Wie Sie Ihre Träume beeinflussen können, um besser zu lernen und kreativer zu werden
Traumingenieure entwickeln Technologien, die uns erholsamer schlafen lassen und helfen sollen, die nächtlichen Stunden für uns zu nutzen. Doch die Sache könnte auch eine dunkle Seite haben.
Von Emma Young, 13. Februar 2024
Wenn ein Mensch im alten Ägypten dem Fruchtbarkeits- und Geburtsgott Bes begegnen wollte, zeichnete er ein Bild der Gottheit auf seine Hand, umwickelte diese Hand und seinen Hals mit schwarzem Stoff und legte sich schlafen. Dieses Vorgehen, beschrieben in einem Papyrus aus der Zeit um 1350 vor Christus, ist das älteste dokumentierte Beispiel für den Versuch, den Inhalt eines Traums durch Sinnesreize zu beeinflussen.
Rund dreitausend Jahre später machen Neurowissenschaftler und Psychologen aus dieser alten Idee etwas Wissenschaftlicheres. Sie stellen lange gehegte Vorstellungen darüber infrage, wie Gehirn und Körper im Schlaf voneinander getrennt sind. Diese „Traumingenieure“ setzen Geräusche, Gerüche, Berührungen und sogar Körperbewegungen ein, um den Inhalt von Träumen zu beeinflussen. Dabei haben sie bemerkenswerte Wirkungen erzielt: von besserer Schlafqualität und Stimmung bis hin zu verbessertem Lernen und größerer Kreativität.
Mehr noch: Die Traumingenieure entwickeln inzwischen Geräte zur gezielten Auslösung von Träumen, die jeder zu Hause verwenden können soll. Damit eröffnet sich die Aussicht, dass wir bald alle unsere Schlafenszeit zu unserem Vorteil nutzen könnten. Doch die Wirkung dieser Verfahren auf den schlafenden Geist weckt auch Befürchtungen vor möglichem Missbrauch – nicht zuletzt bei den Forschenden selbst. „Ich zweifle nicht daran, dass die gezielte Gestaltung von Träumen vielen Menschen neue geistige Horizonte eröffnen, anderen Heilung bringen und uns helfen könnte, einander besser zu verstehen“, sagt Adam Haar Horowitz vom Massachusetts Institute of Technology, kurz MIT. „Sie könnte aber auch zu einer Werbemasche werden. Wir müssen dabei fürsorglich und wachsam vorgehen.“
Traumgestaltung ist nicht dasselbe wie luzides Träumen, bei dem manche Menschen erkennen können, dass sie träumen, und lernen, das Traumgeschehen zu steuern. Psychologen interessieren sich seit mehr als einem Jahrhundert für diese Möglichkeit, in Träume einzugreifen. Luzides Träumen lässt sich jedoch nur schwer erlernen. Außerdem setzt es ein gewisses Maß an bewusster Kontrolle durch den Träumenden voraus. Bei der Beeinflussung durch Traumgestaltung ist das nicht der Fall. „Dabei treten wir in einen Dialog mit einem Selbst, zu dem wir im Wachzustand keinen Zugang haben“, sagt Haar Horowitz.
Der Wunsch, einen Weg zu finden, mit dieser inneren Stimme zu „sprechen“, hat ihn und andere dazu angeregt, Träume zu beeinflussen, ohne dass die Träumenden dies bewusst wahrnehmen. Bis vor Kurzem schien das unmöglich. Neurowissenschaftler und Psychologen gingen davon aus, dass das Gehirn während des Schlafs gewissermaßen vom übrigen Körper abgekoppelt sei, damit wir unsere Träume nicht körperlich ausleben. Inzwischen ist jedoch klar, dass dies so nicht zutrifft – und hier kommen die Traumingenieure ins Spiel. Wie sie es in einer Studie formulieren, ist der Körper eine „durchlässige Barriere, über die sich eine Verbindung zur virtuellen Welt der Träume herstellen lässt“.
