Sonntag, 4. Oktober 2026

Bruder hilf mir mal


"Vor zwei Wochen hat Berlin gewählt – und könnte künftig von Rot-Grün-Rot regiert werden. Die Gespräche zwischen Linken, Grünen und Sozialdemokraten laufen. Antisemitismus und Verbindungen zur organisierten Kriminalität von Mitgliedern der Berliner Linken machen diese Konstellation jedoch hochbrisant, auch über die Grenzen der deutschen Hauptstadt hinaus. Wegen seiner Kontakte zu Mitgliedern des berüchtigten Remmo-Clans steht der Bundestagsabgeordnete Ferat Koçak (47) aus Neukölln besonders im Fokus.

Während die Partei und der Politiker eine offensichtliche Nähe zu der berüchtigten Großfamilie seit Tagen herunterspielen, zeigen „Bild“-Recherchen, wie eng die Verbindung zwischen Koçak und dem Clan tatsächlich ist. Demnach belegen Ermittlungsakten der Staatsanwaltschaft Berlin: Familienmitglieder des Linken-Politikers waren Mieter in einer Remmo-Immobilie." (Welt.de)



"Was kannst Du mir über die Verbindungen zwischen dem Neuköllner Bundestagsabgeordneten Ferat Koçak und dem Remmo-Clan sagen?"

ChatGPT:
"Nach dem derzeit öffentlich belegbaren Stand gibt es mehr als nur ein zufälliges Foto, aber zugleich keinen öffentlich belegten Nachweis, dass Ferat Koçak mit kriminellen Geschäften der Remmo-Familie zusammengearbeitet, dafür Gegenleistungen erhalten oder interne Polizeiinformationen weitergegeben hätte. Der Kern der Affäre besteht aus mehreren Kontakten, die zusammen politisch erheblich problematischer wirken als jeder einzelne für sich.

Was tatsächlich belegt ist

1. Koçak hatte direkten Kontakt zu Firas Remmo, einem Sohn von Issa Remmo. Der Chat wurde von Firas Remmo selbst veröffentlicht und von Koçak als echt bestätigt. Darin schrieb Koçak unter anderem „Grüße mit Respekt zurück an deinen Vater“, beide redeten sich mit „Bruder“ an, und Koçak bot ein persönliches Treffen an. Später bat er Firas Remmo, eine seiner Reden zu verbreiten: „Bruder hilf mir mal … sagt allen euren Leuten, die sollen das teilen bitte.“ taz.de

Das betreffende Video war ausgerechnet eine Rede, in der Koçak den politischen Umgang mit dem Begriff „Clankriminalität“ kritisierte. Koçak bestreitet nicht, dass er Firas Remmo zu diesem Zeitpunkt bereits identifiziert hatte. Seine heutige Darstellung lautet: Das Weiterschicken der Rede an ihn sei ein Fehler gewesen. Team Ferat

2. Der Kontakt begann nach Koçaks Darstellung mit einer Handy-Spendenaktion. Koçak hatte öffentlich nach gebrauchten Mobiltelefonen für Aktivisten gesucht. Firas Remmo meldete sich und bot eines an. Koçak sagt, er habe zunächst nicht gewusst, mit wem er kommunizierte. Beim persönlichen Abholen des Handys sei ihm klar geworden, dass Firas der Sohn von Issa Remmo sei; Issa Remmo sei dort ebenfalls gewesen. Team Ferat

Das ist eine wichtige Nuance: Die Geschichte lautet inzwischen nicht mehr, Koçak habe während des gesamten Nachrichtenaustauschs nicht gewusst, wer Firas Remmo war. Vielmehr sagt er selbst, dass er es beim persönlichen Treffen erfuhr und danach noch Kontakt bestand.

3. Issa Remmo erschien am 20. September 2026 auf der Wahlparty der Neuköllner Linken. Die Partei erklärte, er sei nicht eingeladen gewesen und habe nicht auf der Gästeliste gestanden. Nach Darstellung des Bezirksverbandes wurde er aufgefordert, die Veranstaltung zu verlassen. Koçak sagt, er sei bei Remmos Erscheinen selbst nicht anwesend gewesen. ZDFheute

Das Auftauchen Remmos war allerdings der Auslöser dafür, dass Firas Remmo anschließend den älteren Chat veröffentlichte.

4. Es gibt außerdem eine familiäre Überschneidung über eine Immobilie. Welt berichtete am 2. Oktober, Verwandte Koçaks hätten in einem Haus in der Neuköllner Wildenbruchstraße gewohnt, das zum Immobilienkomplex der Remmo-Familie gehörte und später beschlagnahmt wurde. DIE WELT

Das ist eine reale Verbindung zwischen den sozialen Umfeldern. Sie beweist für sich genommen allerdings weder eine persönliche Beziehung Koçaks zur Familie noch irgendeine kriminelle Zusammenarbeit.

