfe“, die Langeweile der Masse, die Unfähigkeit zu echter Kontemplation usw.).
Nuancen und Implikationen
- Nicht wortwörtlich „denken vs. glauben“, sondern „kein eigenes Urteil haben“ und deshalb auf Autorität und Glauben angewiesen. Der Unterschied ist fein, aber wichtig: Schopenhauer meint nicht primär religiösen Glauben, sondern das blinde Übernehmen von Meinungen.
- Die Formulierung „99 unter 100“ ist typisch Schopenhauerisch – er liebt solche quantifizierenden Übertreibungen, um die Seltenheit echter Qualität zu betonen.
- Dieses Zitat wird heute oft in Diskussionen über Massenpsychologie, Social Media, Populismus oder „die Herde“ verwendet – und passt tatsächlich gut zu Schopenhauers elitär-intellektueller Weltsicht.
- Es gibt keine exaktere, wörtlichere Vorlage für die englische Version, die du zitiert hast. Die von dir angegebene Formulierung ist eine moderne, eingängige Verdichtung des Originalgedankens.
Falls du den vollständigen Absatz oder den weiteren Kontext im Kapitel über Ruhm/Ehre brauchst, oder eine andere Übersetzungsvariante, sag Bescheid – ich kann das gerne noch genauer ausführen. Das Werk ist öffentlich zugänglich (z. B. auf Project Gutenberg).
Schopenhauer in Reinform: Die meisten Menschen denken nicht wirklich – sie übernehmen. Und genau deshalb ist unabhängiges Denken so selten und wertvoll."
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.