Entscheidend dafür, diese Verbindung gezielt nutzen zu können, ist das gewachsene Wissen über die Muster und Funktionen des Träumens. Dazu gehört die neuere Erkenntnis, dass in allen vier Schlafstadien Träume auftreten und dass sich ihre Art und ihr typischer Inhalt zwischen diesen Stadien systematisch unterscheiden. Im ersten, leichten Schlafstadium, das den Übergang vom Wachen zum Schlafen bildet, erleben wir einen Bewusstseinszustand namens Hypnagogie. Haar Horowitz beschreibt ihn als „psychedelisch, ungezwungen, flexibel und in viele Richtungen offen“. Die „Mikroträume“ dieses Stadiums sind sehr kurz. Häufig verbinden sie reale Ereignisse, etwa das Geräusch eines zuschlagenden Fensters, mit kürzlich Erlebtem und damit verknüpften Erinnerungen. Der Schlafende könnte dann beispielsweise von einem herunterfallenden Buch träumen oder davon, dass jemand an die Tür klopft.
Vom zweiten Schlafstadium, das bei der Aufnahme von Fakten und beim Lernen aus Erfahrungen eine Rolle spielt, und vom dritten Stadium, dem Tiefschlaf mit langsamen Hirnwellen, in dem Erinnerungen neu geordnet werden, nahm man früher an, sie seien traumlos. Untersuchungen des schlafenden Gehirns haben diese Vorstellung inzwischen widerlegt. Allerdings sind die Träume in diesen Stadien alltäglicher und kürzer als im vierten Stadium, dem REM-Schlaf, der durch schnelle Augenbewegungen gekennzeichnet ist. Im dritten Stadium träumen Sie zum Beispiel vielleicht davon, einen Keks zu essen. Im vierten könnte ein Keks dagegen eine entscheidende Rolle in einer komplexen Handlung spielen, in der Sie eine Armee gegen außerirdische Invasoren anführen.

Bildunterschrift: Fascia erkennt mithilfe einer Gesichtsmaske, in welchem Schlafstadium Sie sich befinden. Das System soll die Schlafqualität und das Gedächtnis verbessern. Bildnachweis: Guillermo Bernal, Walaa Alkhanaizi B.S. M.I.T., 2019.
Frühe Arbeiten zur Beeinflussung von Träumen konzentrierten sich auf Erlebnisse und Maßnahmen unmittelbar vor dem Einschlafen. Von der Idee her war das nicht weit von der altägyptischen Praxis entfernt, sich auf Bes zu konzentrieren, um im Traum eine Begegnung mit ihm herbeizuführen. Dennoch waren einige Ergebnisse beeindruckend. In einer Studie sollten Studierende vor dem Einschlafen 15 Minuten lang über ein persönliches Problem nachdenken. Etwa die Hälfte berichtete anschließend von einem Traum, der mit diesem Problem zusammenhing. Die Mehrheit dieser Personen glaubte, dass ihr Traum eine Lösung enthalten habe.
Eine moderne Behandlung von Albträumen, die sogenannte Imagery Rehearsal Therapy – eine Therapie durch das gedankliche Einüben veränderter Traumbilder –, variiert diesen Ansatz: Betroffene sollen sich jeden Abend vor dem Einschlafen fünf bis zehn Minuten lang ein positives Ende für einen wiederkehrenden Albtraum vorstellen. Studien zeigen, dass sich dessen Ende dadurch tatsächlich umschreiben lässt.
Andere Traumingenieure greifen während bestimmter Schlafstadien in Träume ein. Ein Ansatz nutzt Gerüche. Er geht auf Untersuchungen zurück, bei denen Menschen während des REM-Schlafs angenehmen Düften ausgesetzt wurden und nach dem Aufwachen von erfreulicheren Träumen berichteten. Unangenehme Gerüche können entsprechend unangenehme Träume begünstigen. Als Ursache gelten die positiven oder negativen Gefühle, die bestimmte Gerüche hervorrufen.
In einer Studie wurde eine Gruppe von Rauchern, die aufhören wollten, während des zweiten Schlafstadiums gleichzeitig dem Geruch fauler Eier und dem von Zigaretten ausgesetzt. In der folgenden Woche rauchten sie im Durchschnitt etwa 30 Prozent weniger Zigaretten. Eine andere Gruppe, die dieselbe Geruchskombination im Wachzustand wahrgenommen hatte, rauchte anschließend genauso viel wie zuvor.