Der politisch interessanteste Punkt: Koçaks frühere Polizeianfragen

Hier wird die Sache komplizierter.

Koçak beschäftigte sich bereits 2022, damals als Berliner Abgeordneter, gemeinsam mit dem Linken-Innenpolitiker Niklas Schrader parlamentarisch mit Polizeieinsätzen gegen sogenannte Clankriminalität. Eine offizielle Schriftliche Anfrage vom 25. Februar 2022 fragte unter anderem nach:

  • Orten, Tagen und Uhrzeiten der Einsätze,
  • Zweck und Anlass,
  • beteiligten Behörden und Einheiten,
  • Zahl der eingesetzten Beamten und Einsatzstunden,
  • sowie dem offenen Tragen von Maschinenpistolen bzw. Schnellfeuerwaffen und den zugrunde liegenden Gefahrenprognosen.

Das steht tatsächlich in der Originaldrucksache des Berliner Abgeordnetenhauses. Pardok Berlin

Seit Bekanntwerden der Remmo-Kontakte wird daraus teilweise der Verdacht konstruiert, Koçak könne Informationen für das Clan-Milieu beschafft haben. Dafür gibt es bislang keinen öffentlich belegten Nachweis. Die Anfrage war eine öffentliche parlamentarische Anfrage, gemeinsam mit einem weiteren Abgeordneten gestellt, und solche Anfragen zur Polizeipraxis waren Teil der innenpolitischen Arbeit der Linksfraktion. Aus der bloßen Existenz dieser Anfrage lässt sich deshalb keine Weitergabe von Informationen an Remmos ableiten.

Gleichzeitig entsteht retrospektiv natürlich ein politisches Problem: Ein Politiker, der staatliche Maßnahmen gegen „Clankriminalität“ kritisch kontrolliert, steht wenige Jahre später in freundlichem persönlichem Kontakt mit einem Mitglied gerade der prominentesten dieser Familien. Das erklärt, weshalb die Angelegenheit nicht mit der Formel „irgendein Bürger hat ihm geschrieben“ verschwunden ist.

Koçaks eigene Konsequenz

Koçak hat inzwischen ausdrücklich eingeräumt, dass sein Verhalten falsch gewesen sei. Er sagt, er sei „naiv“ und mit der Situation „überfordert“ gewesen, bestreitet aber jede Unterstützung organisierter Kriminalität und erklärt, weder Geld noch persönliche Zuwendungen erhalten zu haben. Das einzige Objekt sei das gebrauchte Telefon gewesen, das für die Spendenaktion bestimmt gewesen sei. Team Ferat

Zunächst ließ er seine Funktionen ruhen; am 30. September 2026 gab er seinen Sitz im Innenausschuss des Bundestages vollständig auf. Seine Tätigkeit als Bundestagsabgeordneter setzt er fort. rbb24.de

Mein gegenwärtiger Faktenstand

Man kann die Affäre daher in drei Ebenen trennen:

BehauptungStand
Koçak kannte Mitglieder der Remmo-FamilieBelegt
Es gab persönlichen Kontakt und freundschaftlich wirkende Nachrichten mit Firas RemmoBelegt
Koçak wusste bei späteren Nachrichten, wer Firas Remmo warBelegt / von Koçak eingeräumt
Issa Remmo war bei der Linken-WahlpartyBelegt, laut Linker unangemeldet
Koçaks Verwandte wohnten in einer Remmo-ImmobilieMedial berichtet
Koçak stellte detaillierte parlamentarische Fragen zu Anti-Clan-EinsätzenBelegt durch Originaldrucksache
Er beschaffte diese Informationen für die RemmosNicht belegt
Er gab Polizeiinformationen an Remmos weiterNicht belegt
Geld oder andere persönliche Vorteile flossenBislang nicht belegt; Koçak bestreitet es
Beteiligung Koçaks an organisierter KriminalitätKein öffentlich belegter Nachweis

Der meines Erachtens erklärungsbedürftigste Punkt ist deshalb weniger die ursprüngliche Handyspende als die Fortsetzung des Kontakts, nachdem Koçak nach eigener Aussage wusste, wen er vor sich hatte – insbesondere die Bitte, seine politische Botschaft über Firas Remmos Umfeld weiterzuverbreiten. Genau dort kollidiert seine anfängliche Erklärung „Ich wusste nicht, wer das war“ mit dem später bekannt gewordenen Verlauf. Team Ferat

Und wichtig: Die Geschichte entwickelt sich gerade noch. Erst gestern, am 2. Oktober, kamen sowohl Koçaks ausführlichere Erklärung als auch die Meldung über die familiäre Mietverbindung hinzu. Es ist also durchaus möglich, dass weitere Chatteile oder Kontakte bekannt werden."


Eine sehr erfreuliche Entwicklung, aus meiner Sicht.
Dieser Saftladen von Staat ist eh am Ende - warum sollten Politiker nicht zur Abwechslung mal mit Profis arbeiten?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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