Bildunterschrift: Ein früher Prototyp von Fascia mit seinen Hauptbestandteilen. Bildnachweis: Guillermo Bernal, Walaa Alkhanaizi B.S. M.I.T., 2019.
Eine etwas andere Methode bringt dem Gehirn zunächst im Wachzustand bei, einen bestimmten Sinnesreiz, etwa einen Geruch, mit einer Lernaufgabe zu verknüpfen. Derselbe Reiz wird anschließend im dritten Schlafstadium eingesetzt, um Erinnerungen an die Aufgabe zu aktivieren. Dieses Verfahren heißt gezielte Gedächtnisreaktivierung, auf Englisch „targeted memory reactivation“, kurz TMR. Es scheint zu wirken, indem es den Hippocampus überlistet, eine für das Gedächtnis wichtige Gehirnregion. Es ruft in der Großhirnrinde etwas hervor, das wie die spontane Reaktivierung einer Erinnerung aussieht. Dadurch beeinflusst es, welche Inhalte der Hippocampus im Schlaf erneut abspielt – und verbessert so das Lernen dieses Materials.
Studien zufolge kann TMR das Lernen fremdsprachiger Vokabeln fördern und die Leistung bei einer Aufgabe verbessern, die räumliches Sehen und Vorstellungsvermögen erfordert. Das Verfahren kann sogar dabei helfen, unbewussten gesellschaftlichen Vorurteilen entgegenzuwirken. Das zeigten Forschende der Northwestern University in Illinois: Sie verknüpften ungewöhnliche Geräusche mit bestimmten Elementen eines Trainings gegen rassistische oder geschlechtsbezogene Vorurteile und spielten diese Geräusche anschließend im Tiefschlaf erneut ab.
TMR kann auch die Wirksamkeit der Imagery Rehearsal Therapy bei der Behandlung von Albträumen steigern. Sophie Schwartz von der Universität Genf und ihre Kollegen untersuchten kürzlich 36 Menschen, die regelmäßig unter Albträumen leiden. Alle nahmen sich vor dem Einschlafen Zeit, sich ein besseres Ende ihrer belastenden Träume vorzustellen. Die Hälfte hörte dabei zusätzlich alle zehn Sekunden einen Klavierakkord.
Nachts trugen alle Teilnehmenden ein Stirnband mit Elektroden, das ihre Hirnaktivität überwachte. Sobald es den Beginn des REM-Schlafs erkannte, wurde derselbe Klavierakkord alle zehn Sekunden abgespielt, bis die REM-Phase beendet war. Nach zwei Wochen hatten beide Gruppen weniger Albträume. In der Gruppe, die den Klavierakkord mit dem positiven Traumende verknüpft hatte, waren es jedoch deutlich weniger als in der anderen. Dieser Vorteil bestand auch noch drei Monate später. Die Forschenden möchten das Verfahren nun bei Albträumen erproben, die mit einer posttraumatischen Belastungsstörung zusammenhängen.
„Eine große Zahl von Studien zeigt inzwischen, dass TMR sowohl zuverlässig als auch wirksam ist“, schreiben Penelope Lewis von der Cardiff University in Großbritannien und Daniel Bendor vom University College London in einer kürzlich veröffentlichten Arbeit über das Verfahren.
Zwar eignet sich die in vielen Studien verwendete Ausrüstung nicht für den Hausgebrauch, doch inzwischen entstehen neue Geräte für unterschiedliche Eingriffe ins Traumgeschehen. Ein führendes Zentrum dieser Forschung ist das Labor von Pattie Maes am MIT. Dort entwickelt Guillermo Bernal das System Fascia. Es besteht aus einer Schlafmaske, die Daten zu den Schlafstadien erfasst, und einer damit verbundenen Zentrale mit Lautsprechern, Lichtquellen und einem Zerstäuber, der verschiedene Düfte freisetzen kann. Eine dritte Komponente führt die Signale des Schlafenden zusammen und analysiert sie in Echtzeit. Das Team hofft, dass Fascia Menschen schneller einschlafen lässt, ihre allgemeine Schlafqualität verbessert und die Festigung von Erinnerungen unterstützt.
Ebenfalls am MIT arbeitet Abhinandan Jain an einem System namens Somnia. Es stimuliert elektrisch das Gleichgewichtsorgan im Innenohr, das dem Gehirn die Lage des Kopfes im Raum meldet. Theoretisch könnte diese Stimulation Träumenden das Gefühl vermitteln, sich zu bewegen – ähnlich wie virtuelle Realität bei Computerspielern eine Bewegungsillusion erzeugen kann. Das System könnte Menschen deshalb in den Schlaf „wiegen“, ohne sie tatsächlich zu bewegen, und dadurch die Schlafqualität und das Gedächtnis verbessern. Darauf konzentriert sich die Arbeit an Somnia derzeit.

Bildunterschrift: Dormio, ein am Körper getragenes Gerät, das Träume durch akustische Reize beeinflusst, kann nachweislich die Kreativität steigern. Bildnachweis: Fluid Interfaces group, MIT Media Lab.
Werden Sie schon schläfrig?
Auch Technik, die die Körpertemperatur verändert, könnte bald in Geräten zur Traumgestaltung zum Einsatz kommen. Manche VR-Brillen enthalten bereits winzige thermoelektrische Elemente, die Temperaturempfindungen auslösen. Solche Elemente könnten verwendet werden, um einen Menschen zu wärmen und ihm so das Einschlafen zu erleichtern. Anschließend könnten sie ihn kühlen, um den Tiefschlaf zu fördern.
In der virtuellen Realität werden bisweilen auch haptische Geräte eingesetzt, die Berührungsempfindungen erzeugen. Die Forschenden am MIT haben solche Geräte genutzt, um Träume zu beeinflussen. Ein erster Versuch zeigte beispielsweise: Wurde während des REM-Schlafs an der Wade ein Gerät zur elektrischen Muskelstimulation aktiviert, berichteten die Teilnehmenden anschließend von Empfindungen in ihren Träumen, die mit den Gliedmaßen zu tun hatten – etwa davon, zu laufen.
Haar Horowitz entwickelt unterdessen sein eigenes tragbares Gerät zur Schlafbeeinflussung: Dormio. Dazu gehört ein Verfahren namens gezielte Trauminkubation. Dormio ähnelt einem Handschuh und ist mit Sensoren ausgestattet, die Herzfrequenz und Muskelspannung überwachen. So erkennt es, wann der Träger in das erste Schlafstadium übergeht. In diesem Moment veranlasst es über eine Verbindung zu einem Smartphone oder Computer die Wiedergabe einer Tonaufnahme. Fünf Minuten später weckt ein zweites akustisches Signal den Schlafenden. Er wird gebeten, auszusprechen, was ihm gerade durch den Kopf geht, und darf anschließend wieder in das erste Schlafstadium zurückgleiten. Dieser Ablauf lässt sich immer wieder wiederholen.
Erste Untersuchungen mit dem Gerät, die 2020 veröffentlicht wurden, zeigten: Akustische Vorgaben mit dem Wort „Baum“ führten zuverlässig zu hypnagogischen Träumen im ersten Schlafstadium, die mit Bäumen zu tun hatten. 2023 berichteten Haar Horowitz, Bob Stickgold von der Harvard University und ihre Kollegen über eine randomisierte kontrollierte Studie, die noch einen Schritt weiterging. Das Verfahren löste nicht nur Träume zum Thema Bäume aus – ein Teilnehmer erinnerte sich beispielsweise daran, Arme aus altem Holz gehabt zu haben –, sondern förderte auch kreatives Denken.
Nach 45 Minuten gezielter Trauminkubation schnitten die Teilnehmenden bei Kreativitätstests zum Thema Bäume besser ab als Personen, die ohne eine konkrete Vorgabe geschlafen hatten. Sie waren auch besser als diejenigen, die wach geblieben waren und entweder über Bäume nachgedacht oder einfach auf ihre eigenen Gedanken geachtet hatten. Psychologen suchen seit Langem nach zuverlässigen Methoden, mit denen sich die Kreativität im Alltag steigern lässt. Entsprechend begeistert sind die Forschenden von Dormios Potenzial. „Das verändert die Spielregeln“, sagt Stickgold.

Bildunterschrift: Zu Dormio gehören Sensoren an der Hand, die Herzfrequenz und Muskelspannung überwachen. Bildnachweis: Oscar Rosello.
Dennoch bereitet die Vorstellung, auf das Gehirn eines schlafenden Menschen einwirken und so seine Träume und Lernprozesse beeinflussen zu können, manchen Fachleuten Unbehagen. 2018 berichtete ein Forschungsteam aus China über einen Versuch, bei dem Teilnehmenden während des zweiten Schlafstadiums eines Mittagsschlafs wiederholt der Name eines ihnen vertrauten Snacks, etwa M&M’s, vorgespielt wurde. Nach dem Aufwachen empfanden sie diesen Snack positiver als andere, deren Namen nicht genannt worden waren. Bei Menschen, denen die Snacknamen im Wachzustand vorgespielt wurden, trat dieser Effekt nicht auf.
Einige Jahre später behauptete die Molson Coors Beverage Company in einer Online-Werbekampagne, sie habe herausgefunden, wie sich Zuschauer durch ein eigens gestaltetes Video dazu bringen ließen, von Coors-Bier zu träumen. Daraufhin veröffentlichten 2021 vierzig Traumforscher, darunter Stickgold und Haar Horowitz, einen offenen Brief im Internet. Darin forderten sie, kommerzielle Anwendungen der Traumbeeinflussung zu regulieren.
Trotz dieses Briefs haben sich zahlreiche Unternehmen an Haar Horowitz gewandt, um zu erfahren, wie sie die Trauminkubation kommerziell nutzen könnten. Andere Forschende haben diese Möglichkeit inzwischen genauer untersucht. 2023 veröffentlichte Moran Cerf von der Northwestern University eine Arbeit mit dem Titel „Traummarketing: Eine Methode für Marketingkommunikation im Schlaf und im Traum“. Darin schrieb er: „Die Methode ermöglicht es Marketingforschern und Praktikern, in das schlafende Gehirn einzudringen und Zugang zu den Gedanken des Träumenden zu erhalten, um dessen späteres Verhalten im Wachzustand zu beeinflussen.“ Genau diese Art der möglichen Nutzung beunruhigt viele Fachleute.
Der öffentliche Brief, der zur Vorsicht mahnte, erwähnte außerdem die Möglichkeit, dass böswillige Akteure gezielt in die Träume anderer Menschen eingreifen könnten, um beispielsweise sexuelle Anziehung zu erzeugen oder politische Einstellungen zu beeinflussen. Auf die Frage, wie sich die Anziehung konkret beeinflussen ließe, verweist Stickgold auf eine App, die ohne Wissen des Besitzers auf dessen Telefon installiert sein könnte. Sobald sie festgestellt hätte, dass er eingeschlafen ist, könnte sie immer wieder „sexy Bob“ sagen. „Noch beängstigender wäre es, wenn sie ‚Wählt Trump‘ sagt“, fügt er hinzu.
Manche befürchten außerdem, Eingriffe in unsere Träume könnten die normalen, nützlichen Vorgänge stören, die während des Schlafs ablaufen – etwa das Lernen oder den Abtransport von Abfallstoffen aus dem Gehirn. Maes hält dies für einen Grund, warum viele Menschen sich beispielsweise nicht schon längst im Schlaf fremdsprachige Vokabeln vorspielen lassen. Wenn es darum gehe, unsere Schlafenszeit zu nutzen, „gibt es viele vielversprechende Methoden. Doch sie haben sich nicht verbreitet, weil weder Wissenschaftler noch die Öffentlichkeit bereit sind, ihren Schlaf aufs Spiel zu setzen“, sagt sie.
Stickgold teilt diese speziellen Befürchtungen nicht. Seiner Ansicht nach ist das Ausmaß der Kontrolle, die wir derzeit über das Traumgeschehen ausüben können, zu gering, als dass wir uns Sorgen um eine Störung der normalen Abläufe machen müssten. Trotz seiner anderen Bedenken begeistert ihn die Zukunft der Traumgestaltung. „Ich glaube, das Potenzial ist real, und es ist großartig“, sagt er. „Aber auch das Missbrauchspotenzial ist real.“ (NewsScientist/docs.google)
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